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Badezimmer-Temperatur: wie warm das Bad sein sollte

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Bad mit frei stehender Wanne und Heizkörper unter dem Fenster
Im Bad darf es etwas wärmer sein als im Rest der Wohnung
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Temperatur im Bad empfohlen wird
  2. Warum das Bad wärmer sein darf als das Wohnzimmer
  3. Nicht dauerhaft auskühlen lassen
  4. Nach dem Duschen: abziehen, lüften, Tür zu
  5. Tür zu – auch zwischen den Duschzeiten
  6. Heizkörper, Handtuchwärmer, Heizlüfter
  7. Typische Irrtümer
  8. Häufige Fragen

Für die Badezimmer-Temperatur gilt ein Richtwert von etwa 22 bis 23 °C, solange das Bad benutzt wird. Damit ist es der wärmste Raum der Wohnung, weil man sich dort unbekleidet und nass aufhält. Zwischen den Nutzungszeiten darf die Temperatur sinken – aber nicht so weit, dass Wände und Fliesen auskühlen. Wie warm, wie lange und wie man danach lüftet, entscheidet darüber, ob das Bad trocken bleibt.

Welche Temperatur im Bad empfohlen wird

Eine gesetzlich festgelegte Wohlfühltemperatur gibt es nicht, wohl aber Richtwerte von Beratungsstellen. Die Beratungsgesellschaft co2online nennt für das Bad 23 °C und bezeichnet es als den wärmsten Raum der Wohnung. Das Umweltbundesamt empfiehlt für den Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 °C, für die Küche 18 °C und für das Schlafzimmer 17 °C; die Verbraucherzentrale spricht allgemein von 18 bis 22 °C für ein behagliches Raumklima. In Ratgebern für Badplanung findet sich häufig die Spanne 22 bis 24 °C.

SituationRichtwertThermostat (ungefähr)
Bad während der Nutzung, morgens und abendsetwa 22–23 °CStufe 3 bis 4
Bad tagsüber, wenn niemand es nutztetwa 18 °CStufe 2 bis 3
nachts und bei Abwesenheitnicht dauerhaft unter etwa 16–18 °Cetwa Stufe 2
Gäste-WC ohne Duscheetwa 18–20 °CStufe 2 bis 3
zum Vergleich: Wohnzimmeretwa 20 °CStufe 3

Die Stufen sind Näherungen. Bei üblichen Thermostatköpfen steht die 3 für etwa 20 °C, jede weitere Stufe für ungefähr drei bis vier Grad mehr. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt der Beitrag Thermostat-Stufen. Verlässlicher als die Zahl am Drehknopf ist ein Thermometer, das in Kopfhöhe an einer Innenwand hängt – nicht über dem Heizkörper und nicht am Fenster.

Warum das Bad wärmer sein darf als das Wohnzimmer

Nasse Haut kühlt durch Verdunstung schnell aus. Bei 20 °C, die im Wohnzimmer bekleidet angenehm sind, friert man nach dem Duschen. Dazu kommt ein bauphysikalischer Grund: Warme Luft nimmt mehr Wasserdampf auf, und warme Oberflächen beschlagen weniger. In einem gut temperierten Bad läuft nach dem Duschen weniger Wasser an Spiegel und Fliesen herunter, und was sich niederschlägt, trocknet schneller ab.

Mehr als nötig sollte es trotzdem nicht sein. Als verbreitete Faustregel gilt, dass jedes Grad weniger Raumtemperatur ungefähr sechs Prozent Heizenergie spart. 25 °C rund um die Uhr sind im Bad daher teurer Luxus; 22 bis 23 °C zu den Zeiten, in denen geduscht wird, reichen den meisten.

Nicht dauerhaft auskühlen lassen

Wer das Bad nur zum Duschen aufheizt und den Heizkörper sonst ganz abdreht, spart am falschen Ende. Entscheidend für Schimmel ist nicht die Lufttemperatur, sondern die Temperatur der Wandoberflächen. Ein ausgekühltes Bad hat kalte Fliesen, eine kalte Außenwand und kalte Fugen. Beim nächsten Duschen kondensiert der Dampf dort sofort, und die Flächen bleiben stundenlang nass.

Die Verbraucherzentrale rät, Räume tagsüber auf mindestens 16 bis 18 °C zu halten, auch wenn sie selten genutzt werden, und warnt vor Temperaturunterschieden von mehr als fünf Grad zwischen Räumen einer Wohnung. Für das Bad heißt das: zwischen den Nutzungszeiten absenken, aber nicht abschalten. co2online nennt als Beispiel 18 °C für die Stunden, in denen das Bad nicht gebraucht wird.

Besonders empfindlich sind Bäder mit Außenwand im unsanierten Altbau, Bäder im Erd- oder Kellergeschoss und Bäder ohne Fenster. Woran Sie erkennen, wo die Feuchte herkommt, steht unter Schimmel im Bad.

