Plastikdosen in der Mikrowelle: was geeignet ist

Inhalt7 Abschnitte
Tupperware darf in die Mikrowelle, wenn die jeweilige Dose dafür gekennzeichnet ist – und nur dann. Das gilt für alle Kunststoffdosen, egal von welchem Hersteller: Manche Serien sind zum Erwärmen gemacht, andere nur zum Aufbewahren und Einfrieren. Entscheidend sind das Mikrowellen-Symbol auf dem Boden und die Temperatur- oder Wattangabe dazu.
Woran Sie eine geeignete Dose erkennen
Drehen Sie die Dose um. Auf dem Boden sind die Symbole eingeprägt, oft klein und gegen das Licht besser zu lesen. Das Mikrowellen-Zeichen ist nicht genormt, sieht aber fast immer ähnlich aus: ein Rechteck oder Quadrat, das ein Gerät andeutet, mit zwei oder drei waagerechten Wellenlinien darin. Manchmal steht ein Teller unter den Wellen, manchmal das Wort „micro“ oder eine Zahl wie „max. 600 W“ oder „100 °C“ daneben.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass das Symbol allein noch nicht sagt, wie heiß und wie lange die Dose erhitzt werden darf. Diese Angaben stehen meist nur auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Wer die nicht mehr hat, findet sie in der Regel auf der Internetseite des Herstellers unter dem Namen der Serie.
Nicht verwechseln: Das Dreieck aus drei Pfeilen mit einer 5 und den Buchstaben PP ist nur die Materialkennzeichnung. Es sagt, woraus die Dose besteht, nicht, dass sie für die Mikrowelle freigegeben ist. Auch das Glas-Gabel-Symbol (lebensmittelgeeignet) und die Schneeflocke (gefriergeeignet) sind keine Mikrowellen-Freigabe. Was die Zeichen für die Spülmaschine bedeuten, steht unter Spülmaschinenfest: Zeichen.
Welcher Kunststoff was aushält
Mikrowellengeschirr aus Kunststoff besteht nach Angaben der Verbraucherzentrale fast immer aus Polypropylen. Dessen Dauereinsatztemperatur liegt zwischen 0 und 100 °C; ab etwa 110 °C wird es weich. Zusätze können den Bereich verschieben, deshalb sind manche Gefäße nur bis 80 °C freigegeben, andere kurzzeitig bis 140 °C.
| Material oder Gefäß | In die Mikrowelle? | Hinweis |
| Dose aus Polypropylen (PP) mit Mikrowellen-Symbol | ja | zum Erwärmen; Temperatur- und Wattangabe des Herstellers einhalten |
| Dose aus PP ohne Mikrowellen-Symbol | besser nicht | für Kühlschrank und Gefrierfach gemacht; Verhalten bei Hitze unklar |
| Geschirr aus Melaminharz, auch „Bambusgeschirr“ mit Kunststoffanteil | nein | gibt bei Hitze Melamin und Formaldehyd ab |
| Joghurt- und Margarinebecher, Eisdosen | nein | Einwegverpackungen für kalte Lebensmittel; verformen sich |
| Schalen vom Lieferdienst, Styroporboxen | nein, außer mit Kennzeichnung | Speisen umfüllen |
| Schale eines Fertiggerichts | ja, wenn die Packung es angibt | für einmaliges Erhitzen nach Anleitung gedacht, nicht zum Wiederverwenden |
| Glas, Porzellan, Keramik ohne Metalldekor | ja | die unkomplizierte Wahl für alles Fettige und für lange Garzeiten |
Warum Fett, Zucker und Tomatensoße Dosen ruinieren
Wasser wird in der Mikrowelle nicht heißer als 100 °C. Fett und Zucker schon: Öl, Käse, Speck, Bratensoße, Karamell oder Marmelade erreichen deutlich höhere Temperaturen, und zwar punktuell. Die Verbraucherzentrale spricht von „Hot Spots“. An diesen Stellen wird die Dosenwand weich, es entstehen kleine Krater oder raue, weißliche Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen.
Dasselbe passiert typischerweise bei Tomatensoße, Chili und Currys: Der Rand, an dem fettige Soße antrocknet, wird überhitzt. Zusätzlich lagert sich der rote Farbstoff im Kunststoff ein. Die Verfärbung ist ein Schönheitsfehler, die aufgeraute Oberfläche dagegen ein Grund, die Dose auszusortieren.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Kunststoffdosen sind zum Aufwärmen da, nicht zum Kochen. Suppe, Gemüse, Reis und Nudeln lassen sich gut darin erwärmen. Fettige, käselastige und stark zuckerhaltige Speisen füllen Sie besser in ein Glas- oder Porzellangefäß um.
