Umzug-Checkliste: was wann zu erledigen ist

Inhalt9 Abschnitte
Diese Umzug-Checkliste ordnet alles, was zu erledigen ist, nach dem Zeitpunkt: drei Monate vorher die Verträge, sechs Wochen vorher die Organisation, zwei Wochen vorher das Packen, dann der Umzugstag und die Formalitäten danach. Wer die Liste von oben nach unten abarbeitet, hat am Umzugstag nur noch zu tragen.
Der Zeitplan im Überblick
| Zeitpunkt | Schwerpunkt | Das Wichtigste |
| etwa 3 Monate vorher | Verträge und Termine | alte Wohnung kündigen, Umzugstermin festlegen, Urlaub beantragen |
| etwa 6 Wochen vorher | Organisation | Transporter oder Firma buchen, Helfer fragen, ausmisten, Internet beauftragen |
| etwa 2 Wochen vorher | Packen und Ummelden | Kartons packen, Nachsendeauftrag, Adresse mitteilen, Halteverbot klären |
| Umzugstag | Transport | Zählerstände, Wege schützen, schwere Teile zuerst |
| die ersten Wochen danach | Formalitäten | Wohnsitz anmelden, alte Wohnung übergeben, Kaution und Abrechnung |
Etwa drei Monate vorher: Verträge und Termine
- Alte Wohnung kündigen. Schriftlich, mit Unterschrift aller Mieter, und so, dass Sie den Zugang nachweisen können. Welche Frist gilt, steht in Ihrem Mietvertrag; bei unbefristeten Verträgen sind es für Mieter in der Regel drei Monate. Bei Unsicherheit berät der Mieterverein.
- Neuen Mietvertrag prüfen und unterschreiben, bevor Sie den alten kündigen – nicht umgekehrt.
- Umzugstermin festlegen und mit dem Einzugstermin der neuen Wohnung abstimmen. Ein paar Tage Überschneidung erleichtern Renovierung und Übergabe.
- Urlaub beantragen. Ob es für den Umzug einen freien Tag gibt, regeln Arbeits- oder Tarifvertrag; fragen Sie beim Arbeitgeber nach.
- Renovierung klären. Lesen Sie im Mietvertrag nach, was beim Auszug verlangt wird, und stimmen Sie größere Arbeiten mit dem Vermieter ab.
- Kinder ummelden: Kita- und Schulplatz am neuen Wohnort frühzeitig anfragen.
- Angebote einholen, wenn eine Umzugsfirma kommen soll – am besten nach einer Besichtigung und als schriftliches Angebot mit festem Preis.
- Belege sammeln. Die Kosten eines beruflich bedingten Umzugs lassen sich unter Umständen steuerlich geltend machen; heben Sie alle Rechnungen auf.
Etwa sechs Wochen vorher: organisieren und ausmisten
- Transporter oder Umzugsfirma verbindlich buchen. Monatsenden und Wochenenden sind früh vergeben.
- Helfer fragen und den Termin fest zusagen lassen. Planen Sie lieber eine Person mehr ein.
- Ausmisten. Alles, was nicht mitkommt, muss weder verpackt noch getragen werden. Gehen Sie Raum für Raum vor und vergessen Sie Keller und Dachboden nicht; Hilfen dazu stehen unter Ausmisten: Tipps.
- Sperrmüll anmelden. Die Wartezeit auf einen Abholtermin kann mehrere Wochen betragen. Wie die Anmeldung läuft, lesen Sie unter Sperrmüll.
- Internet und Telefon ummelden oder neu beauftragen. Bis der Anschluss in der neuen Wohnung geschaltet ist, können Wochen vergehen.
- Strom und Gas regeln. Teilen Sie dem Versorger den Umzug mit oder schließen Sie für die neue Adresse einen Vertrag ab. Wasser und Heizung laufen in Mietwohnungen meist über den Vermieter.
- Packmaterial besorgen: Kartons, Packpapier, Klebeband, Decken, Müllsäcke, dicke Stifte.
