Winterkleidung und Sommerkleidung richtig einlagern

Inhalt10 Abschnitte
Kleidung lagern Sie am besten sauber, vollständig trocken und in atmungsaktiven Behältern ein, an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Vakuumbeutel sparen Platz, schaden aber Daunen und Wolle, wenn sie monatelang zusammengepresst werden. Gegen Motten hilft vor allem Sauberkeit; Zedernholz und Lavendel duften angenehm, schützen aber nur wenig.
Warum nur Sauberes in die Kiste gehört
Ein Pullover, der einmal getragen wurde, sieht oft noch sauber aus. In der Faser sitzen aber Schweiß, Hautschuppen, Hautfett und vielleicht ein unsichtbarer Spritzer Soße. Genau davon leben die Larven der Kleidermotte, und sie bevorzugen Wolle, Seide, Kaschmir und Pelz, die mit solchen Resten angereichert sind. Auch Stockflecken und muffiger Geruch entstehen bevorzugt dort, wo Schmutz und Feuchte zusammenkommen. Was Motten mögen und wie Sie einen Befall bekämpfen, steht im Beitrag Kleidermotten.
Waschen Sie deshalb alles vor dem Einlagern nach Pflegeetikett. Wollsachen und Kaschmir gehören in die Wollwäsche oder, wenn das Etikett es verlangt, in die Reinigung; wie das zu Hause geht, lesen Sie im Beitrag Wolle waschen. Weichspüler und Wäschestärke lassen Sie dabei weg; eingelagerte Sachen brauchen beides nicht.
Was Sie brauchen
- Aufbewahrungsboxen aus Stoff, Kartons mit Deckel oder Kunststoffboxen mit Lüftungsschlitzen
- Baumwollbeutel oder Kleidersäcke aus Stoff für Mäntel und Anzüge
- säurefreies Seidenpapier für empfindliche Stücke (optional)
- Etiketten oder Zettel, um den Inhalt zu beschriften
- Pheromonfallen zur Mottenkontrolle (optional)
Schritt für Schritt: Kleidung einlagern
- Aussortieren. Was Sie die ganze Saison nicht getragen haben, kommt nicht wieder in die Kiste. Tipps dazu im Beitrag Kleiderschrank ausmisten.
- Waschen oder reinigen. Alles, was getragen wurde, nach Pflegeetikett. Flecken vorher behandeln, eingelagert werden sie nur hartnäckiger.
- Vollständig trocknen lassen. Mindestens einen Tag länger als gewohnt, dicke Pullover und Jacken auch mehrere Tage. Restfeuchte in der Kiste führt zu Stockflecken.
- Kleinigkeiten reparieren. Knöpfe annähen, Reißverschlüsse prüfen – im Herbst hat man dazu weniger Lust.
- Richtig verpacken. Strick gefaltet und liegend, Mäntel und Anzüge auf Bügeln im Stoffsack. Schwere Teile nach unten.
- Beschriften. Was drin ist, erspart später das Durchwühlen.
- Ort wählen. Kühl, trocken, dunkel, gut belüftet. Unter dem Bett, im Schrankoberteil oder in einem trockenen Abstellraum.
Welche Behälter sich eignen
Textilien brauchen Luft. Ist die Kleidung bei feuchtem Wetter eingepackt worden oder schwankt die Temperatur am Lagerort, bildet sich in dicht verschlossenen Plastiksäcken Kondenswasser, und die Wäsche riecht nach dem Auspacken muffig oder hat Flecken.
| Behälter | Geeignet für | Zu beachten |
| Baumwollbeutel, Stoffboxen | Pullover, Wolle, Kaschmir, Daunen | atmungsaktiv, schützen vor Staub; nur bei sauberer Kleidung wirksamer Mottenschutz |
| Kleidersack aus Stoff | Mäntel, Anzüge, Kleider auf Bügeln | Bügel mit breiten Schultern verwenden |
| Karton mit Deckel | T-Shirts, Hosen, Sommerkleidung | nicht im feuchten Keller, Karton zieht Feuchte |
| Kunststoffbox | robuste Kleidung, trockene Lagerorte | nur absolut trocken einpacken, gelegentlich öffnen |
| Vakuumbeutel | Bettzeug, Sommerkleidung aus Baumwolle und Kunstfaser | nicht für Daunen und Wolle über viele Monate |
Vakuumbeutel: für was sie taugen
Vakuumbeutel sind unschlagbar, wenn Platz knapp ist. Für Baumwolle, Leinen und Kunstfasern sind sie in Ordnung, sofern die Kleidung sauber und trocken ist. Die Knitterfalten lassen sich später ausbügeln.
