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Kaffeemaschine und Vollautomat reinigen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Siebträger mit Kaffeemehl, daneben verstreutes Kaffeepulver auf dem Tisch
Reinigen entfernt Kaffeeöl und Milchreste, Entkalken dagegen den Kalk
Inhalt8 Abschnitte
  1. Reinigen oder entkalken – was ist der Unterschied?
  2. Filterkaffeemaschine reinigen
  3. Glaskanne, Edelstahl- und Thermoskanne
  4. Kaffeevollautomat: täglich, wöchentlich, nach Aufforderung
  5. Pad- und Kapselmaschinen
  6. Typische Fehler
  7. Wenn doch einmal etwas danebengeht
  8. Häufige Fragen

Eine Kaffeemaschine braucht zwei Arten von Pflege: Reinigung gegen Kaffeefett, Milchreste und Keime, und Entkalkung gegen den Kalk aus dem Wasser. Bei der Filtermaschine reicht dafür heißes Spülwasser, ein Tuch und gelegentlich ein Entkalker. Vollautomaten von Jura, Philips, De’Longhi, Siemens, Krups oder Melitta haben eigene Programme, und deren Anleitung gibt vor, welche Mittel hinein dürfen. Wer täglich die offenen Behälter leert, hat die meiste Arbeit schon erledigt.

Reinigen oder entkalken – was ist der Unterschied?

Kaffee enthält Öle, die sich als bräunlicher, leicht klebriger Film in Brühkammer, Auslauf und Kanne absetzen. Sie werden mit der Zeit ranzig und machen den Kaffee bitter. Dagegen hilft Reinigen, beim Vollautomaten mit Reinigungstabletten, sonst mit Spülmittel. Kalk dagegen sitzt im Wassersystem, auf der Heizung und in Leitungen. Er löst sich nur mit Säure, siehe Entkalken.

Häufig gefragt wird, was zuerst kommt. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass beide Programme vollständig durchlaufen. Zeigt ein Vollautomat beides gleichzeitig an, folgen Sie der Anleitung. Bei der Filtermaschine hat sich bewährt, zuerst die abnehmbaren Teile zu spülen, dann zu entkalken und zum Schluss zwei- bis dreimal nur mit klarem Wasser durchlaufen zu lassen.

Filterkaffeemaschine reinigen

  1. Stecker ziehen und abkühlen lassen. Die Warmhalteplatte bleibt lange heiß.
  2. Abnehmbare Teile spülen. Filtereinsatz und Kanne mit warmem Spülwasser reinigen; viele Filtereinsätze dürfen in die Spülmaschine, das steht in der Anleitung.
  3. Wassertank auswischen. Nur mit einem feuchten Tuch, nicht mit Spülmittel füllen. Reste im Tank landen sonst im nächsten Kaffee.
  4. Gehäuse und Warmhalteplatte abwischen. Eingebrannte Kaffeeflecken auf der Platte mit einem feuchten Tuch einweichen und abwischen, keine Scheuermittel auf beschichteten Platten.
  5. Entkalken, wenn es Zeit ist. Bei mittelhartem Wasser etwa alle ein bis drei Monate, spätestens wenn die Maschine langsamer und lauter wird. Die Anleitung dazu steht unter Kaffeemaschine entkalken.

Glaskanne, Edelstahl- und Thermoskanne

Die Glaskanne bekommt mit der Zeit einen braunen Belag, der mit Spülmittel allein kaum weicht. Einfacher geht es mit einer Handvoll Reis oder grobem Salz und etwas Wasser: Kanne schwenken, ausspülen. Bei hartnäckigem Belag hilft eine Tablette Gebissreiniger oder ein Löffel Spülmaschinenpulver in heißem Wasser, über Nacht einwirken lassen. Das sind Sauerstoffreiniger, die Kaffee- und Teebeläge gut lösen, aber kaum Kalk.

Edelstahl- und Thermoskannen verfärben sich innen dunkel. Füllen Sie die Kanne mit heißem Wasser, geben Sie zwei Teelöffel Natron oder eine Tablette Gebissreiniger hinzu und lassen Sie das mehrere Stunden stehen. Danach mit einer Flaschenbürste nachreiben und gründlich spülen. Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen den Edelstahl, in den Riefen setzt sich der Belag dann noch schneller fest. Den Deckel mit seinem Ventil zerlegen, soweit es geht, dort sammeln sich die meisten Reste. Weißliche Ränder innen sind Kalk; die gehen mit etwas Zitronensäure in lauwarmem Wasser weg. Mehr zu Edelstahl allgemein unter Edelstahl reinigen.

Kaffeevollautomat: täglich, wöchentlich, nach Aufforderung

Ein Vollautomat ist ein kleines Leitungssystem mit Mahlwerk, und genauso sollte man ihn behandeln.

Täglich: Tresterbehälter und Tropfschale leeren und ausspülen, Wassertank mit frischem Wasser füllen. Feuchter Kaffeesatz schimmelt innerhalb weniger Tage. Wer Milch verwendet, spült das Milchsystem nach jeder Nutzung, bei vielen Geräten fordert die Maschine das von selbst.

