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Tetra Pak und Getränkekartons entsorgen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Sojadrink wird aus einem Getränkekarton in ein Glas gegossen
Getränkekartons sind Verbundverpackungen und gehören in den Gelben Sack, nicht ins Altpapier
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was in einem Getränkekarton steckt
  2. Wohin gehört ein Getränkekarton?
  3. So bereiten Sie Getränkekartons vor
  4. Was aus dem Karton wird
  5. Karton oder Verbund? So erkennen Sie den Unterschied
  6. Kein Pfand auf Getränkekartons
  7. Weitergeben und weiterverwenden
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Getränkekartons wie Tetra Pak gehören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne, nicht ins Altpapier. Obwohl sie wie Pappe aussehen, sind sie Verbundverpackungen aus Karton, Kunststoff und oft einer dünnen Aluminiumschicht, und die Sortieranlagen für Verpackungen sind darauf eingerichtet. Leeren reicht, ausspülen müssen Sie nicht, und ineinanderstecken sollten Sie die Kartons nicht.

Was in einem Getränkekarton steckt

„Tetra Pak“ ist eigentlich der Name eines Herstellers; im Alltag steht er für alle Getränkekartons, auch für die anderer Hersteller. Den größten Teil macht Karton aus Frischfasern aus, der dem Karton seine Stabilität gibt. Innen und außen ist er mit einer dünnen Kunststoffschicht aus Polyethylen beschichtet, damit er dicht bleibt. Kartons für länger haltbare Produkte, etwa H-Milch, Säfte oder passierte Tomaten, haben zusätzlich eine hauchdünne Aluminiumschicht, die Licht und Sauerstoff abhält. Dazu kommt oft ein Schraubverschluss aus Kunststoff.

Diese Schichten sind fest miteinander verbunden. Genau deshalb gehört der Karton nicht ins Altpapier: Eine normale Papierfabrik kann die Beschichtung nicht sauber abtrennen, und die Fasern würden das Altpapier verunreinigen.

Wohin gehört ein Getränkekarton?

WasRichtiger Weg
Leerer Milch-, Saft- oder SuppenkartonGelber Sack oder Gelbe Tonne
Karton mit angebundenem Kunststoffdeckelals Ganzes in den Gelben Sack
Karton mit Resten, die nicht auslaufenGelber Sack; vorher so gut es geht leeren
Karton mit größeren Mengen verdorbenem InhaltInhalt in Biotonne oder Restmüll, Karton in den Gelben Sack
Umkarton aus Pappe, in dem mehrere Packungen geliefert wurdenAltpapier

Welche Tonne bei Ihnen genau zuständig ist, regelt die Abfallsatzung Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises; in manchen Orten gibt es statt des Gelben Sacks eine Wertstofftonne. Die Abfallberatung oder die Abfall-App gibt Auskunft. Hier steht der Regelfall in Deutschland; Getränkekartons gehören dabei überall zu den Leichtverpackungen. Mehr über die Tonne selbst steht unter Gelber Sack.

So bereiten Sie Getränkekartons vor

  1. Leeren. Trinken oder ausgießen, was drin ist. Ein kurzes Ausschütteln genügt; Ausspülen ist nicht nötig. „Löffelrein“ reicht, wie bei allen Verpackungen.
  2. Deckel dranlassen. Seit 2024 müssen Kunststoffdeckel an Getränkekartons fest mit der Verpackung verbunden sein. Sie bleiben einfach dran. Ältere, lose Deckel können Sie wieder aufschrauben; beides gehört in den Gelben Sack.
  3. Nicht ineinanderstecken. Stecken Sie Kartons nicht ineinander und stopfen Sie keine anderen Verpackungen hinein. Die Sortieranlage erkennt sonst nur den äußeren Karton, der Rest geht verloren.
  4. Flach drücken ist erlaubt. Wenn Sie Platz sparen möchten, können Sie den Karton flach drücken. Zerschneiden oder zerreißen sollten Sie ihn nicht.
  5. Lose in den Sack. Nicht in eine zusätzliche Tüte packen und zuknoten.

Was aus dem Karton wird

In der Sortieranlage werden Getränkekartons mit Nahinfrarottechnik erkannt und von anderen Verpackungen getrennt. Danach gehen sie in Papierfabriken, die auf Verbundmaterial spezialisiert sind. Dort werden die Kartons in Wasser aufgelöst, bis sich die Fasern von Kunststoff und Aluminium lösen. Die Fasern werden zu neuen Papier- und Kartonprodukten verarbeitet, etwa Wellpappe oder Papierhülsen. Der Rest aus Kunststoff und Aluminium wird in anderen Anlagen weiterverarbeitet oder energetisch verwertet.

