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Heizkosten sparen: was wirklich etwas bringt

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Weißer Flachheizkörper mit Thermostatkopf in Nahaufnahme
Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Heizenergie
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Raumtemperatur ist der größte Hebel
  2. Thermostate richtig nutzen
  3. Heizkörper frei lassen und entlüften
  4. Richtig lüften spart Energie
  5. Wärme im Raum halten
  6. Was ein Fachbetrieb tun kann
  7. Warmwasser nicht vergessen
  8. Was nichts oder wenig bringt
  9. Heizkosten sparen als Mieter
  10. Häufige Fragen

Heizkosten sparen Sie am wirksamsten, indem Sie die Raumtemperatur um ein, zwei Grad senken, die Heizkörper frei lassen und entlüften, die Thermostate gezielt nutzen und im Winter stoßlüften statt die Fenster gekippt zu lassen. Das kostet wenig oder nichts und wirkt ab dem ersten Tag. Größere Hebel wie ein hydraulischer Abgleich oder neue Fenster brauchen einen Fachbetrieb und, in der Mietwohnung, den Vermieter. Viele Tipps aus dem Netz sparen dagegen gar nichts.

Die Raumtemperatur ist der größte Hebel

Ein verbreiteter Richtwert lautet: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Heizenergie. Das ist eine Faustregel, kein fester Wert; wie viel es bei Ihnen ausmacht, hängt von Gebäude, Heizung und Wetter ab. Die Richtung stimmt aber, und ein Grad weniger merkt man oft kaum.

Häufig genannte Richtwerte für die Raumtemperatur sind etwa 20 °C im Wohnzimmer, etwa 18 °C in der Küche, 16–18 °C im Schlafzimmer und um 22 °C im Bad, während es genutzt wird. Wer im Wohnzimmer bisher 23 °C gewohnt ist, spart mit einer wärmeren Strickjacke mehr als mit jedem Gerät.

Räume sollten aber nicht dauerhaft auskühlen. Unter etwa 16 °C steigt das Risiko, dass sich Feuchtigkeit an kalten Wänden niederschlägt und Schimmel entsteht. Auch wenig genutzte Zimmer brauchen daher etwas Wärme – und die Tür zu ihnen bleibt zu, damit keine feuchte Luft aus warmen Räumen hineinzieht.

Thermostate richtig nutzen

Die Zahlen auf dem Thermostatkopf stehen nicht für eine Heizleistung, sondern für eine Zieltemperatur. Bei vielen Modellen entspricht Stufe 3 etwa 20 °C, jede Stufe darüber oder darunter einigen Grad mehr oder weniger; die genauen Werte hängen vom Hersteller ab. Ein Raum wird auf Stufe 5 nicht schneller warm als auf Stufe 3, er heizt nur länger weiter.

  • Nachts absenken. Um einige Grad, nicht ganz ausschalten. Besonders bei trägen Heizungen wie der Fußbodenheizung bringt starkes Absenken wenig, weil das Wiederaufheizen lange dauert.
  • Bei Abwesenheit über mehrere Tage absenken, aber nicht auskühlen lassen.
  • Programmierbare Thermostate senken die Temperatur automatisch zu festen Zeiten ab. Das lohnt vor allem in Räumen, die nur zeitweise genutzt werden, und bei Menschen, die das von Hand vergessen würden. Wie viel sie bringen, hängt stark vom bisherigen Verhalten ab – wer ohnehin konsequent von Hand regelt, spart damit wenig zusätzlich.

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Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Thermostat auf das Ventil Ihres Heizkörpers passt; für viele Ventile liegen Adapter bei.

Heizkörper frei lassen und entlüften

Ein Heizkörper gibt seine Wärme an die Luft ab, die an ihm vorbeiströmt. Ein Sofa davor, eine Verkleidung oder ein langer Vorhang darüber stauen die Wärme, und der Thermostat meldet zu früh „warm genug“, während der Raum kühl bleibt. Lassen Sie deshalb Platz vor dem Heizkörper und ziehen Sie Vorhänge nur bis zur Fensterbank.

Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, während er unten warm ist, sitzt Luft darin. Entlüften Sie ihn mit einem Entlüftungsschlüssel am Ventil oben seitlich, bis Wasser austritt, und halten Sie ein Tuch darunter. Danach bei Zentralheizungen im eigenen Haus den Wasserdruck an der Anlage prüfen; in Mehrfamilienhäusern kümmert sich darum die Hausverwaltung.

Richtig lüften spart Energie

Ein dauerhaft gekipptes Fenster im Winter ist eine der teuersten Gewohnheiten: Es tauscht wenig Luft aus, kühlt aber die Wand um das Fenster aus, und der Heizkörper darunter heizt gegen das offene Fenster an. Besser ist Stoßlüften: drei- bis viermal am Tag einige Minuten das Fenster ganz öffnen und dabei das Thermostat zudrehen. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Richtig lüften.

