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Neuen Backofen einbrennen: so geht das erste Aufheizen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Neuer Edelstahlherd in einer hellen Küche
Vor dem ersten Braten wird ein neuer Ofen einmal leer aufgeheizt
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum ein neuer Backofen beim ersten Aufheizen riecht
  2. Vorbereitung: erst ausräumen, dann auswischen
  3. Leer aufheizen: so gehen Sie vor
  4. Welche Temperatur und wie lange?
  5. Was beim Einbrennen normal ist – und was nicht
  6. Lüften, Kinder, Haustiere
  7. Sonderfälle: Dampf, Pyrolyse, Backstein und neue Bleche
  8. Das erste Mal backen
  9. Häufige Fragen

Einen neuen Backofen einbrennen bedeutet, ihn vor dem ersten Gebrauch einmal leer und bei hoher Temperatur aufzuheizen. Dabei verflüchtigen sich Rückstände aus der Fertigung, die sonst beim ersten Kuchen riechen würden. Nötig sind dafür eine halbe bis ganze Stunde, ein offenes Fenster und die Anleitung Ihres Geräts – denn Temperatur und Dauer gibt der Hersteller vor.

Warum ein neuer Backofen beim ersten Aufheizen riecht

Im Garraum eines fabrikneuen Ofens sitzen Reste von Schutzölen und Fetten auf den Metallteilen, dazu Ausdünstungen aus Dämmung und Dichtungen und Staub aus Lager und Transport. Bei der ersten starken Erhitzung verdampfen diese Stoffe. Das riecht unangenehm, manchmal steigt leichter Dunst auf. Die Hersteller bezeichnen diesen Neugeruch als normal und empfehlen deshalb das erste Aufheizen ohne Lebensmittel.

Wer es auslässt, riskiert keinen Schaden am Gerät. Der Geruch entsteht dann aber beim ersten Braten oder Backen, und er kann auf das Essen übergehen. Das Einbrennen kostet wenig Mühe und erspart diese Enttäuschung.

Vorbereitung: erst ausräumen, dann auswischen

  1. Anleitung aufschlagen. Suchen Sie den Abschnitt „Vor dem ersten Gebrauch“ oder „Erste Inbetriebnahme“. Dort stehen Heizart, Temperatur und Dauer für Ihr Modell.
  2. Garraum vollständig leeren. Karton, Styroporkeile, Kabelbinder, Beutel mit Zubehör und die Unterlagen herausnehmen. Sehen Sie auch unter das Backblech und in die Bodenschublade.
  3. Folien und Aufkleber abziehen. Schutzfolien an Blende, Tür und Edelstahlflächen entfernen, ebenso Klebepunkte im Innenraum. Das Typenschild bleibt natürlich, wo es ist.
  4. Garraum feucht auswischen. Mit einem weichen Tuch und warmem Wasser mit etwas Spülmittel, danach mit klarem Wasser nachwischen und trocknen. Keine Scheuermittel und kein Backofenspray.
  5. Zubehör spülen. Bleche, Rost und Fettpfanne von Hand mit Spülmittel abwaschen und abtrocknen.
  6. Uhr und Grundeinstellungen setzen. Viele Geräte verlangen beim ersten Einschalten Sprache, Uhrzeit und manchmal die Wasserhärte, bevor eine Heizart startet.

Der elektrische Anschluss muss zu diesem Zeitpunkt erledigt sein. Einen Backofen mit Stecker schließen Sie selbst an eine geeignete Steckdose an; ein Herd oder Backofen für den festen Herdanschluss wird von einer Elektrofachkraft angeschlossen.

