Stinkwanzen im Haus: was hilft wirklich?

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Stinkwanzen im Haus sind lästig, aber harmlos. Sie kommen im Herbst herein, um zu überwintern, stechen keine Menschen und legen in der Wohnung keine Eier. Bringen Sie einzelne Tiere mit Glas und Papier nach draußen, saugen Sie größere Mengen mit einem Strumpf im Staubsaugerrohr ein und verschließen Sie danach die Wege, über die sie hereinkommen. Zerdrücken sollten Sie sie nicht – dann riecht es.
Welche Stinkwanzen ins Haus kommen
„Stinkwanze“ ist ein Sammelname für Baumwanzen, die bei Gefahr einen unangenehmen Geruch absondern. Zwei Arten sind in Wohnungen besonders häufig:
- Grüne Stinkwanze: heimisch, etwa 1–1,5 cm lang, im Sommer leuchtend grün. Im Herbst färbt sie sich bräunlich, was oft zu Verwechslungen führt. Sie lebt an Sträuchern und Bäumen und verirrt sich eher einzeln ins Haus.
- Marmorierte Baumwanze: stammt aus Ostasien und breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus, vor allem im Süden und Westen und in Städten. Sie ist etwa 1,5 cm lang, graubraun marmoriert, mit hell und dunkel gebänderten Fühlern und einem gescheckten Rand am Hinterleib. Sie sucht im Herbst gezielt Gebäude auf, oft in großer Zahl.
Beide saugen an Pflanzen. Die Marmorierte Baumwanze gilt im Obst- und Gemüsebau als Schädling; im Haus richtet sie keinen Schaden an. Nicht verwechseln sollte man Stinkwanzen mit Bettwanzen: Die sind viel kleiner, flach, rotbraun, leben verborgen im Bett und stechen nachts – ein ganz anderes Problem.
Warum Stinkwanzen ins Haus kommen
Stinkwanzen überwintern als erwachsene Tiere. Wenn es im September und Oktober kühler wird, suchen sie geschützte Spalten: unter Rinde, in Holzstapeln, in Mauerritzen – und eben in Häusern. Warme, sonnenbeschienene Fassaden ziehen sie besonders an. Hinein gelangen sie über:
- Fensterritzen und undichte Fensterrahmen
- Rollladenkästen und Gurtdurchführungen
- Lüftungsschlitze, Dunstabzugsöffnungen und Kabeldurchführungen
- offene Fenster, besonders an warmen Herbsttagen
- Wäsche, die draußen getrocknet wurde
Im Haus verkriechen sie sich hinter Vorhängen, in Rollladenkästen, auf dem Dachboden und hinter Möbeln. In beheizten Räumen werden sie an warmen Tagen wieder munter, laufen zum Licht und fliegen brummend gegen Lampen und Fenster. Vermehren können sie sich in der Wohnung nicht: Eier legen sie erst im Frühjahr, draußen, auf Pflanzen.
Stinkwanzen im Haus: was sofort hilft
- Nicht zerdrücken. Wer eine Wanze erschlägt oder zerquetscht, setzt ihren Geruchsstoff frei. Der riecht streng, fast nach Koriander oder verbranntem Gummi, und hält sich lange an Stoffen und Händen.
- Glas und Papier. Ein Glas über die Wanze stülpen, ein Blatt Papier darunterschieben, nach draußen tragen und freilassen. Die Tiere sind langsam und lassen sich gut einfangen.
- Viele Tiere absaugen. Einen Nylonstrumpf oder Feinstrumpf über das Ende des Staubsaugerrohrs ziehen, mit einem Gummiband sichern und ein Stück ins Rohr stecken. Die Wanzen landen im Strumpf, nicht im Beutel, und der Staubsauger riecht nicht. Den Strumpf danach zuknoten und draußen leeren oder entsorgen.
- Draußen aussetzen. Im Herbst und Winter setzen Sie die Tiere am besten an einen geschützten, unbeheizten Ort: an einen Holzstapel, eine Hecke, in einen Schuppen.
Warten Sie mit dem Freilassen nicht bis in den Frost, wenn es sich vermeiden lässt. Bei milder Witterung finden die Tiere draußen leichter ein Versteck.
Vorbeugen: Wege ins Haus schließen
Die wirksamste Maßnahme ist, die Wanzen gar nicht erst hereinzulassen.