- Neue Wohnung ausmessen: Türbreiten, Treppenhaus, Stellflächen für Schrank, Sofa und Waschmaschine. Was nicht durch die Tür passt, sollte das vor dem Umzugstag auffallen.
Etwa zwei Wochen vorher: packen und Bescheid geben
- Kartons packen, beginnend mit dem, was Sie am wenigsten brauchen: Bücher, Deko, Saisonkleidung, Keller. Wie schwer ein Karton sein darf und wie Geschirr heil ankommt, steht unter Umzugskartons packen.
- Jeden Karton beschriften – mit dem Zielraum in der neuen Wohnung, an der Seite, nicht auf dem Deckel.
- Nachsendeauftrag stellen. Die Post leitet Sendungen an die alte Adresse gegen Gebühr für einen festen Zeitraum weiter. Der Auftrag braucht einige Tage Vorlauf.
- Adresse mitteilen: Arbeitgeber, Bank, Krankenkasse, Versicherungen, Rentenversicherung, Finanzamt, Mobilfunkanbieter, Abonnements, Vereine, Ärzte, Online-Händler.
- Halteverbotszone klären. Ist vor einer der beiden Wohnungen kein Platz für den Transporter, können Sie bei der Stadt oder Gemeinde eine befristete Halteverbotszone beantragen. Vorlauf und Gebühren unterscheiden sich von Ort zu Ort; erkundigen Sie sich früh.
- Vorräte aufbrauchen und das Gefrierfach leeren und abtauen.
- Geräte vorbereiten. Die Waschmaschine braucht ihre Transportsicherung, Schläuche müssen entleert sein: Waschmaschine transportieren. Was beim Kühlschrank zu beachten ist – rechtzeitig abtauen, möglichst aufrecht tragen, nach dem Aufstellen warten –, steht unter Kühlschrank transportieren.
- Möbel abbauen, die zerlegt werden müssen. Schrauben und Beschläge kommen in einen beschrifteten Beutel, der am Möbelteil festgeklebt wird.
- Übergabetermine vereinbaren – für die neue und für die alte Wohnung.
- Kinder und Haustiere für den Umzugstag bei Verwandten oder Freunden unterbringen.
Die letzten Tage vor dem Umzug
- Eine Tasche für den ersten Tag packen: Ausweise, Mietverträge, Schlüssel, Medikamente, Ladekabel, Toilettenpapier, Handtücher, Bettwäsche, Wasserkocher, etwas Geschirr. Sie fährt im eigenen Auto mit, nicht im Transporter.
- Werkzeugkiste bereitstellen: Schraubendreher, Inbusschlüssel, Zange, Cuttermesser, Zollstock, Taschenlampe, Leuchtmittel.
- Verpflegung für die Helfer einkaufen: Getränke, belegte Brote, etwas Warmes für den Abend.
- Treppenhaus und Böden schützen, wenn empfindliche Beläge auf dem Weg liegen: Malervlies oder alte Decken auslegen.
- Lampen abnehmen. Arbeiten Sie nur bei ausgeschalteter Sicherung und lassen Sie eine Baufassung hängen, damit die Wohnung nicht im Dunkeln übergeben wird.
Am Umzugstag
- Früh anfangen und den Transporter so nah wie möglich an die Haustür stellen.
- Zählerstände ablesen und fotografieren – Strom, Gas, Wasser, Heizung – in der alten Wohnung beim Auszug und in der neuen beim Einzug.
- Einen Menschen einteilen, der nur ansagt: was als Nächstes hinausgeht und in welchen Raum es in der neuen Wohnung gehört.
- Richtig laden. Schwere Möbel und Geräte zuerst und an die Stirnwand, Kartons dazwischen, Leichtes und Zerbrechliches obenauf. Alles mit Gurten sichern.
- In der neuen Wohnung zuerst die großen Möbel stellen, dann die Kartons in die beschrifteten Räume verteilen.
- Zum Schluss durch die alte Wohnung gehen: Schränke, Keller, Dachboden, Briefkasten, Balkon. Fenster schließen, Wasserhähne zudrehen, Licht aus.
