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Ausmisten: Methoden, mit denen man wirklich fertig wird

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Karton voller ungeordneter Haushaltsgegenstände
Ausmisten gelingt leichter in kleinen Etappen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Vor dem Anfang: klein planen und den Abtransport klären
  2. Die Vier-Kisten-Methode
  3. Raum für Raum oder Kategorie für Kategorie?
  4. Die 12-Monats-Frage
  5. Der Kleiderbügel-Trick
  6. Wohin mit den Sachen?
  7. Typische Fehler
  8. Damit es nicht wieder voll wird
  9. Häufige Fragen

Ausmisten gelingt, wenn Sie drei Dinge beachten: kleine Abschnitte wählen, bei jedem Gegenstand sofort entscheiden und das Aussortierte noch in derselben Woche aus dem Haus bringen. Welche Methode Sie dabei nutzen, ist zweitrangig – die folgenden vier haben unterschiedliche Stärken und lassen sich gut kombinieren. Die meisten Aufräumaktionen scheitern nicht am Sortieren, sondern daran, dass sie zu groß angelegt sind und die Säcke am Ende wochenlang im Flur stehen.

Vor dem Anfang: klein planen und den Abtransport klären

  • Abschnitt festlegen. Nicht „das Arbeitszimmer“, sondern „die beiden unteren Regalfächer“. Ein Abschnitt sollte in ein bis zwei Stunden zu schaffen sein.
  • Zeitfenster setzen. Stellen Sie einen Wecker. Wenn er klingelt, wird nicht weitergeräumt, sondern aufgeräumt.
  • Behälter bereitstellen. Kartons, Wäschekörbe oder Säcke, dazu Müllbeutel, ein Stift und Klebezettel zum Beschriften.
  • Entsorgung vorab klären. Wann hat der Wertstoffhof geöffnet, wo steht der nächste Altkleidercontainer, wann kommt der Sperrmüll? Wer das vorher weiß, wird die Sachen auch los.
  • Nicht vorher einkaufen. Körbe, Boxen und Regaleinsätze kaufen Sie erst, wenn feststeht, was bleibt.

Die Vier-Kisten-Methode

Sie stellen vier Behälter auf und nehmen jeden Gegenstand genau einmal in die Hand. Er wandert in einen der vier – einen fünften Stapel „später entscheiden“ gibt es nicht.

  1. Behalten. Was Sie benutzen oder was Ihnen wirklich etwas bedeutet. Diese Dinge bekommen am Ende einen festen Platz.
  2. Weitergeben. Was heil und brauchbar ist, aber nicht mehr von Ihnen gebraucht wird: verschenken, spenden, verkaufen.
  3. Entsorgen. Kaputtes, Unvollständiges, Abgelaufenes.
  4. Aufheben auf Zeit. Die Kiste für Zweifelsfälle. Sie wird zugeklebt, mit dem Datum beschriftet und weggestellt. Was Sie nach einem halben Jahr nicht herausgeholt haben, geben Sie weiter.

Die vierte Kiste ist der Kern der Methode, weil sie das Zögern auffängt, ohne die Arbeit zu stoppen. Sie darf aber die kleinste der vier bleiben; wird sie die größte, haben Sie nur umgeräumt.

Raum für Raum oder Kategorie für Kategorie?

Es gibt zwei Wege durch die Wohnung. Beim ersten nehmen Sie sich einen Raum oder ein Möbelstück vor, beim zweiten eine Art von Gegenständen, die Sie aus der ganzen Wohnung zusammentragen: alle Bücher, alle Jacken, alle Kabel.

 Raum für RaumKategorie für Kategorie
Vorgehenein Schrank, ein Regal, ein Zimmer nach dem anderenalles einer Art an einem Ort sammeln, dann entscheiden
Vorteilschnell sichtbares Ergebnis, gut in kurzen EtappenDoppeltes fällt auf, man sieht die ganze Menge
NachteilGleiches bleibt über die Wohnung verstreutbraucht Platz und Zeit am Stück, zwischendurch Unordnung
Geeignet fürEinsteiger, wenig Zeit, Küche, Bad, FlurKleidung, Bücher, Papiere, Werkzeug, Spielzeug

In der Praxis bewährt sich eine Mischung: Küche, Bad und Flur gehen Sie räumlich durch, weil dort ohnehin fast alles an einem Ort liegt. Kleidung, Bücher und Papiere sortieren Sie nach Kategorie. Beginnen Sie mit etwas Leichtem, an dem kein Herz hängt – dem Badschrank oder der Krimskrams-Schublade – und heben Sie Fotos, Briefe und Erbstücke für den Schluss auf.

Die 12-Monats-Frage

Die einfachste Entscheidungshilfe lautet: Habe ich das in den letzten zwölf Monaten benutzt? Ein Jahr umfasst alle Jahreszeiten und Anlässe, vom Wintermantel bis zum Raclette-Gerät. Was in dieser Zeit nicht ein einziges Mal gebraucht wurde, wird sehr wahrscheinlich auch im nächsten Jahr nicht gebraucht.

Ausnahmen sind erlaubt, sollten aber benannt werden: Werkzeug für Notfälle, Unterlagen mit Aufbewahrungsfrist, Dinge mit echtem Erinnerungswert. Bei allem anderen helfen Zusatzfragen: Würde ich es heute noch einmal kaufen? Habe ich etwas, das denselben Zweck erfüllt? Funktioniert es überhaupt noch? „Das war teuer“ und „Das könnte man noch einmal brauchen“ sind die beiden häufigsten Gründe, Dinge zu behalten, die niemand benutzt. Was Papiere angeht, steht unter Unterlagen aufbewahren, was wie lange bleiben muss.

