Steine und Kies entsorgen: wohin mit größeren Mengen?

Inhalt8 Abschnitte
Ein paar kleine Steine dürfen in den Restmüll, größere Mengen Kies, Schotter oder Natursteine bringen Sie zum Wertstoffhof. Ab mehreren Kubikmetern lohnt sich ein Container, und zwar die richtige Sorte: Steine mit Erde sind „Boden und Steine“, Steine mit Mörtel und Betonresten sind Bauschutt. Oft gibt es einen günstigeren Weg: Sauberer Kies und Natursteine sind gefragt und werden gern abgeholt.
Wohin gehören Steine und Kies?
| Art und Menge | Richtiger Weg |
| Einzelne kleine Steine, eine Handvoll Kies | Restmüll |
| Einige Eimer bis eine Kofferraumladung | Wertstoffhof, meist gegen Gebühr |
| Mehrere Kubikmeter Kies, Schotter, Steine mit Erde | Container für Boden und Steine |
| Steine mit Mörtel, Beton, Pflaster, Platten | Bauschutt |
| Sauberer Kies, Natursteine, Findlinge | verschenken oder verkaufen |
| Kies mit Öl, Farbe oder Chemikalien | verunreinigt, nach Rückfrage beim Wertstoffhof oder Fachbetrieb |
Welche Mengen Ihr Wertstoffhof annimmt und unter welcher Sorte, steht in der Abfallsatzung oder in der Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Manche Höfe nehmen Steine im Bauschutt, andere zusammen mit Erdaushub, wieder andere gar nicht. Die Abfallberatung weiß, wohin Sie sich wenden können. Hier steht der Regelfall in Deutschland.
Einzelne Steine: Restmüll ja, Biotonne nein
Ein paar Kieselsteine aus einem Blumentopf, ein Dekostein, der niemandem mehr gefällt, eine Handvoll Kies: Das dürfen Sie in den Restmüll werfen. Achten Sie nur darauf, dass die Tonne nicht zu schwer wird. Eimerweise Steine in der Restmülltonne sind nicht erlaubt; sie belasten die Hebevorrichtung des Müllwagens, und viele Satzungen verbieten Bauabfälle und Steine in der Tonne ausdrücklich.
In die Biotonne gehören Steine und Kies nie, auch nicht, wenn sie an Pflanzen oder Erde hängen. Im Kompostwerk sind Steine Störstoffe, die Maschinen beschädigen und aufwendig ausgesiebt werden müssen. Schütteln Sie Wurzelballen deshalb aus, bevor Sie Pflanzen in die Biotonne geben.
Größere Mengen: Wertstoffhof
Die Kiesschicht aus einem Blumenbeet, ein paar Säcke Zierkies oder Natursteine aus einer kleinen Mauer passen meist in den Kofferraum. Dann fahren Sie zum Wertstoffhof. Wie Steine dort angenommen werden, ist unterschiedlich: Manche Höfe sortieren sie zum Bauschutt, andere zu Boden und Steinen, also zum Erdaushub. Für beides wird meist eine Gebühr nach Menge oder Gewicht fällig. Viele Höfe begrenzen die Menge je Anlieferung, etwa auf eine Kofferraumladung oder einen kleinen Anhänger.
Steine sind schwer. Ein Kubikmeter Kies wiegt deutlich über eine Tonne, und schon einige volle Mörteleimer bringen einen Kleinwagen an die Grenze seiner Zuladung. Nehmen Sie lieber stabile Eimer oder kleine Gewebesäcke als große Säcke, die niemand mehr heben kann, und fahren Sie im Zweifel zweimal.
Große Mengen: Container und Big Bag
Wer einen Schottergarten zurückbaut, eine Kiesfläche auflöst oder eine Trockenmauer abträgt, hat schnell mehrere Kubikmeter Steine. Dafür bestellen Sie einen Container oder Big Bag beim Entsorgungsbetrieb. Entscheidend ist die richtige Sorte:
- Boden und Steine. Kies, Schotter, Splitt und Natursteine, auch gemischt mit Erde. Diese Sorte ist oft günstiger als Bauschutt, sofern nichts anderes darin ist. Wie Erde allein entsorgt wird, steht unter Erde entsorgen.
- Bauschutt. Steine mit Mörtel, Betonreste, Pflastersteine aus Beton, Waschbetonplatten, Rasenkantensteine. Mehr dazu unter Bauschutt entsorgen.
- Gemischt. Kommen Unkrautvlies, Folie, Wurzeln, Holz oder Kunststoffkanten dazu, wird es schnell Baumischabfall und deutlich teurer.
