Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Fettflecken entfernen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Glaskaraffe mit Olivenöl neben Oliven auf dunklem Grund
Fett löst sich mit Spülmittel oder Gallseife, nicht mit Wasser allein
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum Fettflecken so hartnäckig sind
  2. Was Sie brauchen
  3. Fettflecken aus Kleidung in fünf Schritten
  4. Sonderfall Soße, Butter und Mayonnaise
  5. Eingetrocknete und alte Fettflecken
  6. Waschbenzin und andere Lösungsmittel
  7. Fett auf Sofa, Polster und Teppich
  8. Fettflecken auf Leder
  9. Fett auf Tapete, Holz und Stein
  10. Häufige Fragen

Fettflecken gehen heraus, wenn Sie in der richtigen Reihenfolge vorgehen: zuerst so viel Fett wie möglich aufsaugen, dann mit einem fettlösenden Mittel wie Spülmittel oder Gallseife behandeln und anschließend so warm waschen, wie das Pflegeetikett erlaubt. Auf Leder, Polster und Tapete, die nicht in die Maschine können, ziehen Stärke, Talkum oder Löschpapier das Fett heraus.

Warum Fettflecken so hartnäckig sind

Fett und Öl sind wasserabweisend. Kaltes Wasser perlt am Fleck ab oder verteilt ihn, statt ihn zu lösen. Dazu kommt, dass Öl in Fasern hineinkriecht: Ein kleiner Spritzer wird mit der Zeit größer und dunkler. Frisches Fett lässt sich noch aufsaugen, altes Fett ist tief eingezogen und oft oxidiert, dann bleibt ein gelblicher Rand.

Die gute Nachricht: Spülmittel ist genau für dieses Problem gemacht. Seine Tenside umhüllen Fetttröpfchen, sodass Wasser sie wegspülen kann.

Was Sie brauchen

  • Küchenpapier, Löschpapier oder ungefärbtes Papier
  • Speisestärke, Babypuder oder Talkum
  • Handspülmittel oder Gallseife
  • eine weiche Bürste oder alte Zahnbürste
  • für nicht waschbare Stoffe: Waschbenzin (nur mit Vorsicht, siehe unten)

Fettflecken aus Kleidung in fünf Schritten

  1. Aufsaugen. Überschüssiges Fett mit Küchenpapier abtupfen. Nicht reiben, sonst drücken Sie es tiefer hinein.
  2. Pulver aufstreuen. Speisestärke, Babypuder oder Talkum dick auf den Fleck geben, 15 bis 30 Minuten wirken lassen und ausbürsten. Das Pulver zieht das Fett aus den Fasern.
  3. Spülmittel einarbeiten. Einen Tropfen Handspülmittel oder angefeuchtete Gallseife auf den Fleck geben, mit den Fingern oder einer weichen Bürste einmassieren, 15 Minuten einwirken lassen.
  4. Warm ausspülen. Anders als bei Blut oder Milch darf das Wasser bei reinem Fett warm sein, denn Wärme macht Fett flüssiger.
  5. Waschen und kontrollieren. Bei der höchsten Temperatur laut Pflegeetikett mit Vollwaschmittel waschen. Vor dem Trockner prüfen: Sieht die Stelle im nassen Zustand dunkler aus, ist noch Fett drin.

Ein Tipp aus der Praxis: Fettflecken sind nass schlecht zu erkennen. Lassen Sie das Kleidungsstück an der Luft trocknen und halten Sie es gegen das Licht, bevor es in den Trockner kommt.

Sonderfall Soße, Butter und Mayonnaise

Viele Fettflecken sind gemischt. Bratensoße, Mayonnaise, Butter oder Sahne enthalten auch Eiweiß oder Stärke. Dann beginnen Sie mit kaltem Wasser, um das Eiweiß nicht gerinnen zu lassen, behandeln mit Gallseife oder Spülmittel vor und waschen erst danach warm. Bei farbigen Soßen wie Tomate oder Curry kommt noch der Farbstoff dazu, dazu mehr bei Tomatenflecken und Curryflecken.

Eingetrocknete und alte Fettflecken

Ein alter Fettfleck ist meist gelblich und hat einen scharfen Rand. So gehen Sie vor:

  1. Gallseife satt einarbeiten und über mehrere Stunden einwirken lassen, dabei feucht halten.
  2. In warmem Wasser mit Waschmittel einweichen, wenn der Stoff das verträgt.
  3. Waschen, bei weißer Baumwolle mit Fleckensalz.
  4. Wiederholen, statt zu stärkeren Mitteln zu greifen. Alte Fettflecken brauchen oft zwei Durchgänge.

Gallseife gibt es als Stück oder flüssig, in jeder Drogerie oder als flüssige Gallseife zum Vorbehandeln.