Der Kleiderbügel-Trick

Bei Kleidung täuscht das Gedächtnis besonders. Der Trick macht die Nutzung sichtbar: Hängen Sie alle Bügel verkehrt herum auf die Stange, also mit der Hakenöffnung nach vorn. Was Sie getragen und gewaschen haben, kommt richtig herum zurück. Nach einigen Monaten oder einer Saison zeigen die noch verdreht hängenden Bügel, was Sie nicht anziehen.

Dasselbe Prinzip funktioniert außerhalb des Kleiderschranks: Küchenhelfer, Kosmetik oder Spielzeug kommen in eine Kiste mit Datum; nur was herausgeholt wird, bekommt wieder einen festen Platz. Wie Sie beim Schrank im Einzelnen vorgehen, steht unter Kleiderschrank ausmisten.

Wohin mit den Sachen?

Legen Sie für jede Kiste sofort den Weg fest und setzen Sie sich eine Frist von einer Woche.

  • Kleidung und Schuhe: Gut Erhaltenes in die Kleiderkammer, den Sozialladen oder den Container eines gemeinnützigen Sammlers; was wohin darf, erklärt Altkleider entsorgen.
  • Bücher, Geschirr, Spielzeug, Hausrat: Sozialkaufhäuser, öffentliche Bücherschränke, Verschenkbörsen im Internet oder in der Nachbarschaft.
  • Verkaufen: Lohnt sich bei Markenware, Möbeln, Technik und Kinderausstattung. Setzen Sie eine Frist: Was nach zwei bis drei Wochen nicht verkauft ist, wird gespendet.
  • Möbel und Sperriges: Für alles, was nicht in die Tonne passt, ist der Sperrmüll zuständig; die Regeln legt Ihre Kommune fest.
  • Elektrogeräte, Batterien, Farben, Chemikalien: nie in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder zur Schadstoffsammlung.
  • Keller und Dachboden: Dort sammelt sich das meiste an. Wie Sie abschnittsweise vorgehen, zeigt Keller entrümpeln.
  • Ganze Haushalte: Muss eine komplette Wohnung geräumt werden, etwa nach einem Todesfall, hilft der Beitrag zur Haushaltsauflösung.

Löschen Sie vor dem Weitergeben persönliche Daten von Handys, Rechnern und Speichermedien, und vernichten Sie Papiere mit Kontodaten oder Gesundheitsangaben, statt sie ins Altpapier zu geben.

Typische Fehler

  • Alles auf einmal herausreißen. Am Abend ist die Kraft weg und die Wohnung schlimmer als zuvor.
  • Erst Ordnungshelfer kaufen. Boxen lösen kein Mengenproblem, sie verstecken es.
  • Für andere entscheiden. Die Sachen von Partner und Kindern sortieren nur diese selbst oder gemeinsam mit Ihnen.
  • In Erinnerungen versinken. Fotoalben und Briefe kommen zuletzt dran, sonst endet der Nachmittag im Lesen.
  • Aussortiertes zwischenlagern. Was im Keller „für den Flohmarkt“ wartet, ist nicht ausgemistet.
  • Umverteilen statt trennen. Vom Schrank in den Keller ist kein Fortschritt.

Damit es nicht wieder voll wird

Die wirksamste Regel für danach ist „eins rein, eins raus“: Kommt ein neues Teil ins Haus, geht ein altes derselben Art. Eine feste Spendenkiste im Flur oder im Abstellraum nimmt laufend auf, was nicht mehr gebraucht wird; ist sie voll, wird sie weggebracht. Und jedes Ding braucht einen Platz – was keinen hat, liegt herum. Für die tägliche Ordnung reicht dann eine kurze Runde am Abend, wie sie unter Wohnung schnell aufräumen beschrieben ist.

Häufige Fragen

Wo fängt man beim Ausmisten am besten an?

Dort, wo die Entscheidungen leichtfallen und das Ergebnis schnell zu sehen ist: Badschrank, Flurkommode, eine Küchenschublade. Erinnerungsstücke, Fotos und geerbte Dinge kommen ganz zum Schluss.

Wie lange dauert es, eine Wohnung auszumisten?

Das hängt von der Menge ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Verlässlicher als ein großes Wochenende sind feste kurze Termine, etwa zweimal in der Woche eine Stunde, jeweils mit einem abgeschlossenen Abschnitt.

Was mache ich mit Dingen, an denen Erinnerungen hängen?

Behalten Sie eine begrenzte Auswahl, zum Beispiel eine Kiste je Person, und fotografieren Sie den Rest, bevor Sie ihn weitergeben. Geschenke dürfen gehen; der Zweck eines Geschenks ist mit dem Schenken erfüllt.

Wie überzeuge ich Mitbewohner oder die Familie?

Mit dem eigenen Beispiel und den gemeinsamen Flächen, nicht mit fremden Schränken. Kinder sortieren ihre Sachen selbst mit; Anregungen dazu finden Sie unter Kinderzimmer aufräumen.

Was ist, wenn ich etwas später doch vermisse?

Das kommt vor, aber seltener als befürchtet. Für Zweifelsfälle gibt es die vierte Kiste mit Datum: Was Sie in sechs Monaten nicht herausgeholt haben, hat Ihnen auch nicht gefehlt.