Kühlschrank läuft aus: Wasser im oder unter dem Gerät

Inhalt10 Abschnitte
- Woher das Wasser im Kühlschrank überhaupt kommt
- Wo steht das Wasser? Ursachen im Überblick
- Den Tauwasserablauf reinigen – Schritt für Schritt
- Wenn Lebensmittel die Rückwand berühren
- Zu viel Tauwasser: Tür, Füllung, Einstellung
- Wasser unter oder hinter dem Gerät
- No-Frost-Geräte: Eis am Boden des Gefrierteils
- Geräte mit Wasserspender oder Eisbereiter
- Wann der Kundendienst kommen sollte
- Häufige Fragen
Wenn der Kühlschrank ausläuft und Wasser unter den Gemüsefächern steht, ist in den allermeisten Fällen der Tauwasserablauf an der Rückwand verstopft. Das Wasser, das dort eigentlich nach außen abfließen soll, läuft dann in den Innenraum und irgendwann aus der Tür. Die Reinigung dauert wenige Minuten und braucht kein Werkzeug. Steht das Wasser dagegen unter oder hinter dem Gerät, kommen andere Ursachen in Betracht.
Woher das Wasser im Kühlschrank überhaupt kommt
Mit jedem Öffnen der Tür gelangt feuchte Raumluft ins Gerät, und auch Lebensmittel geben Feuchtigkeit ab. Sie schlägt sich an der kältesten Stelle nieder, bei den meisten Kühlschränken an der Rückwand. Dort bilden sich Tropfen oder eine dünne Reifschicht. In den Pausen des Kompressors taut der Reif ab, das Wasser läuft die Rückwand hinunter in eine kleine Rinne und durch ein Loch in ihrer Mitte nach draußen. Hinter dem Gerät endet der Ablauf in einer Schale über dem Kompressor, wo das Wasser durch dessen Abwärme verdunstet.
Tropfen an der Rückwand sind also normal. Ein Fehler liegt erst vor, wenn das Wasser nicht mehr abfließt.
Wo steht das Wasser? Ursachen im Überblick
| Anzeichen | Wahrscheinliche Ursache | Was tun |
| Wasser unter den Gemüsefächern, Rinne an der Rückwand voll | Tauwasserablauf verstopft | Ablauf reinigen |
| Wasser auf einer Glasplatte oder in einer Schale | Lebensmittel oder Verpackung berührt die Rückwand | Abstand zur Rückwand lassen |
| auffallend viel Wasser und Reif an der Rückwand | Tür undicht, Warmes eingestellt, Regler sehr kalt | Dichtung und Einstellung prüfen |
| Pfütze unter oder hinter dem Gerät | Verdunstungsschale übergelaufen, verrutscht oder gerissen | Schale prüfen, Ursache für viel Tauwasser suchen |
| Eisplatte am Boden des Gefrierteils, Wasser vor der Tür | Ablauf der Abtauautomatik zugefroren | vollständig abtauen |
| Pfütze bei Gerät mit Wasserspender oder Eisbereiter | Zulaufschlauch oder Anschluss undicht | Wasserzulauf schließen, Installateur oder Kundendienst |
Den Tauwasserablauf reinigen – Schritt für Schritt
Der Ablauf setzt sich mit der Zeit zu: Krümel, Salatreste, Etikettenfetzen und ein schleimiger Belag aus Bakterien und Schimmelpilzen verengen das kleine Loch. Sie brauchen ein Wattestäbchen oder einen Pfeifenreiniger, einen Lappen, lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel und nach Möglichkeit eine kleine Spritze ohne Nadel oder einen Messbecher mit Ausguss. Vielen Geräten liegt ein kleiner Kunststoffstift bei, der im Ablaufloch steckt und genau dafür gedacht ist.
- Stecker ziehen. Die Arbeit ist kurz; die Lebensmittel aus dem unteren Bereich können währenddessen auf der Arbeitsplatte stehen.
- Gemüsefächer und untere Glasplatte herausnehmen. Stehendes Wasser mit einem Lappen oder Schwamm aufnehmen, die Fächer ausspülen.
