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Frischhaltefolie in der Mikrowelle: darf man das?

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Schachtel mit einer Rolle Frischhaltefolie
In die Mikrowelle darf nur Folie, die dafür ausgewiesen ist
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was auf der Packung stehen muss
  2. Warum die Folie das Essen nicht berühren darf
  3. So decken Sie richtig ab
  4. Wofür die Folie taugt und wofür nicht
  5. Verpackungsfolien aus dem Supermarkt
  6. Was besser abdeckt als Folie
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Frischhaltefolie dürfen Sie in der Mikrowelle nur verwenden, wenn der Hersteller sie dafür ausweist – das steht auf der Packung, meist als Symbol mit Wellenlinien oder als Satz wie „für die Mikrowelle geeignet“. Auch dann gilt: Die Folie deckt das Gefäß ab, liegt aber nicht auf dem Essen, und der Dampf braucht einen Ausgang. Fehlt die Kennzeichnung, nehmen Sie einen Teller.

Was auf der Packung stehen muss

Die Folie selbst trägt kein Zeichen, alle Angaben stehen auf dem Karton. Suchen Sie nach drei Dingen:

  • Mikrowellen-Hinweis. Ein Symbol mit Wellenlinien oder ein ausdrücklicher Satz. Fehlt beides, ist die Folie nur zum Abdecken und Einwickeln im Kühlschrank gedacht.
  • Temperaturangabe. Häufig steht eine Höchsttemperatur dabei. Sie liegt bei Haushaltsfolien nicht weit über der von kochendem Wasser – ein Hinweis darauf, wie wenig Reserve vorhanden ist.
  • Einschränkungen. Typisch sind Sätze wie „nicht in direktem Kontakt mit dem Lebensmittel erhitzen“, „nicht für fetthaltige Lebensmittel“ oder „nicht im Backofen oder unter dem Grill verwenden“. Diese Einschränkungen sind Teil der Zulassung für den Lebensmittelkontakt und keine bloße Vorsichtsfloskel.

Auf vielen Packungen steht auch das Material. Die meisten Haushaltsfolien bestehen heute aus Polyethylen (PE), das ohne Weichmacher dehnbar ist. Folien aus PVC brauchen Weichmacher, um weich zu sein; sie kommen vor allem im Handel und an der Frischetheke vor. Wärme und Fett fördern den Übergang solcher Stoffe in Lebensmittel. Eine PVC-Folie ohne ausdrückliche Mikrowellen-Freigabe hat im Gerät deshalb nichts verloren.

Warum die Folie das Essen nicht berühren darf

Wasserhaltige Speisen werden in der Mikrowelle kaum heißer als 100 °C. Fett und Zucker schon. Käse, Speck, Bratensoße, Öl oder eine süße Glasur erreichen punktuell deutlich höhere Temperaturen; die Verbraucherzentrale weist beim Thema Mikrowellengeschirr eigens darauf hin, dass fett- und zuckerhaltige Lebensmittel heißer werden als erwartet.

Liegt die Folie an solchen Stellen auf, passiert zweierlei: Sie wird weich, schrumpft und kann am Essen festschmelzen. Und je heißer und fetter die Kontaktfläche, desto eher gehen Bestandteile der Folie auf das Lebensmittel über. Deshalb gehört zwischen Speise und Folie immer ein Luftraum – zwei, drei Zentimeter genügen. Nehmen Sie eine Schüssel, die hoch genug ist, oder füllen Sie sie weniger voll.

So decken Sie richtig ab

  1. Hohes Gefäß wählen. Glas oder Porzellan, in dem das Essen deutlich unter dem Rand bleibt.
  2. Folie locker über den Rand spannen. Nicht nach innen drücken und nicht um das Lebensmittel wickeln.
  3. Dampfausgang lassen. Eine Ecke zwei Fingerbreit offen lassen oder die Folie mit einer Gabel ein paarmal einstechen. Dicht verschlossen bläht sie sich auf, platzt oder saugt sich beim Abkühlen in die Schüssel.
  4. Mittlere Leistung, kurze Zeit. Erwärmen in Abschnitten und zwischendurch umrühren; bei mittlerer Stufe verteilt sich die Wärme, statt sich an einer Stelle zu stauen.
  5. Von sich weg öffnen. Die Folie an der vom Körper abgewandten Seite anheben. Der Dampf darunter verbrüht Finger und Gesicht schneller, als man erwartet.
  6. Folie entsorgen. Erhitzte Folie nicht ein zweites Mal verwenden.

