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Kleines Wohnzimmer einrichten: Möbel, Licht und Laufwege

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Kleines Wohnzimmer mit Sofa vor türkisfarbener Wand
Ein Sofa an der Wand lässt in kleinen Räumen die Mitte frei
Inhalt9 Abschnitte
  1. Zuerst die Laufwege festlegen
  2. Abstände, mit denen Sie rechnen können
  3. Das Sofa: Größe und Platz
  4. Tische und Kleinmöbel, die mehrere Aufgaben erfüllen
  5. Stauraum an die Wand
  6. Farben, Teppich und Vorhänge
  7. Spiegel und Bilder
  8. Licht in drei Ebenen
  9. Häufige Fragen

Ein kleines Wohnzimmer einrichten gelingt, wenn drei Dinge feststehen, bevor das erste Möbel gekauft wird: wo man durch den Raum geht, wo man sitzt und wohin man dabei schaut. Daraus ergeben sich Sofagröße, Tischform und der Platz für Stauraum fast von selbst. Die üblichen Fehler sind ein zu großes Sofa und zu viele Kleinmöbel – beides lässt sich mit dem Zollstock vermeiden.

Zuerst die Laufwege festlegen

Jedes Wohnzimmer hat feste Wege: von der Tür zum Sofa, zum Fenster oder zur Balkontür, bei Durchgangszimmern zur nächsten Tür. Diese Wege sollten gerade verlaufen und etwa 60–70 cm breit sein. Für den Hauptweg, auf dem auch einmal jemand mit einem Tablett oder Wäschekorb geht, sind 80–90 cm angenehmer.

Zeichnen Sie den Raum maßstäblich auf und tragen Sie die Wege zuerst ein. Die Flächen, die übrig bleiben, sind Ihre Stellflächen. Ein Möbel, das in einen Laufweg ragt, macht den Raum kleiner, egal wie schön es ist. Kleben Sie die geplanten Möbel vor dem Kauf mit Malerkrepp auf den Boden; das zeigt zuverlässiger als jede Zeichnung, ob es eng wird.

Abstände, mit denen Sie rechnen können

Laufwegetwa 60–70 cm, Hauptweg 80–90 cm
Sofa bis Couchtischetwa 40–50 cm – nah genug zum Abstellen, weit genug für die Beine
Höhe des Couchtischsungefähr auf Höhe der Sitzfläche oder wenige Zentimeter darunter
Vor Schränken mit DrehtürenTürbreite plus Standfläche, etwa 80–90 cm
Vor Schubladen und KlappenAuszugslänge plus Standfläche, rund 90 cm
Stuhl am Esstischetwa 60 cm Tischbreite je Person; hinter dem Stuhl rund 80 cm zum Aufstehen, mehr, wenn dahinter ein Weg verläuft
Vor der Balkon- oder TerrassentürSchwenkbereich des Flügels vollständig frei

Das Sofa: Größe und Platz

Das Sofa ist das größte Möbel und entscheidet über alles Weitere.

  • Zweisitzer oder kompakter Dreisitzer statt Ecksofa. Ein Ecksofa belegt zwei Wände und legt die Aufstellung für immer fest. Ein gerades Sofa mit einem Sessel oder Hocker ist beweglicher und bietet ähnlich viele Plätze.
  • Auf die Tiefe achten. Zwischen einem Sofa mit 85 cm und einem mit 105 cm Tiefe liegen 20 cm Raum. Tiefe Lounge-Sofas sind zum Liegen bequem, zum Sitzen brauchen sie Kissen im Rücken.
  • Schmale Armlehnen. Breite Polsterlehnen kosten je Seite schnell 20 cm, auf denen niemand sitzt.
  • Niedrige Rückenlehne. Steht das Sofa frei oder vor dem Fenster, bleibt der Blick über die Lehne offen.
  • Sichtbare Beine. Ein Sofa, unter dem der Boden weiterläuft, wirkt leichter als ein Block bis zum Boden.

