Mäuse im Haus: erkennen und vertreiben

Inhalt10 Abschnitte
Mäuse im Haus werden Sie los, indem Sie ihnen den Zugang und das Futter nehmen und die Tiere, die schon drin sind, mit Fallen fangen. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die Einschlupflöcher finden, dann fangen, dann verschließen. Mäusekot beseitigen Sie nie trocken, sondern angefeuchtet und mit Handschuhen – er kann Krankheitserreger enthalten.
Mäuse im Haus erkennen
Mäuse sind nachtaktiv und scheu. Meist sieht man zuerst ihre Spuren, nicht die Tiere:
- Kot: 3–6 mm lang, dunkelbraun bis schwarz, spindelförmig wie ein Reiskorn, oft entlang von Wänden, in Schubladen und hinter Vorräten.
- Nagespuren: angeknabberte Verpackungen, Kabelisolierungen, Holzkanten, Seifenstücke.
- Geräusche: Rascheln und Kratzen nachts in Wänden, Zwischendecken oder auf dem Dachboden.
- Geruch: ein muffiger, leicht beißender Uringeruch bei stärkerem Befall.
- Laufspuren und Nester: schmierige dunkle Streifen an Wänden, Nester aus zerfetztem Papier, Stoff oder Dämmmaterial.
Im Haus ist es fast immer die Hausmaus, graubraun mit langem, fast nacktem Schwanz. Findet man Kot von 1–2 cm Länge, sind es Ratten. Das ist ein anderes Kaliber: Ratten gehören immer in die Hände eines Schädlingsbekämpfers, und in vielen Gemeinden muss ein Befall gemeldet werden.
Wie Mäuse ins Haus kommen
Mäuse kommen vor allem im Herbst herein, wenn es draußen kalt wird. Sie klettern gut, springen erstaunlich hoch und zwängen sich schon durch Öffnungen von gut einem halben Zentimeter, etwa so dick wie ein Bleistift. Typische Wege sind:
- Spalten unter Außentüren, Kellertüren und Garagentoren,
- Durchführungen für Rohre, Kabel und Leitungen,
- offene Lüftungsschlitze und Kellerfenster ohne Gitter,
- Risse im Mauerwerk und im Sockel,
- lose Dachziegel und Anschlüsse am Dach.
Angelockt werden sie von Futter: offene Vorräte, Tierfutter, Vogelfutter, Brotkrümel, Kompost und Mülltonnen nahe am Haus.
Sind Mäuse gefährlich?
Mäuse können über Kot, Urin und Speichel Krankheitserreger übertragen, etwa Salmonellen oder Leptospiren. In manchen Regionen Deutschlands spielen außerdem Hantaviren eine Rolle. Sie werden vor allem von der Rötelmaus übertragen, einer kleinen Wühlmausart aus dem Wald, die gern in Gartenhäuser, Schuppen und Keller am Waldrand kommt. Angesteckt wird man meist, wenn man aufgewirbelten Staub mit getrocknetem Kot oder Urin einatmet. Dazu kommen Schäden: angenagte Kabel können einen Kurzschluss oder Brand verursachen.
Mäusekot sicher entfernen
Kehren oder saugen Sie Mäusekot niemals trocken auf. Dabei wirbeln Sie Staub mit möglichen Erregern auf, und der Staubsauger bläst ihn durch die Abluft in den Raum.
- Lüften. Den Raum vorher mindestens eine halbe Stunde gut durchlüften und währenddessen verlassen.
- Schützen. Einmalhandschuhe tragen, bei größeren Mengen oder in staubigen Räumen wie Dachboden und Gartenhaus zusätzlich eine Atemschutzmaske (FFP2, besser FFP3).
- Befeuchten. Kot, Nester und verschmutzte Flächen mit Wasser und Reinigungsmittel einsprühen, bis alles gut durchfeuchtet ist.
- Aufnehmen. Mit feuchten Tüchern aufnehmen und in einer verschlossenen Plastiktüte im Restmüll entsorgen.
- Nachwischen. Die Fläche feucht mit Reinigungsmittel wischen. Danach Handschuhe ausziehen und gründlich Hände waschen.
Befallene Lebensmittel und angenagte Verpackungen gehören in den Müll.
Mäuse fangen: welche Falle wofür
| Schlagfalle | Lebendfalle | Giftköder | |
| Prinzip | tötet sofort per Bügel | fängt das Tier unverletzt in einem Kasten | Fraßköder, die Maus stirbt nach Tagen |
| Stärke | schnell, zuverlässig, sichtbarer Erfolg | kein Töten nötig | erreicht auch versteckte Tiere |
| Schwäche | für manche unangenehm | täglich kontrollieren, Maus weit weg aussetzen | tote Tiere in Wänden, Gefahr für Kinder, Haustiere, Greifvögel |
| Für wen | Haushalt, Keller, Dachboden | Haushalt, wer nicht töten möchte | besser Fachleute |
Schlagfallen sind im Haushalt das Mittel der Wahl. Stellen Sie mehrere Fallen quer zu den Laufwegen an die Wand, mit dem Auslöser zur Wand hin – Mäuse laufen an Kanten entlang. Als Köder eignen sich Erdnussbutter, Nuss-Nougat-Creme oder ein Stück Schokolade besser als Käse. Fallen außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufstellen, etwa in einer Abdeckbox. Kontrollieren Sie jeden Tag.
