Thermostat-Stufen 1 bis 5: welche Temperatur dahintersteckt

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Die Thermostat-Stufen an der Heizung stehen nicht für „wenig“ und „viel“, sondern für Raumtemperaturen: Stufe 3 bedeutet bei den gängigen Thermostatköpfen etwa 20 °C, und von Stufe zu Stufe ändert sich die Zieltemperatur um rund 4 °C. Diese Zuordnung nennen auch die Verbraucherzentralen. Es sind Richtwerte – genau wird es erst mit einem Thermometer im Raum.
Die Tabelle: welche Stufe welche Temperatur bedeutet
| Stellung | Raumtemperatur (Richtwert) | Passt zu |
| Sternchen oder Schneeflocke | etwa 6 °C | Frostschutz in ungenutzten Räumen |
| Stufe 1 | etwa 12 °C | Keller, Treppenhaus, kaum genutzte Nebenräume |
| Stufe 2 | etwa 16 °C | Schlafzimmer (2 bis 2,5), Absenkung bei Abwesenheit |
| Stufe 3 | etwa 20 °C | Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer |
| Stufe 4 | etwa 24 °C | Bad: meist reicht 3 bis 4 |
| Stufe 5 | etwa 28 °C | in Wohnräumen praktisch nie sinnvoll |
Die Skala unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller um ein bis zwei Grad. Welche Temperatur in welchem Zimmer sinnvoll ist, steht ausführlich unter Raumtemperatur.
Was die Striche zwischen den Zahlen bedeuten
Zwischen zwei Ziffern liegen bei den meisten Thermostatköpfen kleine Striche oder Punkte. Bei drei Strichen zwischen zwei Zahlen steht jeder Strich für etwa 1 °C. Der mittlere Strich zwischen 2 und 3 bedeutet also rund 18 °C, der Strich kurz vor der 3 etwa 19 °C. Hat Ihr Kopf nur einen Strich in der Mitte, entspricht er etwa 2 °C.
Damit lässt sich recht fein einstellen: Wem 20 °C im Wohnzimmer zu kühl sind, der dreht einen Strich über die 3 und nicht gleich auf 4. Das lohnt sich, denn jedes Grad weniger Raumtemperatur spart nach der gängigen Faustregel von Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt etwa 6 Prozent Heizenergie.
Sternchen, Schneeflocke, Mond und Sonne
- Sternchen oder Schneeflocke ist die Frostschutzstellung. Das Ventil bleibt zu, bis die Temperatur am Thermostat auf etwa 6 °C fällt, und öffnet dann gerade so weit, dass der Heizkörper nicht einfriert. Das funktioniert nur, wenn die Heizungsanlage läuft.
- Null gibt es nur bei manchen Köpfen. Dort ist das Ventil ganz abgesperrt – ohne Frostschutz. In frostgefährdeten Räumen gehört das Thermostat im Winter nie auf Null.
- Mond und Sonne sind bei einigen Modellen aufgedruckt. Der Mond markiert eine Absenkstellung für die Nacht, meist im Bereich der Stufe 2, die Sonne die Grundeinstellung um Stufe 3.
- Farbige Reiter oder Stifte am Kopf sind Begrenzungen: Mit ihnen lässt sich der Drehbereich nach oben oder unten sperren, etwa im Kinderzimmer.
Warum Stufe 5 nicht schneller heizt
Das ist der häufigste Irrtum. Im Thermostatkopf sitzt ein Fühlerelement, gefüllt mit Flüssigkeit, Gas oder Wachs, das sich bei Wärme ausdehnt. Wird es im Raum wärmer, drückt es auf den Ventilstift und drosselt den Zufluss; wird es kälter, zieht es sich zusammen, und das Ventil öffnet. Die Zahl am Kopf legt nur fest, bei welcher Temperatur das Ventil schließt.
Ist der Raum deutlich kälter als eingestellt, steht das Ventil ganz offen – bei Stufe 3 genauso wie bei Stufe 5. Der Heizkörper wird in beiden Fällen gleich schnell heiß. Der Unterschied zeigt sich erst später: Auf Stufe 3 schließt das Ventil bei etwa 20 °C, auf Stufe 5 heizt es weiter, bis der Raum überheizt ist. Wer dann das Fenster öffnet, hat die Wärme bezahlt und hinausgelüftet. Stellen Sie die gewünschte Temperatur ein und lassen Sie das Thermostat arbeiten.