Wärme im Raum halten

  • Rollläden und Vorhänge nachts schließen. Das verringert die Wärmeverluste über das Fenster spürbar, besonders bei älteren Fenstern.
  • Zugluft stoppen. Undichte Fenster mit einem Fensterdichtungsband abdichten, den Spalt unter Außen- und Kellertüren mit einem Zugluftstopper schließen – aber nie in Räumen mit Gastherme oder Kaminofen ohne Rücksprache mit dem Schornsteinfeger.
  • Fensterfolie für alte, einfachverglaste Fenster: Eine Thermofolie oder Luftpolsterfolie schafft ein zusätzliches Luftpolster. Bei moderner Isolierverglasung bringt sie wenig.
  • Türen schließen zwischen unterschiedlich warmen Räumen.
  • Heizkörpernischen an ungedämmten Außenwänden: Eine Dämm- oder Reflexionsplatte hinter dem Heizkörper kann den Wärmeverlust nach außen etwas verringern. Alufolie ist dafür zu dünn und bringt kaum etwas.

Was ein Fachbetrieb tun kann

Beim hydraulischen Abgleich stellt ein Heizungsfachbetrieb die Anlage so ein, dass jeder Heizkörper genau so viel warmes Wasser bekommt, wie er braucht. Heizkörper, die nie richtig warm werden, während andere überheizen, sind ein typisches Zeichen für fehlenden Abgleich. Oft kann danach auch die Vorlauftemperatur gesenkt werden, also die Temperatur des Heizwassers, das in die Heizkörper fließt. Eine alte, ungeregelte Heizungspumpe durch eine moderne Hocheffizienzpumpe zu ersetzen, spart Strom.

Diese Arbeiten gehören in Fachhand. Als Mieter sprechen Sie den Vermieter oder die Hausverwaltung an, wenn Heizkörper ungleichmäßig warm werden oder die Anlage auffällig ist.

Warmwasser nicht vergessen

Warmes Wasser macht einen erheblichen Teil der Energiekosten aus. Kürzer duschen statt baden, ein Sparduschkopf und tropfende Hähne reparieren lassen, spart Wasser und Energie. Die Temperatur eines zentralen Warmwasserspeichers sollten Sie nicht auf eigene Faust stark absenken: Zu niedrige Temperaturen fördern Legionellen. Was zulässig ist, weiß der Heizungsfachbetrieb.

Was nichts oder wenig bringt

  • Salzwasserflasche auf der Heizung: Sie speichert etwas Wärme und gibt sie wieder ab, erzeugt aber keine zusätzliche. Gespart wird nichts.
  • Teelichtofen aus Blumentöpfen: Die Wärme stammt nur von den Kerzen und reicht nicht für einen Raum; dazu kommen Ruß und Brandgefahr.
  • Heizung ganz aus, wenn niemand da ist: Bei kurzer Abwesenheit kostet das Wiederaufheizen ausgekühlter Wände viel Energie, und das Schimmelrisiko steigt.
  • Heizlüfter statt Zentralheizung: Elektrische Direktheizung ist in aller Regel teurer als Gas, Fernwärme oder Wärmepumpe.

Ein Kaminofen spart nur, wenn Holz günstig zu haben ist; Aufstellung und Betrieb klären Sie mit dem Schornsteinfeger. Klimageräte mit Heizfunktion arbeiten als Wärmepumpe und können effizient heizen, ob es sich rechnet, hängt vom Strompreis ab.

Heizkosten sparen als Mieter

Als Mieter haben Sie auf Temperatur, Thermostate, Lüften, freie Heizkörper und Warmwasser vollen Einfluss. Behalten Sie Ihren Verbrauch im Blick: Bei fernablesbaren Zählern bekommen Mieter eine monatliche Verbrauchsinformation. Alles, was die Anlage betrifft – Abgleich, Pumpe, Vorlauftemperatur, undichte Fenster –, ist Sache des Vermieters. Weitere Spartipps rund um den Haushalt stehen im Beitrag Energiesparen im Haushalt.

Häufige Fragen

Wie viel spart ein Grad weniger?

Als verbreiteter Richtwert gelten etwa 6 % Heizenergie je Grad. Der tatsächliche Wert hängt vom Gebäude und der Heizung ab, die Richtung stimmt aber.

Lohnt sich die Nachtabsenkung?

Bei Heizkörpern meist ja, wenn Sie um einige Grad absenken und nicht ganz ausschalten. Bei Fußbodenheizungen bringt sie wenig, weil das System sehr träge ist.

Bringen smarte Thermostate etwas?

Sie senken automatisch ab, wenn niemand da ist oder ein Raum nicht genutzt wird. Wer das bisher nicht getan hat, spart damit; wer schon konsequent von Hand regelt, kaum. Die Einsparung hängt also vom Verhalten ab.

Was können Mieter gegen hohe Heizkosten tun?

Temperatur senken, Thermostate gezielt nutzen, stoßlüften, Heizkörper frei lassen und entlüften, Warmwasser sparen. Für ungleich warme Heizkörper, undichte Fenster oder eine veraltete Anlage ist der Vermieter zuständig.