Leer aufheizen: so gehen Sie vor

  1. Lüften vorbereiten. Küchenfenster weit öffnen, die Tür zum Rest der Wohnung schließen. Eine Ablufthaube darf mitlaufen.
  2. Zubehör nach Anleitung. Viele Hersteller verlangen einen leeren Garraum, andere lassen Bleche und Rost mit aufheizen. Steht nichts dazu in der Anleitung, heizen Sie leer auf – das abgewaschene Zubehör braucht kein Einbrennen.
  3. Heizart und Temperatur einstellen. Meist Ober-/Unterhitze oder Heißluft bei hoher Temperatur, genau so, wie die Anleitung es nennt.
  4. Tür geschlossen halten und die Zeit laufen lassen. Bleiben Sie in der Wohnung und sehen Sie zwischendurch nach dem Ofen.
  5. Abkühlen lassen. Ausschalten, Tür einen Spalt öffnen und weiter lüften.
  6. Noch einmal auswischen. Den abgekühlten Garraum mit einem feuchten Tuch auswischen und trocknen. Danach ist der Ofen einsatzbereit.

Welche Heizart sich hinter welchem Zeichen verbirgt, erklärt der Beitrag Backofen-Symbole.

Welche Temperatur und wie lange?

Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Die Angaben der Hersteller ähneln sich aber im Grundsatz: hohe Temperatur, leerer Garraum, begrenzte Zeit. Als Anhaltspunkte, wie unterschiedlich das im Einzelnen ausfällt:

Hersteller (laut eigener Service-Information)Heizart und TemperaturDauer
BoschOber-/Unterhitze, 250 °C30 Minuten
NeffOber-/Unterhitze, 240 °C1 Stunde
Samsunghöchste Temperaturetwa 20 Minuten

Diese Werte stammen aus allgemeinen Hinweisen der Hersteller und können je nach Modell abweichen. Maßgeblich ist die Gebrauchsanleitung Ihres Geräts. Fehlt sie, finden Sie sie über die Modellnummer auf der Internetseite des Herstellers; die Nummer steht auf dem Typenschild im Türrahmen.

Länger oder heißer als angegeben aufzuheizen bringt keinen Vorteil. Ist der Geruch nach dem ersten Durchgang noch deutlich, wiederholen Sie ihn lieber einmal.

Was beim Einbrennen normal ist – und was nicht

Normal sind ein deutlicher, technischer Geruch, etwas feiner Dunst in den ersten Minuten, leises Knacken beim Aufheizen und Abkühlen (das Metall dehnt sich aus) und ein Kühlgebläse, das nach dem Ausschalten noch eine Weile weiterläuft.

Nicht normal ist Folgendes:

  • Stechender Geruch nach verschmortem Kunststoff. Fast immer ist dann ein Stück Verpackung, eine Folie oder ein Styroporteil im Garraum geblieben. Sofort ausschalten, abkühlen lassen, alles absuchen.
  • Dichter Rauch. Ausschalten, Tür geschlossen lassen, lüften. Nach dem Abkühlen nach der Ursache suchen.
  • Sicherung oder FI-Schalter löst aus. Nicht mehrfach wieder einschalten, sondern den Händler oder den Kundendienst anrufen. Hinweise zum Eingrenzen gibt der Beitrag Sicherung fliegt raus.
  • Der Ofen wird nicht heiß. Prüfen Sie Uhr, Kindersicherung und einen möglichen Vorführmodus; mehr dazu unter Backofen heizt nicht.

Ein Rauchmelder in oder neben der Küche kann beim Einbrennen anschlagen. Schließen Sie die Küchentür und lüften Sie nach draußen; abmontieren sollten Sie ihn dafür nicht.

Lüften, Kinder, Haustiere

Die Dämpfe sind lästig und können Augen und Atemwege reizen. Halten Sie Kinder aus der Küche fern, solange es riecht – auch weil Tür und Scheibe außen heiß werden. Haustiere gehören ebenfalls in einen anderen Raum. Das gilt besonders für Vögel, die auf Dämpfe aus stark erhitzten Geräten sehr empfindlich reagieren; stellen Sie den Käfig in ein entferntes Zimmer mit geschlossener Tür. Wer empfindliche Atemwege hat, überlässt das Einbrennen besser jemand anderem oder verlässt die Küche, während der Ofen läuft.

