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Autositze reinigen: Stoff, Leder und Kindersitz

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Vordersitze eines Autos mit braunen Leder- und Stoffbezügen
Autositze reinigen Sie feucht, aber nie nass, Leder mit mildem Lederreiniger
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was im Autositz steckt
  2. Was Sie brauchen
  3. Schritt für Schritt: Stoffsitze reinigen
  4. Ledersitze reinigen und pflegen
  5. Gerüche und besondere Flecken
  6. Kindersitz reinigen: der Bezug
  7. Nach einem Unfall
  8. Kopfstützen, Gurte und Zwischenräume
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Autositze reinigen Sie in drei Schritten: gründlich aussaugen, dann den Bezug mit wenig Feuchtigkeit behandeln und das Auto mit offenen Türen trocknen lassen. Stoffsitze vertragen Polsterschaum oder ein gut ausgewrungenes Tuch mit mildem Reinigungsmittel, Ledersitze einen milden Lederreiniger. Durchnässen dürfen Sie keinen Sitz: Im Polster stecken Schaum, Sitzheizung und oft Seitenairbags.

Was im Autositz steckt

Ein Autositz ist kein Sofa. Unter dem Bezug liegen dicker Schaumstoff, bei vielen Autos Heizmatten für die Sitzheizung, Sensoren für die Sitzbelegung und in den Seitenwangen der Rückenlehne häufig ein Seitenairbag. Erkennbar ist er an einem Schriftzug oder Etikett „Airbag“ an der Außenseite der Lehne. An diesen Stellen darf die Naht nicht aufgetrennt und kein Wasser in Mengen eingebracht werden, und Sitzbezüge zum Überziehen müssen für Seitenairbags freigegeben sein. Die Betriebsanleitung Ihres Autos nennt, was der Hersteller für die Reinigung empfiehlt.

Was Sie brauchen

  • Staubsauger mit Fugendüse und Polsterbürste
  • weiche Bürste, für Leder eine sehr weiche Lederbürste
  • mehrere Mikrofasertücher
  • Polsterschaum oder lauwarmes Wasser mit wenig Feinwaschmittel
  • für Leder einen milden Lederreiniger und eine Lederpflege
  • bei Bedarf einen Waschsauger (Nasssauger mit Sprühfunktion)

Schritt für Schritt: Stoffsitze reinigen

  1. Aussaugen. Sitze ganz nach vorn und hinten schieben, Krümel aus den Ritzen holen und alle Flächen mit der Polsterbürste absaugen.
  2. Flecken vorbehandeln. Einzelne Flecken gezielt behandeln, bevor die ganze Fläche feucht wird. Hinweise zu den einzelnen Fleckenarten stehen im Flecken-ABC.
  3. Test an verdeckter Stelle. Reinigungsmittel an der Rückseite oder unter dem Sitz ausprobieren.
  4. Schaum auftragen. Polsterschaum oder aufgeschäumte Waschmittellösung dünn auftragen und mit der weichen Bürste einarbeiten. Nur den Schaum, nicht das Wasser darunter.
  5. Feldweise abnehmen. Mit einem feuchten, gut ausgewrungenen Tuch den gelösten Schmutz abnehmen und dabei ganze Felder von Naht zu Naht bearbeiten, damit keine Ränder bleiben.
  6. Trocknen lassen. Türen oder Fenster offen lassen, bei Sonne und trockener Luft geht es am schnellsten. Das Auto nicht nass verschlossen stehen lassen.

Bei stark verschmutzten Stoffsitzen ist ein Waschsauger die bessere Wahl. Er sprüht die Lösung ein und saugt sie sofort wieder ab, der Sitz bleibt deutlich trockener als bei Handarbeit. Solche Geräte kann man tageweise leihen; worauf es ankommt, steht unter Polsterreinigungsgerät. Die Seitenwangen mit Airbag reinigen Sie auch dann nur mit einem feuchten Tuch.

Ledersitze reinigen und pflegen

Ledersitze saugen Sie zuerst ab, damit Sand beim Wischen nicht wie Schmirgelpapier wirkt. Dann tragen Sie einen milden Lederreiniger auf ein feuchtes Tuch oder eine weiche Bürste auf und reinigen in kleinen Abschnitten. Mit einem zweiten Tuch nehmen Sie den gelösten Schmutz ab. Nach dem Trocknen folgt eine dünne Schicht Lederpflege, damit das Leder geschmeidig bleibt.

Perforiertes Leder bei belüfteten Sitzen behandeln Sie besonders sparsam: Reiniger aufs Tuch, nie auf den Sitz sprühen, damit nichts in die Löcher läuft. Spülmittel, Essig, Alkohol und Allzweckreiniger gehören nicht auf Autoleder. Was bei unterschiedlichen Lederarten gilt, erklärt Leder reinigen.

