Zum Inhalt springen
haushalt&wohnen

Raumtemperatur: die richtigen Werte für jedes Zimmer

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Zimmerthermometer aus Holz an einer Wand
Ein Thermometer zeigt, wie warm es im Raum wirklich ist
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die Richtwerte für jedes Zimmer
  2. Warum sich 20 °C nicht immer gleich anfühlen
  3. Was ein Grad mehr oder weniger kostet
  4. Die Untergrenze: warum 16 °C nicht unterschritten werden sollten
  5. Nachts und bei Abwesenheit absenken
  6. So stellen Sie die Temperatur ein und prüfen sie
  7. Raumtemperatur in der Mietwohnung
  8. Typische Irrtümer
  9. Häufige Fragen

Die empfohlene Raumtemperatur liegt im Wohnbereich bei etwa 20 °C, in der Küche bei 18 °C und im Schlafzimmer bei 17–18 °C; nur das Bad darf mit rund 22 °C wärmer sein. So nennen es das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale. Nach unten gibt es eine Grenze, die mit Sparen nichts zu tun hat: Kühlt ein bewohnter Raum dauerhaft unter etwa 16 °C aus, wird Schimmel wahrscheinlich.

Die Richtwerte für jedes Zimmer

RaumRichtwertAnmerkung
Wohnzimmer, Arbeitszimmeretwa 20 °CUmweltbundesamt: im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C, sofern das als behaglich empfunden wird
Kinderzimmeretwa 20 °Czum Spielen wie ein Wohnraum, zum Schlafen kühler
Kücheetwa 18 °CHerd, Backofen und Kühlschrank heizen mit
Schlafzimmer17–18 °CUmweltbundesamt 17 °C, Verbraucherzentrale 18 °C
Badetwa 22 °Cnur während der Nutzung nötig; danach lüften
Flur, wenig genutzte Räumeetwa 16 °CVerbraucherzentrale: nicht darunter

Die Werte für Wohnbereich, Küche und Schlafzimmer stammen vom Umweltbundesamt, die für Schlafzimmer und wenig genutzte Räume zusätzlich von der Verbraucherzentrale. Für das Bad nennen Mieterbund und Energieberatungen übereinstimmend etwa 22 °C; mehr dazu im Beitrag Badezimmer-Temperatur. Feinheiten für Babys und ältere Menschen stehen unter Schlafzimmer-Temperatur.

Es sind Richtwerte, keine Vorschriften. Wer viel sitzt, älter ist oder eine schwache Durchblutung hat, friert bei 20 °C eher als jemand, der sich bewegt. Dann sind 21 oder 22 °C im Wohnzimmer völlig in Ordnung – der Preis dafür steht weiter unten.

Warum sich 20 °C nicht immer gleich anfühlen

Das Thermometer misst die Luft. Der Körper spürt zusätzlich die Temperatur der Flächen um ihn herum. In einem schlecht gedämmten Altbau mit kalten Außenwänden und alten Fenstern fühlen sich 20 °C kühler an als in einem gedämmten Haus, weil der Körper Wärme an die kalten Flächen abstrahlt. Dazu kommt Zugluft: Schon ein leichter Luftstrom am Boden lässt die Füße auskühlen.

Bevor Sie deshalb das Thermostat höher drehen, lohnen drei Handgriffe: Fugen an Fenstern und Türen abdichten, nachts Rollläden und Vorhänge schließen (ohne den Heizkörper zu verdecken) und Sitzplätze von der Außenwand abrücken. Ein Teppich auf kaltem Boden wirkt ebenfalls spürbar.

Was ein Grad mehr oder weniger kostet

Die Verbraucherzentrale rechnet mit etwa 6 Prozent weniger Heizenergie je Grad niedrigerer Raumtemperatur. Das ist eine Faustzahl, die je nach Gebäude schwankt, als Größenordnung aber taugt: Wer das Wohnzimmer von 23 auf 21 °C herunterregelt, spart demnach rund 12 Prozent der Heizenergie für diesen Raum.

Daraus folgt umgekehrt, dass es wenig bringt, alle Räume gleich warm zu halten. Das Schlafzimmer auf 17 statt 21 °C zu heizen spart mehr als jeder Kniff am Heizkörper. Welche Stellschrauben es darüber hinaus gibt, steht unter Heizkosten sparen.

Die Untergrenze: warum 16 °C nicht unterschritten werden sollten

Kalte Luft kann weniger Wasserdampf halten als warme. Ein Rechenbeispiel zeigt, was das bedeutet: Luft mit 20 °C und 50 Prozent relativer Feuchte hat, auf 16 °C abgekühlt, schon gut 60 Prozent. Bei 12 °C sind es rund 80 Prozent – ohne dass ein Gramm Wasser dazugekommen wäre. An einer kalten Außenwand oder in einer Zimmerecke liegt die Temperatur noch einmal niedriger als in der Raummitte. Dort wird es zuerst feucht, und dort wächst der Schimmel.

Deshalb rät die Verbraucherzentrale, auch in wenig genutzten Räumen nicht unter 16 °C zu heizen. Für ein Schlafzimmer, in dem zwei Menschen nachts Feuchtigkeit abgeben, ist dieser Wert eher die Untergrenze als das Ziel. Wie Luftfeuchte und Temperatur zusammenhängen und wie Sie beides messen, erklärt der Beitrag Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Aus demselben Grund funktioniert es nicht, ein kühles Zimmer über die offene Tür aus dem Wohnzimmer „mitzuheizen“. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab: Mit der warmen Luft zieht Feuchtigkeit in den kälteren Raum und schlägt sich dort an den Wänden nieder. Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen bleiben in der Heizzeit geschlossen.

