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Halogenofen

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Hähnchenkeulen aus einem Halogenofen
Hähnchenkeulen aus einem Halogenofen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Halogenofen funktioniert
  2. Halogenofen, Heißluftfritteuse, Minibackofen – der Unterschied
  3. Was man im Halogenofen zubereiten kann
  4. Vor- und Nachteile
  5. Ist ein Halogenofen gesundheitsschädlich?
  6. Worauf beim Kauf achten
  7. Ersatzteile und Reinigung
  8. Die Alternative: ein Minibackofen
  9. Häufige Fragen

Ein Halogenofen ist ein kleiner Umluftofen: eine hitzebeständige Glasschüssel, auf der ein Deckel mit Halogenlampe und Ventilator sitzt. Die Lampe strahlt Hitze ab, der Ventilator verteilt die heiße Luft. So lassen sich Hähnchenschenkel, Pommes, Gemüse oder ein kleiner Braten ohne Vorheizen garen. Er ist praktisch für kleine Haushalte und kleine Portionen – den großen Backofen ersetzt er nur, wenn man selten mehr als für zwei Personen kocht.

Wie ein Halogenofen funktioniert

Das Herzstück sitzt im Deckel: eine Halogenlampe, die innerhalb von Sekunden sehr heiß wird und Wärme vor allem als Strahlung abgibt, dazu ein Ventilator, der die Luft in der Schüssel umwälzt. Die Speisen liegen auf Gitterrosten in der Schüssel, meist einem niedrigen und einem hohen. Strahlungswärme von oben bräunt die Oberfläche, die bewegte Luft gart das Gargut rundum.

Typische Kenndaten laut Herstellerangaben:

  • Leistung: etwa 1.200–1.400 Watt
  • Volumen: meist 10–12 Liter, mit Erweiterungsring um 17 Liter
  • Temperatur: stufenlos bis etwa 250 °C
  • Timer: bis 60 Minuten, danach schaltet das Gerät ab

Der Erweiterungsring aus Metall wird zwischen Schüssel und Deckel gesetzt und macht den Garraum höher, etwa für ein ganzes Hähnchen. Weil die Schüssel aus Glas ist, sieht man das Essen die ganze Zeit, ohne den Deckel zu öffnen.

Halogenofen, Heißluftfritteuse, Minibackofen – der Unterschied

Die Begriffe werden im Handel gern durcheinandergeworfen. Halogenofen, Konvektionsofen und „Heißluftofen“ bezeichnen meist dasselbe Gerät mit Glasschüssel. Anders aufgebaut sind die Heißluftfritteuse und der Minibackofen.

HalogenofenHeißluftfritteuseMinibackofen (Tischofen)
HeizungHalogenlampe im Deckel plus VentilatorHeizspirale plus starkes GebläseHeizstäbe oben und unten, oft mit Umluft
GarraumGlasschüssel, rund, meist 10–17 lSchublade mit Korb, meist 3–10 lkleiner Backofen mit Tür, meist 10–45 l
Stärkenman sieht das Essen, Braten und GeflügelPommes und Paniertes besonders knusprigPizza, Aufläufe, Brötchen auf dem Blech
Schwächenheißer Deckel braucht Ablage, runde Formkleine Portionen, kaum für Kuchenbraucht mehr Stellfläche

Wer vor allem Pommes und Chicken Nuggets zubereitet, ist mit einer Heißluftfritteuse meist besser bedient. Wer backen möchte, mit dem Minibackofen.

Was man im Halogenofen zubereiten kann

Der Halogenofen kann garen, grillen, backen, auftauen und aufwärmen. Gut gelingen:

  • Geflügel, Hähnchenschenkel und kleine Braten, die knusprig werden sollen,
  • Ofengemüse und Kartoffelspalten mit wenig Öl,
  • Tiefkühlpommes und Kroketten,
  • kleine Aufläufe in einer ofenfesten Form, die in die Schüssel passt,
  • Brötchen aufbacken und Reste aufwärmen, ohne dass sie matschig werden wie in der Mikrowelle.

Manche Hersteller werben auch mit Dämpfen und Kochen. Das funktioniert nur eingeschränkt, etwa mit etwas Wasser in der Schüssel, und ist eher eine Notlösung. Kuchen gelingen in einer kleinen Form, werden aber wegen der starken Oberhitze leicht oben dunkel, bevor sie innen durch sind – Alufolie oben hilft.

Backofenrezepte lassen sich übertragen: In der Regel etwa 20 °C weniger als bei Ober- und Unterhitze einstellen und früher nachsehen, weil das Gargut näher an der Hitzequelle liegt.

