Bettwanzen erkennen und bekämpfen

Inhalt9 Abschnitte
Bettwanzen werden Sie in aller Regel nur mit einem Schädlingsbekämpfer los. Selbst können Sie viel vorbereiten: den Befall sicher erkennen, Bettwäsche und Kleidung bei 60 °C waschen oder einfrieren, gründlich saugen und verhindern, dass sich die Tiere in weitere Räume ausbreiten. Hausmittel und frei verkäufliche Sprays reichen gegen einen etablierten Befall fast nie.
Bettwanzen erkennen
Die Bettwanze ist ein flügelloses Insekt, das sich ausschließlich von Blut ernährt, vor allem von menschlichem. Erwachsene Tiere sind etwa 5–7 mm lang, flach, oval und rotbraun, in der Form an einen Apfelkern erinnernd. Nach einer Blutmahlzeit sind sie dicker und dunkler. Die Jungtiere, Nymphen genannt, sind kleiner und hell, fast durchsichtig.
Bettwanzen sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in unmittelbarer Nähe des Schlafplatzes. Typische Anzeichen:
- Kotspuren: kleine schwarze Punkte, wie mit einem feinen Filzstift getupft, an Matratzennähten, am Bettgestell, am Lattenrost, hinter dem Kopfteil.
- Blutflecken: kleine rostrote Flecken auf Laken und Kissenbezug, etwa von zerdrückten Tieren.
- Häutungsreste: helle, leere Hüllen in Ritzen.
- Die Tiere selbst: in Nähten, Falten, Schraublöchern, hinter Bildern, Fußleisten und Steckdosenabdeckungen.
- Geruch: bei starkem Befall ein süßlicher Geruch.
Suchen Sie mit einer hellen Taschenlampe und einer Lupe die Matratze rundum ab, besonders die Nähte und Ecken, dann das Bettgestell und alles, was im Umkreis von etwa zwei Metern steht.
Bettwanzenstiche
Bettwanzen stechen meist an unbedeckter Haut – an Armen, Beinen, Hals und Schultern. Oft liegen mehrere Stiche in einer Reihe oder Gruppe. Sie jucken, röten sich und können zu Quaddeln anschwellen, manchmal erst Tage später. Manche Menschen reagieren gar nicht, was die Entdeckung verzögert.
Stiche allein sind kein sicherer Beweis: Mücken, Flöhe und Milben verursachen ähnliche Bilder. Erst Kotspuren oder gefundene Tiere schaffen Gewissheit. Nicht kratzen, kühlen hilft gegen den Juckreiz. Wenn sich Stiche entzünden, großflächige Hautreaktionen auftreten oder der Juckreiz sehr stark ist, lassen Sie das ärztlich abklären. Nach heutigem Wissen übertragen Bettwanzen keine Krankheiten; belastend sind vor allem Juckreiz, Schlafmangel und die psychische Anspannung.
Wie Bettwanzen in die Wohnung kommen
Bettwanzen reisen mit. Sie verstecken sich in Koffern, Rucksäcken, Kleidung, gebrauchten Möbeln, Matratzen und Bilderrahmen. Häufige Quellen sind Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen, Nachtzüge und Käufe auf dem Flohmarkt oder über Kleinanzeigen. In Mehrfamilienhäusern wandern sie auch durch Wandritzen und Leitungsschächte von einer Wohnung in die nächste.
Mit Schmutz hat ein Befall nichts zu tun. Bettwanzen gibt es in Luxushotels ebenso wie in Studentenzimmern. Da sie viele Monate ohne Blutmahlzeit überleben können, bleiben sie auch in leerstehenden Räumen lange aktiv.
Was Sie sofort tun können
- Den Befall bestätigen. Kotspuren, Häutungsreste oder Tiere fotografieren und ein gefundenes Tier mit Klebeband sichern. Das hilft dem Schädlingsbekämpfer.
- Im eigenen Bett weiterschlafen. So unangenehm das ist: Wer aufs Sofa oder ins Kinderzimmer umzieht, trägt die Wanzen dorthin.
- Textilien in Beutel. Bettwäsche, Decken, Kissen, Kleidung aus dem Schlafzimmer in dicht verschlossene Plastiksäcke packen und erst an der Waschmaschine öffnen.
- Waschen bei 60 °C. Das tötet Wanzen und Eier zuverlässig, wie im Ratgeber Bettwäsche waschen beschrieben. Anschließend verträgt vieles zusätzlich den Trockner auf höchster Stufe für mindestens eine halbe Stunde.
- Einfrieren, was nicht in die Wäsche darf. Verschlossen bei –18 °C für mindestens drei Tage, besser eine Woche. Große Teile brauchen länger, bis sie durchgefroren sind.
- Saugen. Matratze, Bettgestell, Fußleisten und Ritzen mit der Fugendüse aussaugen, den Beutel sofort verschlossen in den Außenmüll geben.
- Nichts verschleppen. Keine Möbel, Matratzen oder Säcke aus dem Zimmer tragen, bevor der Fachbetrieb da war.