Nachts und bei Abwesenheit absenken

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Temperatur nachts und bei einigen Stunden Abwesenheit auf etwa 18 °C zu senken, bei wenigen Tagen Abwesenheit auf 15 °C und bei längerer Abwesenheit noch etwas niedriger. Ganz abdrehen sollten Sie die Heizung im Winter nicht – wegen der Feuchtigkeit und wegen der Frostgefahr für die Leitungen. Was vor einer Reise einzustellen ist, steht unter Heizung im Urlaub.

Wie viel das Absenken bringt, hängt vom Haus ab. In einem schlecht gedämmten Altbau mit Heizkörpern lohnt es sich deutlich. In einem gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung oder Wärmepumpe ist der Effekt klein, weil das System träge ist; Wärmepumpen arbeiten nach Angaben der Verbraucherzentrale ohne Absenkung in der Regel sogar effizienter. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Nachtabsenkung der Heizung.

So stellen Sie die Temperatur ein und prüfen sie

Die Zahlen auf dem Thermostatkopf sind Temperaturstufen, keine Durchflussmengen. Stufe 3 entspricht bei den meisten Köpfen etwa 20 °C, jede Stufe darüber oder darunter verschiebt den Wert um einige Grad. Ein voll aufgedrehtes Thermostat heizt nicht schneller, sondern nur länger – nämlich bis weit über 20 °C. Die Zuordnung im Einzelnen steht unter Thermostat-Stufen 1 bis 5.

Was im Zimmer tatsächlich ankommt, zeigt nur ein Thermometer. Stellen Sie es dorthin, wo Sie sich aufhalten: in Sitzhöhe, an einer Innenwand, nicht in die Sonne, nicht über den Heizkörper und nicht neben Fernseher oder Lampe. Praktisch sind Geräte, die Temperatur und Luftfeuchte zugleich anzeigen.

Thermo-Hygrometer bei Amazon ansehen

Weicht die gemessene Temperatur deutlich von der eingestellten Stufe ab, ist oft der Thermostatkopf verdeckt – durch einen Vorhang, eine Verkleidung oder ein Möbelstück. Dann staut sich die Wärme am Fühler, und das Ventil schließt zu früh.

Raumtemperatur in der Mietwohnung

Eine gesetzlich festgelegte Mindesttemperatur für Mietwohnungen gibt es nicht. Die Gerichte haben aber wiederholt entschieden, dass die Heizung während der Heizperiode tagsüber Temperaturen von etwa 20–22 °C in den Wohnräumen ermöglichen muss; nachts darf die Anlage niedriger fahren. Als Heizperiode gilt üblicherweise die Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. April, sofern der Mietvertrag nichts anderes regelt.

Wird die Wohnung trotz voll aufgedrehter Heizkörper nicht warm, messen Sie über mehrere Tage, notieren Uhrzeit und Werte und melden den Mangel dem Vermieter schriftlich. Was daraus im Einzelfall folgt, klärt ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung. Umgekehrt haben auch Mieter Pflichten: Wer die Wohnung so weit auskühlen lässt, dass Schimmel entsteht, kann dafür verantwortlich gemacht werden. Vorher lohnt ein Blick auf die Technik, siehe Heizkörper wird nicht warm.

Typische Irrtümer

  • „Das Schlafzimmer muss nicht geheizt werden.“ Kühl ja, kalt nein. Unter 16 °C wird es an den Außenwänden feucht.
  • „Tür auf, dann wird das Schlafzimmer vom Wohnzimmer warm.“ Es wird vor allem feucht.
  • „Stufe 5 macht schneller warm.“ Solange es im Raum deutlich kälter ist als 20 °C, öffnet das Ventil auf Stufe 3 genauso weit.
  • „Im Sommer gilt dasselbe.“ Die Richtwerte beziehen sich auf die Heizzeit. Im Sommer geht es darum, die Wärme draußen zu halten; siehe Wohnung kühlen ohne Klimaanlage.

Häufige Fragen

Welche Raumtemperatur ist im Wohnzimmer normal?

Etwa 20 °C. Das Umweltbundesamt empfiehlt, im Wohnbereich möglichst nicht darüber zu heizen, solange Sie sich dabei wohlfühlen. 21 oder 22 °C sind kein Fehler, kosten aber je Grad rund 6 Prozent mehr Heizenergie.

Wie viel Grad sollte es nachts in der Wohnung haben?

Im Schlafzimmer 17–18 °C, in den übrigen Räumen können Sie auf etwa 18 °C absenken. Unter 16 °C sollte kein Raum fallen.

Ab wie viel Grad Raumtemperatur droht Schimmel?

Eine feste Grenze gibt es nicht, weil es auf Luftfeuchte und Wandtemperatur ankommt. Als Faustregel gilt: Räume nicht dauerhaft unter 16 °C auskühlen lassen und die Luftfeuchte mit einem Hygrometer im Blick behalten.

Sind 18 °C im Wohnzimmer zu kalt?

Für die Wohnung nicht, für viele Menschen im Sitzen schon. Solange gelüftet wird und die Luftfeuchte stimmt, entsteht bei 18 °C kein Schaden. Ob es behaglich ist, entscheiden Sie.

Welche Raumtemperatur ist für Babys richtig?

Tagsüber wie im Wohnraum etwa 20 °C, zum Schlafen werden 16–18 °C genannt. Wichtiger als die Zahl ist, dass das Kind nicht überwärmt; Näheres im Beitrag zur Schlafzimmer-Temperatur.