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Zitronen lagern: ganz, angeschnitten und als Saft

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Gelbe Zitronen in einer bunten Schale auf einem Holztisch
In der Obstschale halten Zitronen etwa eine Woche, kühl gelagert deutlich länger
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Zitronen brauchen
  2. Die Übersicht: Ort, Temperatur, Haltbarkeit
  3. Behandelte und unbehandelte Schale
  4. Ganze Zitronen richtig lagern
  5. Angeschnittene Zitronen aufbewahren
  6. Saft, Schale und Scheiben einfrieren
  7. Schimmel: die ganze Frucht weg, die Nachbarn prüfen
  8. Hart, fleckig, grün: was noch geht
  9. Häufige Fragen

Zitronen lagern Sie am besten kühl, dunkel und luftig bei etwa 10–15 °C, zum Beispiel in der Speisekammer oder im Keller. Fehlt ein solcher Platz, ist für mehr als eine Woche das Gemüsefach des Kühlschranks die bessere Wahl als die warme Küche. Zitronen reifen nach der Ernte nicht nach; es geht bei der Lagerung nur darum, dass sie nicht austrocknen und nicht schimmeln.

Was Zitronen brauchen

Zitronen verderben auf zwei Arten. In warmer, trockener Luft verdunsten sie Wasser über die Schale: Sie werden leichter, die Schale wird hart und ledrig, und am Ende steckt kaum noch Saft darin. In feuchter, stehender Luft dagegen schimmeln sie, vor allem wenn sie dicht an dicht im Netz liegen. Der ideale Platz ist deshalb kühl, um die Verdunstung zu bremsen, und luftig, damit sich keine Nässe hält.

Als günstig gelten für Zitronen etwa 10–15 °C. Unter geeigneten Bedingungen halten Zitrusfrüchte nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung etwa vier bis acht Wochen. Der Kühlschrank ist etwas kälter als ideal. Zitronen vertragen ihn für einige Wochen dennoch ordentlich; bei sehr langer Kühlung können sie braune, eingesunkene Stellen an der Schale bekommen und Aroma verlieren.

Die Übersicht: Ort, Temperatur, Haltbarkeit

ZustandOrtTemperaturHält etwa
ganzSpeisekammer, Keller, kühler Fluretwa 10–15 °C4–8 Wochen
ganzKühlschrank, Gemüsefachetwa 6–8 °C3–4 Wochen
ganzKüche, ObstschaleZimmertemperaturetwa 1 Woche, behandelte Früchte oft länger
angeschnittenKühlschrank, abgedecktetwa 4–7 °C3–4 Tage
frisch gepresster SaftKühlschrank, verschlossenetwa 4–7 °C2–3 Tage
Saft, Schale, ScheibenGefrierfach−18 °Cmehrere Monate

Die Angaben sind Richtwerte. Wie lange eine Zitrone hält, hängt stark davon ab, ob ihre Schale behandelt ist und wie lange sie schon unterwegs war.

Behandelte und unbehandelte Schale

Konventionelle Zitronen werden nach der Ernte häufig mit Konservierungsmitteln gegen Schimmel behandelt und mit einer dünnen Wachsschicht überzogen, die das Austrocknen bremst. Das muss gekennzeichnet sein, etwa mit „konserviert mit …“ und „gewachst“. Solche Früchte halten deutlich länger, auch in der Obstschale. Ihre Schale ist nicht zum Verzehr gedacht. Waschen Sie behandelte Zitronen vor dem Aufschneiden heiß ab und reiben Sie sie trocken, und waschen Sie sich nach dem Schälen die Hände, damit nichts von der Schale an das Fruchtfleisch oder ins Getränk gelangt.

Zitronen mit der Angabe „unbehandelt“ oder „Schale zum Verzehr geeignet“ sowie Bio-Zitronen haben diesen Schutz nach der Ernte nicht. Bio-Früchte dürfen allenfalls mit natürlichen Wachsen überzogen sein. Unbehandelte Zitronen schimmeln und trocknen schneller und gehören deshalb von Anfang an kühl gelagert. Dafür können Sie die Schale abreiben; wie das am besten geht, zeigt der Beitrag Zitronenreibe.

Ganze Zitronen richtig lagern

  1. Aus dem Netz nehmen. Im Netz liegen die Früchte eng aneinander, Druckstellen bleiben unbemerkt, und Schimmel springt von einer Frucht auf die nächste.
  2. Durchsehen. Weiche, fleckige oder verletzte Zitronen zuerst verbrauchen, schimmelige sofort entsorgen.
  3. Nicht vorab waschen. Feuchtigkeit auf der Schale fördert Schimmel. Gewaschen wird direkt vor dem Gebrauch.
  4. Luftig und einzeln legen. In eine flache Schale oder einen Korb, möglichst so, dass sich die Früchte kaum berühren. Ein Blatt Küchenpapier oder Zeitungspapier darunter nimmt Feuchtigkeit auf.
  5. Kühl und dunkel stellen. Speisekammer, Keller oder kühler Flur. In der Küche nicht in die Sonne und nicht neben den Herd.
  6. Regelmäßig kontrollieren. Alle paar Tage wenden und nachsehen.

Im Kühlschrank kommen die Zitronen lose ins Gemüsefach, bei unbehandelten Früchten gern in eine Papiertüte oder locker in Küchenpapier gewickelt, damit Kondenswasser nicht auf der Schale steht. Eine geschlossene Plastiktüte ist ungünstig. Wo im Kühlschrank welche Temperatur herrscht, steht unter Kühlschrank richtig einräumen.

Legen Sie Zitronen nicht direkt neben Äpfel, Birnen oder reife Bananen. Deren Reifegas Ethylen lässt Zitrusfrüchte schneller altern; die Zusammenhänge erklärt Obst und Gemüse richtig lagern.

