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Schallplatten entsorgen: Verkaufen, verschenken oder wegwerfen?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Viele alte Vinyl-Schallplatten lose übereinander liegend
Schallplatten gehören nicht in den Gelben Sack – gut erhaltene lieber verkaufen oder verschenken
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehören Schallplatten?
  2. Warum Schallplatten nicht in den Gelben Sack gehören
  3. Erst den Wert prüfen
  4. Eine ganze Sammlung auflösen
  5. Cover, Hüllen und Zubehör trennen
  6. Was Sie nicht tun sollten
  7. Kosten
  8. Häufige Fragen
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Schallplatten, die niemand mehr hören will, gehören zum Wertstoffhof oder in kleinen Mengen in den Restmüll. In den Gelben Sack dürfen sie nicht, denn eine Schallplatte ist keine Verpackung, auch wenn sie aus Kunststoff ist. Bevor eine ganze Sammlung im Müll landet, sollten Sie aber kurz prüfen, ob darunter Platten sind, die Sammler suchen.

Wohin gehören Schallplatten?

Verbindlich ist die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; die Abfall-App oder die Abfallberatung sagt Ihnen, was bei Ihnen gilt. Die Tabelle zeigt den Regelfall in Deutschland.

WasRichtiger Weg
Platten in gutem Zustandverkaufen, verschenken, Flohmarkt, Plattenbörse
Einzelne zerkratzte oder zerbrochene VinylplattenRestmüll
Größere Mengen ohne WertWertstoffhof, je nach Kommune als Restmüll oder Kunststoff
Alte Schellackplatten (78er)erst Wert prüfen, sonst Restmüll, gut verpackt
Plattencover, Papier-Innenhüllen, BeilagenAltpapier
Gefütterte Innenhüllen, KunststoffhüllenRestmüll
Schrumpffolie, VersandkartonGelber Sack bzw. Altpapier, weil Verpackung
Plattenspieler, Verstärker, Boxen mit ElektronikElektroschrott

Warum Schallplatten nicht in den Gelben Sack gehören

In den Gelben Sack gehören nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen. Eine Schallplatte ist das Produkt selbst, keine Verpackung; die Sortieranlage behandelt sie als Fehlwurf. Dazu kommt das Material: Vinylplatten bestehen aus PVC, einem chlorhaltigen Kunststoff, der sich im üblichen Verpackungsrecycling nicht verwerten lässt.

Im Restmüll dürfen einzelne Platten in den meisten Kommunen landen. Der Restmüll wird verbrannt, und moderne Müllverbrennungsanlagen reinigen ihre Abgase. Haben Sie aber eine ganze Kiste voller unbrauchbarer Platten, ist der Wertstoffhof der bessere Weg. Dort fragen Sie am besten, in welchen Container die Platten sollen; manche Höfe sammeln Kunststoffe getrennt, andere geben sie zum Restmüll.

Ältere Schellackplatten, die bis etwa in die 1950er-Jahre gepresst wurden und mit 78 Umdrehungen laufen, sind schwer, dick und zerbrechen leicht. Sie enthalten neben Schellack viel mineralischen Füllstoff. Wollen Sie sie wegwerfen, wickeln Sie sie in Zeitungspapier, damit die scharfen Bruchkanten niemanden verletzen, und geben sie in den Restmüll.

Erst den Wert prüfen

Die meisten alten Schallplatten sind wenig wert, weil sie in großen Auflagen gepresst wurden. Einzelne Platten können aber gesucht sein: frühe Pressungen bekannter Alben, seltene Ausgaben, kleine Auflagen, Platten aus bestimmten Musikrichtungen oder Platten mit Fehldrucken. Der Zustand entscheidet mit: Eine verkratzte Platte in einem zerfledderten Cover interessiert kaum jemanden, auch wenn der Titel selten ist.

So kommen Sie zu einer ersten Einschätzung, ohne Fachmann zu sein:

  1. Katalognummer und Label notieren. Sie stehen auf dem Etikett in der Mitte und auf dem Rücken des Covers. Daran lässt sich die genaue Pressung erkennen.
  2. In einer Tonträger-Datenbank nachsehen. Es gibt große Online-Datenbanken und Marktplätze, auf denen Sammler einzelne Pressungen verzeichnen und handeln. Dort sehen Sie, ob eine Ausgabe überhaupt gefragt ist.
  3. Zustand ehrlich beurteilen. Halten Sie die Platte schräg ins Licht. Tiefe Kratzer, Wellen oder Risse mindern den Wert stark.
  4. Bei einer großen Sammlung einen Händler fragen. Plattenläden, die Gebrauchtes ankaufen, schauen sich Sammlungen oft auch vor Ort an. Holen Sie im Zweifel eine zweite Meinung ein, bevor Sie alles en bloc abgeben.

