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Kleines Bad einrichten: Stauraum, Licht und optische Tricks

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Kleines Bad mit Badewanne, Hochschrank und Waschtisch in hellen Farben
Hohe Schränke und helle Farben lassen ein kleines Bad größer wirken
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst messen, dann aussuchen
  2. Den Boden frei halten
  3. Stauraum in der Höhe und in Nischen
  4. Dusche statt Wanne – und was dabei zu bedenken ist
  5. Die Tür: Schiebetür oder Anschlag wechseln
  6. Helle Flächen, große Fliesen, wenige Fugen
  7. Licht aus mehreren Quellen
  8. Was in der Mietwohnung ohne Umbau geht
  9. Häufige Fragen

Ein kleines Bad einrichten heißt vor allem: den Boden frei halten, in die Höhe bauen und dem Raum mit hellen Flächen und gutem Licht Ruhe geben. Wandhängende Möbel, ein Spiegelschrank und eine Dusche statt der Wanne bringen mehr als jedes zusätzliche Regal. Welche Maßnahmen wie viel bewirken und was davon auch in der Mietwohnung geht, steht hier der Reihe nach.

Erst messen, dann aussuchen

In einem Bad von vier oder fünf Quadratmetern entscheidet jeder Zentimeter. Messen Sie deshalb vor dem ersten Kauf Wandlängen, Raumhöhe, Fensterbrüstung und die Lage von Wasseranschlüssen, Abfluss und Heizkörper aus und zeichnen Sie einen einfachen Grundriss. Tragen Sie auch ein, wohin Tür und Fenster aufschlagen – die Fläche, die eine Tür überstreicht, ist für Möbel verloren.

Dann die ehrliche Frage: Was muss wirklich im Bad stehen? Vorräte an Toilettenpapier, Putzmittel, Handtuchstapel und die Waschmaschine brauchen viel Platz und lassen sich oft anderswo unterbringen. Je weniger im Raum untergebracht werden muss, desto leichter wird die Einrichtung.

Vor Waschbecken und WC sollte genug Platz bleiben, um bequem davor zu stehen und sich zu bücken. Probieren Sie das mit Klebeband auf dem Boden aus, bevor Sie ein Möbel bestellen: Der Umriss zeigt sofort, ob man noch an der Dusche vorbeikommt.

Den Boden frei halten

Je mehr zusammenhängenden Boden das Auge sieht, desto größer wirkt ein Raum. Daraus folgen die wirksamsten Entscheidungen:

  • Wandhängende Möbel. Ein Waschtischunterschrank, der an der Wand hängt, lässt den Boden darunter sichtbar – und wischbar. Dasselbe gilt für ein wandhängendes WC, das allerdings eine Vorwandinstallation braucht und damit ein Umbau ist.
  • Schmale Waschtische. Für kleine Bäder gibt es Becken mit geringer Tiefe und Eckwaschbecken. Ein schmales Becken mit Unterschrank ist meist nützlicher als ein breites ohne Stauraum.
  • Nichts abstellen. Wäschekorb, Waage, Mülleimer und Hocker summieren sich. Ein Wäschesack an der Tür, eine Waage, die hochkant im Schrank steht, und ein kleiner Eimer im Unterschrank räumen den Boden frei.
  • Heizkörper an die Wand. Ein hoher, schmaler Handtuchheizkörper nimmt weniger Stellfläche als ein breiter Rippenheizkörper unter dem Fenster und trocknet die Handtücher gleich mit. Der Tausch ist Sache des Installateurs.

