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Flecken aus der Matratze entfernen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Helle gesteppte Matratze mit Kopfkissen und Teddybär
Matratzen nur sparsam befeuchten, was tief einsickert, trocknet tagelang und kann schimmeln
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Matratzen so empfindlich sind
  2. Zuerst den Bezug prüfen
  3. Grundanleitung für frische Flecken
  4. Urin: kalt, schnell und mit Enzymen
  5. Blut: nur kaltes Wasser
  6. Gelbe und braune Flecken
  7. Richtig trocknen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Flecken aus der Matratze gehen mit wenig Wasser, viel Geduld und dem richtigen Mittel für den jeweiligen Fleck heraus. Frisches saugen Sie sofort mit Tüchern auf, dann tupfen Sie mit einer milden Lösung und nehmen die Feuchtigkeit gleich wieder ab. Das Wichtigste ist nicht das Mittel, sondern die Trocknung: Eine durchnässte Matratze wird schnell zum Problem, weil sich im Inneren Schimmel bilden kann.

Warum Matratzen so empfindlich sind

Eine Matratze ist im Grunde ein großer Schwamm. Kaltschaum und Viskoschaum saugen Flüssigkeit auf und geben sie nur sehr langsam wieder ab, Federkernmatratzen haben dicke Polsterlagen aus Vlies oder Watte, Latex ist dicht und trocknet ebenfalls schlecht. Was durch den Bezug in den Kern gelangt, bleibt dort oft tagelang feucht. Daraus werden Stockflecken, muffiger Geruch und im schlimmsten Fall Schimmel, der die Matratze unbrauchbar macht.

Deshalb gilt bei allen Flecken: nur so viel Flüssigkeit, wie Sie auch wieder herausbekommen. Lieber mehrmals mit wenig Lösung tupfen als einmal kräftig einsprühen.

Zuerst den Bezug prüfen

Viele Matratzen haben einen abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss. Laut Etikett darf er oft bei 40 oder 60 °C in die Maschine – das ist die gründlichste und sicherste Lösung. Große Bezüge passen allerdings nicht immer in eine normale Trommel; dann ist ein Waschsalon mit großer Maschine eine Möglichkeit. Nach dem Waschen den Bezug an der Luft trocknen und leicht feucht wieder aufziehen, so läuft er nicht ein.

Manchmal ist der Fleck durch den Bezug hindurch auf den Kern gegangen. Dann den Kern gesondert und sehr sparsam behandeln, wie unten beschrieben.

Grundanleitung für frische Flecken

Sie brauchen: helle Baumwolltücher oder Küchenpapier, eine Schüssel mit kaltem Wasser, mildes Spülmittel oder Feinwaschmittel, eine Sprühflasche und einen Staubsauger mit Polsterdüse.

  1. Aufsaugen. Flüssigkeit sofort mit Tüchern aufnehmen. Drücken, nicht reiben, und die Tücher wechseln, bis nichts mehr kommt.
  2. Lösung mischen. Einen Teelöffel Spülmittel auf einen halben Liter kaltes Wasser.
  3. Sparsam auftragen. Die Lösung mit einem Tuch auftupfen oder leicht aufsprühen, von außen nach innen.
  4. Ausziehen. Mit einem trockenen Tuch kräftig auf die Stelle drücken, damit Lösung und Fleck ins Tuch wandern.
  5. Klar nachtupfen. Mit einem nur feuchten Tuch Seifenreste abnehmen.
  6. Trocknen. Die Stelle mit einem Handtuch trocken drücken und die Matratze trocknen lassen, wie weiter unten beschrieben.

Wer einen Waschsauger oder ein Polsterreinigungsgerät hat, ist hier klar im Vorteil: Das Gerät saugt die Lösung sofort wieder ab, und der Kern bleibt weitgehend trocken.

Urin: kalt, schnell und mit Enzymen

Urin ist der häufigste Matratzenfleck, bei Kindern ebenso wie bei Haustieren oder im Alter. Er verursacht nicht nur einen gelben Rand, sondern auch Geruch, der nach dem Trocknen oft erst richtig zutage tritt.

  1. So viel wie möglich aufsaugen, mit mehreren Lagen Tüchern und Druck.
  2. Mit kalter Lösung behandeln, wie oben beschrieben.
  3. Enzymreiniger auftragen. Enzymhaltige Reiniger – etwa ein Enzymreiniger gegen Urin – zersetzen die Harnbestandteile, die den Geruch verursachen. Laut Packung einwirken lassen und dabei nicht durchnässen.
  4. Natron darüberstreuen. Eine dicke Schicht auf die noch leicht feuchte Stelle geben, über Nacht wirken lassen und dann gründlich absaugen. Natron saugt Restfeuchte auf und mindert Gerüche.

Mehr dazu, auch zu Katzen- und Hundeurin, steht in der Anleitung Urinflecken entfernen. Wenn das Problem regelmäßig auftritt, schützen wasserdichte Inkontinenzauflagen oder ein wasserdichter Matratzenschoner die Matratze zuverlässiger als jede Reinigung.

