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Kaffeemaschine entkalken

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Siebträgermaschine mit mehreren Brühgruppen und Tassen in einem Café
Maschinen, die Wasser erhitzen, entkalkt man besser mit Milch- oder Amidosulfonsäure als mit Zitronensäure
Inhalt7 Abschnitte
  1. Woran Sie merken, dass die Maschine verkalkt ist
  2. Welches Mittel sich eignet
  3. Filterkaffeemaschine entkalken: Schritt für Schritt
  4. Siebträger, Espressokocher und Pad-Maschinen
  5. Typische Fehler
  6. Wie oft entkalken
  7. Häufige Fragen

Eine Filterkaffeemaschine entkalken Sie, indem Sie eine Entkalkerlösung in den Wassertank füllen, die Hälfte durchlaufen lassen, eine Viertelstunde warten, den Rest durchlaufen lassen und danach zwei- bis dreimal mit klarem Wasser nachspülen. Das dauert eine knappe Stunde, das meiste davon ist Warten. Hat Ihre Maschine ein eigenes Entkalkungsprogramm oder eine Anzeige, folgen Sie der Anleitung des Herstellers.

Für Kaffeevollautomaten und Kapselmaschinen gelten eigene Regeln, dazu gibt es eigene Anleitungen: Kaffeevollautomat entkalken und Kapselmaschine entkalken.

Woran Sie merken, dass die Maschine verkalkt ist

  • Der Kaffee läuft deutlich langsamer durch als früher.
  • Die Maschine brodelt und zischt lauter und länger.
  • Der Kaffee ist nicht mehr richtig heiß oder schmeckt flach.
  • Im Wassertank oder an der Warmhalteplatte sind weiße Ränder zu sehen.
  • Die Entkalkungsanzeige leuchtet – bei Maschinen, die eine haben.

Der Kalk sitzt vor allem im Durchlauferhitzer unter der Warmhalteplatte, also in einem Rohr, das Sie nicht sehen. Deshalb muss die Säure durch die Maschine laufen und nicht nur in den Tank.

Welches Mittel sich eignet

Fertiger Kaffeemaschinen-Entkalker ist die sichere Wahl. Produkte auf Basis von Milchsäure oder Amidosulfonsäure wirken zuverlässig, auch wenn die Lösung heiß wird, und sind auf Dichtungen und Schläuche abgestimmt. Manche flüssigen Entkalker enthalten Ameisensäure; auch das ist in Ordnung, wenn Sie die Packungsangabe einhalten und gut lüften.

Zitronensäure ist beim Wasserkocher erste Wahl, in der Kaffeemaschine aber heikel. Die Maschine erhitzt die Lösung beim Durchlauf, und in heißem Wasser bildet Zitronensäure mit Kalk schwer lösliches Calciumcitrat. Das kann sich im engen Heizrohr absetzen. Wenn Sie trotzdem Zitronensäure verwenden wollen, nehmen Sie ein Produkt, das ausdrücklich für Kaffeemaschinen gedacht ist, und halten Sie sich an dessen Anleitung.

Essig löst Kalk ebenfalls, riecht aber stark, und der Geruch hängt oft noch Tage in Tank und Schläuchen. Viele Hersteller raten wegen der Dichtungen davon ab. Wenn überhaupt, dann Haushaltsessig verdünnt und nur bei einfachen Filtermaschinen, deren Anleitung nichts dagegen sagt.

Nicht geeignet sind Natron, Backpulver, Gebissreinigertabletten und Cola. Sie lösen den Kalk nicht oder hinterlassen Stoffe, die nicht in Ihren Kaffee gehören. Warum das so ist, steht im Grundlagenbeitrag Entkalken.

Filterkaffeemaschine entkalken: Schritt für Schritt

Sie brauchen Entkalker, Wasser, einen leeren Papierfilter und die Glaskanne oder Thermoskanne.

  1. Maschine vorbereiten. Kaffeepulver und Filter entfernen, Kanne leeren und ausspülen. Einen leeren Papierfilter einsetzen – er fängt gelöste Kalkkrümel auf.
  2. Lösung einfüllen. Den Entkalker nach Packungsangabe mit Wasser im Tank mischen. Füllen Sie den Tank ungefähr bis zur Hälfte oder so, wie die Packung es angibt.
  3. Halb durchlaufen lassen. Die Maschine einschalten und laufen lassen, bis etwa die Hälfte der Lösung in der Kanne ist. Dann ausschalten.
  4. Einwirken lassen. 15 bis 30 Minuten warten, damit die Säure im Heizrohr arbeiten kann.
  5. Fertig durchlaufen lassen. Einschalten und den Rest durchlaufen lassen. Die Lösung weggießen. Bei stark verkalkten Maschinen den Vorgang einmal wiederholen.
  6. Nachspülen. Tank ausspülen, mit klarem Wasser füllen und komplett durchlaufen lassen. Das zwei- bis dreimal, bis kein Geruch mehr wahrnehmbar ist.

