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Selbstbräuner-Flecken entfernen: von Haut, Kleidung und Bettwäsche

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Hände cremen sich gegenseitig mit Lotion ein
Selbstbräuner färbt Handflächen, Kleidung und Bettwäsche, wenn er nicht ganz eingezogen ist
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Selbstbräuner Haut und Stoff färbt
  2. Streifen und dunkle Stellen auf der Haut
  3. Hausmittel für die Haut ehrlich eingeordnet
  4. Erste Hilfe bei Flecken in Kleidung
  5. Bettwäsche und Handtücher
  6. Eingetrocknete Flecken
  7. Was nicht funktioniert
  8. Flecken von vornherein vermeiden
  9. Häufige Fragen

Selbstbräuner-Flecken entfernen Sie je nach Untergrund ganz unterschiedlich: Auf der Haut helfen Peeling, Öl und etwas Geduld, weil die Färbung mit der obersten Hautschicht von selbst verschwindet. Aus Kleidung und Bettwäsche gehen frische Flecken meist heraus, wenn Sie sie rasch kalt ausspülen, mit Spülmittel oder Gallseife vorbehandeln und waschen; bei Weißem nimmt Sauerstoffbleiche den Rest. Schwierig wird es erst, wenn der Fleck tagelang eingezogen ist oder schon im Trockner war.

Warum Selbstbräuner Haut und Stoff färbt

Der bräunende Wirkstoff der meisten Produkte ist Dihydroxyaceton, kurz DHA. Er reagiert mit Eiweißbausteinen in der äußersten Hornschicht der Haut zu braunen Verbindungen. Diese Färbung sitzt in den Hornzellen selbst und lässt sich deshalb nicht einfach abwaschen. Sie verblasst im Lauf von einigen Tagen bis etwa einer Woche, weil sich die Haut ständig erneuert und die gefärbten Zellen abschuppen.

Was auf Kragen, Bündchen und Laken landet, ist meist etwas anderes: Viele Lotionen, Mousses und Sprays enthalten zusätzlich einen sofort sichtbaren Farbton, damit man beim Auftragen sieht, wo man schon war. Dieser Farbton ist zusammen mit den Ölen und Pflegestoffen der Lotion das, was abfärbt. Er ist in der Regel gut auswaschbar – solange er frisch ist. Das DHA selbst kann mit eiweißhaltigen Fasern wie Wolle und Seide ähnlich reagieren wie mit der Haut; dort sind Flecken deshalb hartnäckiger als auf Baumwolle.

Streifen und dunkle Stellen auf der Haut

Ganz rückgängig machen lässt sich eine Selbstbräunung nicht, nur beschleunigt abtragen. Alles, was die oberste Hautschicht aufweicht und sanft abreibt, lässt Streifen schneller verschwinden.

  1. Einweichen. Ein warmes Bad oder eine lange Dusche weicht die Hornschicht auf. Wer mag, reibt die betroffenen Stellen vorher mit Körper- oder Babyöl ein und lässt es zehn bis zwanzig Minuten einziehen.
  2. Peelen. Mit einem Peelinghandschuh, einem Frotteewaschlappen oder einem Körperpeeling in kreisenden Bewegungen über die dunklen Stellen gehen. Mit Gefühl: Die Haut soll rosig werden, nicht rot.
  3. Eincremen. Danach eine einfache Feuchtigkeitscreme auftragen. Gut gepflegte Haut schuppt gleichmäßiger ab, und der Rest verblasst unauffälliger.
  4. Wiederholen statt übertreiben. Lieber an zwei, drei Tagen hintereinander sanft peelen als einmal kräftig schrubben.

Für kleine Stellen wie Knöchel, Handgelenke und die Zwischenräume der Finger eignet sich ein feuchter Waschlappen mit etwas Peeling oder eine weiche Nagelbürste. Im Handel gibt es außerdem spezielle Selbstbräuner-Entferner; sie arbeiten ebenfalls mit Einweichen und Abreiben und ersparen das Peelen nicht.