- Betten zuerst aufbauen. Alles andere kann bis morgen warten.
In den ersten Wochen danach
- Wohnsitz anmelden. Nach dem Bundesmeldegesetz müssen Sie sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde am neuen Wohnort anmelden. Mitzubringen sind der Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung, die der Vermieter ausstellen muss. Eine gesonderte Abmeldung am alten Wohnort ist bei einem Umzug innerhalb Deutschlands nicht nötig. Viele Ämter vergeben Termine nur mit Vorlauf – buchen Sie rechtzeitig.
- Auto ummelden. Die neue Anschrift ist der Zulassungsbehörde unverzüglich mitzuteilen. Ob Sie das bisherige Kennzeichen behalten können, erfahren Sie dort.
- Rundfunkbeitrag: die neue Adresse selbst beim Beitragsservice melden.
- Alte Wohnung reinigen und übergeben. Was „besenrein“ bedeutet und in welcher Reihenfolge Sie putzen, steht unter Endreinigung beim Auszug. Bei der Übergabe halten Sie Zustand, Zählerstände und Schlüsselzahl schriftlich fest; was hineingehört, lesen Sie unter Wohnungsübergabeprotokoll.
- Namensschilder anbringen an Klingel und Briefkasten, sonst kommt trotz Nachsendeauftrag nichts an.
- Kaution und Nebenkostenabrechnung im Blick behalten. Der Vermieter darf die Kaution für eine angemessene Prüffrist zurückhalten; in der Regel sind das einige Monate. Die letzte Nebenkostenabrechnung kommt oft erst im Folgejahr – teilen Sie dem alten Vermieter deshalb Ihre neue Adresse mit.
- Daueraufträge anpassen: Miete, Strom, Internet.
Typische Fehler beim Umzug
- Zu spät gekündigt oder gebucht. Dann zahlen Sie doppelte Miete oder bekommen keinen Transporter mehr.
- Zu wenig ausgemistet. Jeder Karton mit Dingen, die Sie nicht mehr brauchen, kostet Zeit, Kraft und Platz.
- Zählerstände vergessen. Ohne Foto vom Zähler lässt sich später kaum klären, wer welchen Verbrauch zahlt.
- Kein Protokoll bei der Übergabe. Mündliche Zusagen helfen im Streit um die Kaution nicht weiter.
Häufige Fragen
Wann sollte man mit der Planung eines Umzugs anfangen?
Etwa drei Monate vorher, weil dann meist die Kündigung der alten Wohnung fällig ist. Für Umzugsfirma, Transporter und Internetanschluss sind sechs Wochen Vorlauf sinnvoll.
Wie lange habe ich Zeit, mich nach dem Umzug umzumelden?
Zwei Wochen nach dem Einzug. So schreibt es das Bundesmeldegesetz vor; wer die Frist versäumt, riskiert ein Bußgeld. Bekommen Sie nicht rechtzeitig einen Termin, lassen Sie sich die Terminbuchung bestätigen.
Was ist die Wohnungsgeberbestätigung?
Ein Formular, mit dem der Vermieter – oder bei Untermiete der Hauptmieter – den Einzug bestätigt. Sie legen es bei der Anmeldung vor. Der Vermieter ist verpflichtet, es auszustellen; der Mietvertrag allein genügt nicht.
Wem muss ich meine neue Adresse mitteilen?
Meldebehörde, Arbeitgeber, Bank, Krankenkasse, Versicherungen, Finanzamt, Zulassungsbehörde, Beitragsservice, Energieversorger, Telefon- und Internetanbieter sowie Abonnements und Vereinen. Ein Nachsendeauftrag fängt auf, was Sie vergessen haben.
Brauche ich eine Umzugsfirma oder schaffe ich es selbst?
Das hängt von Menge, Stockwerk, Entfernung und Helfern ab. Bei schweren Möbeln, weiten Strecken oder wenig Zeit lohnt ein Angebot; viele Firmen übernehmen auch nur Teilleistungen wie das Tragen.



