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Spanplatten und OSB-Platten entsorgen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

OSB-Platte in Nahaufnahme
Spanplatten und OSB gehören zum Altholz
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehören Spanplatten und OSB?
  2. Warum Spanplatten Altholz der Klasse A II sind
  3. OSB, MDF und Spanplatte erkennen
  4. Platten vorbereiten
  5. Möbel aus Spanplatte: Sperrmüll oder Wertstoffhof
  6. Kosten
  7. Weitergeben statt wegwerfen
  8. Was nicht erlaubt ist
  9. Häufige Fragen
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Spanplatten und OSB-Platten bestehen aus Holzspänen, die mit Leim gepresst wurden. Deshalb sind sie Altholz, in den allermeisten Fällen der Klasse A II, und gehören zum Wertstoffhof in den Altholz-Container. Ein ganzer Schrank aus Spanplatte darf meist mit dem Sperrmüll mit, lose Platten von der Baustelle dagegen nicht überall. In den Restmüll, die Papiertonne oder den Ofen gehören sie nicht.

Wohin gehören Spanplatten und OSB?

Art der PlatteRichtiger Weg
Rohe Spanplatte, OSB, Tischlerplatte, MDF aus dem InnenbereichWertstoffhof, Altholz A II
Melamin- oder furnierbeschichtete Platten (Möbel, Küchenfronten, Regalböden)Wertstoffhof, Altholz A II; ganze Möbel per Sperrmüll
Platten mit PVC-Folie oder PVC-Kanten in größerem UmfangWertstoffhof, je nach Annahmestelle als A III
Platten aus dem Außenbereich mit Holzschutzmittel (Gartenhaus, Verschalung)Wertstoffhof, belastetes Altholz A IV, oft gebührenpflichtig
Kleine Verschnittreste und Sägespäneje nach Kommune Restmüll oder Altholz, nicht in die Biotonne
Harte, graue, zementgebundene Plattenkeine Spanplatte; bei alten Platten Asbest prüfen lassen

Was Ihre Kommune genau annimmt und ob dafür Gebühren anfallen, steht in der Abfallsatzung, im Abfallkalender oder in der Abfall-App; im Zweifel hilft die Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Warum Spanplatten Altholz der Klasse A II sind

Die Altholzverordnung teilt Holzabfälle in die Klassen A I bis A IV ein. Naturbelassenes Holz ist A I. Sobald Holz verleimt, gestrichen, lackiert oder beschichtet ist, ohne mit Holzschutzmittel behandelt zu sein, gilt es als A II. Genau das trifft auf Spanplatten, OSB, MDF und Tischlerplatten zu: Der Leim allein macht sie zu A II, auch wenn die Oberfläche roh aussieht. Melaminbeschichtung und Furnier ändern daran nichts.

Anders wird es bei zwei Fällen. Platten mit PVC-Beschichtung oder halogenhaltigen Lacken können zu A III zählen. Platten, die draußen verbaut waren und gegen Pilze und Insekten imprägniert wurden, sind A IV und gelten als belastet. Die Klassen im Einzelnen mit Beispielen stehen unter Holz entsorgen; hier geht es um das, was bei Platten besonders ist.

Für Sie heißt das vor allem: Innenraumplatten aus Möbeln, Trockenbau, Fußbodenunterbau oder Regalen sind in der Regel A II. Wenn Sie nicht wissen, woher eine Platte stammt, sagen Sie das am Wertstoffhof. Das Personal ordnet sie dann zu.

OSB, MDF und Spanplatte erkennen

OSB-Platten erkennen Sie an den groben, länglichen Holzspänen, die sichtbar in Schichten liegen. Spanplatten haben feine, gleichmäßige Späne und einen bröseligen Kern, der an den Schnittkanten gut zu sehen ist. MDF ist sehr fein und dicht, beinahe wie Pappe, und hat eine glatte Schnittkante. Für die Entsorgung macht das kaum einen Unterschied: Alle drei sind verleimtes Holz und gehen als A II zum Altholz.

Wichtig ist eine andere Unterscheidung. Platten, die schwer, hart und grau sind und beim Brechen eher wie Stein als wie Holz wirken, sind keine Spanplatten. Zementgebundene Spanplatten und Gipsfaserplatten gehören je nach Wertstoffhof zum Bauschutt oder in eigene Container; Gipsplatten dürfen oft nicht in den reinen Bauschutt, mehr dazu unter Gipskarton entsorgen. Alte Faserzementplatten von Fassaden, Balkonen oder Gartenhäusern können Asbest enthalten. Diese Platten nicht zersägen, nicht brechen und nicht schleifen, sondern die Hinweise unter Asbest entsorgen beachten.

Platten vorbereiten

  1. Beschläge entfernen. Scharniere, Schienen, Griffe und Metallwinkel abschrauben. Sie gehen zum Altmetall, die Platte wird dadurch sauberer verwertet.
  2. Fremdmaterial abtrennen. Glaseinsätze, Spiegel, Kunststoffteile und Dämmung gehören nicht in den Altholz-Container.
  3. Auf transportgerechte Größe bringen. Große Platten passen oft nicht ins Auto. Zersägen Sie sie draußen oder in einem gut belüfteten Raum und tragen Sie dabei eine Staubmaske.
  4. Sortieren. Innenraumplatten getrennt von Platten aus dem Außenbereich und von imprägniertem Holz laden. Das erspart am Wertstoffhof das Umladen und vermeidet, dass alles als belastetes Holz berechnet wird.
  5. Ladung sichern. Platten rutschen beim Bremsen leicht. Im Kombi oder Anhänger flach legen und verzurren.