Hausmittel für die Haut ehrlich eingeordnet

  • Zitronensaft: Die Säure kann frische, oberflächliche Verfärbungen etwas aufhellen, etwa an den Handflächen. Die Wirkung ist begrenzt, und Zitronensaft brennt auf rasierter, rissiger oder empfindlicher Haut. Wenn überhaupt, dann kurz auftragen, gründlich abspülen, eincremen – und nicht im Gesicht.
  • Natron oder Backpulver als Paste: Wirkt in erster Linie als Scheuermittel. Das kann ein gekauftes Peeling genauso, nur hautfreundlicher.
  • Zahnpasta mit Weißmacher: Ebenfalls ein mildes Schleifmittel, brauchbar höchstens für Fingernägel und Nagelhaut.
  • Öl: Macht die Hornschicht geschmeidig und erleichtert das Peelen. Für sich allein entfernt es die Bräune nicht.
  • Chlorreiniger, Nagellackentferner, Spiritus: Haben auf der Haut nichts verloren. Sie trocknen aus, reizen und beseitigen die Färbung trotzdem nicht.

Frische Reste an den Handflächen gehen am besten weg, wenn Sie die Hände direkt nach dem Auftragen mit Seife und einer Nagelbürste waschen. Nach einigen Stunden ist die Reaktion in der Haut abgelaufen. Reagiert die Haut mit anhaltender Rötung, Juckreiz oder Ausschlag, lassen Sie alle Hausmittel weg und fragen Sie in der Apotheke oder beim Hautarzt nach.

Erste Hilfe bei Flecken in Kleidung

  1. Überschuss abnehmen. Kleckse mit einem Löffel abheben oder mit Küchenpapier abtupfen, nicht verreiben.
  2. Kalt ausspülen. Den Stoff umdrehen und von der Rückseite unter kaltem Wasser durchspülen, bis kaum noch Farbe kommt.
  3. Vorbehandeln. Einen Tropfen Spülmittel, Flüssigwaschmittel oder angefeuchtete Gallseife einarbeiten und etwa eine Viertelstunde wirken lassen. Das löst auch die Öle der Lotion.
  4. Waschen. Nach Pflegeetikett in die Maschine geben, zunächst nicht heißer als nötig.
  5. Kontrollieren. Ist nach dem Waschen noch ein Schatten da, nicht in den Trockner geben und nicht bügeln, sondern erneut vorbehandeln.
MaterialMittelVorgehen
Weiße Baumwolle, LeinenGallseife oder Spülmittel, danach SauerstoffbleicheKalt ausspülen, vorbehandeln, mit Vollwaschmittel waschen, bei Bedarf in Fleckensalz-Lösung einweichen
Bunte Baumwolle, SynthetikSpülmittel, Colorwaschmittel, Fleckensalz für BuntesVorbehandeln und waschen; Bleichmittel erst an einer Innennaht testen
Wolle, SeideWoll- oder FeinwaschmittelSofort kalt ausspülen, nur tupfen; keine Bleiche, keine Gallseife; bei wertvollen Stücken in die Reinigung
Polster, Autositz, TeppichSpülmittellösungMit hellem Tuch von außen nach innen tupfen, klar nachtupfen, trocknen lassen
Fliesen, Waschbecken, DuscheBadreiniger oder SpülmittelBald abwischen; in hellen Fugen und Silikon kann sich der Farbton sonst festsetzen

Bettwäsche und Handtücher

Braune Abdrücke auf dem Laken entstehen, wenn der Selbstbräuner noch nicht durchgetrocknet war oder nachts mit dem Schweiß wieder anlöst. Ziehen Sie die Wäsche am Morgen ab und waschen Sie sie bald, statt die Flecken bis zum nächsten regulären Wechsel im Bett zu lassen.

Weiße Baumwollbettwäsche und Frotteehandtücher vertragen in der Regel 60 °C und ein Vollwaschmittel in Pulverform, das bereits Bleiche auf Sauerstoffbasis enthält. Reicht das nicht, weichen Sie die Teile vor der Wäsche einige Stunden in einer Lösung aus Fleckensalz ein; Dosierung und Grenzen stehen im Beitrag Sauerstoffbleiche. Bunte Bettwäsche waschen Sie mit Colorwaschmittel und einem Fleckensalz, das ausdrücklich für Farbiges gedacht ist. Bezüge aus Seide gehören nicht in die Bleiche. Allgemeines zu Temperaturen und Programmen finden Sie unter Bettwäsche waschen; ist weiße Wäsche insgesamt gelblich geworden, hilft der Beitrag Weiße Wäsche wieder weiß.

