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Kühlflüssigkeit und Frostschutzmittel entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Mann füllt Kühlflüssigkeit in ein Auto nach
Kühlmittel ist giftig und gehört zur Schadstoffannahme
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wohin gehört Kühlflüssigkeit?
  2. Was in Kühlflüssigkeit steckt
  3. Gefahr für Haustiere und Kinder
  4. Abgelassenes Kühlmittel sammeln
  5. Restflaschen: aufbrauchen oder weitergeben
  6. Scheibenfrostschutz ist etwas anderes
  7. Frostschutz aus Solar- und Heizungsanlagen
  8. Kosten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
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Kühlflüssigkeit aus dem Auto und Reste von Kühlerfrostschutz gehören zur Schadstoffsammlung: zum Schadstoffmobil, zur Schadstoffannahme am Wertstoffhof oder zu einer Werkstatt, die sie annimmt. In den Ausguss, den Gully oder auf den Boden dürfen sie nicht. Der Grund ist vor allem das Glykol darin: Es ist giftig, schmeckt süß und lockt damit Hunde und Katzen an.

Wohin gehört Kühlflüssigkeit?

WasRichtiger Weg
Abgelassenes Kühlmittel aus Auto oder MotorradSchadstoffmobil, Schadstoffannahme am Wertstoffhof oder Werkstatt
Angebrochener Kühlerfrostschutz (Konzentrat oder Fertigmischung)aufbrauchen, verschenken oder Schadstoffsammlung
Leere Flasche oder Kanister mit RestenSchadstoffsammlung, nicht in den Gelben Sack
Scheibenfrostschutz für die Waschanlageim Auto aufbrauchen; größere Reste zur Schadstoffsammlung
Frostschutz aus Solar- oder Heizungsanlagenüber den Fachbetrieb, der die Anlage wartet
Getränktes Bindemittel, Lappendicht verpackt, je nach Kommune Schadstoffsammlung oder Restmüll

Wie genau Ihre Kommune die Annahme regelt, steht im Abfallkalender, in der Abfall-App oder bei der Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Termine und Standorte der Sammelstellen finden Sie unter Schadstoffmobil und Wertstoffhof.

Was in Kühlflüssigkeit steckt

Das Kühlmittel im Motor ist eine Mischung aus Wasser und einem Konzentrat, das Frostschutz und Korrosionsschutz liefert. Der Frostschutz besteht bei den meisten Produkten aus Ethylenglykol (Monoethylenglykol), bei manchen aus Propylenglykol. Dazu kommen Zusätze gegen Rost und Ablagerungen. Die Farbe – grün, blau, pink, violett – sagt etwas über die Spezifikation des Herstellers, aber nichts darüber, ob das Mittel harmlos ist.

Gebrauchte Kühlflüssigkeit enthält zudem, was sie im Motor aufgenommen hat: Abrieb, Metallspuren, manchmal Öl. Im Abfallverzeichnis werden Frostschutzmittel mit gefährlichen Stoffen als gefährlicher Abfall geführt. Der Weg ist deshalb derselbe wie bei anderen Chemikalien aus der Garage.

Gefahr für Haustiere und Kinder

Ethylenglykol schmeckt süßlich. Hunde und Katzen lecken deshalb an Pfützen, die beim Nachfüllen oder Ablassen entstehen, oder trinken aus Auffangschalen. Schon kleine Mengen können bei Tieren zu schweren Nierenschäden führen, Katzen reagieren besonders empfindlich. Tückisch ist, dass es den Tieren nach den ersten Anzeichen wie Taumeln oder Erbrechen zwischenzeitlich besser zu gehen scheint, während die eigentliche Vergiftung erst folgt. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik, nicht abwarten.

Auch für Kinder ist der süße Geschmack gefährlich. Bewahren Sie Kühlmittel und Frostschutz deshalb im Originalbehälter, verschlossen und hoch oder abgeschlossen auf. Hat jemand davon getrunken, rufen Sie die Giftnotrufzentrale an oder den Rettungsdienst über 112.

Abgelassenes Kühlmittel sammeln

Das Kühlsystem selbst zu entleeren, ist bei vielen modernen Autos keine Kleinigkeit: Es steht bei warmem Motor unter Druck und muss danach oft aufwendig entlüftet werden. Den Deckel des Ausgleichsbehälters öffnen Sie nur bei kaltem Motor. Wenn Sie trotzdem selbst Kühlmittel ablassen, etwa beim Tausch eines Schlauchs:

  1. Große Auffangwanne unterstellen. Kühlmittel kommt oft in größerer Menge und spritzt. Eine Wanne mit breitem Rand hilft.
  2. Sofort umfüllen. Die Flüssigkeit aus der Wanne mit Trichter in einen dicht schließenden Kanister geben. Nicht offen stehen lassen.
  3. Nicht mischen. Kühlmittel getrennt von Altöl, Bremsflüssigkeit und Benzin sammeln.
  4. Beschriften. „Altes Kühlmittel, giftig“ auf den Kanister schreiben.
  5. Platz reinigen. Tropfen mit Bindemittel oder Lappen aufnehmen, bevor ein Tier daran leckt.
  6. Zur Sammelstelle bringen. Beim nächsten Termin des Schadstoffmobils oder am Wertstoffhof abgeben.

