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Essensreste entsorgen: Biotonne, Restmüll oder Toilette?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Gemischte Lebensmittelabfälle
Essensreste nie in die Toilette – sie locken Ratten an
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehören Essensreste?
  2. Gekochte Reste, Fleisch und Knochen: die Kommune entscheidet
  3. Warum Essensreste nicht in die Toilette gehören
  4. So entsorgen Sie Essensreste richtig
  5. Was auf den eigenen Kompost darf
  6. Geruch und Maden vermeiden
  7. Weniger wegwerfen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen
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Essensreste gehören in die Biotonne oder, wo die Kommune bestimmte Reste ausschließt, in den Restmüll. Rohe Schalen und Gemüsereste sind überall Bioabfall; bei gekochten Speisen, Fleisch, Fisch und Knochen gehen die Regeln auseinander. Die Toilette und die Spüle sind dagegen nie der richtige Weg: Was dort hineingerät, ernährt Ratten in der Kanalisation und kann Rohre verstopfen.

Wohin gehören Essensreste?

RestRichtiger Weg
Rohe Obst- und Gemüsereste, SchalenBiotonne oder eigener Kompost
Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, gekochtes GemüseBiotonne, wenn die Kommune gekochte Reste erlaubt; sonst Restmüll
Fleisch, Wurst, Fisch, Knochen, Grätenje nach Kommune Biotonne (gut eingewickelt) oder Restmüll
Käse, Milchprodukte, Eierje nach Kommune Biotonne oder Restmüll; Eierschalen meist Biotonne
Suppe, Soße, flüssige ResteFeststoffe abgießen oder mit Zeitungspapier binden, dann Bio- oder Restmüll
Bratfett, Frittierfett, Speiseölkleine Mengen gebunden in den Restmüll, größere Mengen zur Sammelstelle
Reste in der VerpackungInhalt in Bio- oder Restmüll, leere Verpackung getrennt entsorgen

Was genau in Ihre Biotonne darf, legt die örtliche Abfallsatzung fest. Ein Blick in den Abfallkalender, die Abfall-App oder ein Anruf bei der Abfallberatung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises klärt das in einer Minute. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Gekochte Reste, Fleisch und Knochen: die Kommune entscheidet

Bei rohen pflanzlichen Küchenabfällen sind sich alle Kommunen einig: Sie gehören in die Biotonne. Bei gekochten Speisen und tierischen Resten nicht. Manche Kommunen erlauben ausdrücklich alle Speisereste einschließlich Fleisch, Fisch, Knochen und Milchprodukten, weil ihre Vergärungs- oder Kompostanlage damit umgehen kann. Andere schließen tierische Reste aus, weil sie Ratten und Fliegen anlocken oder die Anlage nicht dafür ausgelegt ist. Wieder andere erlauben gekochte Reste, aber keine Knochen, weil diese im Kompost kaum verrotten.

Gilt bei Ihnen keine ausdrückliche Erlaubnis, gehören Fleisch, Fisch und gekochte Speisen in den Restmüll. Was die Biotonne sonst aufnimmt und was nicht, steht unter Biotonne.

Warum Essensreste nicht in die Toilette gehören

Die Toilette scheint praktisch: Teller auskratzen, spülen, fertig. Doch alles, was über Toilette oder Spüle in die Kanalisation gelangt, ist Futter für Ratten, die dort leben. Wo regelmäßig Speisereste ankommen, vermehren sie sich, und Kommunen müssen mehr Geld für die Bekämpfung ausgeben. Fett, Reis, Nudeln und Fasern setzen sich außerdem in Rohren ab. Fett kühlt im Rohr ab, wird fest und bildet zusammen mit anderen Resten Pfropfen, die den Hausanschluss verstopfen können. Die Kläranlage muss die Reste wieder herausholen.

Küchenabfallzerkleinerer im Spülbecken, die in anderen Ländern verbreitet sind, sind in Deutschland deshalb unüblich; in vielen Kommunen untersagt die Abwassersatzung, Küchenabfälle auf diesem Weg einzuleiten.

So entsorgen Sie Essensreste richtig

  1. Teller abkratzen statt abspülen. Reste mit einem Löffel oder Teigschaber in den Vorsortierbehälter schaben, bevor das Geschirr ins Spülbecken oder in die Spülmaschine kommt.
  2. Flüssiges abtrennen. Suppe oder Soße durch ein Sieb gießen, die festen Bestandteile in den Müll. Größere Mengen Flüssigkeit mit Zeitungspapier oder Küchenpapier binden, statt sie in den Ausguss zu kippen.
  3. Fett gesondert behandeln. Bratfett in der Pfanne abkühlen lassen, mit Küchenpapier aufnehmen und in den Restmüll. Mehr dazu unter Speiseöl entsorgen.
  4. Einwickeln. Fleisch- und Fischreste, wo sie in die Biotonne dürfen, in Zeitungspapier wickeln. Das bindet Feuchtigkeit und Geruch.
  5. Ohne Plastiktüte. In die Biotonne kommt kein Plastik, auch keine „kompostierbare“ Tüte, wenn die Kommune sie nicht ausdrücklich erlaubt. Papiertüten oder Zeitungspapier gehen fast überall.
  6. Verpackung trennen. Reste aus Dose, Becher oder Schale herauslöffeln. Die leere Verpackung gehört in den Gelben Sack, das Glas in den Altglascontainer.