Eingetrocknete Flecken

Ältere Flecken weichen Sie zuerst eine Stunde in kaltem bis lauwarmem Wasser ein. Danach Gallseife einarbeiten, eine halbe Stunde feucht wirken lassen und auswaschen. Bei weißen und farbechten Stoffen folgt ein langes Bad in Sauerstoffbleiche, dann die normale Wäsche. Oft braucht es zwei Durchgänge. Ist der Fleck bereits heiß gewaschen, getrocknet und gebügelt worden, wird er meist nur noch heller, verschwindet aber nicht mehr sicher.

Chlorbleiche ist auf weißer Baumwolle möglich, greift aber die Fasern an und darf nie mit Säuren wie Essig oder Zitronensäure zusammenkommen; mehr dazu unter Putzmittel nie mischen. In aller Regel ist sie nicht nötig.

Was nicht funktioniert

  • Heißes Wasser als Erstes. Hitze kann Farbe und Lotionreste im Gewebe festsetzen. Erst kalt ausspülen.
  • Trocken rubbeln. Das arbeitet den Farbton nur tiefer in den Stoff.
  • Zitronensaft auf bunter Kleidung. Die Säure kann Farben aufhellen, also einen hellen Fleck an die Stelle des braunen setzen.
  • Abwarten. Auf der Haut löst die Zeit das Problem, im Stoff verschlimmert sie es.

Flecken von vornherein vermeiden

Die meisten Flecken entstehen in der ersten Stunde nach dem Auftragen. Lassen Sie das Produkt so lange trocknen, wie der Hersteller angibt, und tragen Sie danach weite, dunkle Kleidung. Für die erste Nacht bewährt sich ältere oder dunkle Bettwäsche. Handflächen direkt nach dem Auftragen waschen oder einen Auftragehandschuh benutzen. Wer anschließend Sport treibt oder stark schwitzt, muss mit Abdrücken an Kragen, BH-Trägern und Bündchen rechnen. Für verwandte Flecken von der Sonnenliege lohnt ein Blick auf Sonnencreme-Flecken entfernen, eine Übersicht bietet Flecken entfernen.

Häufige Fragen

Wie lange bleibt ein Selbstbräuner-Fleck auf der Haut?

Meist einige Tage bis etwa eine Woche, weil die gefärbte oberste Hautschicht nach und nach abschuppt. An Stellen mit dicker Hornhaut wie Handflächen, Knien, Ellenbogen und Fersen hält die Farbe länger; mit Einweichen und Peeling lässt sich das abkürzen.

Bekommt man Selbstbräuner aus weißer Kleidung wieder heraus?

Frische Flecken in der Regel ja: kalt ausspülen, mit Gallseife oder Spülmittel vorbehandeln, mit Vollwaschmittel waschen und bei Bedarf mit Sauerstoffbleiche nacharbeiten. Bei alten oder heiß getrockneten Flecken bleibt manchmal ein Schatten.

Hilft Zitrone gegen Selbstbräuner-Streifen?

Nur wenig. Zitronensaft kann frische, oberflächliche Verfärbungen etwas aufhellen, ersetzt aber das Peelen nicht und reizt empfindliche Haut. Ein warmes Bad mit anschließendem Peeling bringt mehr.

Warum sind meine Handflächen orange?

Die Hornschicht ist dort besonders dick und nimmt viel Wirkstoff auf. Waschen Sie die Hände sofort nach dem Auftragen gründlich mit Seife und Bürste oder verwenden Sie einen Handschuh. Ist die Farbe schon da, helfen Peeling und häufiges Händewaschen über ein, zwei Tage.

Färbt Selbstbräuner auch helle Ledersitze und Sofas?

Ja, solange er nicht ganz trocken ist. Auf Glattleder die Stelle zügig mit einem feuchten Tuch abwischen und mit einem Lederreiniger nacharbeiten, auf Stoffpolstern mit Spülmittellösung tupfen. Mehr dazu unter Flecken vom Sofa entfernen.