So erwärmen Sie richtig
- Mittlere Leistung wählen. Fehlt eine Wattangabe auf der Dose, stellen Sie das Gerät nicht auf die höchste Stufe. Bei mittlerer Leistung taktet die Mikrowelle, und die Wärme verteilt sich in den Pausen.
- Deckel lösen. Nur lose auflegen oder das Dampfventil öffnen. Ein dicht verschlossener Deckel kann sich festsaugen, verziehen oder beim Öffnen heißen Dampf freigeben. Verbietet der Hersteller den Deckel in der Mikrowelle, decken Sie mit einem Porzellanteller ab.
- Zwischendurch umrühren. Das verhindert heiße Stellen an Rand und Boden und kalte in der Mitte.
- Nicht leer und nicht fast leer erhitzen. Kleine Mengen überhitzen schnell.
- Beim Öffnen wegdrehen. Den Deckel von sich weg anheben; der Dampf ist heißer, als die Dose sich anfühlt.
Tiefgefrorenes in der Dose tauen Sie am schonendsten mit der Auftaustufe an und rühren um, sobald es sich lösen lässt. Weitere Wege stehen unter Lebensmittel auftauen.
Was nicht in die Mikrowelle gehört
Melamin. Buntes, hartes, leichtes Kunststoffgeschirr – Kinderteller, Campinggeschirr, viele Kochlöffel – besteht häufig aus Melaminharz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon ab, es zum Kochen oder in der Mikrowelle zu verwenden: Oberhalb von etwa 70 °C können Melamin und Formaldehyd in gesundheitlich bedenklichen Mengen in das Essen übergehen, besonders bei sauren Speisen. Als Essgeschirr für fertige, auch warme Speisen bleibt es nach dieser Bewertung nutzbar. Dasselbe gilt für sogenanntes Bambusgeschirr, das Bambusfasern in einem Melaminharz bindet.
Einwegverpackungen. Joghurtbecher, Margarinedosen und Eisboxen sind für kalte Lebensmittel ausgelegt. Sie verformen sich, und wie sich das Material bei Hitze verhält, hat niemand für diesen Zweck geprüft.
Beschädigte Dosen. Risse, Krater, klebrige oder raue Stellen sind ein Zeichen, dass das Material gelitten hat. Die Verbraucherzentrale rät, solches Mikrowellengeschirr nicht weiter zu benutzen. Zum Aufbewahren trockener Vorräte taugt es noch.
Metall an der Dose. Clips mit Metallfeder, Deckel mit Aluminiumeinlage oder Reste einer Siegelfolie können Funken schlagen; mehr dazu unter Alufolie in der Mikrowelle.
Die unkomplizierte Alternative
Wer regelmäßig Vorgekochtes aufwärmt, ist mit Glasdosen mit Deckel am besten bedient: Glas nimmt weder Farbe noch Geruch an, verträgt Fett und Zucker und kann vom Kühlschrank direkt in die Mikrowelle. Nur der Kunststoffdeckel bleibt beim Erhitzen lose obenauf oder ganz weg. Zum Abdecken eignet sich außerdem eine Mikrowellenhaube oder ein umgedrehter Teller – und statt Folie, siehe Frischhaltefolie in der Mikrowelle. Wie lange Vorgekochtes überhaupt hält, steht unter Reste aufbewahren.
Häufige Fragen
Darf jede Tupperdose in die Mikrowelle?
Nein. Der Hersteller hat Serien für die Mikrowelle und Serien, die nur zum Aufbewahren gedacht sind. Maßgeblich ist das Wellen-Symbol auf dem Boden der einzelnen Dose; fehlt es, bleibt sie draußen.
Meine Dose ist nach der Mikrowelle verformt – kann ich sie weiter benutzen?
Zum Erhitzen nicht mehr. Der Kunststoff war über seiner Belastungsgrenze, der Deckel schließt meist ohnehin nicht mehr dicht.
Darf der Deckel beim Erwärmen drauf bleiben?
Lose aufgelegt oder mit geöffnetem Ventil ja, sofern der Hersteller den Deckel für die Mikrowelle freigibt. Fest verschlossen nie.
Gehen aus Plastikdosen in der Mikrowelle Schadstoffe ins Essen?
Dosen, die als mikrowellengeeignet verkauft werden, müssen die Vorgaben für Lebensmittelkontakt unter den angegebenen Bedingungen einhalten. Das setzt voraus, dass Sie Temperatur und Leistung nicht überschreiten und beschädigte Dosen aussortieren. Wer jedes Restrisiko meiden möchte, erwärmt in Glas oder Porzellan.
Kann ich Babynahrung in Kunststoff erwärmen?
In dafür gekennzeichneten Gefäßen ist das zulässig. Viele Eltern nehmen der Einfachheit halber Glas. Wichtiger ist das Umrühren und Prüfen der Temperatur, weil Mikrowellen ungleichmäßig erhitzen.



