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Speiseöl und Bratfett entsorgen – nie in den Abfluss

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Glaskaraffe mit Olivenöl zwischen Oliven und Zweigen
Altes Speiseöl nie in den Abfluss gießen – verschlossen in den Restmüll oder zur Sammelstelle
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört altes Speiseöl?
  2. Warum Öl nie in den Abfluss gehört
  3. So entsorgen Sie Speiseöl richtig
  4. Kleine Mengen: Küchenpapier
  5. Große Mengen aus der Fritteuse
  6. Ranziges und abgelaufenes Öl
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Altes Speiseöl und Bratfett gehören in den Restmüll, abgekühlt und in einem gut verschlossenen Gefäß wie einer leeren Plastikflasche oder einem Schraubglas. Kleine Reste in der Pfanne wischen Sie mit Küchenpapier aus. Was nie passieren darf: Öl in den Ausguss oder die Toilette zu gießen. Größere Mengen, etwa aus der Fritteuse, nehmen manche Wertstoffhöfe getrennt an.

Wohin gehört altes Speiseöl?

Menge oder ZustandRichtiger Weg
Dünner Film und Reste in der Pfannemit Küchenpapier aufnehmen, je nach Kommune Restmüll oder Biotonne
Flüssiges Öl, bis etwa ein Literabgekühlt in verschlossener Flasche oder Glas in den Restmüll
Festes Fett (Bratfett, Kokosfett, Schmalz)erstarren lassen, in Papier gewickelt oder im Gefäß in den Restmüll
Größere Mengen, FritteusenfettSammelstelle für Altspeisefett am Wertstoffhof, wo vorhanden; sonst verschlossen in den Restmüll
Ranziges Öl, abgelaufenwie normales Altöl aus der Küche: verschlossen in den Restmüll
Leere ÖlflascheKunststoff und Metall: Gelber Sack; Glas: Altglas

Die Regeln unterscheiden sich von Kommune zu Kommune: Manche erlauben fettiges Küchenpapier in der Biotonne, andere nicht; manche Wertstoffhöfe sammeln Altspeisefett, andere nicht. Was bei Ihnen gilt, sagen die Abfallsatzung und die Abfall-App Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises. Hier steht der Regelfall in Deutschland.

Warum Öl nie in den Abfluss gehört

Warmes Öl fließt im Ausguss problemlos weg, deshalb wirkt die Methode harmlos. Im Rohr kühlt es aber ab, vermischt sich mit Spülmittelresten, Essensresten und Kalk und setzt sich als zähe Schicht an den Rohrwänden fest. Der Querschnitt wird mit jeder Portion enger, bis das Wasser in der Spüle steht. Auch heißes Spülwasser hinterher hilft nicht, es verlagert das Problem nur ein Stück weiter ins Rohr.

In der Kanalisation geht es weiter. Fettablagerungen verengen dort ganze Kanäle, bilden zusammen mit Feuchttüchern und Hygieneartikeln harte Pfropfen und müssen von den Kanalbetrieben mühsam entfernt werden, was letztlich alle über die Abwassergebühren bezahlen. Fettreste sind außerdem ein Festmahl für Ratten, die sich in gut versorgten Kanälen vermehren. Und in der Kläranlage stört das Fett die biologische Reinigung.

Das gilt für die Toilette genauso wie für die Küchenspüle. Wenn es schon passiert ist und die Spüle langsam abläuft, hilft Küchenspüle verstopft weiter.

So entsorgen Sie Speiseöl richtig

  1. Abkühlen lassen. Heißes Öl nie in eine Plastikflasche füllen und nie in den Mülleimer geben. Lassen Sie es in der Pfanne oder im Topf vollständig erkalten.
  2. Gefäß wählen. Eine leere Plastikflasche mit Schraubdeckel, ein altes Schraubglas oder die Original-Ölflasche eignen sich. Ein Trichter verhindert Kleckern.
  3. Einfüllen und fest verschließen. Das Gefäß darf nicht auslaufen, auch wenn der Müllbeutel gedrückt wird.
  4. In den Restmüll. Das verschlossene Gefäß kommt in die graue Tonne. Es wird zusammen mit dem Restmüll verbrannt; das Öl liefert dabei Energie.
  5. Pfanne auswischen. Den Rest mit Küchenpapier aufnehmen, dann spülen.

Festes Fett wie Kokosfett, Schmalz oder Bratfett lassen Sie erstarren. Danach lässt es sich mit einem Löffel herauskratzen und in Zeitungspapier gewickelt in den Restmüll geben.

