Marienkäfer im Haus: harmlos oder Plage?

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Marienkäfer im Haus sind keine Plage, sondern Wintergäste. Im Herbst suchen sie geschützte Spalten zum Überwintern und landen dabei an Fensterrahmen, in Rollladenkästen und auf dem Dachboden. Sie fressen dort nichts und vermehren sich nicht. Sammeln Sie sie behutsam ein, setzen Sie sie an einen kühlen, geschützten Ort draußen und dichten Sie die Einschlupfstellen ab – Gift braucht es nicht.
Warum Marienkäfer ins Haus kommen
Marienkäfer überwintern als erwachsene Käfer. Ab Ende September, an sonnigen Tagen nach den ersten kühlen Nächten, fliegen sie zu hellen, warmen Flächen und sammeln sich dort. Hauswände in der Sonne, helle Fensterrahmen und Dachvorsprünge sind ideal. Durch Ritzen, gekippte Fenster und Rollladenkästen geraten sie dann ins Innere.
Die Tiere orientieren sich dabei an Duftstoffen, die ihre Artgenossen hinterlassen. Das erklärt, warum sich an manchen Häusern jedes Jahr an derselben Stelle Dutzende oder Hunderte einfinden, während das Nachbarhaus verschont bleibt.
Im beheizten Wohnraum ist es ihnen eigentlich zu warm und zu trocken. Sie verbrauchen dort ihre Reserven, laufen unruhig umher und sterben oft vor dem Frühjahr. Wirklich geeignet sind kühle Orte: Dachboden, Schuppen, Garage, Keller mit Außenluft.
Heimisch oder asiatisch? So unterscheiden Sie
In Deutschland leben mehrere Dutzend Marienkäferarten. Im Haus begegnen Ihnen meist zwei:
| Siebenpunkt-Marienkäfer | Asiatischer Marienkäfer | |
| Herkunft | heimisch | aus Ostasien, früher zur Blattlausbekämpfung eingesetzt, seit den 2000er-Jahren in Deutschland verbreitet |
| Färbung | rot mit sieben schwarzen Punkten | sehr variabel: gelb, orange oder rot mit null bis vielen Punkten, oder schwarz mit roten Flecken |
| Halsschild | schwarz mit zwei weißen Flecken vorn | meist hell mit schwarzer Zeichnung, oft wie ein M oder W |
| Größe | etwa 6–8 mm | etwa 5–8 mm, wirkt etwas gewölbter |
| Im Haus | eher einzeln | oft in großen Gruppen |
Die Färbung allein ist beim Asiatischen Marienkäfer ein schlechtes Merkmal, weil sie so stark schwankt. Am verlässlichsten sind die helle Grundfarbe des Halsschilds mit der M- oder W-förmigen Zeichnung und die Neigung, sich in Scharen an Gebäuden zu sammeln.
Ist der Asiatische Marienkäfer gefährlich?
Nicht für Menschen. Er kann aber zwei unangenehme Dinge:
- Zwicken: Gelegentlich beißt er leicht in die Haut, wenn er auf dem Arm herumläuft. Das fühlt sich an wie ein kurzes Pieksen und ist harmlos.
- Gelbes Sekret: Bei Stress – etwa wenn man ihn drückt oder aufschreckt – gibt er aus den Beingelenken eine gelbliche Flüssigkeit ab. Sie riecht unangenehm und hinterlässt auf hellen Textilien, Vorhängen und Tapeten Flecken, die sich schwer entfernen lassen.
Deshalb gilt: nicht zerdrücken, nicht mit der Hand zusammenfegen, beim Einsammeln sanft vorgehen. Bei empfindlichen Menschen sind allergische Reaktionen auf die Käfer beschrieben, im Alltag aber selten.
Für die Natur ist der Asiatische Marienkäfer ein Problem, weil er heimische Marienkäferarten verdrängt. Das ist dennoch kein Grund, ihn im Haus mit Gift zu bekämpfen: Das Mittel trifft heimische und eingeführte Käfer gleichermaßen, und im Wohnraum haben Insektizide ohne Not nichts verloren.
Marienkäfer im Haus: so gehen Sie vor
- Einzelne Käfer umsetzen. Mit einem Blatt Papier oder einem Glas vorsichtig aufnehmen und nach draußen bringen.