Pommes aus einem Halogenofen
Pommes aus einem Halogenofen

Vor- und Nachteile

Dafür
  • heizt in wenigen Minuten auf, kein langes Vorheizen
  • bei kleinen Portionen sparsamer als ein großer Backofen
  • durch die Glasschüssel sieht man jederzeit den Garzustand
  • knusprige Ergebnisse mit wenig Fett
  • Schüssel und Roste leicht zu reinigen
  • günstig in der Anschaffung
Dagegen
  • kleiner, runder Garraum – kein Blech, keine Familienportion
  • der heiße Deckel braucht eine feste, hitzefeste Ablage
  • starke Oberhitze, Gargut muss oft gewendet werden
  • braucht Stellfläche und Stauraum
  • Halogenlampe kann ausfallen; Ersatz nicht für jedes Modell erhältlich

Die Energieersparnis ist real, aber an Bedingungen geknüpft: Sie entsteht, weil ein kleiner Raum schnell heiß ist und kein großer Ofen mitgeheizt werden muss. Wer im Halogenofen drei Durchgänge nacheinander gart, weil nicht alles hineinpasst, spart nichts. Werbeversprechen vom „drei- bis fünfmal effizienteren“ Garen sollten Sie mit Vorsicht lesen. Mehr zum Stromsparen in der Küche lesen Sie in unseren Tipps zum Energiesparen im Haushalt.

Ist ein Halogenofen gesundheitsschädlich?

Nein. Ein Halogenofen gart mit heißer Luft und Wärmestrahlung, wie ein Backofen mit Grill und Umluft. Es gibt keine Strahlung, die über normales Licht und Wärme hinausgeht. Die Behauptung aus der Werbung, das Garen im Halogenofen sei „bewiesenermaßen gesünder“, stimmt so allerdings auch nicht. Gesünder wird Essen dadurch, dass man weniger Fett verwendet – das geht im Halogenofen gut, aber ebenso im Backofen.

Worauf Sie achten sollten:

  • Nicht zu dunkel garen. Bei stärkehaltigen Lebensmitteln wie Pommes und Kartoffeln entsteht beim starken Bräunen Acrylamid. Die gängige Faustregel lautet: vergolden statt verkohlen.
  • Nicht in die Lampe starren. Die Halogenlampe ist sehr hell; durch den getönten Deckel ist das unproblematisch, bei geöffnetem Gerät ist sie aber meist ausgeschaltet.
  • Verbrennungsgefahr. Glasschüssel, Erweiterungsring und Deckel werden sehr heiß.

Achtung – beim Umgang mit dem Gerät gilt:

  • Den Deckel immer auf den mitgelieferten Ständer oder eine hitzefeste Unterlage legen, nie direkt auf eine Kunststoff- oder Holzfläche.
  • Das Gerät mit Abstand zu Wand, Hängeschrank und Vorhängen betreiben und nicht in einem Regal.
  • Die heiße Glasschüssel nicht auf eine kalte, nasse Fläche stellen und nicht mit kaltem Wasser abschrecken – Glas kann springen.
  • Kinder vom laufenden Gerät fernhalten und das Kabel so führen, dass niemand daran hängen bleibt.

Viele Geräte schalten nur ein, wenn der Griff am Deckel heruntergeklappt ist; so lässt sich der Deckel nicht im Betrieb abnehmen.

Worauf beim Kauf achten

  • Volumen: Mit Erweiterungsring um 17 Liter reicht es für ein kleines Hähnchen oder zwei Portionen Ofengemüse.
  • Temperatur und Timer: Stufenlos einstellbar bis 250 °C, Timer mit automatischer Abschaltung.
  • Deckelhalter: Ein Ständer oder ein Klappscharnier für den heißen Deckel ist Pflicht, nicht Zubehör.
  • Zubehör: Zwei Roste, Zange zum Herausheben, Erweiterungsring. Manche Geräte haben zusätzlich ein kleines Blech oder einen Dampfeinsatz.
  • Ersatzteile: Prüfen, ob Halogenlampe und Glasschüssel beim Hersteller nachbestellbar sind. Das ist bei No-Name-Geräten oft nicht der Fall; dann ist nach einem Lampenausfall das ganze Gerät unbrauchbar.
  • Sicherheitsschalter: Das Gerät sollte sich nur mit geschlossenem Deckel betreiben lassen.

Halogenöfen gehören zu den günstigen Küchengeräten und kosten meist zwischen 40 und 80 Euro.

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Ersatzteile und Reinigung

Ersatzteile wie Halogenlampe, Glasschüssel, Erweiterungsring oder Roste gibt es in der Regel beim Hersteller oder bei Ersatzteilhändlern, die nach Modellnummer sortieren. Die Nummer steht auf dem Typenschild am Deckel oder in der Bedienungsanleitung. Viele Teile sind nicht modellübergreifend kompatibel – vor dem Bestellen Durchmesser der Schüssel und Lampentyp vergleichen. Die Lampe selbst tauscht man nur bei gezogenem Netzstecker und abgekühltem Gerät, und nur, wenn die Anleitung das ausdrücklich vorsieht. Ist der Deckel selbst oder das Kabel beschädigt, gehört das Gerät nicht mehr an die Steckdose.