- Rinne und Ablaufloch suchen. Die Rinne verläuft waagerecht unten an der Rückwand, meist knapp über den Gemüsefächern; das Loch sitzt in ihrer Mitte.
- Rinne auswischen. Mit einem Wattestäbchen oder einem Tuch den Belag aus der Rinne holen, bevor er ins Loch gespült wird.
- Loch frei machen. Den Reinigungsstift oder ein Wattestäbchen einführen und mit drehender Bewegung auf und ab führen. Der Kanal ist nur wenige Zentimeter lang. Sitzt der Pfropf tiefer, hilft ein Pfeifenreiniger. Keine spitzen oder scharfen Werkzeuge, keinen Draht mit Gewalt – der Schlauch dahinter ist aus dünnem Kunststoff.
- Nachspülen. Etwas lauwarmes Wasser in die Rinne geben. Läuft es zügig ab, ist der Weg frei. Bleibt es stehen, den vorigen Schritt wiederholen.
- Einräumen und einstecken. Fächer trocken wieder einsetzen. Achten Sie darauf, dass nichts an der Rückwand anliegt.
Verwenden Sie kein kochendes Wasser und keinen Rohrreiniger. Beides kann Kunststoffteile beschädigen, und Rohrreiniger hat in einem Gerät für Lebensmittel nichts zu suchen. Am besten reinigen Sie den Ablauf bei jedem gründlichen Putzen mit, siehe Kühlschrank reinigen.
Wenn Lebensmittel die Rückwand berühren
Liegt eine Salatpackung, eine Schale oder eine Flasche an der Rückwand an, läuft das Tauwasser nicht in die Rinne, sondern an diesem Gegenstand entlang auf die Ablage. Die Folge sind Pfützen auf den Glasplatten und durchweichte Verpackungen. Manchmal friert das Lebensmittel auch an der Wand fest. Rücken Sie alles einen Fingerbreit von der Rückwand ab; eine sinnvolle Aufteilung zeigt der Beitrag Kühlschrank richtig einräumen.
Zu viel Tauwasser: Tür, Füllung, Einstellung
Auch ein freier Ablauf ist überfordert, wenn ständig feuchte Luft nachströmt. Prüfen Sie die Türdichtung mit einem eingeklemmten Blatt Papier: Lässt es sich an einer Stelle widerstandslos herausziehen, schließt die Tür dort nicht. Warme Speisen und offene Töpfe mit Flüssigkeit bringen ebenfalls viel Feuchtigkeit ein – abkühlen lassen und abdecken. Steht der Regler sehr kalt, bildet sich mehr Reif, der im schlimmsten Fall zu einer Eisplatte wird und die Rinne überbrückt. Was dann hilft, steht unter Kühlschrank vereist an der Rückwand; die passende Einstellung finden Sie unter Kühlschrank-Temperatur.
Wasser unter oder hinter dem Gerät
Hier lohnt ein Blick auf die Rückseite. Ziehen Sie den Stecker und rücken Sie das Standgerät vorsichtig vor. Über dem Kompressor sitzt die Verdunstungsschale aus Kunststoff. Der Kompressor und die Rohre daneben können heiß sein, also erst abkühlen lassen und nichts verbiegen.
- Schale voll oder übergelaufen: Dann fällt mehr Tauwasser an, als verdunsten kann – siehe den Abschnitt davor. Das Wasser mit einem Schwamm aufnehmen und die Ursache abstellen.
- Schale verrutscht oder Ablaufschlauch daneben: Das passiert nach einem Transport oder nach dem Putzen hinter dem Gerät. Schale wieder gerade einsetzen, Schlauch in die Schale führen.
- Schale gerissen: Ersatz gibt es über den Kundendienst des Herstellers.
Bei Einbaugeräten ist die Rückseite nicht ohne Ausbau zugänglich. Steht dort regelmäßig Wasser im Sockel, sollte der Kundendienst nachsehen, bevor der Schrankkorpus aufquillt.