Ein Karton im Altpapier dagegen stört das dortige Verfahren, und ein Karton im Restmüll wird einfach verbrannt. Die Fasern gehen dann verloren. Es lohnt sich also, die Kartons in den richtigen Sack zu werfen.

Karton oder Verbund? So erkennen Sie den Unterschied

Nicht jede Verpackung, die nach Pappe aussieht, gehört ins Altpapier, und nicht jede Pappe in den Gelben Sack. Ein einfacher Test hilft: Reißen Sie eine Ecke ein. Reine Pappe reißt faserig und matt. Ein Getränkekarton lässt sich schwer einreißen, an der Kante sehen Sie eine glänzende Kunststoffhaut und bei vielen Kartons innen eine silbrige Schicht. Auch alles, was Flüssigkeiten dicht halten muss, ist fast immer beschichtet.

Nach demselben Prinzip gehören weitere Verpackungen in den Gelben Sack: beschichtete Kartons für Suppen, Soßen oder Tomaten und Kaffeebecher zum Mitnehmen. Wie Sie Einwegbecher richtig trennen, steht unter To-go-Becher entsorgen. Bei Joghurtbechern mit Papiermantel trennen Sie den Mantel ab: Papier ins Altpapier, Becher und Deckel getrennt in den Gelben Sack.

Faltschachteln für Tee, Müsli oder Nudeln bestehen dagegen meist aus unbeschichtetem Karton und gehören ins Altpapier. Das Sichtfenster aus Folie reißen Sie heraus, wenn es sich leicht lösen lässt. Wer bei einer Verpackung unsicher ist, findet auf vielen Packungen inzwischen einen Trennhinweis; sonst hilft die Abfall-App Ihrer Kommune.

Kein Pfand auf Getränkekartons

Auf Getränkekartons gibt es in Deutschland kein Einwegpfand. Sie gehören also nicht in den Pfandautomaten, sondern immer in den Gelben Sack, auch wenn Saft oder Milch aus demselben Geschäft stammen wie eine bepfandete Flasche. Wer Getränke lieber in Mehrweg kauft, greift zu Pfandflaschen aus Glas oder Kunststoff; wie Sie die bis zur Rückgabe verstauen, steht unter Pfandflaschen aufbewahren.

Weitergeben und weiterverwenden

Leere, gespülte Getränkekartons eignen sich gut als Anzuchttöpfe für Gemüsepflanzen, als Sammelbehälter für Bioabfall oder Fett oder als Bastelmaterial in Kita und Grundschule. Fragen Sie dort ruhig nach, ob Bedarf besteht. Irgendwann landen aber auch diese Kartons im Gelben Sack. Wie Sie Speisereste und Fett aus der Küche richtig entsorgen, steht unter Friteusenfett entsorgen.

Typische Fehler

  • Getränkekartons ins Altpapier. Der häufigste Fehler. Der Karton sieht nach Pappe aus, ist aber eine Verbundverpackung.
  • Kartons ineinanderstecken. Die Sortiertechnik kann den inneren Karton nicht erkennen.
  • Kartons aufwendig ausspülen. Kostet Wasser und Energie, ohne dem Recycling zu helfen.
  • Gefüllte, verdorbene Kartons in den Sack. Auslaufende Milch macht den Gelben Sack zur Geruchsquelle. Leeren Sie verdorbenen Inhalt vorher.
  • Kartons im Restmüll entsorgen. Dann werden sie verbrannt, obwohl sich ein Großteil der Fasern wiederverwerten ließe.

Häufige Fragen

Kommt Tetra Pak ins Altpapier oder in den Gelben Sack?

In den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Getränkekartons sind Verbundverpackungen aus Karton, Kunststoff und teils Aluminium und werden gemeinsam mit anderen Leichtverpackungen gesammelt.

Muss ich Milchkartons ausspülen?

Nein. Es genügt, den Karton gut zu leeren. Ausspülen ist bei Verpackungen für den Gelben Sack generell nicht nötig.

Darf der Deckel am Getränkekarton bleiben?

Ja. Seit 2024 sind die Kunststoffdeckel an vielen Kartons ohnehin fest mit der Verpackung verbunden. Der Karton kommt mit Deckel in den Gelben Sack.

Soll ich Getränkekartons zusammendrücken?

Flach drücken ist erlaubt und spart Platz. Nicht ineinanderstecken und nicht zerschneiden, damit jeder Karton in der Sortieranlage erkannt wird.

Gibt es Pfand auf Tetra Pak?

Nein. Getränkekartons sind in Deutschland pfandfrei und gehören immer in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.