Kleine Mengen: Küchenpapier

Für den dünnen Ölfilm nach dem Braten lohnt kein Gefäß. Wischen Sie die abgekühlte Pfanne mit Küchenpapier aus. Das Papier darf in vielen Kommunen in die Biotonne, weil es sich gut zersetzt und die Menge Fett gering ist. Andere Kommunen wollen fettiges Papier im Restmüll sehen, weil große Mengen Fett in der Biotonne Tiere anlocken. Ist Ihnen die Regel nicht bekannt, ist der Restmüll immer richtig. Auf den eigenen Komposthaufen gehört fettiges Papier nicht.

Etwas mehr Öl, etwa nach dem Frittieren in der Pfanne, können Sie auch mit altem Zeitungspapier, Katzenstreu oder Sägespänen aufsaugen und das Ganze in den Restmüll geben.

Große Mengen aus der Fritteuse

Eine Fritteuse fasst oft zwei bis vier Liter Fett. Das lässt sich zwar ebenso in Flaschen abfüllen und in den Restmüll geben, sinnvoller ist aber die Abgabe an einer Sammelstelle. Manche Wertstoffhöfe nehmen Altspeisefett an, meist in haushaltsüblichen Mengen und kostenlos; daraus wird zum Beispiel Biodiesel hergestellt. In einigen Regionen gibt es eigene Sammelbehälter oder Sammelsysteme für Speisefett. Fragen Sie bei Ihrer Abfallberatung nach.

Wie oft sich Fritteusenfett wiederverwenden lässt, woran Sie erkennen, dass es verbraucht ist, und wie Sie es wechseln, steht unter Fritteusenfett.

Nicht zu verwechseln ist Speiseöl mit Motoröl. Altes Motoröl ist ein Schadstoff und gehört zur Rücknahmestelle im Handel oder zum Schadstoffmobil; mehr dazu unter Altöl entsorgen.

Ranziges und abgelaufenes Öl

Öl, das ranzig riecht oder lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus im Schrank stand, entsorgen Sie genauso wie gebrauchtes Öl: in der Flasche verschlossen in den Restmüll. Ist die Flasche noch fast voll, dürfen Sie sie so, wie sie ist, hineingeben. Wo es eine Sammelstelle für Altspeisefett gibt, nimmt sie ranziges Öl in der Regel ebenso an wie gebrauchtes. Als Pflanzendünger, Holzpflege oder Vogelfutter eignet es sich nicht: Es riecht, zieht Ungeziefer an und kann Tieren schaden.

Typische Fehler

  • Öl in den Ausguss, „mit viel heißem Wasser“. Es erstarrt trotzdem, nur ein Stück weiter im Rohr.
  • Öl in die Toilette. Führt zu denselben Problemen im Kanal.
  • Heißes Öl in eine Plastikflasche. Die Flasche verformt sich, das Öl läuft aus, es drohen Verbrennungen.
  • Flüssiges Öl offen in den Müll. Es läuft aus dem Beutel und verschmutzt die Tonne.
  • Öl auf den Kompost. Es verklebt das Material und lockt Ratten an.

Häufige Fragen

Wie entsorge ich altes Speiseöl?

Abkühlen lassen, in eine verschließbare Flasche oder ein Schraubglas füllen und in den Restmüll geben. Größere Mengen können Sie an einer Sammelstelle für Altspeisefett abgeben, wenn Ihr Wertstoffhof eine hat.

Wohin mit ranzigem Speiseöl?

Genauso in den Restmüll, verschlossen in der Flasche. Ranziges Öl ist weder für den Abfluss noch für den Kompost geeignet.

Darf Speiseöl in die Biotonne?

Flüssiges Öl nicht. Küchenpapier mit kleinen Fettresten erlauben viele Kommunen in der Biotonne, andere nicht; im Zweifel gehört es in den Restmüll.

Wohin mit dem Fett aus der Pfanne?

Abkühlen lassen und mit Küchenpapier auswischen. Größere Mengen gießen Sie in ein verschließbares Gefäß und geben es in den Restmüll, festes Bratfett lassen Sie erstarren und kratzen es heraus.

Kann ich Speiseöl am Wertstoffhof abgeben?

Viele Wertstoffhöfe nehmen Altspeisefett an, aber nicht alle. Fragen Sie bei Ihrer Abfallberatung nach. Wo es keine Sammelstelle gibt, ist der Restmüll der richtige Weg.