Wöchentlich: Bei Geräten mit herausnehmbarer Brühgruppe (etwa viele Modelle von Philips, Saeco, Siemens, Bosch, De’Longhi und Krups) die Brühgruppe entnehmen, unter lauwarmem Wasser ohne Spülmittel abspülen und an der Luft trocknen lassen. Den Schacht darunter mit einem Pinsel oder Staubsauger von Kaffeemehl befreien. Manche Hersteller empfehlen, die Brühgruppe gelegentlich mit einem lebensmittelechten Fett zu schmieren.

Nach Aufforderung: Das Reinigungsprogramm mit Reinigungstablette löst Kaffeeöl im Brühsystem. Das Milchsystem bekommt einen eigenen Milchsystemreiniger. Das Entkalkungsprogramm läuft mit dem freigegebenen Entkalker, beschrieben unter Kaffeevollautomat entkalken.

Bei Jura und einigen anderen Herstellern ist die Brühgruppe fest verbaut. Hier übernimmt das Reinigungsprogramm mit Tablette die Arbeit; selbst öffnen sollten Sie das Gerät nicht. Wer einen Wasserfilter im Tank nutzt, wechselt ihn nach Herstellerangabe, meist alle zwei Monate, und stellt ihn im Menü ein. Dann verlängert sich auch der Abstand zwischen den Entkalkungen.

Kein Essig, kein Essigreiniger, keine Hausmittel im Vollautomaten. Essigsäure kann Dichtungen und Schläuche angreifen und wird von den Herstellern nicht freigegeben; im Schadensfall kann die Garantie leiden. Gebissreiniger ist ebenfalls kein Ersatz: Er enthält zu wenig Säure gegen Kalk und schäumt. Nehmen Sie die Mittel, die der Hersteller nennt, oder gleichwertige für das Modell freigegebene Produkte.

Pad- und Kapselmaschinen

Bei Padmaschinen wie der Senseo sammeln sich Kaffeereste im Padhalter und unter dem Deckel mit der Dichtung. Padhalter herausnehmen, das Sieb in der Mitte mit einer Bürste reinigen, damit es nicht verstopft, und mit warmem Spülwasser abspülen. Die Dichtung im Deckel feucht abwischen.

Kapselmaschinen haben einen Auffangbehälter für gebrauchte Kapseln, der wie der Tresterbehälter täglich geleert werden sollte. Die Kapselhalterung und den Einstichdorn wischen Sie gelegentlich mit einem feuchten Tuch ab. Gelegentlich einen Durchlauf ohne Kapsel zu starten, spült Rückstände aus. Das Entkalken beschreibt die Anleitung Kapselmaschine entkalken.

Typische Fehler

  • Tank mit Spülmittel auswaschen: Reste schäumen und schmecken. Nur feucht auswischen und gründlich spülen.
  • Brühgruppe in die Spülmaschine: Das vertragen die meisten nicht, Fett und Schmierung werden ausgewaschen, Kunststoff kann sich verziehen.
  • Programme abbrechen: Wenn ein Reinigungs- oder Entkalkungsprogramm unterbrochen wird, bleiben Mittelreste im System. Programm neu starten und den Spülgang vollständig durchlaufen lassen.
  • Milchreste stehen lassen: Schon nach einem Tag bilden sich im Milchschlauch Beläge, die sich schwer lösen.
  • Kaffeebohnen mit öliger Oberfläche: Sie verkleben Mahlwerk und Brühgruppe schneller. Das ist kein Reinigungsfehler, verkürzt aber die Abstände.

Wenn der Kaffee trotz Pflege bitter oder muffig schmeckt, sind meist Brühgruppe oder Milchsystem die Ursache. Wenn Wasser aus der Maschine läuft oder Fehlermeldungen trotz Reinigung bleiben, hilft nur der Kundendienst.

Wenn doch einmal etwas danebengeht

Kaffee auf Teppich, Polster oder Matratze gehört schnell mit kaltem Wasser abgetupft, nicht gerieben. Wie Sie ältere Flecken entfernen, lesen Sie unter Kaffeeflecken entfernen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man eine Kaffeemaschine reinigen?

Offene Behälter täglich, die Filtermaschine mit Kanne und Filtereinsatz nach jeder Nutzung kurz ausspülen, gründlich etwa einmal pro Woche. Vollautomaten melden Reinigung und Entkalkung selbst, die Brühgruppe sollte bei herausnehmbaren Modellen einmal pro Woche unter das Wasser.

Kann ich eine Kaffeemaschine mit Essig reinigen?

Eine einfache Filtermaschine verträgt verdünnten Essig meist, viele Hersteller empfehlen aber Zitronensäure oder Entkalker, weil Essig Dichtungen angreift und lange nachriecht. Bei Vollautomaten und Kapselmaschinen ist Essig tabu.

Hilft Gebissreiniger beim Entkalken?

Kaum. Gebissreiniger löst Kaffee- und Teebeläge, gegen eine echte Kalkschicht enthält er zu wenig Säure. Für Kannen ist er gut, für das Wassersystem nicht.

Was ist, wenn die Maschine nach dem Reinigen nach Mittel schmeckt?

Dann wurde nicht genug nachgespült. Zwei- bis dreimal mit frischem Wasser durchlaufen lassen und die ersten Tassen wegschütten. Bei Vollautomaten das Spülprogramm wiederholen.