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Windeleimer: Geruch vermeiden und richtig reinigen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Stapel frischer Wegwerfwindeln vor weißem Hintergrund
Je dichter die vollen Windeln verpackt sind, desto weniger riecht der Eimer
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum der Windeleimer stinkt
  2. Windeleimer richtig benutzen
  3. Kassettensysteme und normale Eimer
  4. Natron und Katzenstreu gegen Geruch
  5. Windeleimer reinigen: Schritt für Schritt
  6. Kein Chlor in den Windeleimer
  7. Wenn der Geruch im Kunststoff sitzt
  8. Wohin mit den vollen Windeln?
  9. Häufige Fragen

Ein Windeleimer riecht vor allem dann, wenn er zu lange nicht geleert wird. Leeren Sie ihn regelmäßig, im Sommer am besten täglich, verschließen Sie die Beutel gut und waschen Sie den Eimer alle ein bis zwei Wochen mit heißem Wasser und Spülmittel aus. Natron oder etwas Katzenstreu am Boden fängt den Rest ab. Ein Duftspray braucht es dafür nicht.

Warum der Windeleimer stinkt

Urin wird in der Windel von Bakterien zersetzt, dabei entsteht Ammoniak mit seinem stechenden Geruch. Stuhl riecht ohnehin, und mit der Zeit gären die Reste in der warmen, feuchten Umgebung weiter. Je länger volle Windeln liegen, desto stärker wird es. Wärme beschleunigt das: Ein Windeleimer neben der Heizung oder in der Sonne riecht deutlich schneller als einer an einem kühlen Platz.

Ein zweiter Grund ist der Eimer selbst. Kunststoff nimmt Geruch an, und an Deckel, Klappe und Boden setzen sich Feuchtigkeit und Reste fest. Selbst ein leerer Eimer riecht dann, sobald man ihn öffnet.

Windeleimer richtig benutzen

  • Stuhl in die Toilette. Grobe Reste aus der Windel schütteln oder abstreifen und in der Toilette entsorgen, bevor die Windel in den Eimer kommt. Das verringert den Geruch am stärksten.
  • Windeln fest rollen. Die Windel eng zusammenrollen und mit den Klebestreifen verschließen, sodass die Innenseite nach innen zeigt.
  • Deckel zu. Den Eimer nach jedem Wickeln sofort schließen.
  • Regelmäßig leeren. Im Sommer und bei Stuhlwindeln täglich, sonst spätestens alle zwei bis drei Tage, auch wenn der Eimer noch nicht voll ist.
  • Beutel gut verschließen. Den vollen Beutel verknoten oder zubinden, bevor er in die Restmülltonne kommt. So riecht es weder im Treppenhaus noch an der Tonne.
  • Schattig stellen. Nicht neben die Heizung, nicht auf die Fensterbank, nicht in die Sonne auf dem Balkon.

Kassettensysteme und normale Eimer

Spezielle Windeleimer mit Kassettensystem verpacken jede Windel einzeln in einen Folienschlauch, der beim Hineindrücken gedreht oder verschweißt wird. Das hält Geruch zuverlässig zurück, kostet aber laufend Nachfüllkassetten. Einfachere Windeleimer mit dicht schließendem Deckel, Gummidichtung und normalen Müllbeuteln funktionieren ebenfalls, wenn sie häufig geleert werden.

Ein ganz gewöhnlicher Treteimer mit Deckel geht auch, solange Sie ihn täglich leeren. Wichtig ist ein Deckel, der wirklich schließt. Wer ein System mit Kassetten nutzt, sollte vor dem Kauf nachsehen, was die Nachfüllkassetten für das jeweilige Modell kosten; das ist auf Dauer der größere Posten.

Natron und Katzenstreu gegen Geruch

Ein bis zwei Esslöffel Natron, unter den Beutel auf den Boden des Eimers gestreut, binden saure Gerüche. Etwas Natron können Sie auch zwischendurch über die Windeln im Beutel streuen. Bei jedem Beutelwechsel erneuern.

Eine Handvoll Katzenstreu wirkt ähnlich: Sie riecht selbst nicht, sondern saugt Feuchtigkeit auf, die aus undichten Beuteln tropft, und hält damit auch den Geruch fest. Ein gefaltetes Blatt Zeitungspapier am Boden erfüllt denselben Zweck. Dieselben Tricks helfen übrigens beim Küchenmülleimer, siehe Mülleimer reinigen.

Duftsteine, Deo-Einsätze und Raumsprays überdecken den Geruch nur. Sie bringen zusätzliche Duftstoffe ins Kinderzimmer, die dort niemand braucht.