Aus demselben Grund ist ein lauwarmer oder kalter Heizkörper kein Fehler, wenn der Raum seine Temperatur erreicht hat. Bleibt er dagegen kalt, obwohl das Zimmer kühl ist, hilft der Beitrag Heizkörper wird nicht warm.
Warum die Stufe nicht immer stimmt
Das Thermostat misst die Temperatur dort, wo es sitzt – nicht in der Raummitte. Mehrere Dinge verfälschen den Wert:
- Verdeckter Fühler. Hängt ein langer Vorhang über dem Kopf oder steht ein Möbelstück davor, staut sich die Wärme. Das Thermostat „glaubt“, der Raum sei warm, und schließt zu früh. Mehr dazu unter Sofa vor der Heizung.
- Heizkörpernische und Fensterbank. Unter einer tiefen Fensterbank oder in einer Nische ist es am Kopf wärmer als im Zimmer. Abhilfe schafft ein Thermostat mit Fernfühler, der an einem Kabel oder Kapillarrohr etwas abseits misst.
- Zugluft und Sonne. Kalte Luft vom gekippten Fenster lässt das Ventil voll öffnen; direkte Sonne auf dem Kopf schließt es.
- Alter. Nach vielen Jahren reagieren Fühlerelemente träger und ungenauer. Wann sich ein neuer Kopf lohnt und wie der Tausch geht, steht unter Thermostat wechseln.
Prüfen können Sie das mit einem einfachen Raumthermometer: in Sitzhöhe an einer Innenwand aufstellen, nicht über dem Heizkörper, nach ein bis zwei Stunden ablesen und die Stufe danach nachstellen. Welche Zahl am Ende auf dem Kopf steht, ist dann nebensächlich.
Welche Stufe für welchen Raum
Als Ausgangspunkt gilt: Wohnräume auf 3, Schlafzimmer zwischen 2 und 3, Bad zwischen 3 und 4, Küche knapp unter 3, weil Herd und Kühlschrank mitheizen. Weniger genutzte Räume sollten nicht dauerhaft unter etwa 16 °C fallen, also nicht unter Stufe 2 – an kalten Wänden schlägt sich sonst Feuchtigkeit nieder, und das begünstigt Schimmel. Halten Sie Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen.
Beim Stoßlüften drehen Sie das Thermostat für die paar Minuten zu, sonst öffnet es wegen der einströmenden Kaltluft voll. Für die Nacht und für Abwesenheiten gelten eigene Empfehlungen: Nachtabsenkung der Heizung und Heizung im Urlaub.
Elektronische Thermostate: Grad statt Stufen
Programmierbare und funkgesteuerte Thermostatköpfe zeigen die Zieltemperatur direkt in Grad Celsius an und stellen den Ventilstift mit einem kleinen Motor. Das Prinzip bleibt dasselbe: Auch sie messen am Heizkörper und regeln auf einen Sollwert. Der Vorteil liegt in den Zeitprogrammen – die Absenkung nachts und während der Arbeitszeit geschieht von allein.
Häufige Fragen
Wie viel Grad hat Stufe 3 an der Heizung?
Etwa 20 °C. Das ist bei den verbreiteten Thermostatköpfen die Grundeinstellung und bei vielen Modellen eigens markiert. Je nach Hersteller und Einbausituation weicht der tatsächliche Wert um ein bis zwei Grad ab.
Welche Stufe entspricht 18 Grad?
Die Mitte zwischen 2 und 3, bei drei Zwischenstrichen also der mittlere Strich. Das ist ein üblicher Wert für das Schlafzimmer.
Wird die Heizung auf Stufe 5 schneller warm?
Nein. Solange der Raum kälter ist als eingestellt, ist das Ventil bei jeder höheren Stufe voll geöffnet. Stufe 5 sorgt nur dafür, dass weitergeheizt wird, wenn es längst warm genug ist.
Auf welche Stufe stelle ich die Heizung nachts?
Meist genügt es, um etwa eine Stufe zurückzudrehen, also von 3 auf 2. Tiefer als etwa 16 °C sollte die Raumtemperatur in bewohnten Räumen nicht fallen.
Das Thermostat steht auf 3, aber es wird nicht warm – woran liegt das?
Häufig ist der Fühler verdeckt, der Ventilstift klemmt oder es ist Luft im Heizkörper. Prüfen Sie zuerst, ob der Kopf frei liegt, und dann den Stift – die Handgriffe stehen unter Heizkörperventil klemmt.