Beim Sägen und Schleifen entsteht feiner Holzstaub, der die Atemwege reizt. Bei Platten aus Möbeln und Küchen ist eine einfache Staubmaske sinnvoll, und Sie sollten den Staub nicht mit dem Besen aufwirbeln, sondern absaugen.

Möbel aus Spanplatte: Sperrmüll oder Wertstoffhof

Schränke, Regale, Kommoden und Betten aus Spanplatte sind klassischer Sperrmüll. Die Abfuhr nimmt sie in der Regel zerlegt oder ganz mit, je nach Kommune nach Anmeldung und oft kostenlos bis zu einer bestimmten Menge im Jahr. Wie die Anmeldung funktioniert, steht unter Sperrmüll; Tipps zum Zerlegen und zur Weitergabe finden Sie unter Möbel entsorgen.

Lose Platten aus Umbau, Trockenbau oder Fußbodenarbeiten sind dagegen kein Sperrmüll, sondern Bau- und Renovierungsabfall. Viele Kommunen nehmen sie bei der Sperrmüllabfuhr nicht mit. Dann bleiben der Wertstoffhof oder, bei größeren Mengen, ein Container. Das gilt auch für Küchenarbeitsplatten und Korpusse einer ausgebauten Küche, die nicht als Möbelstück abgeholt werden; was beim Küchenabbau sonst noch anfällt, steht unter Küche entsorgen.

Kosten

Kleine Mengen Altholz A II nehmen viele Wertstoffhöfe kostenlos an oder gegen eine geringe Gebühr, häufig abgerechnet nach Kofferraum, Anhänger oder Kubikmeter. Belastetes Altholz A IV kostet in vielen Kommunen mehr. Für größere Mengen, etwa bei einer Dachbodensanierung mit OSB-Verlegeplatten oder beim Rückbau eines Trockenbaus, ist ein Altholz-Container oft der einfachere Weg. Die Preise hängen stark von Region, Größe und Holzklasse ab; vergleichen Sie mehrere Angebote und sagen Sie dem Containerdienst vorher, welche Klassen Sie einfüllen. Ist A II mit A IV gemischt, kann der ganze Container als belastetes Holz berechnet werden.

Weitergeben statt wegwerfen

Saubere OSB-Platten und Spanplattenreste in brauchbarer Größe sind für andere oft nützlich: als Regalboden, Werkbankplatte, Unterbau im Gartenhaus oder Material für Kinder- und Bastelprojekte. Kleinanzeigen mit dem Hinweis „gegen Abholung“ funktionieren dafür meist gut. Bauteilbörsen und Repair-Cafés nehmen größere, unbeschädigte Platten mitunter ebenfalls. Platten, die feucht geworden sind, aufgequollen oder schimmelig, gibt man besser nicht weiter.

Was nicht erlaubt ist

Spanplatten und OSB dürfen nicht im Kaminofen, im Gartenfeuer oder in der Feuerschale verbrannt werden. In Kaminöfen ist nur naturbelassenes, trockenes Holz erlaubt. Beim Verbrennen von Leim, Beschichtung und Lack entstehen Schadstoffe, die in Rauch und Asche landen, und der Ofen kann Schaden nehmen. Auch das Liegenlassen im Wald oder am Feldrand ist illegale Ablagerung und kann je nach Bundesland ein Bußgeld nach sich ziehen.

Ebenfalls falsch sind Restmüll und Papiertonne. Größere Plattenstücke gehören nicht in die Restmülltonne, weil das Holz dort nicht stofflich verwertet wird, und die Papiertonne ist ausschließlich für Papier und Pappe da. Sägespäne von Spanplatten gehören wegen des Leims nicht auf den Kompost und nicht in die Biotonne.

Weitere verwandte Fragen: Laminat entsorgen für Bodenbeläge mit Trägerplatte und Europaletten entsorgen für unbehandeltes Holz aus Paletten. Die Übersicht über alle Annahmestellen gibt Wertstoffhof.

Häufige Fragen

Darf eine Spanplatte in den Restmüll?

Kleine Verschnittreste passen je nach Kommune in den Restmüll. Ganze Platten und größere Mengen gehören zum Wertstoffhof in den Altholz-Container, wo das Holz verwertet wird.

Welche Altholzklasse hat OSB?

OSB ist verleimtes Holz und zählt in der Regel zu A II. Nur wenn die Platte draußen verbaut und mit Holzschutzmittel behandelt wurde, gilt sie als A IV.

Darf ich Spanplatten im Kamin verbrennen?

Nein. Im Kaminofen ist nur naturbelassenes, trockenes Holz erlaubt. Spanplatten, OSB und MDF enthalten Leim und oft Beschichtungen; beim Verbrennen entstehen Schadstoffe.

Nimmt die Sperrmüllabfuhr lose Spanplatten mit?

Das regelt jede Kommune selbst. Möbel aus Spanplatte sind fast überall Sperrmüll, lose Platten aus Renovierungen gelten dagegen häufig als Bauabfall und werden nicht mitgenommen. Fragen Sie vor der Anmeldung nach.

Was mache ich mit einer Platte, von der ich nicht weiß, was sie ist?

Zum Wertstoffhof bringen und dort sagen, woher sie stammt. Wirkt die Platte hart, grau und zementartig und stammt sie aus einem älteren Gebäude, nicht zersägen und erst klären, ob Asbest enthalten sein kann.

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