Kühlschrank-Temperatur: welche Stufe richtig ist

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Die richtige Kühlschrank-Temperatur liegt bei etwa 7 °C im mittleren Fach. Weil kalte Luft absinkt, ist es dann auf der Glasplatte über dem Gemüsefach mit 4–5 °C kalt genug für Fleisch und Fisch. Welche Stufe am Regler dazu gehört, lässt sich nicht pauschal sagen: Die Zahlen sind keine Gradangaben, und jedes Gerät übersetzt sie anders. Sicher wissen Sie es erst, wenn Sie nachmessen.
Welche Temperatur empfohlen wird
Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale nennen 7 °C als ausreichend – das Umweltbundesamt bezogen auf das mittlere Fach, die Verbraucherzentrale auf das obere. Das Bundesinstitut für Risikobewertung setzt für leicht Verderbliches die Grenze ebenfalls bei höchstens 7 °C und hält unter 5 °C für besser. Beides passt zusammen, wenn man die Zonen nutzt: 7 °C in der Mitte für Milchprodukte und Reste, die kältere Zone darunter für alles Empfindliche.
Kälter einzustellen, als nötig ist, bringt wenig und kostet Strom. Die Verbraucherzentrale rechnet mit etwa 6 Prozent Mehrverbrauch je Grad. Wärmer als 7 °C sollte es in der Mitte nicht sein, denn dann vermehren sich Keime auf Fleisch, Fisch, Wurst und Milchprodukten merklich schneller.
| Bereich | Zielwert | Wofür |
| Mittleres Fach | etwa 7 °C | Milchprodukte, Reste, Geöffnetes – hier wird gemessen |
| Glasplatte über dem Gemüsefach | etwa 4–5 °C | rohes Fleisch, Hackfleisch, Fisch, Wurst |
| Gemüsefach und Tür | einige Grad wärmer als die Mitte | Gemüse, Getränke, Butter, Saucen |
| Null-Grad-Fach, falls vorhanden | knapp über 0 °C | Fleisch, Fisch, empfindliches Gemüse |
| Gefrierfach | −18 °C | Tiefkühlware |
Wie groß die Unterschiede zwischen den Fächern sind, hängt von der Bauart ab; Geräte mit Umluft kühlen gleichmäßiger. Was in welche Zone gehört, steht ausführlich unter Kühlschrank richtig einräumen.
Was die Stufen 1 bis 7 bedeuten
Ein Drehregler mit Zahlen stellt keinen Gradwert ein, sondern die Kühlleistung. Bei den meisten Geräten gilt: je höher die Zahl, desto kälter. Stufe 0 schaltet die Kühlung häufig ganz ab. Ob Ihr Gerät zu den Ausnahmen gehört, sagt die Anleitung oder ein kleines Symbol am Regler, etwa eine dicker werdende Schneeflocke.
Bei vielen Geräten reicht eine niedrige bis mittlere Stufe für 7 °C aus, bei einem Regler bis 7 oft die Stufe 2 oder 3. Verlassen Sie sich darauf aber nicht. Dieselbe Stufe führt in einer kühlen Speisekammer zu anderen Temperaturen als in einer Dachgeschossküche im Sommer, und ein voll beladenes Gerät verhält sich anders als ein halb leeres.
Geräte mit Digitalanzeige nehmen Ihnen die Übersetzung ab: Sie stellen den Gradwert direkt ein. Die Anzeige nennt allerdings den Sollwert oder den Wert an einem Fühler, nicht unbedingt die Temperatur Ihrer Lebensmittel. Eine Kontrollmessung lohnt sich auch hier.
So messen Sie die Temperatur richtig
Die Luft im Kühlschrank schwankt bei jedem Türöffnen um mehrere Grad. Aussagekräftig ist deshalb die Temperatur einer Flüssigkeit, die so träge reagiert wie die Lebensmittel selbst. Sie brauchen ein Glas Wasser und ein einfaches Kühlschrankthermometer; ein Einstichthermometer aus der Küche geht ebenso.
- Glas Wasser ins mittlere Fach stellen. Mittig auf die Ablage, nicht direkt an die Rückwand und nicht in die Tür.
- Mehrere Stunden warten. Am besten über Nacht, damit das Wasser die Temperatur des Fachs annimmt und die Tür in der Zeit zu bleibt.
- Zügig ablesen. Thermometer ins Wasser halten oder das dort liegende ablesen, bevor die warme Raumluft das Ergebnis verfälscht.
- Regler in kleinen Schritten verstellen. Zeigt das Thermometer mehr als 7 °C, eine Stufe kälter stellen; liegt der Wert deutlich darunter, eine Stufe wärmer.
- Einen Tag später erneut messen. Ein Kühlschrank braucht nach jeder Änderung viele Stunden, bis sich die neue Temperatur eingependelt hat.
Wer es genau wissen will, wiederholt die Messung auf der Glasplatte über dem Gemüsefach. Dort sollten etwa 4–5 °C herauskommen.