Blut: nur kaltes Wasser

Blut enthält Eiweiß, das bei Wärme gerinnt und sich in den Fasern festsetzt. Deshalb ausschließlich kaltes Wasser verwenden. Frische Blutflecken mit einem kalten, feuchten Tuch abtupfen, bei Resten eine kalte Kochsalzlösung (ein Teelöffel Salz auf ein Glas Wasser) oder einen Enzymreiniger auftupfen. Auf hellen Bezügen hilft bei hartnäckigen Resten eine sehr kleine Menge dreiprozentiges Wasserstoffperoxid aus der Apotheke; es schäumt auf und bleicht. Vorher an einer verdeckten Stelle testen, denn es kann auch farbige Bezüge aufhellen. Die ausführliche Anleitung steht unter Blutflecken entfernen.

Gelbe und braune Flecken

Gelbe Flecken auf einer älteren Matratze stammen meist von Schweiß. Jeder Mensch gibt nachts Feuchtigkeit ab, und mit den Jahren lagern sich Salze, Fette und Hautschuppen im Bezug ab. Braune Flecken sind oft alte Wasser- oder Urinränder, bei denen sich Schmutz an der Trockengrenze gesammelt hat, manchmal auch Blut, das oxidiert ist.

Solche Flecken werden durch Behandlung blasser, verschwinden aber selten vollständig. Bewährt hat sich:

  • Spülmittel- oder Gallseifenschaum mit einer weichen Bürste einarbeiten und wieder abtupfen.
  • Sauerstoffbleiche (Fleckensalz) bei weißen Bezügen: nach Packungsangabe in lauwarmem Wasser lösen, auftupfen, einwirken lassen und gründlich klar nachtupfen. Nicht auf farbigen Stoffen ohne Test.
  • Zitronensäure in schwacher Lösung löst Salzränder von Schweiß, kann aber Farben verändern. Nie zusammen mit chlorhaltigen Reinigern verwenden.

Mehr zu Schweiß steht unter Schweißflecken entfernen. Wenn die Flecken bleiben, ist das ein optisches Problem, kein hygienisches – ein Matratzenschoner verdeckt sie und verhindert neue.

Richtig trocknen

Eine Matratze darf nicht feucht bezogen werden. Stellen Sie sie nach der Reinigung hochkant oder legen Sie sie so auf, dass Luft von beiden Seiten herankommt. Fenster auf, bei Bedarf einen Ventilator davor. Ein Föhn auf niedriger Stufe beschleunigt das Trocknen einer kleinen Stelle; Heizlüfter und Heizung sind für Schaum zu heiß. Draußen in der Sonne trocknet es schneller, im Schatten ist es für Viskoschaum schonender.

Prüfen Sie nach einigen Stunden mit der flachen Hand, ob die Stelle noch kühl wirkt – kühl heißt feucht. Erst wenn sie sich vollständig trocken anfühlt, kommen Schoner und Bettwäsche wieder darauf. Riecht eine Matratze nach Tagen muffig oder zeigen sich dunkle Punkte, ist sie wahrscheinlich im Inneren feucht geworden und schimmelt; dann hilft nur ein Austausch.

Typische Fehler

  • Einsprühen, bis es tropft. Das bringt nicht mehr Sauberkeit, nur mehr Trockenzeit.
  • Heißes Wasser oder Dampf bei Blut und Urin.
  • Essig in großen Mengen. Er riecht tagelang und bringt gegen Uringeruch weniger als ein Enzymreiniger.
  • Mischen von Mitteln. Chlorhaltige Reiniger nie mit Essig, Zitronensäure oder ammoniakhaltigen Mitteln zusammenbringen – es entsteht giftiges Gas.
  • Zu früh beziehen. Die häufigste Ursache für Stockflecken in Matratzen.

Für die regelmäßige Pflege ohne Wasser, etwa gegen Hausstaub und Milben, ist ein Matratzenreiniger mit Klopffunktion gedacht. Bei Stockflecken lesen Sie in der Anleitung Stockflecken entfernen weiter.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich alte Flecken aus der Matratze?

Mit Spülmittel- oder Gallseifenschaum, bei weißen Bezügen auch mit Sauerstoffbleiche, jeweils sparsam aufgetragen und klar nachgetupft. Alte gelbe und braune Flecken werden damit meist deutlich heller, ganz weg gehen sie selten. Sinnvoller ist dann ein guter Schoner.

Hilft Natron gegen Urin in der Matratze?

Natron saugt Feuchtigkeit und mindert Gerüche, zersetzt aber den Urin nicht. Am besten wirkt es nach der Behandlung mit einem Enzymreiniger: aufstreuen, über Nacht liegen lassen, gründlich absaugen.

Wie lange muss eine Matratze nach dem Reinigen trocknen?

Eine kleine, sparsam behandelte Stelle ist bei guter Lüftung nach einigen Stunden trocken. Ist mehr Flüssigkeit in den Kern gelangt, kann es ein bis zwei Tage dauern. Im Zweifel lieber eine Nacht länger warten.

Kann ich die Matratze mit dem Dampfreiniger reinigen?

Davon ist abzuraten. Dampf bringt viel Feuchtigkeit in den Kern, setzt Eiweißflecken fest und kann Viskoschaum schädigen. Für Flecken sind Tupfen und Absaugen die bessere Methode.