- Fliegengitter: An Fenstern, die im Spätsommer und Herbst oft offen stehen, halten Fliegengitter für Fenster Stinkwanzen, Fliegen und Mücken gleichermaßen draußen. Klemm- und Spannrahmen lassen sich ohne Bohren anbringen.
- Ritzen abdichten: Spalten an Fensterrahmen, Rollladenkästen und Kabeldurchführungen mit Acryl, Silikon oder Dichtband schließen. Hilfreich ist ein Fensterdichtungsband, das zugleich gegen Zugluft wirkt.
- Lüftungsöffnungen sichern: Lüftungsgitter und Abluftöffnungen mit feinmaschigem Gitter versehen, soweit die Lüftung dadurch nicht behindert wird.
- Wäsche prüfen: Wäsche, die im Herbst draußen hing, vor dem Hereinholen kurz ausschütteln.
- Beleuchtung: Außenlampen an der Fassade ziehen im Herbst Insekten an. Ein bewegungsgesteuertes Licht oder warmweiße Leuchtmittel locken weniger an.
Den Zeitpunkt nicht verpassen: Abdichten wirkt am besten im Spätsommer, bevor die Tiere ihr Winterquartier suchen.
Was nicht hilft
Insektensprays im Wohnraum sind bei Stinkwanzen weder nötig noch sinnvoll. Die Tiere sind nicht schädlich, man erwischt nur die sichtbaren, und man verteilt ein Biozid dort, wo Menschen und Haustiere leben. Wer dennoch zu einem Mittel greift, nimmt nur ein zugelassenes Produkt, hält sich an die Gebrauchsanweisung und hält Kinder und Haustiere fern.
Duftstoffe wie Minzöl, Knoblauch oder Nelken werden häufig empfohlen. Eine verlässliche Wirkung ist nicht belegt, sie vertreiben die Tiere allenfalls kurz. Auch Ultraschallgeräte helfen nicht.
Wann Fachleute sinnvoll sind
Bei einzelnen oder einigen Dutzend Wanzen im Herbst kommen Sie mit Absaugen und Abdichten allein zurecht. Einen Schädlingsbekämpfer brauchen Sie in der Regel nur, wenn sich jedes Jahr sehr große Mengen auf dem Dachboden oder in Zwischendecken sammeln und Sie nicht an die Einschlupfstellen herankommen. Dann geht es vor allem um bauliches Abdichten, nicht um Gift. In Mietwohnungen sprechen Sie Rollladenkästen und undichte Fenster beim Vermieter an.
Weitere Ratgeber zu Krabbeltieren im Herbst finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge, etwa zu Marienkäfern im Haus oder dazu, wie Sie Spinnen fernhalten.
Häufige Fragen
Sind Stinkwanzen gefährlich?
Nein. Stinkwanzen stechen und beißen keine Menschen, übertragen keine Krankheiten und fressen keine Vorräte oder Textilien. Der Geruchsstoff kann auf empfindlicher Haut reizen; waschen Sie die Hände nach dem Anfassen.
Wie bekomme ich den Stinkwanzen-Geruch weg?
Frischluft und Zeit helfen am meisten. Hände mit Seife waschen, betroffene Textilien in die Wäsche geben, Flächen mit Spülmittelwasser abwischen. Hat ein Staubsaugerbeutel Wanzen geschluckt, wechseln Sie ihn am besten gleich.
Legen Stinkwanzen Eier in der Wohnung?
Nein. Sie überwintern im Haus nur und legen ihre Eier im Frühjahr draußen auf Pflanzen ab. Wer im Winter eine Wanze in der Wohnung sieht, hat es mit einem einzelnen Gast zu tun, nicht mit einer Brut.
Warum fliegen Stinkwanzen im Winter herum?
In beheizten Räumen wachen sie aus der Winterruhe auf, halten es für Frühling und suchen den Weg nach draußen – meist zum Fenster oder zur Lampe. Im Frühjahr verschwinden die übrigen Tiere von selbst, wenn man die Fenster öffnet.
Muss ich die Marmorierte Baumwanze melden?
Eine allgemeine Meldepflicht für Privatleute gibt es nicht. Manche Bundesländer und Pflanzenschutzdienste sammeln aber Fundmeldungen, um die Ausbreitung zu beobachten, weil die Art im Obst- und Gemüsebau Schäden anrichtet. Wer viele Tiere findet, kann beim Pflanzenschutzdienst seines Landes nachfragen, ob Meldungen erwünscht sind.
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