Woran Sie eine falsche Einstellung erkennen
| Anzeichen | Wahrscheinliche Ursache | Was tun |
| Milch wird vor dem Datum sauer, Wurst schmierig | zu warm eingestellt oder Tür schließt nicht dicht | messen, eine Stufe kälter, Dichtung prüfen |
| Salat oder Gurken im unteren Bereich gefrieren an | zu kalt eingestellt oder Ware liegt an der Rückwand | eine Stufe wärmer, Abstand zur Rückwand lassen |
| Butter bleibt steinhart, Getränke sind eiskalt | kälter als nötig | messen, wärmer stellen und Strom sparen |
| dicke Eisschicht an der Rückwand | Tür undicht, Ablauf verstopft oder sehr kalte Stufe | Ursache suchen, siehe unten |
| im Sommer wärmer als im Winter | hohe Raumtemperatur | nachmessen und bei Bedarf eine Stufe kälter stellen |
Bildet sich an der Rückwand immer wieder dickes Eis, liegt das selten allein am Regler; die Ursachen stehen im Beitrag Kühlschrank vereist an der Rückwand.
Typische Fehler beim Einstellen
- Nach Gefühl einstellen. Die Hand an der Flasche sagt nichts über 5 oder 9 °C. Einmal messen genügt meist für lange Zeit.
- Zu schnell nachregeln. Wer nach zwei Stunden schon wieder am Regler dreht, pendelt zwischen zu warm und zu kalt.
- Die höchste Stufe als Normalzustand. Sie ist für Ausnahmen gedacht, etwa nach einem Großeinkauf. Im Dauerbetrieb vereist die Rückwand, und der Verbrauch steigt.
- Warme Speisen hineinstellen. Ein Topf heiße Suppe hebt die Temperatur im ganzen Gerät für Stunden an. Erst abkühlen lassen.
- Das Gerät vollstopfen. Ohne Luftbewegung entstehen warme Ecken, auch wenn der Regler stimmt.
- Die Jahreszeit vergessen. Steigt die Raumtemperatur im Sommer deutlich, kann eine Stufe mehr nötig sein; im Herbst stellen Sie wieder zurück.
Kühlschränke sind für einen bestimmten Bereich der Umgebungstemperatur gebaut, die Klimaklasse auf dem Typenschild. Steht das Gerät in einem ungeheizten Keller oder einer kalten Garage, kann die Regelung durcheinandergeraten; bei Kombigeräten mit nur einem Kühlkreislauf wird dann unter Umständen das Gefrierteil zu warm. Was Ihr Gerät verträgt, steht in der Anleitung.
Was die Einstellung mit dem Stromverbrauch zu tun hat
Ein Kühlschrank läuft das ganze Jahr, deshalb summieren sich kleine Unterschiede. Wer von 4 auf 7 °C im mittleren Fach geht, spart nach der Faustregel der Verbraucherzentrale bereits einen spürbaren Teil des Verbrauchs. Dazu kommen Standort, Dichtung und Eisansatz. Die Zusammenhänge und ein Rechenbeispiel finden Sie unter Stromverbrauch des Kühlschranks. Für das Gefrierteil gelten eigene Werte; sie stehen im Beitrag zur Gefrierschrank-Temperatur.
Häufige Fragen
Auf welche Stufe stelle ich den Kühlschrank bei einem Regler von 1 bis 7?
Meist reicht eine niedrige bis mittlere Stufe, häufig 2 oder 3. Verbindlich ist das nicht, weil die Stufen keine Gradzahlen sind. Stellen Sie so ein, dass ein Thermometer im Wasserglas im mittleren Fach etwa 7 °C zeigt.
Ist Stufe 1 oder Stufe 7 kälter?
Bei den meisten Kühlschränken ist die höchste Zahl die kälteste Einstellung. Einzelne Geräte sind anders beschriftet. Im Zweifel hilft die Anleitung – oder der Versuch: Regler verstellen und am nächsten Tag nachmessen.
Sind 8 oder 9 °C im Kühlschrank zu warm?
Für das mittlere Fach ja. Über 7 °C verderben Fleisch, Fisch, Wurst und Milchprodukte schneller. In der Tür und im Gemüsefach sind solche Werte dagegen normal.
Muss ich den Kühlschrank im Sommer kälter stellen?
Nur, wenn die Messung es zeigt. In einer sehr warmen Küche schafft das Gerät auf niedriger Stufe die 7 °C manchmal nicht mehr; dann eine Stufe höher gehen und später wieder zurückstellen.
Wie lange dauert es, bis ein Kühlschrank nach dem Verstellen die neue Temperatur hat?
Rechnen Sie mit vielen Stunden, bei vollem Gerät mit etwa einem Tag. Ein neu aufgestellter oder frisch abgetauter Kühlschrank braucht ähnlich lange, bis er durchgekühlt ist; wie das Abtauen geht, steht unter Kühlschrank abtauen.