Lebendfallen sind die tierfreundliche Alternative. Kontrollieren Sie sie mindestens einmal täglich, besser morgens und abends: Eine Maus stirbt in der Falle ohne Wasser und Futter schnell an Stress und Unterkühlung. Setzen Sie gefangene Mäuse weit genug vom Haus entfernt aus, sonst kommen sie zurück. Eine Anleitung zum „Mäuse fangen mit Eimer“ findet man oft; solche Eimerfallen enden für die Tiere häufig tödlich und sind keine gute Idee.
Für Fallen aller Art gilt: nicht nur eine aufstellen, sondern mehrere, und sie mit Handschuhen anfassen, damit kein Menschengeruch daran haftet. Mausefallen gibt es als Schlag- und Lebendfalle im Handel.
Giftköder nur mit Vorsicht
Giftköder gegen Mäuse sind Biozide und für Privatleute nur eingeschränkt erhältlich. Wenn überhaupt, gehören sie in geschlossene, manipulationssichere Köderboxen, damit weder Kinder noch Haustiere daran kommen. Verwenden Sie nur zugelassene Mittel und halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung. Viele Köder wirken als Blutgerinnungshemmer, die Mäuse sterben nach Tagen, oft in Wänden und Zwischendecken, wo sie Gestank verursachen. Vergiftete Mäuse können auch Katzen, Eulen und Greifvögel vergiften. Bei einem stärkeren Befall ist deshalb ein Schädlingsbekämpfer die bessere Wahl.
Einschlupflöcher verschließen
Ohne diesen Schritt kommen immer neue Mäuse nach. Suchen Sie das Haus von außen und innen ab, besonders auf Höhe des Bodens und an Leitungsdurchführungen.
- Kleine Löcher mit Stahlwolle stopfen und mit Mörtel oder Acryl verschließen – Mäuse nagen durch Bauschaum, Silikon und Holz.
- Lüftungsöffnungen und Kellerfenster mit engmaschigem Metallgitter sichern.
- Spalten unter Türen mit Bürstendichtungen oder einer Türbodendichtung schließen, wie im Ratgeber zum Zugluftstopper für die Tür beschrieben.
- Vorräte in dichte Dosen umfüllen, Tierfutter nicht offen lagern, Mülltonnen und Kompost nicht direkt an der Hauswand.
Welche Vorratsschädlinge sonst noch an Lebensmittel gehen, lesen Sie im Ratgeber zu Lebensmittelmotten.
Mäuse im Garten
Im Garten sind Mäuse meist kein Problem und Teil der Natur. Wühlmäuse dagegen fressen Wurzeln, Blumenzwiebeln und Gemüse; sie hinterlassen flache Erdhaufen ohne sichtbares Loch in der Mitte. Gegen sie helfen Drahtkörbe beim Pflanzen und spezielle Wühlmausfallen. Futterquellen wie offener Kompost mit Essensresten, Vogelfutter am Boden und Fallobst locken Mäuse ans Haus – räumen Sie sie im Herbst weg.
Wann der Schädlingsbekämpfer kommen sollte
Holen Sie Fachleute, wenn der Befall trotz Fallen über zwei bis drei Wochen nicht abnimmt, wenn Sie Ratten vermuten, wenn Mäuse in Wänden und Zwischendecken sitzen oder wenn Lebensmittel gewerblich gelagert werden. In Mietwohnungen informieren Sie den Vermieter, denn Einschlupflöcher in der Bausubstanz sind seine Sache. Weitere Ratgeber finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge.
Häufige Fragen
Helfen Ultraschallgeräte gegen Mäuse?
Einen belastbaren Nachweis für eine dauerhafte Wirkung gibt es nicht. Mäuse gewöhnen sich an das Geräusch, Möbel und Wände schirmen es ab. Als alleinige Maßnahme sind die Geräte nicht zu empfehlen, für Haustiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen können sie belastend sein.
Wie viele Mäuse sind es, wenn ich eine sehe?
Selten nur eine. Mäuse vermehren sich schnell, ein Weibchen kann mehrmals im Jahr mehrere Junge bekommen. Wer eine Maus sieht, sollte deshalb gleich mehrere Fallen aufstellen.
Vertreiben Hausmittel wie Pfefferminzöl Mäuse?
Duftstoffe wie Pfefferminzöl stören Mäuse allenfalls kurz. Ein Befall lässt sich damit nicht beenden. Wirksam sind Fallen, dichte Vorräte und verschlossene Einschlupflöcher.
Ist eine Katze die beste Mausefalle?
Eine jagende Katze hält Mäuse fern, aber nicht jede Katze jagt, und eine Katze erreicht keine Mäuse in Zwischendecken. Giftköder und Katzen vertragen sich nicht: Vergiftete Mäuse können die Katze vergiften.
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