Das Sofa gehört meist an die längste geschlossene Wand, mit Blick zum Fenster oder zur Tür. In schmalen, langen Räumen kann es quer stehen und den Raum in Sitz- und Essbereich teilen; dann muss an einer Seite der Laufweg frei bleiben. Soll gelegentlich Besuch übernachten, ersetzt ein Schlafsofa das Gästebett – was dabei zu beachten ist, steht unter Dauerschlafsofa.

Tische und Kleinmöbel, die mehrere Aufgaben erfüllen

Im kleinen Wohnzimmer muss jedes Möbel seinen Platz verdienen.

  • Couchtisch: Rund oder oval nimmt er weniger Laufweg weg als ein eckiger gleicher Fläche und hat keine Ecken auf Schienbeinhöhe. Satztische lassen sich ineinanderschieben. Eine Truhe oder ein Tisch mit Ablage darunter schafft Stauraum.
  • Beistelltisch statt Couchtisch: Reicht der Platz vor dem Sofa nicht, genügen ein oder zwei Beistelltische neben den Armlehnen.
  • Hocker: dient als Fußablage, Sitzplatz für Gäste und, mit Tablett, als Tisch. Unter einer Konsole verschwindet er, wenn er nicht gebraucht wird.
  • Esstisch: Ein Klapptisch an der Wand, ein Tisch mit Auszug oder ein runder Tisch mit Mittelfuß brauchen im Alltag wenig Fläche. Eine Bank an der Wand spart den Raum, den Stühle zum Zurückschieben brauchen.

Unter Stühle, Hocker und Beistelltische, die oft bewegt werden, gehören auf hartem Boden Filzgleiter.

Stauraum an die Wand

Der Boden ist knapp, die Wände sind es nicht. Planen Sie Stauraum in die Höhe statt in die Fläche.

  • Eine Regalwand statt mehrerer Einzelmöbel. Ein durchgehendes Regal über die ganze Wand, möglichst bis zur Decke, wirkt wie ein Teil der Architektur. Drei verschiedene Kommoden und Vitrinen wirken wie Gedränge.
  • Geringe Tiefe. Für Bücher reichen meist 25–30 cm, für Ordner und Geschirr etwa 35–40 cm. Jeder Zentimeter weniger Tiefe ist gewonnener Raum.
  • Unten geschlossen, oben offen. Hinter Türen und in Körben verschwindet Kleinkram, oben stehen Bücher und wenige ausgewählte Dinge. Offene Fächer, die bis zum Rand gefüllt sind, machen jeden Raum unruhig.
  • Hängende Möbel. Ein an der Wand befestigtes Lowboard oder Sideboard lässt den Boden frei und erleichtert das Wischen. Die Wand muss die Last tragen; Dübel und Schrauben richten sich nach dem Wandbaustoff.
  • Tote Flächen nutzen. Über der Tür, um das Fenster herum, in Nischen neben einem Kaminvorsprung, hinter dem Sofa als schmale Ablage.

Für leichte Dinge wie Decken, Spielzeug oder Zeitschriften genügen Körbe oder ein Stoffregal. Und wie überall gilt: Was nicht mehr gebraucht wird, braucht keinen Stauraum – eine Reihenfolge zum Aussortieren finden Sie unter Ausmisten.

Farben, Teppich und Vorhänge

Helle Wände und eine helle Decke werfen das Tageslicht weiter in den Raum. Wichtiger als der Farbton ist die Ruhe: Halten Sie Wände, große Möbel und Vorhänge in verwandten Tönen und setzen Sie Farbe bei Kissen, Decken und Bildern ein. Ein Regal in Wandfarbe tritt optisch zurück.

Ein Teppich fasst die Sitzgruppe zusammen. Er sollte so groß sein, dass mindestens die vorderen Füße von Sofa und Sessel darauf stehen. Ein zu kleiner Teppich, der wie eine Insel vor dem Sofa liegt, lässt den Raum kleiner wirken, als er ist.