Stauraum in der Höhe und in Nischen

Wo die Fläche fehlt, bleibt die Höhe. Diese Stellen bleiben in kleinen Bädern oft ungenutzt:

  • Spiegelschrank statt Spiegel. Er nimmt alles auf, was sonst am Beckenrand steht, und bringt bei vielen Modellen die Spiegelbeleuchtung mit. Modelle zum Einlassen in die Wand oder in eine Vorwand tragen nicht auf.
  • Über dem WC. Die Wand über dem Spülkasten trägt ein Regal oder einen flachen Hängeschrank. Achten Sie darauf, dass sich der Spülkasten weiterhin öffnen lässt.
  • Über der Tür. Ein durchgehendes Brett über dem Türrahmen fasst Vorräte, die man selten braucht.
  • Schmaler Hochschrank. Ein Schrank von 30 cm Breite, der bis unter die Decke reicht, fasst mehr als ein breiter Unterschrank und passt oft in die Lücke neben Waschbecken oder Dusche.
  • Nischen. Eine gemauerte oder in die Vorwand eingelassene Nische in der Dusche ersetzt die Ablage, an der man sich stößt. Das geht nur bei einer Sanierung; nachträglich helfen Körbe und Regale zum Kleben, wie im Beitrag zur Duschablage ohne Bohren beschrieben.
  • Die Türinnenseite. Haken oder eine Hakenleiste für Bademäntel und Handtücher kosten keinen Stellplatz. Wie das ohne Dübel geht, zeigt der Beitrag Handtuchhalter ohne Bohren.

Offene Regale wirken schnell unruhig, wenn zwanzig bunte Flaschen darin stehen. Geschlossene Fronten oder einheitliche Körbe halten das Bild ruhig.

Dusche statt Wanne – und was dabei zu bedenken ist

Die Badewanne ist das größte Möbel im Bad. Wer sie durch eine Dusche ersetzt, gewinnt in kleinen Bädern am meisten Bewegungsfläche. Eine bodengleiche Dusche mit durchgefliestem Boden und einer klaren Glaswand lässt den Raum als eine Fläche wirken; ein Duschvorhang oder eine hohe Wanne mit Rahmen teilt ihn.

Für die Dusche
  • deutlich weniger Stellfläche
  • bodengleich ohne Stolperkante möglich, auch im Alter bequem
  • mit klarem Glas optisch kaum vorhanden
Für die Wanne
  • Baden bleibt möglich, praktisch mit kleinen Kindern
  • kein Umbau an Abfluss und Abdichtung nötig
  • in Mietwohnungen meist ohnehin nicht austauschbar

Der Umbau ist kein Wochenendprojekt: Abfluss, Gefälle und vor allem die Abdichtung unter den Fliesen müssen stimmen, sonst zieht Wasser in Estrich und Wand. Das gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Wer die Wanne behält, kann sie mit einer Glaswand zum Aufklappen zum Duschen nutzen; welche Bauarten es gibt, steht unter Duschglaswand. Für sehr enge Duschplätze sind Türen, die nach innen falten oder zur Seite schieben, die platzsparende Lösung.

Die Tür: Schiebetür oder Anschlag wechseln

Eine Tür, die nach innen aufgeht, blockiert in einem kleinen Bad leicht einen ganzen Quadratmeter. Drei Auswege gibt es: Die Tür nach außen aufschlagen lassen, eine Schiebetür einbauen, die vor der Wand im Flur läuft, oder eine Schiebetür, die in der Wand verschwindet. Die Variante vor der Wand lässt sich nachrüsten, braucht aber im Flur eine freie Wandfläche in Türbreite und dichtet Geräusche und Gerüche schlechter ab als eine Tür mit Falz. In der Mietwohnung ist jede dieser Änderungen mit dem Vermieter abzusprechen.