Achten Sie auch auf den Stand des Geräts: Es soll gerade oder ganz leicht nach hinten geneigt stehen, damit das Wasser in der Rinne zum Ablauf läuft und die Tür von selbst zufällt. Die vorderen Stellfüße lassen sich dafür herausdrehen.
No-Frost-Geräte: Eis am Boden des Gefrierteils
Kombigeräte mit Umluftkühlung tauen ihren Verdampfer im Gefrierteil automatisch ab. Auch dieses Wasser fließt durch einen Ablauf zur Verdunstungsschale. Friert er zu, sammelt sich das Abtauwasser als Eisplatte am Boden des Gefrierteils, meist unter der untersten Schublade, und tropft später vor der Tür auf den Boden.
Die Abhilfe ist ein vollständiges Abtauen: Gerät leeren, Stecker ziehen, Türen offen lassen und Handtücher auslegen, bis alles Eis geschmolzen ist. Die einzelnen Schritte stehen unter Kühlschrank abtauen. Schrauben Sie keine Verkleidungen im Innenraum ab und stochern Sie nicht mit Messern im Eis. Kommt die Eisplatte nach wenigen Wochen wieder, arbeitet die Abtauung oder die Ablaufheizung nicht richtig – das ist eine Sache für den Kundendienst.
Geräte mit Wasserspender oder Eisbereiter
Hat das Gerät einen festen Wasseranschluss, kann die Pfütze schlicht Leitungswasser sein. Schließen Sie zuerst den Zulauf am Eckventil oder Geräteanschluss. Sehen Sie dann nach, ob der dünne Zulaufschlauch geknickt, gequetscht oder an einer Verschraubung feucht ist. Eine lose Überwurfmutter können Sie handfest nachziehen; alles Weitere erledigt ein Installateur oder der Kundendienst. Bei Geräten mit Wassertank im Innenraum prüfen Sie, ob der Tank richtig eingerastet ist und der Deckel sitzt.
Wann der Kundendienst kommen sollte
Ziehen Sie den Stecker und holen Sie Hilfe, wenn die Flüssigkeit ölig ist oder ungewöhnlich riecht, wenn das Gerät zugleich nicht mehr richtig kalt wird oder wenn Wasser an elektrische Teile gelangt ist und eine Sicherung auslöst. Der Kältekreislauf darf von Laien nicht geöffnet werden. Was Sie bei nachlassender Kühlleistung vorher selbst prüfen können, steht unter Kühlschrank kühlt nicht mehr.
Häufige Fragen
Warum steht immer wieder Wasser unter dem Gemüsefach?
Weil der Tauwasserablauf erneut zugesetzt ist oder Lebensmittel an der Rückwand anliegen. Reinigen Sie Rinne und Loch und lassen Sie Abstand zur Rückwand. Füllt sich die Rinne trotzdem, sitzt der Pfropf tiefer im Schlauch.
Ist das Wasser im Kühlschrank gefährlich?
Es ist Kondenswasser, in dem sich Keime und Schimmel ansiedeln können. Wischen Sie es auf, reinigen Sie die Fächer mit Spülmittelwasser und werfen Sie durchweichte offene Lebensmittel weg.
Mein Kühlschrank hat keine Rinne an der Rückwand – wo ist der Ablauf?
Geräte mit Umluftkühlung haben keine offen liegende Rinne; der Ablauf sitzt hinter der Abdeckung des Verdampfers. Wo er bei Ihrem Modell liegt und ob er zugänglich ist, steht in der Anleitung.
Der Kühlschrank läuft nach dem Abtauen aus – ist das normal?
Beim Abtauen fällt viel Wasser auf einmal an; ein Teil läuft über die Verdunstungsschale hinaus. Legen Sie Handtücher aus und leeren Sie die Schale. Tritt danach im normalen Betrieb kein Wasser mehr aus, ist alles in Ordnung.
Wie oft sollte man den Ablauf reinigen?
Eine feste Frist gibt es nicht. Bewährt hat sich, Rinne und Loch bei jeder gründlichen Reinigung des Kühlschranks mit auszuwischen, also einige Male im Jahr.



