Wasserhärte bestimmen und was sie im Haushalt bedeutet

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Ihre Wasserhärte erfahren Sie am schnellsten beim örtlichen Wasserversorger: Er muss den Härtebereich veröffentlichen, meist steht er auf der Internetseite oder auf der Jahresabrechnung. Wer es für den eigenen Wasserhahn genau wissen will, nimmt einen Teststreifen, der das Ergebnis in etwa einer Minute anzeigt. Den Wert brauchen Sie für die Waschmitteldosierung, die Einstellung von Spülmaschine und Kaffeevollautomat und um abzuschätzen, wie oft Sie entkalken sollten.
Was Wasserhärte eigentlich ist
Leitungswasser nimmt auf seinem Weg durch Boden und Gestein Mineralien auf, vor allem Calcium und Magnesium. Die Summe dieser Härtebildner ergibt die Wasserhärte. Kommt das Wasser aus Kalkstein- oder Gipsgebieten, ist es hart; stammt es aus Talsperren oder Granit- und Sandsteinregionen, ist es meist weich. Deshalb unterscheidet sich die Härte in Deutschland von Region zu Region deutlich, manchmal sogar zwischen zwei Stadtteilen, die von verschiedenen Wasserwerken versorgt werden.
Sichtbar wird die Härte als Kalk: Beim Erhitzen fällt ein Teil der gelösten Mineralien als fester Belag aus, und wo Wassertropfen verdunsten, bleiben weiße Ränder zurück. Wie das zusammenhängt und was dagegen hilft, erklärt der Beitrag Entkalken.
Die Einheiten: °dH und Millimol
In Deutschland wird die Härte traditionell in Grad deutscher Härte angegeben, abgekürzt °dH. Offiziell verwendet das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz die Einheit Millimol Calciumcarbonat je Liter. Umrechnen ist einfach: 1 Millimol je Liter entspricht etwa 5,6 °dH. Französische Härtegrade (°fH), die auf manchen importierten Geräten stehen, sind kleiner; 1 °dH entspricht etwa 1,8 °fH.
| Härtebereich | Millimol je Liter | Grad deutscher Härte | Was das im Alltag heißt |
| weich | unter 1,5 | unter 8,4 °dH | wenig Kalk, Waschmittel nach der niedrigsten Stufe dosieren |
| mittel | 1,5–2,5 | 8,4–14 °dH | Geräte regelmäßig entkalken, Waschmittel nach der mittleren Stufe |
| hart | über 2,5 | über 14 °dH | viel Kalk, häufig entkalken, Waschmittel nach der höchsten Stufe |
Früher gab es vier Härtebereiche, die mit Zahlen von 1 bis 4 bezeichnet wurden. Auf älteren Waschmittelpackungen und in alten Geräteanleitungen tauchen sie noch auf. Heute gelten die drei Bereiche weich, mittel und hart.
Weg 1: beim Wasserversorger nachsehen
Wasserversorger sind gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden den Härtebereich mindestens einmal im Jahr mitzuteilen. So kommen Sie an die Angabe:
- Internetseite des Versorgers. Die meisten Stadtwerke haben eine Seite zur Trinkwasserqualität, oft mit einer Suche nach Postleitzahl oder Straße. Dort stehen Härtebereich und meist auch der genaue Wert in °dH.
- Jahresabrechnung. Auf der Wasser- oder Nebenkostenabrechnung ist der Härtebereich häufig aufgedruckt.
- Anrufen. Der Kundenservice nennt Ihnen den Wert für Ihre Adresse. Mieter, die ihre Abrechnung über den Vermieter bekommen, fragen dort nach dem Versorger.
Die Angabe des Versorgers ist ein Durchschnitt für ein Versorgungsgebiet. Wird Ihr Stadtteil aus mehreren Brunnen oder Wasserwerken gespeist, kann die Härte übers Jahr schwanken. Für die Einstellung von Geräten reicht der veröffentlichte Wert trotzdem in aller Regel aus.
Weg 2: selbst messen mit Teststreifen
Teststreifen liegen vielen Spülmaschinen und Kaffeevollautomaten bei und sind in Drogerien, Baumärkten und online erhältlich. Sie messen die Gesamthärte direkt am eigenen Wasserhahn.
- Wasser laufen lassen. Kaltes Wasser einige Sekunden laufen lassen, damit kein abgestandenes Wasser aus der Leitung im Glas landet.
- Streifen eintauchen. Den Streifen kurz ins Wasser halten, meist eine Sekunde, und dann abschütteln.
- Warten. Die in der Anleitung genannte Zeit abwarten, meist eine Minute.
- Ablesen. Die Zahl der verfärbten Felder oder die Farbe mit der Skala auf der Packung vergleichen.