- Größere Mengen absaugen. Einen Nylonstrumpf über das Staubsaugerrohr ziehen, mit einem Gummiband sichern und ein Stück ins Rohr drücken. Auf kleiner Stufe saugen, damit die Käfer unverletzt im Strumpf landen und nicht im Beutel.
- Ins Winterquartier bringen. Den Inhalt an einem kühlen, trockenen, geschützten Ort freilassen: im Gartenhaus, im Schuppen, unter einem Holzstapel, in einer dichten Hecke. Im Frost nicht einfach auf den offenen Rasen kippen.
- Ecken säubern. Die Stellen, an denen sich die Käfer gesammelt haben, mit Spülmittelwasser abwischen. Das entfernt die Duftmarken, die im nächsten Herbst neue Käfer anlocken.
- Flecken sofort behandeln. Frisches Sekret mit kaltem Wasser und etwas Gallseife auswaschen. Nicht heiß waschen, das setzt die Flecken eher fest. Allgemeine Tipps zu hartnäckigen Stellen stehen im Ratgeber Flecken entfernen.
Wer einzelne heimische Siebenpunkte im Blumentopf am Fenster überwintern sieht, kann sie auch dort lassen. Sie tun den Zimmerpflanzen nichts, eher im Gegenteil.
Vorbeugen: Wege ins Haus schließen
- Fliegengitter vor Fenstern, die im Herbst oft gekippt sind. Sie halten auch Stinkwanzen, Fliegen und Mücken fern.
- Ritzen abdichten an Fensterrahmen, Rollladenkästen und Kabeldurchführungen, am besten im August oder Anfang September, bevor die Käfer losfliegen. Ein Fensterdichtungsband schließt kleine Spalten und hilft gleichzeitig gegen Zugluft.
- Sammelstellen reinigen, damit die Duftmarken verschwinden.
- Fenster an sonnigen Herbsttagen geschlossen halten, vor allem zur Mittagszeit, wenn die Käfer am aktivsten fliegen.
Duftstoffe wie Lavendel oder Nelken, Kampfer oder Ultraschall werden oft empfohlen, eine zuverlässige Wirkung ist nicht belegt.
Wann Fachleute gefragt sind
Nur selten. Sammeln sich jedes Jahr sehr große Mengen in Zwischendecken oder auf einem schwer zugänglichen Dachboden, geht es um bauliches Abdichten, und dafür kann ein Handwerker oder Schädlingsbekämpfer sinnvoll sein. In Mietwohnungen gehört ein undichter Rollladenkasten zum Vermieter.
Ähnlich verhalten sich übrigens Stinkwanzen im Haus, die zur selben Zeit Winterquartiere suchen. Weitere Ratgeber finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge.
Häufige Fragen
Warum sind im Herbst so viele Marienkäfer im Haus?
Sie suchen gemeinsam ein Winterquartier und folgen dabei den Duftspuren ihrer Artgenossen. Warme, helle Fassaden und Fensterrahmen ziehen sie an. Große Schwärme sind in der Regel Asiatische Marienkäfer.
Vermehren sich Marienkäfer in der Wohnung?
Nein. Marienkäfer paaren sich und legen ihre Eier im Frühjahr draußen in der Nähe von Blattläusen, von denen die Larven leben. Im Haus finden sie keine Nahrung für Nachwuchs.
Was fressen Marienkäfer im Haus?
Nichts. Im Winterquartier zehren sie von ihren Reserven. In warmen Wohnräumen verbrauchen sie diese zu schnell und sterben oft – ein Grund, sie an einen kühlen Ort zu bringen.
Kann man Marienkäfer im Winter nach draußen bringen?
Ja, wenn Sie einen geschützten Ort wählen: einen Schuppen, eine Garage, einen Holzstapel oder eine dichte Hecke. Dort sind sie vor Nässe und Frost besser geschützt als im Freien, und die Kälte versetzt sie in die Winterruhe, die sie brauchen.
Beißen Marienkäfer?
Heimische Marienkäfer praktisch nie. Der Asiatische Marienkäfer zwickt gelegentlich, wenn er auf der Haut herumläuft, besonders im Herbst, wenn er Feuchtigkeit sucht. Das ist ein kurzes Pieksen ohne Folgen; die Stelle rötet sich allenfalls kurz. Wer empfindlich reagiert, wäscht die Stelle mit Wasser und Seife ab.
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