Helle Flächen, große Fliesen, wenige Fugen

Helle Wände und Böden werfen mehr Licht zurück; der Raum wirkt weiter. Wichtiger als die Farbe selbst ist die Ruhe der Flächen:

  • Große Formate. Großformatige Fliesen haben weniger Fugen, und jede Fuge ist eine Linie, die den Raum gliedert. Eine Fugenfarbe im Ton der Fliese unterstützt das.
  • Nicht alles fliesen. Fliesen braucht es dort, wo Wasser hinspritzt. An den übrigen Wänden wirkt ein geeigneter Anstrich für Feuchträume ruhiger als ein raumhoher Fliesenspiegel.
  • Derselbe Boden bis in die Dusche. Läuft der Bodenbelag durch, entsteht keine Trennlinie.
  • Ein großer Spiegel. Er verdoppelt den Raum optisch und verteilt das Licht. Ein Spiegel über die ganze Breite des Waschplatzes wirkt stärker als ein kleines Rundmodell.
  • Wenige Farben. Ein heller Grundton, ein Material als Akzent, etwa Holz, und Handtücher in einer Farbe – mehr verträgt ein kleiner Raum selten.

Alte Fliesen in dunklem Braun oder Grün lassen sich auch ohne Abschlagen verändern. Die Möglichkeiten und ihre Grenzen stehen in den Beiträgen Fliesen streichen und Fliesen überkleben.

Licht aus mehreren Quellen

Eine einzelne Deckenleuchte lässt Ecken dunkel und wirft am Spiegel Schatten ins Gesicht. Besser ist eine helle Grundbeleuchtung, dazu Licht links und rechts vom Spiegel oder ein beleuchteter Spiegelschrank. Indirektes Licht, etwa hinter dem Spiegel oder unter dem Waschtisch, lässt Möbel schweben und den Boden größer wirken. Was in welchem Abstand zu Dusche und Wanne erlaubt ist und warum feste Leuchten vom Elektriker angeschlossen werden, erklärt der Beitrag Badezimmer richtig ausleuchten.

Hat das Bad kein Fenster, kommen Lüftung und Feuchtigkeit als Thema hinzu; dazu gibt es einen eigenen Beitrag: Bad ohne Fenster.

Was in der Mietwohnung ohne Umbau geht

Auch ohne einen einzigen Handwerker lässt sich viel erreichen: ein Spiegelschrank anstelle des vorhandenen Spiegels, ein schmaler Hochschrank, ein Regal über dem WC, Haken und Ablagen zum Kleben, ein heller Duschvorhang oder gar keiner, bessere Leuchtmittel und ein konsequent leerer Boden. Bohren in Fliesen, Streichen oder der Tausch von Sanitärteilen sind Eingriffe in die Mietsache und sollten in der Regel vorher mit dem Vermieter geklärt sein. Wenn doch gebohrt werden darf, hilft die Anleitung In Fliesen bohren.

Häufige Fragen

Wie wirkt ein kleines Bad größer?

Durch freien Boden, helle und ruhige Flächen, einen großen Spiegel und Licht aus mehreren Quellen. Wandhängende Möbel und eine Dusche mit klarer Glaswand statt Vorhang tragen am meisten dazu bei.

Welche Fliesen eignen sich für ein kleines Bad?

Eher große als kleine Formate, weil sie weniger Fugen haben, und eher helle, matte Oberflächen. Mosaik passt gut als Boden einer Dusche, weil die vielen Fugen dort Halt geben, auf großen Wandflächen macht es einen kleinen Raum unruhig.

Wohin mit Handtüchern im kleinen Bad?

An die Türinnenseite, an einen Handtuchheizkörper oder auf eine Leiter, die an der Wand lehnt. Der Vorrat an frischen Handtüchern muss nicht im Bad liegen; im Schlafzimmerschrank bleibt er zudem trockener.

Passt eine Waschmaschine in ein kleines Bad?

Wenn es keinen anderen Platz gibt, am ehesten in eine Nische mit Arbeitsplatte oder Schrank darüber, damit die Fläche über der Maschine genutzt wird. Schmale Toplader brauchen weniger Breite, lassen sich aber nicht überbauen.

Lohnt sich ein Spiegelschrank?

In kleinen Bädern fast immer. Er schafft Stauraum auf einer Fläche, die ohnehin ein Spiegel belegt, hält den Beckenrand frei und bringt oft Licht und Steckdose mit. Wichtig ist eine Tiefe, bei der man sich beim Waschen nicht den Kopf stößt.