Gerüche und besondere Flecken

Gerüche sitzen im Auto oft im Polster. Natron trocken einstreuen, einige Stunden einwirken lassen und gründlich absaugen hilft gegen leichte Gerüche. Nach Erbrochenem, Milch oder Urin brauchen Sie mehr: Grob entfernen, mit Enzymreiniger behandeln und gut trocknen lassen. Das Vorgehen beschreibt Erbrochenes entfernen. Duftbäume überdecken nur und lösen das Problem nicht.

Kindersitz reinigen: der Bezug

Beim Kindersitz ist die Anleitung des Herstellers maßgeblich, denn Bezug, Polster und Gurtsystem gehören zur geprüften Sicherheitsausstattung. Viele Bezüge lassen sich abnehmen und sind in der Maschine oder von Hand bei niedriger Temperatur waschbar. Fotografieren Sie vor dem Abnehmen, wie der Bezug sitzt und wie die Gurte verlaufen; das erleichtert den Zusammenbau. Die Schale selbst wischen Sie mit einem feuchten Tuch und mildem Spülmittelwasser ab. Den Bezug ziehen Sie erst wieder auf, wenn er vollständig trocken ist, sonst droht Stockgeruch.

Gurte nicht in die Waschmaschine und nicht mit Reinigern behandeln. Waschmittel, Bleiche, Lösungsmittel und die Belastung in der Trommel können die Fasern schwächen, und das sieht man den Gurten nicht an. Die meisten Hersteller erlauben nur, die Gurte mit lauwarmem Wasser und einem Tuch abzuwischen. Manche erlauben, das Gurtschloss in warmem Wasser auszuspülen, wenn es klemmt. Was genau gilt, steht in der Anleitung Ihres Sitzes.

Nach dem Zusammenbau prüfen Sie, dass alle Gurte richtig durch die vorgesehenen Schlitze laufen, nicht verdreht sind und das Schloss hörbar einrastet. Ein falsch eingefädelter Gurt ist gefährlicher als ein fleckiger Bezug.

Nach einem Unfall

Ein Kindersitz, der in einem Unfall im Auto war, sollte in der Regel ersetzt werden, auch wenn keine Schäden sichtbar sind. Viele Hersteller schreiben das ausdrücklich vor; bei sehr leichten Zusammenstößen geben manche eine abweichende Einschätzung. Fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach. Einen neuen Sitz suchen Sie am besten nach der aktuellen Norm UN ECE R129 aus; Hinweise dazu finden Sie unter Reboarder-Kindersitz.

Kopfstützen, Gurte und Zwischenräume

Kopfstützen nehmen Haarfett und Hautschuppen auf und werden an der Vorderseite oft grau. Sie lassen sich meist herausziehen und am Tisch bequem reinigen, mit derselben Schaummethode wie der Sitz. Die Sicherheitsgurte des Autos behandeln Sie wie die Gurte am Kindersitz: Gurt ganz herausziehen, mit einer Klemme sichern, mit lauwarmem Wasser und einem Tuch abwischen und ausgezogen trocknen lassen, bevor er wieder aufrollt. Ein nasser Gurt, der aufgerollt wird, riecht bald muffig. In den Ritzen zwischen Sitz und Mittelkonsole hilft eine schmale Fugendüse oder ein weicher Pinsel, der Krümel vor die Düse kehrt.

Typische Fehler

  • Zu viel Wasser: Schaumstoff trocknet im Auto sehr langsam und beginnt zu riechen.
  • Airbag-Bereiche gereinigt wie der Rest: Nahtstellen mit Airbag nie auftrennen oder fluten.
  • Hochdruckreiniger oder Dampfreiniger im Innenraum: bringt zu viel Feuchtigkeit in Polster und Elektronik.
  • Gurte gewaschen: schwächt das Material, ohne dass man es sieht.

Häufige Fragen

Kann ich Autositze mit Hausmitteln reinigen?

Für leichte Verschmutzungen reicht lauwarmes Wasser mit wenig Feinwaschmittel oder Spülmittel, als Schaum aufgetragen. Natron hilft gegen Gerüche. Essig und Scheuermilch sind für Autopolster ungeeignet.

Wie lange brauchen Autositze zum Trocknen?

Nach sparsamer Handreinigung einige Stunden, nach dem Waschsauger je nach Wetter einen halben bis ganzen Tag. Türen offen lassen und nicht in einer kalten, feuchten Garage trocknen.

Darf ich den Kindersitzbezug in den Trockner geben?

Nur wenn die Anleitung es erlaubt. Viele Bezüge laufen im Trockner ein und passen danach nicht mehr richtig, was die Sicherheit beeinträchtigen kann.

Wie reinige ich die Gurte am Kindersitz?

Nur mit lauwarmem Wasser und einem Tuch abwischen und an der Luft trocknen lassen, soweit die Anleitung nichts anderes sagt. Keine Waschmaschine, keine Reiniger, keine Bleiche.