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Aquarium entsorgen: Glas, Technik und Tiere

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Fische in einem großen Aquarium
Aquarienfische und -pflanzen nie in der Natur aussetzen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört welcher Teil des Aquariums?
  2. Tiere und Pflanzen: niemals aussetzen
  3. Wohin mit den Fischen?
  4. Schritt für Schritt das Becken abbauen
  5. Glasbecken: kein Fall für den Altglascontainer
  6. Technik und Chemie richtig trennen
  7. Weitergeben statt wegwerfen
  8. Häufige Fragen
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Ein Aquarium wird in vier Schritten aufgelöst: erst die Tiere gut unterbringen, dann Wasser und Bodengrund, dann die Technik als Elektroschrott, zuletzt das Becken. Das Glasbecken ist mit Silikon verklebtes Flachglas und gehört je nach Größe in den Sperrmüll oder zum Wertstoffhof, nicht in den Altglascontainer. Für die Tiere und Pflanzen gilt eine Regel ohne Ausnahme: nie in die freie Natur.

Wohin gehört welcher Teil des Aquariums?

BestandteilRichtiger Weg
Lebende Fische, Garnelen, Schneckenan Aquarianer, Verein oder Zoofachhandel abgeben, nie aussetzen
Aquarienpflanzenverschenken; sonst Restmüll oder Biotonne nach Kommune, nie in Teich oder Gartenkompost
AquarienwasserAbfluss oder Toilette; ohne Medikamentenreste auch Gießwasser
Kies, Sand, Bodengrundkleine Mengen Restmüll, größere Mengen Wertstoffhof
Filter, Pumpe, Heizstab, Beleuchtung, SteuerungElektroschrott
GlasbeckenSperrmüll oder Wertstoffhof; kleine Becken je nach Kommune Restmüll
Wasseraufbereiter, Fischmedikamente, TestreagenzienReste zum Schadstoffmobil, leere Flaschen nach Material
Wurzeln, Steine, Kunststoffdekoweitergeben; sonst Restmüll

Wie Ihre Kommune Glasbecken, Bodengrund und Pflanzen einordnet, steht in der Abfallsatzung oder der Abfall-App; die Abfallberatung von Stadt oder Landkreis hilft bei Zweifeln. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Tiere und Pflanzen: niemals aussetzen

Einen Goldfisch im Dorfteich oder Guppys im Bach auszusetzen, mag nach Freiheit klingen, ist aber verboten und schädlich. Das Tierschutzgesetz untersagt, ein gehaltenes Tier auszusetzen, um sich seiner zu entledigen; das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, Tiere und Pflanzen ohne Genehmigung in die freie Natur auszubringen. Viele Aquarientiere überleben hier nicht, sterben also qualvoll. Andere überleben zu gut: Ausgesetzte Goldfische, Schildkröten oder Krebse fressen Laich, Kaulquappen und Wasserpflanzen und können Krankheiten auf heimische Arten übertragen.

Für Pflanzen gilt dasselbe. Manche Aquarienpflanzen wachsen in Gewässern unkontrolliert weiter und verdrängen heimische Arten. Deshalb kommen sie auch nicht auf den Gartenkompost, von dem aus sie in Teiche oder Gräben gelangen können.

Wohin mit den Fischen?

Für gesunde Tiere gibt es mehrere Wege. Aquarienvereine und Online-Foren für Aquarianer vermitteln oft schnell, besonders bei gängigen Arten. Viele Zoofachhändler nehmen Nachzuchten oder ganze Bestände an, nicht immer, aber eine Nachfrage lohnt. Auch Kleinanzeigen funktionieren, wenn Sie darauf achten, dass die neuen Halter ein eingefahrenes Becken haben und wissen, was sie übernehmen. Tierheime nehmen Fische nur in Ausnahmefällen auf; rufen Sie vorher an.

Ein krankes oder sehr altes Tier, das nicht mehr vermittelt werden kann, gehört zum Tierarzt, der auch Fische behandelt oder schmerzlos erlösen kann. Versuchen Sie das nicht selbst mit Hausmitteln. Verstorbene Fische gehören weder in die Toilette noch in ein Gewässer; was mit kleinen toten Tieren erlaubt ist, steht unter Tote Tiere entsorgen.