Was auf den eigenen Kompost darf

Auf einen Gartenkompost gehören rohe pflanzliche Küchenabfälle: Gemüseschalen, Obstreste, Kaffeesatz, Teeblätter und Eierschalen. Gekochte Speisen, Brot in größeren Mengen, Fleisch, Fisch, Knochen und Milchprodukte gehören nicht darauf. Sie verrotten langsam, riechen und locken Ratten, Mäuse und Füchse an. Diese Reste bringen Sie über die Biotonne oder den Restmüll weg. Eine platzsparende Alternative für Balkon und Wohnung ist ein Wurmkomposter, der allerdings ebenfalls nur pflanzliche Reste in kleinen Mengen verträgt.

Auch Tiere sind kein Ersatz für die Tonne. Speisereste an Hühner, Schweine oder andere Nutztiere zu verfüttern, ist aus Gründen der Tierseuchenvorbeugung verboten; nach Auskunft von Veterinärämtern betrifft das auch Hühner im eigenen Garten. Für Hund und Katze sind gewürzte Speisen und gekochte Knochen ohnehin ungeeignet.

Geruch und Maden vermeiden

Essensreste riechen schnell, besonders im Sommer. Leeren Sie den Vorsortierbehälter in der Küche alle zwei bis drei Tage, im Sommer öfter, und spülen Sie ihn danach kurz aus. Ein Behälter mit Deckel hält Fliegen fern. In der Biotonne helfen eine Lage Zeitungspapier am Boden, ein schattiger Standplatz und ein gut schließender Deckel. Wer Fleisch- oder Fischreste hat, gibt sie erst kurz vor dem Abholtag in die Tonne oder bewahrt sie bis dahin im Gefrierfach auf. Ausführliche Tipps stehen unter Maden in der Biotonne.

Weniger wegwerfen

Der einfachste Weg, Essensreste zu entsorgen, ist, weniger davon zu haben. Gekochte Reste halten sich gut gekühlt und abgedeckt meist ein bis zwei Tage und lassen sich oft einfrieren. Wie Sie Reste sicher lagern und was Sie nicht aufwärmen sollten, steht unter Reste aufbewahren. Brot vom Vortag wird zu Croutons, Semmelbröseln oder Armen Rittern, überreifes Obst zu Kompott oder Smoothie. Schimmelige Lebensmittel gehören dagegen weg; wie Sie damit umgehen, erklärt Verschimmelte Lebensmittel entsorgen.

Typische Fehler

  • Speisereste in die Toilette. Das ernährt Ratten und kann den Hausanschluss verstopfen.
  • Fett in die Spüle. Es wird im Rohr fest, auch wenn Sie heißes Wasser nachgießen.
  • Plastiktüte in die Biotonne. Plastik zerfällt im Kompost zu Schnipseln; Tonnen mit Fehlwürfen können stehen bleiben.
  • Fleisch auf den Gartenkompost. Es lockt Tiere an und riecht.
  • Reste samt Verpackung in die Biotonne. Erst den Inhalt herausholen, dann die Verpackung getrennt entsorgen.

Häufige Fragen

Dürfen gekochte Essensreste in die Biotonne?

Das hängt von Ihrer Kommune ab. Viele erlauben gekochte Speisereste, manche nicht. Steht im Abfallkalender oder in der Abfall-App keine ausdrückliche Erlaubnis, gehören sie in den Restmüll.

Wohin mit Fleischresten und Knochen?

In die Biotonne nur dort, wo die Kommune tierische Reste erlaubt, und dann in Zeitungspapier gewickelt. Sonst in den Restmüll. Auf den Gartenkompost gehören sie nicht.

Darf ich Essensreste in die Toilette werfen?

Nein. Speisereste in der Kanalisation füttern Ratten, und Fett sowie stärkehaltige Reste können Rohre verstopfen. Auch kleine Mengen gehören in Bio- oder Restmüll.

Wie entsorge ich Suppenreste?

Feste Bestandteile über ein Sieb abtrennen und in Bio- oder Restmüll geben. Größere Mengen Flüssigkeit mit Zeitungspapier oder Küchenpapier binden. Fettige Brühe nicht in den Ausguss gießen.

Was mache ich ohne Biotonne?

Dann gehören Essensreste in den Restmüll. Rohe pflanzliche Reste können Sie auch auf einen eigenen Kompost geben oder in einem Wurmkomposter verwerten. Manche Kommunen bieten zusätzlich Sammelstellen für Bioabfall an.

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