Waschbenzin und andere Lösungsmittel

Waschbenzin löst Fett zuverlässig, ist aber leicht entzündlich. Verwenden Sie es nur für Stoffe, die nicht gewaschen werden können, nur bei offenem Fenster, fern von Kerzen, Herd und Zigaretten und in kleinen Mengen. Auf ein helles Tuch geben und den Fleck von außen nach innen betupfen, darunter ein saugfähiges Tuch legen. Nie auf Acetat, Triacetat und manchen Beschichtungen, die sich darin lösen können. Vorher an einer verdeckten Stelle testen, danach gut auslüften lassen. Aceton ist für Fettflecken nicht nötig und löst Kunstfasern an.

Fett auf Sofa, Polster und Teppich

  1. Aufsaugen und Stärke oder Talkum aufstreuen, einige Stunden liegen lassen, absaugen.
  2. Spülmittellösung aus einem Teelöffel Spülmittel auf einen halben Liter lauwarmes Wasser mit einem hellen Tuch auftupfen.
  3. Klar nachtupfen, bis keine Seife mehr im Stoff ist, und trocknen lassen.

Bei Mikrofaser-Sofas lohnt ein Blick auf das Pflegeetikett: Manche Bezüge vertragen nur Lösungsmittel, keine Nässe. Mehr dazu im Beitrag Flecken vom Sofa entfernen. Für große Flächen hilft ein Polsterreinigungsgerät.

Fettflecken auf Leder

Glattleder saugt Fett ein, das Wasser allein nicht mehr herausholt. Frische Flecken sofort abtupfen und Talkum oder Speisestärke dick aufstreuen, über Nacht wirken lassen, vorsichtig abbürsten und wiederholen. Kein Spülmittel und keine Nässe auf Rau- oder Nubukleder. Bei Glattleder kann ein Lederreiniger nach Herstellerangabe helfen. Manchmal verteilt sich ein kleiner Fettfleck mit der Zeit im Leder und wird unsichtbar; ein großer, alter Fleck auf teurem Leder ist ein Fall für den Fachbetrieb.

Fett auf Tapete, Holz und Stein

Tapete: Löschpapier auf den Fleck legen und mit einem warmen, nicht heißen Bügeleisen ohne Dampf kurz darüberfahren. Das Papier saugt das geschmolzene Fett auf. Mehrmals mit frischem Papier wiederholen. Auf Vinyltapeten Vorsicht, die können sich verformen.

Unbehandeltes oder geöltes Holz: Talkum oder Stärke aufstreuen und einwirken lassen, dann mit etwas Spülmittelwasser nachwischen und trocknen lassen. Lackiertes Holz verträgt einfach ein feuchtes Tuch mit Spülmittel.

Naturstein: Öl zieht in Marmor und Granit ein und hinterlässt dunkle Flecken. Eine Paste aus Speisestärke oder Kreide und wenig Wasser auftragen, abdecken und einen Tag einziehen lassen. Die Paste zieht das Öl heraus. Keine Säuren verwenden.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich Fettflecken aus der Kleidung?

Zuerst Fett abtupfen und Stärke oder Babypuder aufstreuen, dann Spülmittel oder Gallseife einarbeiten, einwirken lassen und so warm waschen, wie das Etikett erlaubt. Vor dem Trockner kontrollieren.

Warum sieht man den Fettfleck erst nach dem Waschen?

Fett ist nass kaum von Wasser zu unterscheiden. Nach dem Trocknen hebt sich die Stelle dunkler ab. Erneut vorbehandeln und waschen, aber nicht in den Trockner geben, bevor der Fleck weg ist.

Warum riecht meine Wäsche fettig?

Oft liegt es an der Maschine: Wird dauerhaft nur kalt gewaschen, sammeln sich Fett- und Waschmittelreste, im Volksmund „Fettläuse“ genannt. Regelmäßig eine Wäsche bei 60 °C mit Vollwaschmittel waschen und Flusensieb und Einspülkasten reinigen hilft meist.

Hilft Backpulver gegen Fettflecken?

Backpulver oder Natron saugen etwas Fett auf, ähnlich wie Stärke, lösen es aber nicht. Als erster Schritt geht das, für die eigentliche Arbeit sind Spülmittel und Gallseife wirksamer. Mehr Anleitungen finden Sie in der Übersicht Flecken entfernen.

Was hilft gegen Fett auf Herd, Fliesen und Dunstabzug?

In der Küche ist warmes Wasser mit Spülmittel das Mittel der Wahl, bei festen Belägen etwas länger einwirken lassen. Natron als Paste hilft bei angetrockneten Spritzern auf Fliesen und Emaille, Metallfettfilter der Dunstabzugshaube dürfen meist in die Spülmaschine. Für den Backofen gibt es eigene Reiniger, dazu mehr bei Backofenspray. Stahlwolle hat auf Emaille und Edelstahl nichts zu suchen.