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Erde und Erdaushub entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Junger Keimling wächst aus dunkler Erde
Kleine Mengen Blumenerde lassen sich oft im Garten oder auf dem Kompost verwerten
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört Erde?
  2. Blumenerde: erst weiterverwenden
  3. Wann Erde in die Biotonne darf und wann nicht
  4. Erdaushub: Wertstoffhof und Container
  5. Weitergeben statt wegwerfen
  6. Belastete Erde: Vorsicht
  7. Kosten
  8. Häufige Fragen

Kleine Mengen Blumenerde aus Töpfen und Balkonkästen geben Sie auf den Kompost, verteilen sie im Garten oder, wenn Ihre Kommune das erlaubt, in die Biotonne. Erdaushub aus dem Garten, etwa vom Teichbau oder vom Anlegen eines Beetes, bringen Sie in kleinen Mengen zum Wertstoffhof; bei größeren Mengen ist ein Container der übliche Weg. Oft ist Erde aber gar kein Abfall, denn sauberen Mutterboden nehmen andere Gärtner gern.

Wohin gehört Erde?

Art und MengeRichtiger Weg
Blumenerde aus einigen TöpfenWeiterverwenden, Kompost oder Biotonne (je nach Kommune)
Blumenerde von kranken PflanzenBiotonne oder Restmüll, nicht auf den eigenen Kompost
Erdaushub, einige Eimer bis KofferraumladungWertstoffhof, meist gegen Gebühr
Erdaushub, mehrere KubikmeterContainer für Bodenaushub oder Abnehmer suchen
Erde mit Steinen, Wurzeln, Bauschutt gemischtNach Rückfrage, oft teurer als reine Erde
Erde mit Öl, Chemikalien, FarbeSchadstoffannahme oder Fachbetrieb

Bei Erde unterscheiden sich die örtlichen Regeln besonders stark. Manche Kommunen erlauben kleine Mengen Blumenerde in der Biotonne, andere schließen Erde ganz aus. Maßgeblich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt Auskunft. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Blumenerde: erst weiterverwenden

Alte Blumenerde ist ausgelaugt und oft verdichtet, aber nicht wertlos. Ihre Struktur ist noch brauchbar, es fehlen vor allem Nährstoffe.

  • Auffrischen. Alte Erde zu etwa gleichen Teilen mit Kompost oder frischer Erde mischen und für robuste Pflanzen wieder verwenden. Für Aussaat und empfindliche Pflanzen nehmen Sie dagegen frische Erde.
  • Im Garten verteilen. Unter Sträuchern, auf Beeten oder zum Auffüllen von Senken eingearbeitet, verbessert sie den Boden.
  • Auf den Kompost. Kleine Mengen gemischt mit Grünschnitt und Küchenabfällen stören nicht, ganz im Gegenteil: Erde bringt Bodenlebewesen mit.
  • Hochbeet füllen. In den unteren Schichten eines Hochbeets kann alte Erde gut verbaut werden.

Erde von Pflanzen mit Pilzkrankheiten oder starkem Schädlingsbefall verwenden Sie nicht wieder. Sie gehört in die Biotonne oder, wenn die Kommune das so vorsieht, in den Restmüll. Für Zimmerpflanzenerde mit Trauermücken gilt dasselbe; Tipps zu den kleinen Fliegen stehen unter Trauermücken loswerden.

Wann Erde in die Biotonne darf und wann nicht

Kleine Mengen Blumenerde, etwa aus einem Topf beim Umtopfen oder die Wurzelballen verblühter Balkonpflanzen, dürfen in vielen Kommunen in die Biotonne. Große Mengen nicht. Erde ist schwer: Eine volle Tonne mit Erde wird so schwer, dass sie sich kaum bewegen lässt, die Hebevorrichtung des Müllwagens belastet und im Kompostwerk nicht gebraucht wird. Zudem sind Erde, Sand und Steine dort Störstoffe. Faustregel: Was an einem Wurzelballen hängt, darf mit, eimerweise Erde nicht.

Die Pflanzgefäße gehören übrigens nicht dazu. Wie Sie Blumentöpfe aus Kunststoff, Ton oder Keramik entsorgen, erklärt der Beitrag Blumentöpfe entsorgen.

Erdaushub: Wertstoffhof und Container

Wer einen Teich, einen Gartenweg oder ein Fundament für das Gartenhaus anlegt, bewegt schnell mehrere Kubikmeter Erde. Das unterschätzen viele: Ein Kubikmeter Erdaushub wiegt etwa anderthalb Tonnen, feuchter Lehm auch mehr. In einen Kofferraum passen deshalb nur wenige Eimer, bevor das Auto überladen ist.