Die Reinigung ist einfach: Roste und Erweiterungsring in die Spüle oder, wenn erlaubt, in die Spülmaschine. Viele Geräte haben eine Reinigungsstufe: Man gibt etwas Wasser mit einem Tropfen Spülmittel in die Schüssel und lässt das Gerät bei niedriger Temperatur einige Minuten laufen, danach lässt sich Fett leicht auswischen. Den Deckel mit Lampe und Ventilator nie ins Wasser tauchen, sondern nur außen feucht abwischen.

Die Alternative: ein Minibackofen

Wer eher backen als braten möchte, sollte statt eines Halogenofens einen Minibackofen in Betracht ziehen, auch Tischofen oder Tischbackofen genannt. Er ist ein kleiner Backofen mit Tür, Heizstäben oben und unten, Rost und Blech – und damit das richtige Gerät für Pizza, Aufläufe, Brötchen und kleine Bleche.

Auswahl Tischöfen
Minibacköfen gibt es in vielen Größen und Ausstattungen

Die Größenklassen im Überblick:

  • Klein, 10–20 Liter, um 1.000–1.400 Watt: meist nur Ober- und Unterhitze und Timer; reicht für eine Person, eine Tiefkühlpizza, Aufbackbrötchen.
  • Mittel, 20–35 Liter, um 1.500 Watt: oft zusätzlich Umluft und Grill; für zwei bis drei Personen.
  • Groß, 35–45 Liter, bis etwa 2.000 Watt: Umluft, Drehspieß, teils Programme; kommt einem kleinen Einbaubackofen nahe.

Einige Geräte haben oben zusätzlich ein oder zwei Kochplatten („Mini-Küche“) und ersetzen damit in einer Studentenbude oder im Ferienhaus den Herd. Ein Minibackofen braucht mehr Stellfläche als ein Halogenofen und wird außen heiß: Er gehört auf eine stabile, hitzebeständige Fläche mit Abstand zur Wand, nie in ein Regal oder einen geschlossenen Schrank. Im Betrieb wird er nicht verschoben.

Ein normaler Einbaubackofen hat meist 65–80 Liter. Für eine Familie ist ein Minibackofen deshalb eine Ergänzung, kein Ersatz. Wer oft Pizza backt, findet bei Mikrowellen mit Pizzafunktion eine weitere platzsparende Lösung; für Flammkuchen gibt es den Flammkuchenofen.

Unsere Empfehlung: Für kleine Portionen Fleisch, Geflügel und Ofengemüse ist der Halogenofen ein günstiges, sparsames Zusatzgerät. Wer Pizza und Aufläufe backen will, nimmt einen Minibackofen, wer vor allem Pommes macht, eine Heißluftfritteuse. Weitere Geräte finden Sie in der Rubrik Küche.

Häufige Fragen

Was ist ein Halogenofen?

Ein kleines Tischgerät aus einer Glasschüssel und einem Deckel, in dem eine Halogenlampe als Heizstrahler und ein Ventilator sitzen. Es gart Speisen mit Strahlungswärme und Umluft, ähnlich wie ein Backofen mit Grill und Umluft, nur in kleinem Format.

Ist ein Halogenofen gesundheitsschädlich?

Nein. Er erzeugt Wärme und Licht, wie ein Backofengrill. Wie bei jedem Braten und Backen sollten stärkehaltige Lebensmittel nur goldgelb und nicht dunkelbraun gegart werden, um die Bildung von Acrylamid gering zu halten.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Halogenofen?

Vorteile sind die kurze Aufheizzeit, der geringere Energiebedarf bei kleinen Portionen und der Blick auf das Essen durch das Glas. Nachteile sind der kleine, runde Garraum, der heiße Deckel, der einen sicheren Ablageplatz braucht, und die oft schwierige Ersatzteilversorgung.

Wo bekomme ich Ersatzteile für den Halogenofen?

Beim Hersteller oder bei Ersatzteilhändlern, die nach Modellnummer suchen lassen. Die Nummer steht auf dem Typenschild am Deckel. Lampe und Schüssel vor dem Kauf nach Maß und Typ vergleichen, da viele Teile nicht zwischen Modellen passen.

Kann ein Halogenofen den Backofen ersetzen?

Für Single- und manche Zwei-Personen-Haushalte zum Teil, für Familien nicht. Blechkuchen, Pizza in normaler Größe und mehrere Portionen gleichzeitig passen nicht hinein. Als Zusatzgerät für kleine Mengen ist er dagegen gut geeignet.