Staubsauger reinigen: Filter, Bürste und Geruch

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Einen Staubsauger reinigen heißt vor allem: Beutel oder Behälter leeren, die Filter säubern oder tauschen, die Bürstwalze von Haaren befreien und Schlauch und Rohr auf Verstopfungen prüfen. Das dauert eine Viertelstunde und bringt die Saugkraft meist vollständig zurück. Wichtig sind zwei Dinge: vorher den Stecker ziehen und nur die Filter waschen, die der Hersteller ausdrücklich als waschbar ausweist.
Warum sich die Pflege lohnt
Ein Staubsauger arbeitet mit Luftstrom. Jeder volle Beutel, jeder zugesetzte Filter und jedes Haarknäuel in der Düse bremst diesen Strom. Das Gerät wird lauter, heißer und saugt schlechter, und Feinstaub, der eigentlich im Filter bleiben sollte, kann zurück in die Raumluft gelangen. Für Allergiker ist das besonders unangenehm, siehe Hausstaubmilben. Außerdem riecht ein vernachlässigter Sauger: Staub enthält Hautschuppen, Essensreste und Tierhaare, und die fangen im warmen Luftstrom an zu müffeln.
Was Sie brauchen
- Schere oder Nahttrenner für die Bürstwalze
- weicher Pinsel oder alte Zahnbürste
- feuchtes Tuch, etwas Spülmittel
- Ersatzbeutel und bei Bedarf Ersatzfilter passend zum Modell
- für den Schlauch: ein langer, stumpfer Stab, etwa ein Besenstiel
Schritt für Schritt
- Strom trennen. Netzstecker ziehen, beim Akkusauger den Akku abnehmen, wenn das geht. Das gilt auch, wenn Sie nur kurz in die Bürste greifen: Eine anlaufende Walze klemmt Finger schmerzhaft ein.
- Beutel wechseln oder Behälter leeren. Beutel ersetzen, wenn die Füllanzeige es anzeigt oder die Saugkraft deutlich nachlässt. Nicht ausleeren und wiederverwenden, das Vlies ist dann durchlässig. Beutellose Behälter am besten draußen oder direkt über der Mülltonne leeren, nach jedem Saugen.
- Behälter reinigen. Staubbehälter und Zyklonteile nach Anleitung behandeln. Manche dürfen unter Wasser, bei anderen empfiehlt der Hersteller nur ein feuchtes Tuch, weil Wasser in die Elektronik gelangen kann. Danach vollständig trocknen lassen.
- Filter prüfen. Die meisten Geräte haben einen Motorschutzfilter vor und einen Abluftfilter hinter dem Motor. Grauen Belag ausklopfen oder, wenn waschbar, reinigen (siehe unten). Beschädigte oder verfärbte Filter ersetzen.
- Bürstwalze befreien. Die Walze herausnehmen, sofern möglich, und aufgewickelte Haare und Fäden mit einer Schere längs der Rille aufschneiden und abziehen. Auch die Lager an den Enden kontrollieren, dort sammeln sich die Haare zuerst.
- Düsen und Rohr säubern. Fugendüse und Polsterdüse unter warmem Wasser mit etwas Spülmittel waschen, gut trocknen. Rollen an der Bodendüse von Fusseln befreien, damit sie keine Kratzer ziehen.
- Schlauch prüfen. Den Schlauch abnehmen und gegen das Licht halten oder eine Münze hindurchfallen lassen. Hängt etwas fest, schieben Sie es mit einem stumpfen Stab vorsichtig heraus. Keine spitzen Gegenstände, der Schlauch ist schnell durchstochen.
- Außen abwischen. Gehäuse und Kabel mit einem feuchten Tuch abwischen. Danach alles zusammensetzen und kurz testen.
Welche Filter waschbar sind – und welche nicht
Nicht jeder HEPA-Filter ist waschbar. Viele Feinstaub- und HEPA-Filter bestehen aus gefaltetem Glasfaser- oder Kunststoffvlies, das beim Waschen seine Filterwirkung verliert. Sie werden ausgeklopft und nach Herstellerangabe ersetzt, oft ein- bis zweimal im Jahr. Waschbar ist ein Filter nur, wenn die Anleitung das ausdrücklich sagt oder er entsprechend gekennzeichnet ist.
Waschbare Filter spülen Sie nach Anleitung meist unter kaltem oder lauwarmem Wasser ohne Spülmittel aus, bis das Wasser klar abläuft. Bei vielen Akkusaugern, etwa von Dyson, gibt der Hersteller genau das vor: kaltes Wasser, kein Reinigungsmittel und eine Trockenzeit von mindestens 24 Stunden. Nicht auf die Heizung, nicht in den Trockner, nicht mit dem Föhn trocknen. Ein Filter, der noch feucht eingesetzt wird, riecht muffig, kann schimmeln und lässt Feuchtigkeit in Richtung Motor.