Nach dem Duschen: abziehen, lüften, Tür zu

Eine Dusche bringt in wenigen Minuten sehr viel Wasserdampf in einen kleinen Raum. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür eine klare Reihenfolge, die sich im Alltag bewährt:

  1. Tür beim Duschen geschlossen halten. Der Dampf soll im Bad bleiben und nicht in Flur und Schlafzimmer ziehen.
  2. Wasser abziehen. Mit einem Abzieher über Duschwand, Fliesen und Wanne, den Boden trocken wischen. Was im Abfluss landet, muss nicht mehr verdunsten.
  3. Fenster weit öffnen. Stoßlüften, bis der Spiegel wieder klar ist. Im Winter reichen dafür meist wenige Minuten, in der Übergangszeit dauert es länger. Die Tür bleibt dabei zu.
  4. Fenster schließen, Heizung weiterlaufen lassen. Die Restfeuchte auf Fugen und Handtüchern trocknet nur in einem warmen Raum. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt dagegen die Laibung aus.
  5. Nasse Handtücher ausbreiten. Zusammengeknüllt trocknen sie nicht und geben ihre Feuchtigkeit über Stunden ab.

Ob Sie den Thermostat beim kurzen Stoßlüften herunterdrehen, ist bei wenigen Minuten nebensächlich; bei längerem Lüften lohnt es sich, weil der Fühler auf die kalte Luft reagiert und das Ventil sonst voll öffnet.

Im Bad ohne Fenster übernimmt der Lüfter diese Aufgabe, und dort gelten für die Tür etwas andere Regeln. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Bad ohne Fenster.

Tür zu – auch zwischen den Duschzeiten

Die Badtür offen zu lassen, damit die Wärme „mit ins Bad zieht“, klingt sparsam, verschiebt aber nur das Problem. Umgekehrt wird es heikel: Aus dem warmen, feuchten Bad strömt Luft in kühlere Räume und gibt ihr Wasser an der kältesten Stelle ab, oft an der Außenwand im Schlafzimmer. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab, kühle Räume aus wärmeren mitzuheizen. Halten Sie die Badtür geschlossen und heizen Sie das Bad mit seinem eigenen Heizkörper.

Heizkörper, Handtuchwärmer, Heizlüfter

Normaler Heizkörper mit Thermostat. Er reagiert innerhalb einer halben bis ganzen Stunde. Ein programmierbarer Thermostatkopf heizt das Bad vor dem Aufstehen auf und senkt danach ab; das Umweltbundesamt beziffert die Einsparung durch programmierbare Thermostate auf etwa zehn Prozent.

Handtuchheizkörper. Er sieht nach viel Fläche aus, gibt aber weniger Wärme ab als ein Plattenheizkörper gleicher Größe – und noch weniger, wenn er dicht mit Handtüchern behängt ist. Wird das Bad nicht warm, hängen Sie probeweise alles ab. Bleibt er oben kalt, hilft häufig Entlüften.

Fußbodenheizung. Sie ist träge; ein Absenken für wenige Stunden bringt wenig und kommt verspätet an. Hier ist eine gleichmäßige, moderate Einstellung sinnvoller.

Elektrischer Heizlüfter. Für zehn Minuten am Morgen ist er eine vertretbare Ergänzung, als Dauerheizung teuer. Er muss für Feuchträume zugelassen sein und so stehen, dass kein Spritzwasser ihn erreicht; Steckdosenleisten und Verlängerungskabel haben im Bad nichts verloren. Was er kostet, steht unter Heizlüfter: Stromverbrauch.

Typische Irrtümer

  • „Voll aufdrehen macht das Bad schneller warm.“ Nein. Die Stufe legt die Zieltemperatur fest, nicht die Geschwindigkeit. Auf Stufe 5 heizt der Heizkörper nicht schneller, nur länger.
  • „Im Bad wird nur geheizt, wenn jemand duscht.“ Damit bleiben die Wände kalt, und genau dann beschlagen sie.
  • „Fenster nach dem Duschen stundenlang kippen.“ Das tauscht wenig Luft und kühlt die Fensterlaibung aus – ein klassischer Schimmelplatz.
  • „Tür auf, dann trocknet es von selbst.“ Die Feuchte ist dann nicht weg, sondern in der Wohnung.

Häufige Fragen

Wie viel Grad sollte das Badezimmer haben?

Während der Nutzung etwa 22 bis 23 °C. Wer es wärmer mag, kann bis 24 °C gehen; darüber steigen vor allem die Heizkosten.

Welche Stufe am Thermostat ist richtig fürs Bad?

Zwischen 3 und 4. Die 3 steht bei üblichen Thermostatköpfen für etwa 20 °C, die 4 für etwa 24 °C. Messen Sie mit einem Thermometer nach, denn Lage des Heizkörpers und Vorhänge verfälschen die Wirkung.

Sollte man das Bad nachts heizen?

Auf niedriger Stufe ja. Ein Bad, das nachts stark auskühlt, braucht morgens lange und beschlägt beim Duschen stärker. Mehr zur Absenkung steht unter Nachtabsenkung der Heizung.

Ist ein kaltes Bad schlimm, wenn ich gut lüfte?

Lüften allein reicht nicht. Die feuchte Luft kommt beim Duschen schneller, als sie hinausgeht, und schlägt sich an kalten Flächen nieder. Erst Wärme und Lüften zusammen halten das Bad trocken.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Bad normal?

Direkt nach dem Duschen steigt sie kurz sehr hoch. Wichtig ist, dass sie danach zügig wieder in den üblichen Bereich von etwa 40 bis 60 % fällt. Dauert das Stunden, wird zu wenig gelüftet oder zu wenig geheizt. Die Werte für die übrigen Räume ordnet der Beitrag Luftfeuchtigkeit in der Wohnung ein.