Nach dem Abkühlen noch eine Weile querlüften, dann ist der Geruch in der Regel verflogen.

Sonderfälle: Dampf, Pyrolyse, Backstein und neue Bleche

Dampfbacköfen und Kombigeräte. Sie verlangen bei der Inbetriebnahme oft zusätzliche Schritte, etwa das Einstellen der Wasserhärte, ein Spülen des Wassersystems oder eine Kalibrierung. Die Anleitung führt durch diese Schritte; überspringen Sie sie nicht.

Pyrolyse. Die Selbstreinigung ist kein Ersatz für das erste Aufheizen und dafür auch nicht gedacht. Sie arbeitet mit deutlich höheren Temperaturen und ist für eingebrannte Rückstände da. Wie sie funktioniert, lesen Sie unter Pyrolyse im Backofen.

Katalytische Auskleidung. Raue, matte Seitenwände oder Rückwände mit selbstreinigender Beschichtung nur mit Wasser und weichem Tuch abwischen, nie mit Scheuermitteln.

Neue Bleche, Backsteine und Auszüge. Zubehör, das Sie später dazukaufen, waschen Sie vor dem ersten Gebrauch ab. Pizzasteine und unbeschichtete Bleche haben eigene Hinweise des Herstellers, zum Beispiel langsames Aufheizen beim ersten Mal.

Das erste Mal backen

Auch nach dem Einbrennen kann der Ofen bei den ersten zwei, drei Einsätzen noch leicht riechen, vor allem wenn er eine höhere Temperatur oder eine andere Heizart erreicht als beim ersten Aufheizen. Das gibt sich. Beginnen Sie mit etwas Unempfindlichem wie einem Blech Ofengemüse oder Aufbackbrötchen und nicht gleich mit dem Festtagsbraten.

Neue Öfen backen oft anders als das alte Gerät – meist genauer und gleichmäßiger. Halten Sie sich anfangs an die untere Grenze der Zeitangaben im Rezept und schauen Sie früh nach. Welche Heizart wofür taugt, steht unter Ober-/Unterhitze oder Umluft. Und damit der Garraum lange so aussieht wie jetzt: Spritzer nach dem Abkühlen gleich wegwischen; alles Weitere finden Sie unter Backofen reinigen.

Häufige Fragen

Muss man einen neuen Backofen wirklich einbrennen?

Vorgeschrieben ist es nicht, aber die Hersteller empfehlen es. Ohne das erste Aufheizen entsteht der Neugeruch beim ersten Backen und kann sich auf das Essen übertragen.

Wie lange dauert das Einbrennen?

Je nach Hersteller etwa 20 Minuten bis eine Stunde bei hoher Temperatur, dazu die Zeit zum Abkühlen und Lüften. Die genaue Angabe steht in der Anleitung.

Sind die Dämpfe beim ersten Aufheizen gefährlich?

Die Hersteller stufen den Neugeruch als normale Begleiterscheinung ein. Unangenehm und reizend können die Dämpfe trotzdem sein. Lüften Sie gründlich und halten Sie Kinder, empfindliche Personen und Haustiere fern.

Kommen Backblech und Rost beim Einbrennen mit in den Ofen?

Das regelt die Anleitung unterschiedlich. Viele Hersteller verlangen einen leeren Garraum. Abgewaschen werden sollte das Zubehör in jedem Fall.

Der Backofen riecht nach dem Einbrennen immer noch – was tun?

Wiederholen Sie das Aufheizen einmal und lüften Sie gut. Riecht es nach Kunststoff, suchen Sie nach übersehenen Folien oder Verpackungsresten, auch hinter den Einhängegittern. Hält ein auffälliger Geruch über mehrere Einsätze an, wenden Sie sich an den Händler.