Heizkörper reinigen: Staub zwischen den Lamellen entfernen

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Einen Heizkörper reinigen Sie bei ausgeschalteter und abgekühlter Heizung: zuerst den groben Staub mit einer schmalen Heizkörperbürste und dem Staubsauger entfernen, dann die Zwischenräume mit dem Föhn durchblasen, während ein feuchtes Tuch darunter den Staub auffängt. Zum Schluss die Oberfläche mit mildem Spülmittelwasser abwischen. Bei Plattenheizkörpern nehmen Sie vorher das Abdeckgitter oben ab, dann kommen Sie auch an die Lamellen zwischen den Platten.
Warum Staub im Heizkörper stört
Heizkörper geben ihre Wärme zum großen Teil über aufsteigende Luft ab: Die kühle Raumluft strömt unten hinein, erwärmt sich an Platten und Lamellen und steigt oben wieder aus. Dieser Luftstrom trägt ständig Staub mit sich, der sich im Inneren absetzt. Eine dicke Staubschicht kann die Wärmeabgabe tendenziell etwas mindern, weil Staub isoliert und den Luftstrom bremst. Wie groß der Effekt ist, hängt stark vom Einzelfall ab; eine Wunderwaffe gegen hohe Heizkosten ist das Putzen nicht, dazu mehr unter Heizkosten sparen.
Spürbarer sind zwei andere Folgen. Staub, der auf der heißen Oberfläche liegt, verschwelt und sorgt für den typischen verbrannten Geruch beim ersten Heizen im Herbst. Und der Luftstrom verteilt den Staub im Raum, was Allergiker merken. Mehr dazu steht unter Hausstaubmilben.
Welcher Heizkörper-Typ?
- Plattenheizkörper sind die heute üblichen flachen Heizkörper aus einer, zwei oder drei Platten. Zwischen den Platten sitzen oft Lamellenbleche, die sogenannten Konvektoren. Oben deckt ein Gitter ab, an den Seiten häufig Blenden.
- Rippen- oder Gliederheizkörper bestehen aus einzelnen senkrechten Gliedern aus Guss oder Stahl, wie man sie aus Altbauten kennt. Zwischen den Rippen ist Platz, dafür viele Ecken.
- Badheizkörper mit waagerechten Rohren lassen sich einfach feucht abwischen und brauchen kaum Spezialwerkzeug.
Was Sie brauchen
- Heizkörperbürste: lang, schmal und flexibel, damit sie zwischen Platten und Rippen passt
- Staubsauger mit Fugendüse
- Föhn
- großes, feuchtes Handtuch oder altes Laken
- Eimer mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, Mikrofasertuch
Eine Heizkörperbürste ist das einzige Spezialwerkzeug, das sich lohnt. Ein Staubwedel mit langem, schmalem Kopf funktioniert zur Not auch; Varianten stellt der Beitrag Staubwischer vor.
Schritt für Schritt: Plattenheizkörper reinigen
- Heizung ausschalten. Thermostat auf Frostschutz oder aus drehen und warten, bis der Heizkörper kalt ist. Am einfachsten geht es vor Beginn der Heizsaison.
- Boden schützen. Ein feuchtes Handtuch unter den Heizkörper legen und bei Bedarf ein zweites an die Wand dahinter hängen. Feucht fängt es Staub besser auf als trocken.
- Abdeckung abnehmen. Das Gitter oben ist bei den meisten Modellen nur aufgesteckt oder eingeklipst und lässt sich nach oben abziehen. Seitenblenden sind oft ebenfalls geklipst. Nicht mit Gewalt arbeiten; sitzt etwas fest, ist es womöglich verschraubt.
- Groben Staub absaugen. Mit der Fugendüse von oben in die Lamellen und von unten in den Zwischenraum saugen.
- Bürsten. Die Heizkörperbürste zwischen die Platten schieben und in Längsrichtung auf und ab bewegen. Der gelöste Staub fällt nach unten auf das Tuch.
- Durchblasen. Mit dem Föhn auf kalter oder mittlerer Stufe von oben in die Lamellen blasen. Der restliche Staub fällt auf das feuchte Tuch.
- Abwischen. Oberfläche, Abdeckgitter und Blenden mit Spülmittelwasser abwischen, anschließend trocken reiben und die Abdeckung wieder aufsetzen.