Bei Maschinen mit Entkalkungsprogramm läuft das Einwirken automatisch ab. Starten Sie es wie in der Anleitung beschrieben und schalten Sie die Maschine nicht zwischendurch aus.

Siebträger, Espressokocher und Pad-Maschinen

Siebträgermaschinen haben Boiler, Magnetventile und Dichtungen, die empfindlich auf das falsche Mittel reagieren. Viele Hersteller geben ein bestimmtes Vorgehen und ein bestimmtes Mittel vor, manche raten wegen der Bauart sogar von eigenem Entkalken ab und empfehlen stattdessen gefiltertes Wasser und Wartung durch den Fachhandel. Hier gilt ausnahmslos die Anleitung.

Espressokocher für den Herd bestehen oft aus Aluminium, das Säure nicht mag. Kurz mit verdünnter Lösung behandeln, gründlich spülen oder nur mechanisch reinigen. Edelstahlkocher sind unempfindlicher.

Padmaschinen haben meist eine Entkalkungsanzeige und ein Programm; dort nach Anleitung vorgehen, das Prinzip ähnelt der Kapselmaschine.

Typische Fehler

  • Den Entkalker nur im Tank stehen lassen. Der Kalk sitzt im Heizrohr, die Lösung muss hindurch.
  • Zu kurz nachspülen. Säurereste schmecken und reizen den Magen. Lieber ein Durchgang mehr.
  • Zu stark dosieren. Mehr Säure bringt nicht mehr, greift aber Dichtungen an.
  • Die Kanne vergessen. Die Glaskanne hat oft selbst einen Kalkrand. Den behandeln Sie mit der Entkalkerlösung aus dem ersten Durchgang.
  • Nur Wasser durchlaufen lassen. Das spült, entkalkt aber nicht.

Ein Wasserfilter im Tank oder in der Kanne bindet einen Teil des Kalks und verlängert die Abstände. Entkalken müssen Sie trotzdem, nur seltener. Wer ohnehin gerade dabei ist, kann auch den Wasserkocher mitnehmen. Falls beim Entkalken etwas auf die Kleidung gerät oder alter Kaffee getropft hat, hilft unser Beitrag Kaffeeflecken entfernen.

Wie oft entkalken

Viele Hersteller nennen Abstände in der Anleitung, abhängig von der Wasserhärte. Als Faustregel: bei hartem Wasser etwa monatlich, bei mittlerem alle zwei bis drei Monate, bei weichem Wasser zwei- bis dreimal im Jahr. Wer täglich mehrere Kannen kocht, entkalkt häufiger. Die Wasserhärte erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger.

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Häufige Fragen

Kann ich die Kaffeemaschine mit Zitronensäure entkalken?

Mit Vorsicht. Weil die Maschine das Wasser erhitzt, kann Zitronensäure schwer lösliches Calciumcitrat bilden, das sich im Heizrohr festsetzt. Sicherer sind Entkalker auf Milch- oder Amidosulfonsäurebasis oder ein Zitronensäureprodukt, das ausdrücklich für Kaffeemaschinen vorgesehen ist.

Reicht es, nur Wasser durchlaufen zu lassen?

Nein. Wasser spült lose Rückstände heraus, löst aber keinen Kalk. Dafür braucht es eine Säure.

Muss ich entkalken, obwohl ich einen Wasserfilter nutze?

Ja, aber seltener. Der Filter hält einen Teil des Kalks zurück, nicht alles, und seine Wirkung lässt mit der Zeit nach. Wechseln Sie die Kartusche nach Herstellerangabe.

Wie bekomme ich den Essiggeruch wieder heraus?

Mehrmals klares Wasser komplett durchlaufen lassen, Tank und Kanne mit Spülmittel auswaschen und offen trocknen lassen. Meist verschwindet der Geruch nach drei bis vier Durchgängen.

Wie lange dauert das Entkalken einer Kaffeemaschine?

Mit Einwirkzeit und Nachspülen etwa 45 bis 60 Minuten, davon sind nur wenige Minuten Handarbeit. Programme mit Entkalkungsautomatik brauchen je nach Hersteller ähnlich lange; die Anleitung nennt die genaue Dauer.

Warum läuft die Maschine nach dem Entkalken immer noch langsam?

Entweder war der Kalk zu dick für einen Durchgang, dann entkalken Sie ein zweites Mal. Oder ein Krümel sitzt im Auslauf oder im Ventil am Tank. Schauen Sie dort nach und spülen Sie mit klarem Wasser. Hilft beides nicht, ist die Maschine eventuell defekt.