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Papierfischchen erkennen und bekämpfen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Stapel aufgeschlagener Bücher mit aufgefächerten Seiten
Kartons und Papierstapel zu reduzieren nimmt Papierfischchen ihre Verstecke
Inhalt9 Abschnitte
  1. Papierfischchen erkennen
  2. Papierfischchen oder Silberfischchen?
  3. Sind Papierfischchen schädlich?
  4. Warum Papierfischchen so hartnäckig sind
  5. Papierfischchen bekämpfen: Schritt für Schritt
  6. Hausmittel gegen Papierfischchen
  7. Wann ein Schädlingsbekämpfer sinnvoll ist
  8. Vorbeugen: was Papierfischchen fernhält
  9. Häufige Fragen

Papierfischchen sehen aus wie große, graue Silberfischchen und tauchen dort auf, wo man mit Silberfischen nicht rechnet: im trockenen Wohnzimmer, am Bücherregal, im Neubau. Sie sind für Menschen harmlos, können aber Papier, Tapeten und Bücher anfressen. Lüften und Trocknen allein hilft gegen sie kaum. Wirksam ist eine Kombination aus Fraßködern über mehrere Monate, weniger Papier und Pappe und dem Schließen ihrer Verstecke.

Papierfischchen erkennen

Das Papierfischchen, auch Langschwänziges Silberfischchen genannt, gehört wie das Silberfischchen zu den Fischchen, einer Gruppe flügelloser Urinsekten. Es stammt vermutlich aus wärmeren Regionen und wird seit einigen Jahren auch in Deutschland immer häufiger gefunden. Vieles spricht dafür, dass es mit Umzugskartons, Paketen und Baumaterial verbreitet wird.

  • Größe: erwachsene Tiere etwa 1–1,5 cm, ohne Fühler und Schwanzfäden gemessen.
  • Farbe: grau bis graubraun, nicht silbrig glänzend.
  • Kennzeichen: sehr lange Fühler vorn und drei lange Schwanzfäden hinten, die oft so lang sind wie der Körper.
  • Verhalten: nachtaktiv und lichtscheu; man sieht sie abends, wenn man das Licht einschaltet.
  • Fundorte: Bücherregale, Tapeten, Fußleisten, Kartons, Schubladen mit Papieren, hinter Bilderrahmen.

Weil die Tiere ihre Schuppen leicht verlieren, sehen ältere Exemplare manchmal fleckig aus. Wer sich unsicher ist, fängt eines mit einer Klebefalle und schaut es mit der Lupe an oder schickt ein Foto an einen Schädlingsbekämpfer.

Papierfischchen oder Silberfischchen?

SilberfischchenPapierfischchen
Größeetwa 1 cmetwa 1–1,5 cm
Farbesilbrig glänzendgrau, matter
Schwanzfädenkürzerauffällig lang
Luftfeuchtebraucht feuchte Räumekommt auch in trockenen Räumen vor
Typischer OrtBad, Küche, KellerWohnräume, Büro, Bücherregal
Bekämpfungvor allem trocknenvor allem Fraßköder über Monate

Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Bekämpfung verschieden ist. Beim Silberfischchen ist meist Feuchtigkeit die Ursache, und die zu beheben reicht oft schon – mehr dazu im Ratgeber Silberfische bekämpfen. Beim Papierfischchen ist das anders. Sehr kleine, weißliche Tiere ohne Schwanzfäden sind dagegen meist Staubläuse.

Sind Papierfischchen schädlich?

Für Menschen und Haustiere sind Papierfischchen harmlos. Sie stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und sind kein Zeichen für mangelnde Sauberkeit – man findet sie gerade in neuen, gepflegten Wohnungen. Ärgerlich sind sie wegen ihrer Nahrung: Sie fressen Papier, Pappe, Tapeten, Kleister, Buchbindeleim, Fotos und Dokumente, dazu Hautschuppen, Haare und Krümel. Bei einem starken, lange unbemerkten Befall können Bücher, Akten und Tapeten sichtbar angefressen werden. In Archiven, Bibliotheken und Museen gelten sie deshalb als ernstes Problem.

Warum Papierfischchen so hartnäckig sind

Papierfischchen entwickeln sich langsam: Vom Ei bis zum erwachsenen Tier vergeht deutlich mehr Zeit als bei vielen anderen Insekten, oft ein Jahr oder länger. Dafür leben sie mehrere Jahre, legen über lange Zeit Eier und halten lange ohne Nahrung durch. Wer ein paar Tiere erwischt, hat den Bestand also noch lange nicht im Griff. In Mehrfamilienhäusern kommen sie zudem über Ritzen, Kabelschächte und Rohrdurchführungen von einer Wohnung in die nächste.