Anders bei Daunen: Jacken, Schlafsäcke und Decken leben von der Bauschkraft ihrer Füllung. Werden die Daunen monatelang zusammengepresst, erholen sie sich nicht immer vollständig, und die Wärmeleistung sinkt. Daunen lagern Sie deshalb locker im großen Baumwollsack oder hängend. Mehr dazu in den Beiträgen Daunenjacke waschen und Daunendecke waschen. Auch Wolle und Strick verlieren im Vakuum auf Dauer Form und Elastizität und bekommen tiefe Knickfalten. Für ein paar Wochen, etwa bei einem Umzug, geht das, als Dauerlösung über eine ganze Saison nicht.
Zedernholz, Lavendel und was wirklich gegen Motten hilft
Zedernholz und Lavendelsäckchen sind die Klassiker im Kleiderschrank. Ehrlich betrachtet ist ihre Wirkung schwach: Die ätherischen Öle können Motten eine Zeit lang abhalten, töten aber weder Eier noch Larven, und der Duft lässt nach wenigen Monaten deutlich nach. Zedernholz lässt sich durch leichtes Anschleifen auffrischen. Wer sich auf den Duft verlässt und schmutzige Wolle einlagert, hat im Frühjahr trotzdem Löcher.
Wirksamer sind:
- Sauberkeit. Frisch gewaschene Kleidung ist für Motten wenig attraktiv.
- Geschlossene Behälter. Stoffbeutel mit Zugband oder Boxen mit Deckel verhindern, dass Motten hineinfliegen.
- Kontrolle. Ein- bis zweimal während der Lagerzeit hineinschauen, lüften und die Sachen ausschütteln. Motten mögen es ruhig und dunkel.
- Pheromonfallen. Sie fangen männliche Motten und zeigen einen Befall früh an. Allein reichen sie gegen einen Befall nicht.
Kleiderbeutel aus Baumwolle bei Amazon ansehen
Der richtige Lagerort
Ideal ist ein kühler, trockener und dunkler Platz mit gleichmäßiger Temperatur. Dachböden werden im Sommer heiß und im Winter kalt; die Schwankungen fördern Kondenswasser. Keller sind oft zu feucht. Riecht es im Schrank muffig oder steht er an einer kalten Außenwand, lagern Sie besser anderswo; mehr dazu im Beitrag Muffiger Geruch im Schrank. Direktes Sonnenlicht bleicht Stoffe aus, auch durch Stoffboxen hindurch.
Wieder auspacken
Beim Auspacken im Herbst oder Frühjahr die Kleidung ausschütteln und einen Tag lüften lassen. Riecht etwas muffig, genügt meist eine Wäsche. Finden sich Löcher oder Gespinste, prüfen Sie den ganzen Bestand auf Motten, bevor Sie die Sachen zurück in den Schrank hängen.
Typische Fehler
- Getragenes „nur kurz“ einpacken. Genau diese Stücke haben im Frühjahr Löcher.
- Direkt aus dem Trockenraum in die Kiste. Was sich außen trocken anfühlt, ist in Nähten und Bündchen oft noch feucht.
- Strick auf Bügeln lagern. Über Monate leiern die Schultern aus.
- Alles in den Keller. Ohne trockene Luft riecht es dort nach einer Saison muffig.
- Mottenschutz aus Duft allein. Zedernholz ersetzt keine Wäsche und keine Kontrolle.
Häufige Fragen
Kann ich Kleidung in Plastiktüten einlagern?
Für kurze Zeit und an trockenen Orten ja. Über Monate sind dicht verschlossene Plastiksäcke riskant, weil sich Feuchtigkeit darin sammelt. Besser sind Baumwollbeutel oder Boxen mit Lüftung.
Sind Vakuumbeutel schädlich für Kleidung?
Für Baumwolle und Kunstfaser nicht, sofern alles trocken ist. Daunen und Wolle leiden unter dem monatelangen Zusammenpressen und sollten locker gelagert werden.
Muss ich Kleidung vor dem Einlagern waschen, wenn ich sie nur einmal getragen habe?
Ja. Auch einmal getragene Kleidung enthält Schweiß und Hautschuppen, die Motten anziehen und Flecken bilden können.
Helfen Lavendelsäckchen gegen Motten?
Nur schwach. Der Duft kann Motten eine Zeit lang abhalten, tötet aber keine Eier oder Larven und lässt schnell nach. Sauberkeit und regelmäßige Kontrolle schützen mehr.