Schritt für Schritt das Becken abbauen

  1. Tiere umsetzen. Erst wenn alle Tiere ein neues Zuhause haben oder vorübergehend in einem Eimer mit Beckenwasser und Sauerstoff untergebracht sind, geht es weiter.
  2. Pflanzen herausnehmen. Was gut aussieht, freut andere Aquarianer; Reste kommen in den Rest- oder Biomüll.
  3. Technik ausschalten und ausstecken. Heizstab vor dem Herausnehmen abkühlen lassen, sonst kann das Glasrohr springen.
  4. Wasser ablassen. Mit Schlauch und Eimer in den Abfluss, die Toilette oder, wenn keine Medikamente im Wasser waren, auf Beete und Kübelpflanzen. Nicht in Gully, Graben oder Teich.
  5. Bodengrund ausschaufeln. Nasser Kies ist schwer; in mehreren Eimern tragen.
  6. Becken leeren und trocknen. Erst dann bewegen: Ein Becken mit Restwasser oder Kies kann an den Klebenähten aufreißen.
  7. Zu zweit tragen. Größere Becken nie allein, und nie an den oberen Kanten anheben, sondern von unten stützen.

Glasbecken: kein Fall für den Altglascontainer

Ein Aquarium besteht aus Flachglasscheiben, die mit Silikon verklebt sind. In den Altglascontainer gehört nur Verpackungsglas wie Flaschen und Konservengläser; Flachglas hat eine andere Zusammensetzung und stört das Einschmelzen, ebenso das Silikon.

Kleinere Becken nehmen viele Kommunen mit dem Sperrmüll mit, manche verlangen, dass Glas gesondert am Wertstoffhof abgegeben wird, wo es zum Flachglas oder Bauschutt kommt. Ein kleines Nano-Becken darf je nach Kommune auch in den Restmüll, wenn es hineinpasst. Ein zerbrochenes Becken verpacken Sie so, dass sich niemand an den Scherben schneidet, etwa in Karton mit Klebeband. Acrylbecken aus Kunststoff gehören in den Sperrmüll oder Restmüll, nicht in den Gelben Sack, weil sie keine Verpackung sind. Ein Unterschrank aus Holz oder Spanplatte geht wie andere Möbel in den Sperrmüll.

Technik und Chemie richtig trennen

Außenfilter, Innenfilter, Pumpen, Heizstäbe, Lampen, Zeitschaltuhren und CO2-Steuerungen sind Elektrogeräte. Sie gehören kostenlos zum Wertstoffhof oder in eine Händler-Sammelstelle; kleine Geräte nehmen große Elektrohändler auch ohne Neukauf zurück. Details stehen unter Elektroschrott entsorgen. Ältere Abdeckungen haben manchmal Leuchtstoffröhren, die Quecksilber enthalten; sie gehören ganz und unzerbrochen zur Sammelstelle, siehe Leuchtstoffröhren entsorgen.

Eine CO2-Flasche für die Pflanzendüngung ist ein Druckbehälter. Mehrwegflaschen geben Sie beim Händler zurück oder tauschen sie, Einwegflaschen nur ganz leer und nach Auskunft der Kommune; nicht anbohren und nicht ins Feuer. Reste von Fischmedikamenten, Algenmitteln und Testreagenzien gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in den Abfluss.

Weitergeben statt wegwerfen

Ein dichtes Aquarium mit Technik ist gebraucht gefragt. Komplett-Sets lassen sich über Kleinanzeigen oder Aquarienvereine meist gut abgeben. Ehrlichkeit hilft: Nennen Sie das Alter des Beckens und ob es zuletzt mit Wasser gefüllt war. Ein Becken, das jahrelang trocken stand, sollte der Käufer vor dem Einsatz mit Wasser auf Dichtheit prüfen. Auch Einzelteile wie Filter, Heizstab oder Bodengrund finden Abnehmer, ebenso ein leeres Becken als Terrarium für Insekten oder als Pflanzgefäß.

Häufige Fragen

Darf ich ein Aquarium in den Glascontainer werfen?

Nein. Aquarienglas ist verklebtes Flachglas und gehört nicht zum Verpackungsglas. Je nach Größe kommt es in den Sperrmüll, zum Wertstoffhof oder, bei sehr kleinen Becken, in den Restmüll.

Wohin mit dem Aquarienwasser?

In den Abfluss oder die Toilette. Wenn keine Medikamente oder Chemikalien im Wasser waren, eignet es sich auch als Gießwasser für Garten und Kübelpflanzen. In Bach, Teich oder Gully darf es nicht.

Was mache ich mit Fischen, die ich nicht mehr halten kann?

Abgeben an andere Aquarianer, einen Aquarienverein oder den Zoofachhandel. Aussetzen ist verboten und schadet den Tieren wie den heimischen Gewässern.

Ist ein Aquarium Sperrmüll?

In vielen Kommunen ja, oft zusammen mit dem Unterschrank. Manche Städte wollen Glas lieber am Wertstoffhof haben. Die Technik gehört getrennt zum Elektroschrott.

Wohin mit Aquarienkies?

Kleine Mengen dürfen meist in den Restmüll, größere Mengen nimmt der Wertstoffhof als Bauschutt oder mineralischen Abfall an. Mehr zu losem Material steht unter Sand entsorgen.

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