Warum es meist Fachleute braucht
Bettwanzen sitzen nicht nur in der Matratze, sondern in jeder Ritze rund ums Bett, in Möbeln, Steckdosen und hinter Leisten. Frei verkäufliche Sprays und Vernebler erreichen diese Verstecke kaum, und manche Bettwanzenpopulationen sind gegen verbreitete Wirkstoffe unempfindlich geworden. Falsch angewendet, vertreiben Sprays die Tiere außerdem in Nachbarräume.
Ein Schädlingsbekämpfer arbeitet in mehreren Durchgängen mit zugelassenen Mitteln, oft kombiniert mit Hitzebehandlung, bei der Räume oder Gegenstände über längere Zeit auf Temperaturen erhitzt werden, die Wanzen und Eier nicht überleben. Andere Verfahren sind Kälte, Kieselgur-Präparate oder Spürhunde zur Ortung. Rechnen Sie mit mehreren Terminen über einige Wochen. Vor der Behandlung bekommen Sie meist eine Liste, was vorzubereiten ist.
Wer selbst ein Mittel verwendet, greift nur zu zugelassenen oder gemeldeten Bioziden – erkennbar an der Nummer der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf der Packung – und hält sich genau an die Gebrauchsanweisung. Insektizide gehören nicht auf Matratzen und Kissen, auf denen Menschen schlafen, es sei denn, das Produkt ist ausdrücklich dafür vorgesehen. Kinder und Haustiere fernhalten.
Hausmittel gegen Bettwanzen
- Kieselgur: ein mineralisches Pulver, das die Schutzschicht der Insekten schädigt. Fachbetriebe setzen es ergänzend ein. In der Wohnung sparsam, nur in Ritzen und nicht offen verteilt; den feinen Staub nicht einatmen.
- Dampfreiniger: Heißer Dampf tötet Wanzen und Eier, die er direkt trifft, etwa in Matratzennähten. Er ersetzt keine Behandlung, ist aber eine sinnvolle Ergänzung.
- Bügeln: hilft nur bei Textilien, die man ohnehin waschen könnte.
- Lavendel, Teebaumöl, Essig: töten Bettwanzen nicht und halten sie nicht fern.
Eine befallene Matratze müssen Sie nicht sofort wegwerfen. Wer das tut, trägt die Tiere durchs Haus und bringt neue Wanzen ins neue Bett. Besser wird die Matratze mitbehandelt und anschließend mit einem Schutzbezug umschlossen.
Matratzenschutzbezüge gegen Bettwanzen bei Amazon ansehen
Mieter und Vermieter
In Mietwohnungen informieren Sie den Vermieter umgehend, am besten schriftlich und mit Fotos. Bettwanzen machen vor Wohnungstüren nicht halt, und eine Behandlung ist oft nur sinnvoll, wenn Nachbarwohnungen mit kontrolliert werden. Wer die Kosten trägt, hängt davon ab, wer den Befall verursacht hat, und ist im Einzelfall oft umstritten. Bei Streit helfen der Mieterverein oder eine Rechtsberatung.
Vorbeugen auf Reisen und beim Gebrauchtkauf
- Im Hotel den Koffer auf die Gepäckablage oder in die Badewanne stellen, nicht aufs Bett.
- Matratzennähte und Kopfteil kurz mit der Handylampe absuchen.
- Nach der Reise Kleidung direkt in die Waschmaschine, den Koffer draußen oder im Bad aussaugen.
- Gebrauchte Möbel, Matratzen und Bilderrahmen vor dem Hereintragen gründlich untersuchen.
Mehr zu den Mitbewohnern im Bett, die man mit bloßem Auge nicht sieht, lesen Sie im Ratgeber Hausstaubmilben. Einen Überblick über weitere Schädlinge gibt die Rubrik Ungeziefer und Schädlinge.
Häufige Fragen
Wie lange muss ich Sachen gegen Bettwanzen einfrieren?
Bei –18 °C mindestens drei Tage, besser eine Woche. Dicke Gegenstände wie Kissen oder Bücher brauchen länger, bis sie im Kern durchgefroren sind. Ein Gefrierschrank ist dafür besser geeignet als das Gefrierfach des Kühlschranks, das oft nicht kalt genug wird.
Kann ich Bettwanzen selbst loswerden?
Einen ganz frischen, auf einzelne Gegenstände begrenzten Befall vielleicht, etwa einen Koffer nach der Reise. Sitzen die Wanzen schon im Bett und in Möbeln, gelingt es selten ohne Fachbetrieb. Je früher er kommt, desto kürzer und günstiger ist die Behandlung.
Hilft es, die Matratze zu reinigen?
Aussaugen und Dampf entfernen einen Teil der Tiere und Eier, die in Nähten sitzen. Gegen Wanzen im Bettgestell, in Ritzen und Möbeln hilft das nicht. Wie man eine Matratze sonst pflegt, steht im Ratgeber zum Matratzenreiniger.
Woran erkenne ich, dass die Bettwanzen weg sind?
Wenn über mehrere Wochen keine neuen Stiche, Kotspuren oder Tiere auftauchen. Der Schädlingsbekämpfer kontrolliert meist nach der letzten Behandlung noch einmal, teils mit Monitoren, die unter die Bettfüße gestellt werden.
Passt dazu

SchädlingeKleidermotten erkennen und bekämpfen
SchädlingePapierfischchen erkennen und bekämpfen
SchädlingeTeppichkäfer erkennen und bekämpfen