Windeleimer reinigen: Schritt für Schritt

  1. Leeren. Beutel oder Kassette herausnehmen und entsorgen.
  2. Zerlegen. Deckel, Klappe und Einsatz abnehmen, soweit der Hersteller das vorsieht.
  3. Waschen. Alle Teile mit heißem Wasser, etwas Spülmittel und einer eigenen Bürste säubern, besonders Deckelunterseite, Dichtung, Scharnier und den oberen Rand. Gut geht das in der Dusche oder auf dem Balkon.
  4. Geruch lösen. Riecht der Eimer weiter, füllen Sie ihn mit warmem Wasser und zwei Esslöffeln Natron und lassen ihn einige Stunden stehen.
  5. Ausspülen. Mit klarem Wasser nachspülen.
  6. Trocknen. Innen trockenreiben und den Eimer offen, am besten kopfüber, vollständig austrocknen lassen, bevor ein neuer Beutel hineinkommt.

Den Windeleimer reinigen Sie am besten alle ein bis zwei Wochen und zusätzlich, wenn etwas ausgelaufen ist.

Kein Chlor in den Windeleimer

Chlorhaltige Reiniger und Urin passen nicht zusammen. Urin enthält Ammoniak und Harnstoff. Treffen sie auf Chlorbleiche oder chlorhaltige Sanitärreiniger, können Chloramine entstehen, Gase, die Augen und Atemwege reizen. Das gilt auch in kleinen Mengen und gerade im Kinderzimmer. Heißes Wasser, Spülmittel und Natron genügen für einen Windeleimer vollkommen. Welche Mittel sonst nie gemeinsam benutzt werden dürfen, erklärt der Ratgeber Putzmittel nie mischen.

Wenn der Geruch im Kunststoff sitzt

Ältere Eimer, besonders mit Kratzern, halten Geruch in feinen Rillen fest. Eine Nacht mit Natronwasser hilft dann oft, ein Tag geöffnet an der frischen Luft ebenfalls. Riecht der leere, saubere Eimer trotzdem, lohnt ein Blick auf die Dichtung am Deckel: Sie lässt sich bei vielen Modellen herausnehmen und separat reinigen oder ersetzen. Bleibt es dabei, ist ein neuer Eimer die einfachste Lösung.

Riecht es im Zimmer auch ohne Windeleimer, kann Urin in Teppich oder Wickelunterlage gelangt sein. Wie Sie das beheben, steht unter Urinflecken entfernen.

Wohin mit den vollen Windeln?

Wegwerfwindeln gehören in den Restmüll, nicht in die Biotonne und nicht in den gelben Sack, auch wenn manche Hersteller von kompostierbaren Anteilen sprechen. Das gilt in der Regel auch für sogenannte Öko-Windeln; im Zweifel gibt die örtliche Abfallberatung Auskunft. Manche Kommunen bieten für Familien mit Wickelkindern eine größere Restmülltonne oder Windelsäcke an, fragen Sie danach.

Im Sommer riecht auch die Restmülltonne draußen schnell. Stellen Sie sie in den Schatten, halten Sie den Deckel geschlossen und legen Sie die Windelbeutel gut verknotet hinein, nicht lose. Fliegen legen ihre Eier gern an offene Windelreste; wie Sie Maden in der Tonne vorbeugen, zeigt der Ratgeber Maden in der Biotonne, die Tipps gelten für die Restmülltonne genauso.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich den Geruch aus dem Windeleimer?

Leeren, mit heißem Wasser und Spülmittel auswaschen, dann einige Stunden mit Natronwasser stehen lassen und vollständig trocknen. Danach am Boden etwas Natron oder Katzenstreu unter den Beutel streuen und den Eimer häufiger leeren.

Wie oft sollte man den Windeleimer leeren?

Im Sommer und bei Stuhlwindeln täglich, sonst alle zwei bis drei Tage. Nicht warten, bis der Eimer voll ist.

Braucht man einen speziellen Windeleimer?

Nein. Kassettensysteme halten Geruch gut zurück, kosten aber laufend Nachschub. Ein Eimer mit dicht schließendem Deckel, der täglich geleert wird, erfüllt den Zweck ebenfalls.

Darf man den Windeleimer desinfizieren?

Im normalen Haushalt ist das nicht nötig. Heißes Wasser, Spülmittel und Trocknen reichen. Chlorhaltige Mittel sind wegen der Reaktion mit Urin ungeeignet.