Auch wenn keine Rarität dabei ist: Gut erhaltene Platten finden über Kleinanzeigen, Verschenkplattformen oder auf dem Flohmarkt meist noch einen Abnehmer. Sozialkaufhäuser und Second-Hand-Läden nehmen sie teilweise an. Fragen Sie vorher kurz nach, ob gerade Platz ist.

Eine ganze Sammlung auflösen

Fällt eine große Sammlung an, etwa bei einer Haushaltsauflösung, trennen Sie zuerst grob: Platten, die noch in Ordnung sind, und solche, die verzogen, zerbrochen oder stark verkratzt sind. Die erste Gruppe geht an Händler, Sammler oder in den Verkauf, die zweite zum Wertstoffhof. Das spart viel Zeit, denn die Restmülltonne ist mit einer Kiste Schallplatten schnell voll und sehr schwer.

Schallplatten sind schwer. Packen Sie sie stehend in stabile, nicht zu große Kartons, damit Sie die Kisten noch tragen können und die Platten sich nicht verbiegen. Liegend gestapelte Platten verziehen sich, wenn viel Gewicht darauf liegt, und verlieren damit den Wert, den sie vielleicht noch hatten.

Cover, Hüllen und Zubehör trennen

  1. Platte aus dem Cover nehmen. Das Cover aus Karton gehört ins Altpapier, ebenso Papier-Innenhüllen, Textblätter und Poster.
  2. Gefütterte Hüllen prüfen. Innenhüllen mit Kunststofffutter oder reine Kunststoffhüllen kommen in den Restmüll.
  3. Folie abziehen. Die Schrumpffolie, in der neue Platten verkauft werden, ist Verpackung und gehört in den Gelben Sack.
  4. Geräte zum Elektroschrott. Plattenspieler, Verstärker und Aktivboxen dürfen nicht in den Hausmüll. Sie gehen kostenlos zum Wertstoffhof oder zurück in den Handel; mehr dazu unter Elektroschrott entsorgen.

Gut erhaltene Originalcover sind übrigens Teil des Sammlerwerts. Ist die Platte noch gut, gehört das Cover dazu und nicht ins Altpapier.

Was Sie nicht tun sollten

  • Schallplatten verbrennen, etwa im Kamin oder im Garten. PVC setzt dabei unter anderem Chlorwasserstoff frei, der Augen und Atemwege reizt.
  • Platten in den Gelben Sack werfen, weil sie aus Kunststoff sind.
  • Platten im Backofen verformen. Basteleien wie Schalen aus erhitzten Schallplatten kursieren im Netz; PVC kann beim Erhitzen Dämpfe abgeben, die man in der Küche nicht haben möchte.
  • Eine Sammlung ungeprüft wegwerfen. Ein kurzer Blick auf die Etiketten kostet wenig.

Kosten

Einzelne Platten im Restmüll kosten Sie nichts extra. Am Wertstoffhof ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen in vielen Kommunen kostenlos; für große Mengen Restmüll oder Sperrmüll verlangen manche Höfe eine Gebühr, die sich nach Gewicht oder Volumen richtet. Die Preise stehen in der Gebührensatzung Ihrer Kommune. Elektrogeräte wie Plattenspieler nimmt der Wertstoffhof kostenlos an.

Mit CDs und Kassetten verhält es sich übrigens anders, weil das Material ein anderes ist: Wie Sie CDs loswerden, steht unter CDs entsorgen, Musikkassetten behandelt Kassetten entsorgen.

Häufige Fragen

Darf eine Schallplatte in den Restmüll?

Ja, einzelne Schallplatten dürfen in den meisten Kommunen in den Restmüll. Bei größeren Mengen ist der Wertstoffhof besser, weil die Tonne sonst schnell voll und sehr schwer ist. Den Gelben Sack sollten Sie nicht nehmen.

Kann man Schallplatten recyceln?

Im Gelben Sack nicht, weil Schallplatten keine Verpackung sind und PVC im Verpackungsrecycling nicht verwertet wird. Ob Ihr Wertstoffhof Kunststoffe wie PVC getrennt sammelt, erfahren Sie dort. Die beste Verwertung ist, eine brauchbare Platte weiterzugeben.

Sind alte Schallplatten etwas wert?

Die meisten nicht viel, einzelne aber schon. Entscheidend sind die genaue Pressung, die Auflage und der Zustand von Platte und Cover. Prüfen Sie Katalognummer und Label in einer Tonträger-Datenbank oder fragen Sie einen Händler für gebrauchte Platten.

Wohin mit Schallplattenhüllen?

Cover aus Karton und Papier-Innenhüllen gehören ins Altpapier. Innenhüllen mit Kunststofffutter oder aus Kunststoff kommen in den Restmüll, Schrumpffolie in den Gelben Sack.

Wie entsorge ich einen alten Plattenspieler?

Als Elektroschrott, kostenlos beim Wertstoffhof oder über die Rücknahme im Handel. Ältere Geräte namhafter Hersteller finden oft noch Käufer, auch mit kleinen Mängeln; ein Repair-Café hilft manchmal beim Riemen oder der Nadel.

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