Wofür die Folie taugt und wofür nicht

AnwendungMit mikrowellengeeigneter Folie?Hinweis
Suppe, Gemüse, Reis, Nudeln erwärmenjamit Abstand zur Speise und Dampfausgang
Gemüse mit etwas Wasser dämpfenjaFolie einstechen, vorsichtig öffnen
Auftauen bei niedriger LeistungjaKontakt zum Lebensmittel trotzdem vermeiden
Käse überbacken, Speck, Fettiges, Karamellneinwird zu heiß; Teller oder Haube nehmen
Lebensmittel direkt einwickeln und erhitzenneinFolie schmilzt am Essen fest
Kombibetrieb mit Grill, Heißluft oder Crisp-PlatteneinTemperaturen wie im Backofen
Folie ohne Mikrowellen-Hinweis, Folie von Käse- oder Fleischpackungenneinvor dem Erhitzen entfernen

Verpackungsfolien aus dem Supermarkt

Die Folie um die Gurke, die Hülle der Käsescheiben oder die Stretchfolie auf der Fleischschale sind etwas anderes als die Rolle aus der Küchenschublade. Sie sind für die Kühlkette gemacht. Nehmen Sie sie ab, bevor etwas in die Mikrowelle kommt, auch beim Auftauen. Wie Sie Gefrorenes schonend auftauen, steht unter Lebensmittel auftauen.

Eine Ausnahme sind Fertiggerichte, deren Packung das Erhitzen samt Folie vorsieht. Dort steht genau, ob die Siegelfolie eingestochen, ein Stück abgezogen oder ganz entfernt werden soll, und bei wie viel Watt wie lange erhitzt wird. Halten Sie sich daran – Schale und Folie sind für genau diese Bedingungen geprüft, nicht für mehr.

Was besser abdeckt als Folie

Abdecken hat in der Mikrowelle zwei Zwecke: Es hält die Feuchtigkeit im Essen und die Spritzer vom Garraum fern. Beides geht ohne Folie.

  • Umgedrehter Teller. Ein flacher Porzellanteller auf der Schüssel ist die einfachste Lösung. Er wird heiß, also mit Topflappen abnehmen.
  • Mikrowellenhaube. Eine wiederverwendbare Abdeckhaube für die Mikrowelle hat Dampflöcher und passt über Teller. Sie besteht meist aus Polypropylen; es gelten dieselben Grenzen wie für Dosen aus diesem Material.
  • Glasdeckel oder Glasdose. Der Deckel liegt lose auf. Welche Dosen sich eignen, steht unter Plastikdosen in der Mikrowelle.
  • Küchenpapier. Ein Blatt über dem Teller fängt Spritzer ab, etwa bei Würstchen. Für lange Garzeiten ist es nicht gedacht, und bedrucktes oder Recyclingpapier bleibt draußen.

Alufolie ist kein Ersatz. Sie schirmt die Mikrowellen ab und kann Funken schlagen; die Einzelheiten stehen unter Alufolie in der Mikrowelle. Wer Spritzer vermeidet, spart sich übrigens einen Teil der Arbeit, die unter Mikrowelle reinigen beschrieben ist.

Typische Fehler

  • Irgendeine Folie nehmen. Ohne Hinweis auf der Packung ist sie nicht für Hitze freigegeben.
  • Folie aufs Essen drücken. Gerade bei Aufläufen und Käse die sicherste Art, sie festzuschmelzen.
  • Dicht verschließen. Der Dampf hebt die Folie an oder lässt sie platzen.
  • Volle Leistung über Minuten. Heiße Stellen entstehen am Rand, wo die Folie aufliegt.
  • Folie im Kombigerät vergessen. Sobald Grill oder Heißluft zugeschaltet sind, schmilzt sie.

Häufige Fragen

Ist Frischhaltefolie in der Mikrowelle giftig?

Eine als mikrowellengeeignet gekennzeichnete Folie ist für diese Verwendung geprüft – unter den Bedingungen, die auf der Packung stehen. Wird sie zu heiß oder liegt sie auf fettem Essen, sind diese Bedingungen verlassen. Dann können Stoffe aus der Folie übergehen. Mit Abstand zur Speise und kurzer Erwärmung bleiben Sie im vorgesehenen Rahmen.

Die Folie ist geschmolzen – kann ich das Essen noch essen?

Die Stellen, an denen Folie klebt oder hineingelaufen ist, großzügig entfernen. Hat sich die Folie in der ganzen Speise verteilt, etwa in einer Soße, werfen Sie die Portion weg.

Schmilzt Frischhaltefolie in der Mikrowelle?

Die Mikrowellen selbst erwärmen die Folie kaum. Heiß wird sie durch den Dampf und durch Kontakt mit heißem Essen oder dem Gefäßrand. Über wasserhaltigen Speisen hält geeignete Folie stand, an Fett und Zucker nicht.

Darf Frischhaltefolie in den Backofen oder die Heißluftfritteuse?

Nein. Die Temperaturen dort liegen weit über dem, was Haushaltsfolie aushält. Im Ofen deckt man mit einem Deckel oder mit Alufolie ab, siehe Alufolie im Backofen.

Kann ich statt Folie einen Gefrierbeutel nehmen?

Nur, wenn die Packung ihn für die Mikrowelle ausweist. Viele Gefrierbeutel sind zum Auftauen bei niedriger Leistung freigegeben, nicht zum Erhitzen. Den Verschluss dabei öffnen.