- Umgebung saugen. Boden und Fensterbank absaugen, denn ein Teil des Staubs landet immer daneben.
Rippenheizkörper und Altbauheizkörper
Bei Glieder- und Rippenheizkörpern gibt es keine Abdeckung, dafür viele Zwischenräume. Hier arbeiten Sie mit der Bürste von oben und von vorn zwischen den Rippen, saugen den Staub unten ab und wischen jede Rippe einzeln feucht ab. Für die Rückseite zur Wand hin ist die Föhn-Methode besonders praktisch. Alte Gussheizkörper mit abblätternder Farbe nicht mit Drahtbürste bearbeiten, wenn nicht klar ist, wie alt der Anstrich ist: Sehr alte Anstriche können Blei enthalten, und der Schleifstaub gehört nicht in die Wohnung.
Thermostatkopf und Ventile nicht nass machen. Wischen Sie sie nur mit einem gut ausgewrungenen Tuch ab. Den Thermostatkopf nicht abschrauben, um besser putzen zu können: Das Ventil darunter ist dann offen, und bei manchen Modellen lässt sich der Kopf schwer wieder richtig aufsetzen.
Vergilbte Heizkörper wieder hell bekommen
Graue oder gelbliche Heizkörper sind oft einfach verschmutzt: Staub, Küchenfett und bei Rauchern Nikotin setzen sich als dünner Film auf den Lack. Wischen Sie mit warmem Wasser und Spülmittel oder einem milden Allzweckreiniger ab. Bei Nikotinbelag muss das eventuell mehrmals geschehen; Hinweise dazu stehen unter Rauchgeruch entfernen.
Scheuermittel, Nitroverdünnung, Aceton und Schmutzradierer mit viel Druck greifen den Einbrennlack an und machen ihn stumpf. Bleibt der Heizkörper nach dem Reinigen gelb, ist der Lack selbst vergilbt, was bei älteren Heizkörpern durch Wärme und Licht normal ist. Dann hilft nur ein neuer Anstrich mit hitzebeständigem Heizkörperlack. Der Heizkörper muss dafür kalt, sauber und angeschliffen sein; wie das geht, beschreibt der Hersteller des Lacks.
Wie oft reinigen?
Einmal im Jahr gründlich, am besten im Spätsommer vor der Heizsaison, dazu in der Heizperiode gelegentlich oben absaugen. In Haushalten mit Haustieren, Allergikern oder viel Staub lohnt es häufiger. Wenn der Heizkörper oben kalt und unten warm bleibt oder gluckert, hilft Putzen nicht: Dann ist meist Luft im System, und er muss entlüftet werden. Bei Mietwohnungen mit Zentralheizung kümmert sich bei größeren Problemen der Vermieter.
Weitere Anleitungen für Haus und Wohnung finden Sie in der Rubrik Haus.
Häufige Fragen
Wie reinigt man einen Heizkörper innen?
Bei Plattenheizkörpern zuerst Abdeckgitter und Seitenblenden abnehmen. Dann mit Heizkörperbürste und Staubsauger den Staub zwischen den Platten lösen und absaugen und den Rest mit dem Föhn auf ein feuchtes Tuch darunter blasen. Das Wasser im Heizkörper selbst ist kein Thema für die Reinigung, darum kümmert sich bei Bedarf ein Heizungsbauer.
Kann ich den Heizkörper mit einem Dampfreiniger reinigen?
Auf lackierten Flächen ist das meist unproblematisch, wenn der Heizkörper kalt ist und Sie Ventile und Thermostat aussparen. Staub zwischen den Lamellen wird durch Dampf allerdings nass und klebt dann fest. Erst trocken entstauben, dann gegebenenfalls dämpfen.
Warum riecht es beim ersten Heizen verbrannt?
Auf dem Heizkörper liegt Staub, der beim Aufheizen verschwelt. Das ist harmlos und verfliegt nach kurzer Zeit. Wer vor der Heizsaison gründlich reinigt, vermeidet den Geruch weitgehend.
Darf der Heizkörper mit Wasser gereinigt werden?
Ja, die lackierte Oberfläche verträgt feuchtes Abwischen. Wasser sollte nur nicht in größeren Mengen auf den Boden tropfen oder in Thermostatkopf und Ventil laufen.