Angeschnittene Zitronen aufbewahren

Eine halbe Zitrone trocknet an der Schnittfläche schnell ein und nimmt im Kühlschrank Gerüche an. Legen Sie sie mit der Schnittfläche nach unten auf eine Untertasse oder in eine kleine Dose und stellen Sie sie in den Kühlschrank. So bleibt sie drei bis vier Tage brauchbar. Ist die Schnittfläche leicht angetrocknet, schneiden Sie eine dünne Scheibe ab. Zitronenscheiben und -spalten halten abgedeckt ein bis zwei Tage.

Frisch gepresster Saft gehört in ein kleines, verschlossenes Glas in den Kühlschrank. Er ist wegen der Säure recht stabil, verliert aber rasch an Frische und schmeckt nach zwei bis drei Tagen flach oder leicht bitter.

Saft, Schale und Scheiben einfrieren

Was Sie nicht in einigen Tagen verbrauchen, frieren Sie ein. Das lohnt sich besonders, wenn im Winter ein Netz günstig war oder ein Rezept nur die Schale verlangt.

  • Saft: auspressen, durch ein Sieb gießen und in eine Eiswürfelform füllen. Die gefrorenen Würfel in einen Gefrierbeutel umfüllen. Ein Würfel entspricht je nach Form etwa einem Esslöffel und lässt sich direkt in Tee, Soßen oder Wasser geben.
  • Schale: nur von unbehandelten Früchten. Vor dem Auspressen heiß waschen, trocknen, das Gelbe abreiben und flach in einem kleinen Beutel oder Döschen einfrieren. Sie lässt sich gefroren mit einem Löffel entnehmen.
  • Scheiben und Spalten: nebeneinander auf einem Brett vorfrieren, dann in einen Beutel geben. Sie eignen sich als Eiswürfelersatz in Getränken oder zum Mitgaren bei Fisch; aufgetaut sind sie weich.
  • Ganze Zitronen lassen sich ebenfalls einfrieren, werden beim Auftauen aber matschig. Für Saft taugen sie noch, zum Garnieren nicht.

Beschriften Sie Beutel und Dosen mit Inhalt und Datum. Nach einigen Monaten lässt das Aroma nach; die Grundregeln stehen unter Lebensmittel einfrieren.

Schimmel: die ganze Frucht weg, die Nachbarn prüfen

Schimmel an Zitronen beginnt meist als weicher, wässriger Fleck, auf dem ein weißer Flaum wächst, der später grün oder blaugrün und staubig wird. Diese Pilze breiten sich schnell aus. Die staubige Schicht besteht aus Sporen, die bei jeder Berührung auf die Nachbarfrüchte gelangen.

  • Die befallene Zitrone ganz wegwerfen, auch wenn nur eine kleine Stelle zu sehen ist. In dem saftigen Fruchtfleisch hat sich der Pilz meist schon weiter ausgebreitet. Auch den Saft nicht mehr verwenden. Näheres unter Verschimmelte Lebensmittel entsorgen.
  • Nicht daran riechen und nicht in der Küche hin- und herbewegen. Am besten gleich in eine Tüte geben und entsorgen.
  • Die Nachbarn prüfen. Früchte, die Kontakt hatten, gründlich abwaschen, abtrocknen und auf weiche Stellen untersuchen. Einwandfreie Früchte bald verbrauchen; ihre Schale reiben Sie dann besser nicht mehr ab.
  • Schale oder Korb auswaschen und trocknen, bevor neue Früchte hineinkommen.

Hart, fleckig, grün: was noch geht

  • Harte, ledrige Schale, leichte Frucht: Die Zitrone ist ausgetrocknet, aber nicht verdorben. Meist ist innen noch etwas Saft; rollen Sie die Frucht vor dem Pressen mit Druck über die Arbeitsfläche.
  • Grüne Stellen an der Schale: kein Zeichen von Unreife. Die Schale färbt sich erst bei kühlen Nächten gelb; innen kann die Frucht völlig reif sein.
  • Kleine braune, trockene Flecken oder Narben: Schönheitsfehler, innen ist die Frucht in Ordnung.
  • Weiche, eingefallene, wässrige Stellen: beginnende Fäulnis; nicht mehr verwenden.

Häufige Fragen

Wie lange halten Zitronen?

Kühl bei etwa 10–15 °C gelagert vier bis acht Wochen, im Gemüsefach des Kühlschranks etwa drei bis vier Wochen, in der warmen Küche etwa eine Woche. Unbehandelte Früchte liegen eher am unteren Ende dieser Spannen.

Gehören Zitronen in den Kühlschrank?

Wenn Sie keinen kühlen Vorratsraum haben und die Zitronen länger als eine Woche halten sollen, ja, und zwar ins Gemüsefach. Für wenige Tage genügt die Obstschale. Angeschnittene Zitronen gehören immer in den Kühlschrank.

Kann man Zitronen einfrieren?

Ja. Am praktischsten sind Saft in der Eiswürfelform und abgeriebene Schale unbehandelter Früchte. Scheiben und ganze Früchte lassen sich ebenfalls einfrieren, werden aber beim Auftauen weich.

Darf man eine Zitrone mit einer kleinen Schimmelstelle noch verwenden?

Nein. Zitronen sind saftig, und der Schimmel reicht tiefer als der sichtbare Fleck. Werfen Sie die Frucht ganz weg und prüfen Sie die Früchte, die daneben lagen.

Wie bekommt man mehr Saft aus einer Zitrone?

Zimmerwarme Zitronen geben mehr Saft als kalte. Nehmen Sie die Frucht rechtzeitig aus dem Kühlschrank und rollen Sie sie vor dem Aufschneiden mit kräftigem Druck über die Arbeitsfläche.