Container und Big Bags auf Gehweg oder Straße brauchen in der Regel eine Genehmigung der Gemeinde; viele Containerdienste kümmern sich darum. Lassen Sie sich die Gewichtsgrenze nennen: Bei Steinen ist ein Container oft voll, bevor er bis zum Rand gefüllt ist.
Steine vorbereiten: Schritt für Schritt
- Sortieren. Natursteine, Kies und Schotter auf einen Haufen, Betonteile und Steine mit Mörtel auf einen anderen. Was gut erhalten ist, legen Sie gleich zur Seite, um es weiterzugeben.
- Vlies und Folie entfernen. Unter Kiesflächen liegt oft ein Unkrautvlies oder eine Folie. Ziehen Sie es heraus und entsorgen Sie es getrennt im Restmüll oder am Wertstoffhof.
- Fremdstoffe auslesen. Kunststoffkanten, Holz, Metallstäbe, Pflanzgefäße und größere Wurzeln gehören nicht zu den Steinen.
- Nicht waschen. Steine müssen für die Entsorgung nicht sauber sein. Ein wenig anhaftende Erde ist bei „Boden und Steine“ normal.
- Menge abschätzen. Länge mal Breite mal Schichtdicke ergibt das Volumen; damit können Sie Container oder Fahrten planen.
Weitergeben statt wegwerfen
Steine sind oft zu schade für die Entsorgung. Sauberer Zierkies, Flusskiesel, Natursteine, alte Granitpflaster oder Findlinge werden über Kleinanzeigen oder Verschenkportale gern genommen, häufig von Leuten, die selbst mit Anhänger und Schaufel kommen. Je sortierter und sauberer die Steine sind, desto schneller sind sie weg. Ein Foto und eine ehrliche Mengenangabe genügen. Auch Garten- und Landschaftsbauer oder Nachbarn mit eigenen Projekten nehmen manchmal größere Mengen ab.
Steine aus einem Aquarium sind ein Sonderfall: Sie sind mit Wasser und Belägen behaftet und gehören nicht in Gewässer oder Gräben. Was mit Kies und Dekoration aus dem Becken passiert, steht unter Aquarium entsorgen.
Was Sie nicht tun sollten
- Steine im Wald, am Feldrand oder in der Böschung abladen. Auch Steine gelten dann als illegal abgelagerter Abfall. Je nach Bundesland drohen Bußgelder, und die Kosten für das Wegräumen trägt der Verursacher.
- Kies in Bäche oder Teiche schütten. Das verändert Gewässer und ist verboten.
- Eimerweise Steine in die Restmülltonne. Die Tonne wird zu schwer und kann beim Leeren beschädigt werden.
- Kies mit Ölflecken als normalen Kies abgeben. Verunreinigtes Material muss getrennt angemeldet werden.
- Graue, dünne Platten ungeprüft zerschlagen. Ältere Gehwegplatten aus Faserzement können Asbest enthalten; Hinweise stehen unter Asbest entsorgen.
Für Sand gelten ähnliche Wege, mit einigen Besonderheiten bei Spielsand und Bausand; sie stehen unter Sand entsorgen.
Häufige Fragen
Wohin mit Steinen aus dem Garten?
Kleine Mengen in den Restmüll, größere Mengen zum Wertstoffhof. Bei mehreren Kubikmetern bestellen Sie einen Container für Boden und Steine. Schöne Natursteine und sauberer Kies lassen sich oft verschenken.
Darf ich Steine in die Biotonne werfen?
Nein. Steine verrotten nicht und beschädigen die Maschinen im Kompostwerk. Auch Steine an Wurzelballen sollten Sie vorher ausschütteln.
Kann ich Kies kostenlos entsorgen?
Am Wertstoffhof meist nicht, dort wird in der Regel eine Gebühr fällig. Kostenlos ist der Weg über Selbstabholer, die sauberen Kies oder Natursteine gebrauchen können.
Sind Steine Bauschutt?
Saubere Natursteine und Kies sind kein klassischer Bauschutt, sondern zählen meist zu Boden und Steinen. Steine mit Mörtel, Betonteile und Pflaster aus Beton gehören dagegen zum Bauschutt. Fragen Sie vor der Anlieferung, wie Ihr Wertstoffhof das einordnet.
Was kostet ein Container für Steine?
Das hängt von Region, Größe und Sorte ab. Reine Steine und Boden sind meist günstiger als gemischte Abfälle. Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie auf Gewichtsgrenzen.