Schaumstoff- und Vlies-Vorfilter sind häufiger waschbar als Feinfilter. Aktivkohlefilter, wie sie manche Geräte gegen Gerüche haben, werden gewechselt, nicht gewaschen.
Staubsauger stinkt – was hilft
Geruch kommt fast immer vom Inhalt: einem alten Beutel, einem Behälter, in dem Essensreste oder feuchter Schmutz liegen, oder einem durchgesättigten Filter. Wechseln Sie Beutel und Filter, waschen Sie den Behälter und lassen Sie alles vollständig trocknen. Hat der Sauger einmal etwas Feuchtes aufgenommen, etwa Blumenerde oder verschüttete Flüssigkeit, ist das oft die Ursache; ein normaler Trockensauger ist dafür nicht gebaut.
Duftperlen oder Duftstreifen im Beutel überdecken den Geruch nur. Parfümöl direkt in den Sauger zu träufeln, ist keine gute Idee, es verklebt Filter. Riecht es verbrannt, liegt es oft an einem Haarknäuel an der Walze oder einem überhitzten Motor. Dann sofort ausschalten, Stecker ziehen und prüfen. Bleibt der Brandgeruch bei freier Walze und frischem Filter, gehört das Gerät in die Werkstatt.
Saugroboter und Akkusauger
Saugroboter haben kleine Behälter und Bürsten, die sich schnell zusetzen. Behälter nach jeder Fahrt leeren, Seitenbürsten und Hauptbürste wöchentlich von Haaren befreien, Sensoren und Ladekontakte gelegentlich mit einem trockenen, weichen Tuch abwischen. Bei Absaugstationen den Stationsbeutel wechseln, wenn die App es meldet. Akkusauger wie Dyson oder vergleichbare Stielgeräte behandeln Sie wie oben beschrieben; der Akku wird zum Reinigen abgenommen oder das Gerät zumindest von der Ladestation getrennt. Einen Überblick über Bauarten finden Sie unter Stielstaubsauger mit Kabel.
Sonderfall Sicherheitssauger der Staubklasse H
Sauger der Staubklassen L, M und H sind für Werkstatt und Baustelle gebaut. Klasse H ist für Stäube mit hohem Gesundheitsrisiko gedacht, darunter krebserzeugende Stäube. Hier ist der Filterwechsel Teil des Arbeitsschutzes: nur nach der Anleitung des Herstellers, staubarm, meist mit Einweg-Entsorgungssack und mit passender Atemschutzmaske. Filter nicht ausklopfen, nicht ausblasen. Für Arbeiten mit Asbest gelten eigene Vorschriften; das ist nichts für den Heimwerker.
Matratze, Sofa und Teppich absaugen
Mit sauberem Filter und Polsterdüse eignet sich jeder Staubsauger, um Matratzen und Polster abzusaugen. Langsam und in Bahnen saugen, bei der Matratze auch Seiten und Kanten. Für Hausstaubmilben-Allergiker gibt es spezielle Matratzenreiniger mit UV-Licht und Klopffunktion. Flecken auf Teppich und Polster brauchen dagegen Feuchtigkeit: Anleitungen stehen unter Teppich-Flecken entfernen und Flecken auf dem Sofa entfernen. Ohne Staubsauger bleiben Ausklopfen im Freien, eine Fusselbürste und für Teppiche ein Teppichkehrer.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man den Staubsaugerfilter reinigen?
Den Vorfilter bei jedem Beutelwechsel oder etwa einmal im Monat ausklopfen, waschbare Filter nach Herstellerangabe, bei Dyson laut Hersteller etwa monatlich. Nicht waschbare HEPA-Filter werden meist ein- bis zweimal im Jahr ersetzt, bei Tierhaaren und viel Staub öfter.
Warum saugt mein Staubsauger nicht mehr richtig?
In dieser Reihenfolge prüfen: Beutel oder Behälter voll, Filter zugesetzt, Schlauch oder Rohr verstopft, Walze voller Haare, Leistungsregler verstellt, Nebenluftschieber am Griff offen. Fast immer ist einer dieser Punkte die Ursache.
Darf ich den HEPA-Filter mit Wasser auswaschen?
Nur, wenn der Hersteller ihn ausdrücklich als waschbar ausweist. Nicht waschbare Filter verlieren durch Wasser ihre Filterwirkung, ohne dass man es sieht.
Kann man einen Staubsaugerbeutel ausleeren und wiederverwenden?
Nein. Das Vlies wird beim Ausleeren beschädigt und lässt danach Feinstaub durch. Außerdem bleibt viel Schmutz in den Poren hängen. Einige Geräte haben Dauerbeutel aus Stoff; das ist dann ausdrücklich vorgesehen.