Papierfischchen bekämpfen: Schritt für Schritt

  1. Befall einschätzen. Mehrere Klebefallen an Wänden entlang, hinter Möbeln und unter Regalen auslegen und nach einer Woche prüfen. So sehen Sie, wo die Tiere laufen und wie viele es sind.
  2. Fraßköder auslegen. Köderdosen oder Ködergel für Silber- und Papierfischchen an die Laufwege stellen: an Fußleisten, hinter Schränke, unter Heizkörper, in die Nähe von Bücherregalen. Mehrere Köder je Raum wirken besser als einer. Die Tiere fressen den Köder und sterben nach einiger Zeit in ihrem Versteck.
  3. Lange genug durchhalten. Köder über mehrere Monate auslegen und nach Herstellerangabe erneuern. Es dauert, bis auch die Tiere erfasst sind, die später schlüpfen.
  4. Papier und Pappe reduzieren. Kartons auspacken und entsorgen, Altpapier nicht sammeln, Unterlagen in geschlossene Kunststoffboxen oder Ordner mit Deckel umräumen.
  5. Verstecke schließen. Fugen an Fußleisten, Rissen und Rohrdurchführungen mit Acryl verschließen, lose Tapeten ankleben.
  6. Regelmäßig saugen. Ritzen, Regalböden und Fußleisten aussaugen, auch hinter Büchern. Das entfernt Nahrung und Eier.

Bei allen Ködern gilt: nur zugelassene Biozide verwenden, die Gebrauchsanweisung beachten und die Dosen so aufstellen, dass Kinder und Haustiere nicht herankommen. Insektensprays sind wenig sinnvoll. Sie treffen nur die sichtbaren Tiere und halten die übrigen eher von den Ködern fern. Legen Sie Köder deshalb nicht gleichzeitig mit frisch gesprühtem Mittel aus.

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Hausmittel gegen Papierfischchen

Hausmittel helfen gegen Papierfischchen wenig. Lavendel, Zitronenöl oder Nelken überdecken allenfalls den Geruch, vertreiben die Tiere aber nicht verlässlich. Die oft genannte Mischung aus Zucker und Backpulver wirkt nicht. Eine selbst gebaute Glasfalle mit Kreppband außen und etwas Haferflocken innen fängt einzelne Tiere und eignet sich zur Kontrolle, gegen einen Befall reicht sie nicht. Kieselgur, ein feines Pulver aus Algenschalen, kann in Ritzen die Tiere austrocknen; beim Ausbringen sollte man den Staub nicht einatmen und nur Produkte verwenden, die für den Innenraum gedacht sind.

Wann ein Schädlingsbekämpfer sinnvoll ist

Einen Fachbetrieb brauchen Sie, wenn der Befall nach einigen Monaten mit Ködern nicht deutlich zurückgeht, wenn wertvolle Bücher, Sammlungen oder Akten betroffen sind oder wenn mehrere Wohnungen im Haus Tiere haben. In Mietwohnungen lohnt es sich, den Vermieter zu informieren, weil ein Befall über Schächte und Ritzen selten an einer Wohnungstür endet. Das Umweltbundesamt hält Informationen zu Papierfischchen bereit.

Vorbeugen: was Papierfischchen fernhält

Die wichtigste Vorbeugung ist der Umgang mit Kartons. Umzugskartons und Pakete zügig auspacken, nicht jahrelang im Abstellraum stapeln und nach dem Umzug entsorgen oder draußen lagern. Bücher und Unterlagen gelegentlich ausräumen und die Regale aussaugen. Neue Wohnungen nach dem Einzug mit einigen Klebefallen beobachten: Ein Befall, der früh entdeckt wird, ist viel leichter zu beherrschen. Weitere Ratgeber zu Schädlingen finden Sie in der Rubrik Ungeziefer und Schädlinge, etwa zu Teppichkäfern.

Häufige Fragen

Kommen Papierfischchen ins Bett?

Nein, zumindest nicht gezielt. Papierfischchen sind lichtscheu und meiden Menschen. Dass sie im Schlafzimmer auftauchen, liegt meist an Büchern, Kartons oder Tapeten in der Nähe.

Wie lange dauert es, Papierfischchen loszuwerden?

Rechnen Sie mit mehreren Monaten. Weil die Tiere lange leben und sich langsam entwickeln, dauert es, bis auch spät schlüpfende Tiere die Köder gefressen haben. Nach drei bis sechs Monaten sollte der Befall deutlich zurückgegangen sein.

Helfen trockene Luft und Lüften gegen Papierfischchen?

Kaum. Papierfischchen kommen mit normaler Wohnraumluft gut zurecht. Richtiges Lüften schadet nie, ersetzt aber bei ihnen die Köder nicht.

Sind Papierfischchen ein Zeichen für Schimmel?

Nein, anders als viele Silberfischchen zeigen Papierfischchen keine Feuchtigkeit an. Sie finden in trockenen Räumen genug Nahrung.