Teststreifen sind nicht sehr genau, sie zeigen eine Stufe oder einen Bereich an, keinen exakten Wert. Für die Geräteeinstellung genügt das. Genauer sind Tropftests aus dem Aquarien- oder Laborbedarf, bei denen Sie Tropfen zählen, bis sich die Probe verfärbt. Die Vorstellung, man könne die Wasserhärte am Geschmack oder am Seifenschaum zuverlässig erkennen, ist dagegen allenfalls eine grobe Tendenz.
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Wofür Sie die Wasserhärte brauchen
- Waschmittel dosieren. Auf jeder Packung steht die Dosierung je Härtebereich. Bei weichem Wasser reicht deutlich weniger Waschmittel als bei hartem; wer immer die höchste Stufe nimmt, verschwendet Geld und belastet das Abwasser. Mehr dazu unter Waschmittel richtig dosieren.
- Spülmaschine einstellen. Die meisten Geschirrspüler haben eine eingebaute Enthärtungsanlage, die mit Regeneriersalz arbeitet. Sie müssen die Härte einmalig im Menü einstellen, dann stimmt der Salzverbrauch. Ab welcher Härte Salz nötig ist, legt der Hersteller fest; die Angabe steht in der Anleitung.
- Kaffeevollautomat und Kaffeemaschine. Auch hier sorgt die richtige Einstellung dafür, dass das Gerät rechtzeitig zum Entkalken auffordert. Bei hartem Wasser verkalken Filtermaschinen und Wasserkocher schnell; mehr unter Kaffeemaschine entkalken.
- Entkalken planen. Wer hartes Wasser hat, entkalkt Wasserkocher, Duschkopf und Perlator häufiger und wischt Glas und Armaturen nach dem Duschen trocken.
- Waschmaschine. Eine eigene Enthärtung hat sie nicht, das Waschmittel übernimmt die Aufgabe. Separate Entkalker sind bei richtiger Dosierung selten nötig; siehe Waschmaschine entkalken.
Hartes Wasser: ungesund oder nur lästig?
Hartes Wasser ist nicht gesundheitsschädlich. Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe, die der Körper braucht, und Trinkwasser wird in Deutschland unabhängig von seiner Härte streng überwacht. Die Trinkwasserverordnung legt deshalb auch keinen Höchstwert für die Härte fest. Hartes Wasser ist ein Problem für Geräte, Armaturen und den Geschmack von Tee, nicht für die Gesundheit. Schwarzer und grüner Tee bekommen bei hartem Wasser manchmal einen matten Film und schmecken flacher; ein Tischwasserfilter kann dabei helfen, muss aber regelmäßig gewechselt werden, damit sich im Filter keine Keime vermehren.
Lohnt sich ein Wasserenthärter im Haus?
Zentrale Enthärtungsanlagen, meist Ionentauscher, werden hinter der Wasseruhr eingebaut und ersetzen einen Teil von Calcium und Magnesium durch Natrium. Bei sehr hartem Wasser schützen sie Leitungen, Warmwasserbereiter und Geräte. Sie kosten aber Anschaffung, Salz und Wartung, und schlecht gewartete Anlagen können selbst zum Hygieneproblem werden. Der Einbau gehört in die Hand eines Installateurs, in Mietwohnungen entscheidet der Vermieter. Für die meisten Haushalte mit mittlerem oder mäßig hartem Wasser genügen richtig eingestellte Geräte und regelmäßiges Entkalken.
Häufige Fragen
Wie finde ich die Wasserhärte für meine Adresse heraus?
Auf der Internetseite Ihres Wasserversorgers, meist der Stadtwerke, gibt es in der Regel eine Suche nach Postleitzahl oder Straße. Alternativ steht der Härtebereich auf der Jahresabrechnung, oder Sie rufen den Kundenservice an.
Was bedeutet 1 °dH?
Ein Grad deutscher Härte entspricht 10 Milligramm Calciumoxid je Liter Wasser. Es ist eine historische, in Deutschland aber weiterhin übliche Einheit. 5,6 °dH entsprechen etwa 1 Millimol je Liter.
Wie genau sind Teststreifen?
Sie zeigen einen Bereich an, keinen exakten Wert, und die Farbe lässt sich nicht immer eindeutig ablesen. Für die Einstellung von Spülmaschine und Kaffeevollautomat reicht das. Wer genauere Werte braucht, nimmt einen Tropftest oder die Angabe des Versorgers.
Muss ich bei weichem Wasser Salz in die Spülmaschine füllen?
Das hängt vom Gerät ab. Viele Hersteller geben an, dass bei sehr weichem Wasser kein Salz nötig ist, und die Enthärtung lässt sich dann abschalten. Stellen Sie die Härte im Gerät ein und folgen Sie der Anleitung.
Ist weiches Wasser besser?
Für Geräte, Waschmittelverbrauch und Tee ja. Gesundheitlich macht es keinen Unterschied. Bei sehr weichem Wasser schäumt Seife stärker und lässt sich schwerer abspülen; das ist aber eine Frage der Gewohnheit, nicht der Qualität.