Vorhänge hängen Sie möglichst hoch – knapp unter der Decke – und breiter als das Fenster, damit die Stoffbahnen im offenen Zustand neben der Scheibe liegen und kein Licht schlucken. Bodenlange, einfarbige Stoffe strecken die Wand.

Spiegel und Bilder

Ein großer Spiegel gegenüber oder im rechten Winkel zum Fenster holt Licht und Ausblick in den Raum. Er wirkt nur, wenn er etwas Ansehnliches spiegelt: das Fenster, eine Leuchte, eine Pflanze – nicht die Garderobe im Flur. Wie Sie ihn sicher befestigen, steht unter Spiegel aufhängen.

Bei Bildern gilt dasselbe wie bei Möbeln: lieber ein großes Bild oder eine geordnete Gruppe als viele verstreute Einzelrahmen. Anordnung und Abstände erklärt der Beitrag Bilderwand gestalten.

Licht in drei Ebenen

Eine einzelne Deckenleuchte lässt die Ecken dunkel und den Raum flach erscheinen. Verteilen Sie das Licht:

  1. Grundlicht. Eine Deckenleuchte oder Strahler, die Wände und Regal anleuchten statt nur den Boden. Helle Wände lassen den Raum weiter wirken.
  2. Zonenlicht. Eine Leseleuchte am Sofa, eine Pendelleuchte über dem Esstisch, etwa 60–70 cm über der Tischplatte, damit sie nicht blendet und den Blick zum Gegenüber frei lässt.
  3. Stimmungslicht. Eine Tischleuchte auf dem Sideboard, ein Lichtband hinter dem Lowboard oder auf dem Regal. Indirektes Licht an Decke und Wand lässt den Raum höher wirken.

Drei bis fünf Lichtquellen in unterschiedlicher Höhe sind ein guter Anhaltspunkt. Wandleuchten und Klemmspots sparen die Stellfläche einer Stehleuchte. Leuchtmittel mit warmweißem Licht (etwa 2.700–3.000 Kelvin) passen zum Abend; dimmbar ist besser, die Angabe steht auf der Verpackung.

Die gleichen Grundsätze gelten in den anderen Räumen: siehe Kleines Schlafzimmer einrichten und Kleine Küche einrichten.

Häufige Fragen

Welches Sofa passt in ein kleines Wohnzimmer?

Ein Zweisitzer oder kompakter Dreisitzer mit schmalen Armlehnen, geringer Tiefe und sichtbaren Beinen. Messen Sie Stellfläche und Laufwege aus und prüfen Sie auch, ob das Sofa durch Treppenhaus und Tür passt.

Wohin mit dem Fernseher im kleinen Wohnzimmer?

An die Wand gegenüber dem Sofa, möglichst nicht vor oder direkt gegenüber vom Fenster, weil es dort blendet oder spiegelt. An der Wand montiert oder in eine Regalwand eingefügt, braucht er keine eigene Stellfläche.

Wie stelle ich Möbel in einem schmalen, langen Wohnzimmer?

Teilen Sie den Raum quer in zwei Bereiche, etwa Sitzen und Essen, und halten Sie an einer Längsseite einen durchgehenden Weg frei. Möbel aufgereiht an beiden Längswänden verstärken den Eindruck eines Schlauchs.

Lassen dunkle Farben ein kleines Wohnzimmer kleiner wirken?

Dunkle Wände schlucken Licht, der Raum wirkt dadurch geschlossener. Eine einzelne dunkle Wand, etwa hinter dem Sofa, kann aber Tiefe geben, wenn die übrigen Flächen hell bleiben und genug Licht vorhanden ist.

Passt ein Esstisch in ein kleines Wohnzimmer?

Meist ja, wenn er klappbar, ausziehbar oder rund ist und an der Wand oder am Fenster steht. Rechnen Sie je Person etwa 60 cm Tischbreite und hinter den Stühlen rund 80 cm zum Aufstehen.