Wird das Kühlmittel in der Werkstatt gewechselt, entsorgt die Werkstatt die alte Flüssigkeit. Ob eine Werkstatt auch Kühlmittel von Privatleuten annimmt, entscheidet sie selbst; fragen Sie vorher, manche verlangen eine kleine Gebühr.

Restflaschen: aufbrauchen oder weitergeben

Ein angebrochener Kanister Kühlerfrostschutz ist kein Abfall, solange er noch passt. Kühlmittel lassen sich allerdings nicht beliebig mischen: Welches Konzentrat in Ihr Auto gehört, steht in der Betriebsanleitung. Passt das Mittel nicht zum eigenen Fahrzeug, freut sich vielleicht jemand mit einem anderen Modell darüber, oder eine freie Werkstatt nimmt einen ungeöffneten Kanister. Sonst geht er zur Schadstoffsammlung.

Leere Kanister und Flaschen mit Restanhaftungen gehören nicht in den Gelben Sack, sondern mit zur Schadstoffsammlung, sofern Ihre Kommune nichts anderes sagt. Ausspülen ist kein Ausweg: Dann landet das Glykol im Abwasser.

Scheibenfrostschutz ist etwas anderes

Der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage wird oft mit Kühlerfrostschutz verwechselt. Er besteht im Wesentlichen aus Alkoholen, Wasser, Reinigungszusätzen und Duftstoffen. Reste brauchen Sie am einfachsten auf, indem Sie sie über die Saison in die Waschanlage füllen. Größere Restmengen, alte Kanister mit unklarem Inhalt oder ausgelaufene Behälter gehören zur Schadstoffsammlung. Kühlerfrostschutz darf nie in die Scheibenwaschanlage und umgekehrt.

Frostschutz aus Solar- und Heizungsanlagen

Solarthermieanlagen und manche Heizkreise enthalten ebenfalls ein Glykol-Wasser-Gemisch. Es wird beim Wartungstermin vom Fachbetrieb abgelassen, geprüft und bei Bedarf ersetzt, und der Betrieb nimmt die alte Flüssigkeit mit. Ein Ablassen in Eigenregie ist schon wegen des Drucks in der Anlage keine gute Idee. Bleibt beim Ausbau einer Anlage ein Kanister übrig, gilt dasselbe wie beim Auto: Schadstoffsammlung.

Kosten

Private Haushalte geben haushaltsübliche Mengen beim Schadstoffmobil oder am Wertstoffhof in den meisten Kommunen kostenlos ab. Was als haushaltsüblich gilt, legt die Kommune fest; größere Mengen sind manchmal gebührenpflichtig. Bei einer Werkstatt hängt es vom Betrieb ab.

Typische Fehler

  • Kühlmittel in den Gully oder auf die Wiese kippen. Glykol und Zusätze gehören nicht in Wasser oder Boden.
  • Auffangschale über Nacht offen stehen lassen. Tiere trinken daraus.
  • In Getränkeflaschen umfüllen. Verwechslungsgefahr.
  • Mit Altöl mischen. Beides wird getrennt verwertet; Gemische sind schwerer zu entsorgen.
  • Bei heißem Motor den Deckel öffnen. Heißes Kühlmittel kann herausschießen.

Wie Sie mit Bremsflüssigkeit umgehen, steht unter Bremsflüssigkeit entsorgen, für Motoröl unter Altöl entsorgen.

Häufige Fragen

Wo kann ich altes Kühlmittel entsorgen?

Beim Schadstoffmobil, an der Schadstoffannahme des Wertstoffhofs oder bei einer Werkstatt, die es annimmt. Die Termine stehen im Abfallkalender oder in der Abfall-App Ihrer Kommune.

Darf Kühlflüssigkeit in den Abfluss?

Nein, auch nicht verdünnt. Glykol und die Zusätze sind gesundheitsschädlich und gehören nicht ins Abwasser, in den Gully oder in den Boden.

Ist Kühlerfrostschutz giftig für Hunde und Katzen?

Ja. Ethylenglykol ist für Tiere schon in kleinen Mengen sehr gefährlich, Katzen sind besonders empfindlich. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt, auch wenn es dem Tier scheinbar wieder besser geht.

Wohin mit dem leeren Kühlmittelkanister?

Mit Restanhaftungen zur Schadstoffsammlung. In den Gelben Sack nur, wenn Ihre Kommune tropffrei entleerte Gebinde ausdrücklich zulässt.

Darf ich alten Scheibenfrostschutz in den Ausguss kippen?

Besser nicht. Brauchen Sie Reste in der Waschanlage des Autos auf; größere Mengen gehören zur Schadstoffsammlung.

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