  • Wertstoffhof. Kleine Mengen sauberer Erde nehmen viele Wertstoffhöfe an, häufig gemeinsam mit oder neben dem Bauschutt. Meist wird eine Gebühr je Eimer, je Sack oder je Kofferraumladung erhoben. Manche Höfe nehmen gar keine Erde an; fragen Sie vorher.
  • Container. Für größere Mengen bestellen Sie bei einem Entsorgungsbetrieb einen Container oder einen großen Gewebesack für Bodenaushub. Wegen des Gewichts sind Erdcontainer meist kleiner als Container für Sperrmüll. Wichtig ist die richtige Sorte: reine Erde ist deutlich günstiger zu entsorgen als Erde mit Bauschutt, Wurzeln oder Müll.
  • Aufstellort. Steht der Container auf dem Gehweg oder der Straße, braucht es in der Regel eine Genehmigung der Gemeinde. Das übernehmen viele Containerdienste; klären Sie es bei der Bestellung.

Weitergeben statt wegwerfen

Sauberer Mutterboden ist gefragt. Wer Erde übrig hat, bietet sie auf Kleinanzeigen- oder Verschenkportalen an, oft mit dem Zusatz „Selbstabholer“. Gartenbesitzer, die ein Beet anlegen oder eine Senke auffüllen wollen, holen sie häufig kostenlos ab. Auch Landwirte oder Gartenbaubetriebe in der Nähe haben manchmal Bedarf. Das ist die günstigste und umweltfreundlichste Lösung, setzt aber voraus, dass die Erde frei von Schadstoffen, Bauschutt und Wurzelunkräutern wie Giersch oder Quecke ist. Sagen Sie ehrlich, woher die Erde stammt.

Größere Aufschüttungen auf dem eigenen Grundstück können genehmigungspflichtig sein, wenn sie das Gelände deutlich verändern. Im Zweifel fragen Sie beim Bauamt nach.

Belastete Erde: Vorsicht

Erde, die nach Öl, Heizöl oder Lösemitteln riecht, auffällig verfärbt ist oder von einem Grundstück mit früherer gewerblicher Nutzung, einer alten Tankstelle oder einem entfernten Öltank stammt, ist kein normaler Erdaushub. Ebenso Erde, in der Farbreste, Chemikalien oder Pflanzenschutzmittel gelandet sind. Solche Erde darf nicht auf den Kompost, nicht in die Biotonne und nicht an andere weitergegeben werden. Wenden Sie sich an die Abfallberatung oder die Untere Bodenschutzbehörde Ihres Kreises; bei größeren Mengen ist ein Fachbetrieb nötig, der die Erde untersuchen lässt. Reste von Pflanzenschutzmitteln selbst gehören zum Schadstoffmobil.

Kosten

Kleine Mengen Blumenerde verursachen keine zusätzlichen Kosten. Am Wertstoffhof kostet Erdaushub je nach Kommune meist einige Euro je Kofferraumladung, manchmal auch nichts. Container werden nach Größe, Region und Sorte berechnet; für einen kleinen Erdcontainer sollten Sie mit einem Betrag im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich rechnen. Vergleichen Sie Angebote und achten Sie darauf, dass Anlieferung, Abholung, Miettage und Entsorgung enthalten sind. Wer gleichzeitig Steine, Beton oder Ziegel loswerden muss, bestellt keinen gemischten Container, sondern trennt sauber; mehr dazu unter Bauschutt entsorgen.

Häufige Fragen

Darf Blumenerde in die Biotonne?

In kleinen Mengen in vielen Kommunen ja, etwa die Erde am Wurzelballen oder aus einem einzelnen Topf. Eimerweise nicht. Einige Kommunen schließen Erde ganz aus; im Zweifel fragen Sie die Abfallberatung.

Wohin mit alter Blumenerde?

Am besten weiterverwenden: mit Kompost auffrischen, im Garten verteilen oder in ein Hochbeet geben. Nur Erde von kranken Pflanzen kommt in die Biotonne oder den Restmüll.

Wo kann ich Erde kostenlos entsorgen?

Indem Sie sie weitergeben: Sauberer Mutterboden findet über Kleinanzeigen oft Abnehmer, die ihn selbst abholen. Einige Wertstoffhöfe nehmen kleine Mengen auch ohne Gebühr an.

Darf Blumenerde in den Restmüll?

Kleine Mengen, etwa von kranken Pflanzen, dürfen in den meisten Kommunen in den Restmüll. Für gesunde Erde ist das Verschwendung; sie lässt sich fast immer weiterverwenden.

Darf ich Erde im Wald oder am Feldrand abladen?

Nein. Das ist eine illegale Ablagerung und wird mit Bußgeld geahndet, auch wenn es „nur Erde“ ist. Mit Gartenerde gelangen zudem Samen von Zierpflanzen und Unkräutern in die Natur.