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EC-Karte und Kreditkarte entsorgen: sicher unbrauchbar machen

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Hand reicht eine Bankkarte
Chip und Magnetstreifen vor dem Entsorgen zerstören
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wohin gehört eine alte Bankkarte?
  2. Warum Zerschneiden und nicht einfach Wegwerfen
  3. Karte richtig unbrauchbar machen
  4. Wohin mit den Schnipseln?
  5. Karte verloren, gestohlen oder eingezogen
  6. Sonderfälle: Metallkarte, Gesundheitskarte, Kundenkarten
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen
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Eine abgelaufene oder ersetzte EC-Karte (girocard) oder Kreditkarte schneiden Sie so durch, dass der Chip und der Magnetstreifen zerstört sind, und machen die aufgedruckten Daten unlesbar. Die Schnipsel geben Sie bei einer Sammelstelle für Elektroschrott, am Wertstoffhof oder bei Ihrer Bank ab, denn Karten mit Chip werden als Elektrogerät eingeordnet. Ist die Karte noch gültig, wird sie vorher gesperrt oder gekündigt.

Wohin gehört eine alte Bankkarte?

SituationRichtiger Weg
Abgelaufene Karte, Folgekarte ist dazerschneiden, Schnipsel zur Elektroschrott-Sammelstelle oder Rückgabe in der Filiale
Noch gültige Karte, Konto oder Karte wird gekündigterst kündigen oder sperren lassen, dann zerschneiden
Karte verloren oder gestohlensofort sperren lassen, Sperr-Notruf 116 116 oder Bank
Karte aus MetallHerausgeber fragen; viele bieten eine Rücksendung an, Schere hilft hier nicht
Kundenkarte ohne Chip, nur mit StrichcodeDaten unkenntlich machen, dann Restmüll
Gesundheitskarte, Kundenkarte mit Chipwie die Bankkarte: zerschneiden, als Elektroschrott abgeben

Wie Ihre Kommune Chipkarten genau einordnet, steht in der Abfallsatzung oder der Abfall-App; im Zweifel hilft die Abfallberatung. Manche Abfallbetriebe sehen kleine Kartenschnipsel im Restmüll gelassen, andere verweisen ausdrücklich auf die Elektroschrottsammlung. Hier steht der Weg, mit dem Sie überall auf der sicheren Seite sind.

Warum Zerschneiden und nicht einfach Wegwerfen

Auf einer Bankkarte stecken mehrere Wege an Ihre Daten. Vorn stehen Kartennummer, Name und Ablaufdatum, hinten bei Kreditkarten die dreistellige Prüfziffer. Diese Angaben genügen bei manchen Händlern im Internet schon für eine Zahlung. Der Magnetstreifen trägt Kontodaten in einer Form, die sich mit einfachem Gerät auslesen lässt. Der Chip ist deutlich besser geschützt, bleibt aber ein Datenträger, und die kaum sichtbare Antenne für kontaktloses Bezahlen läuft als Drahtschleife durch die Karte.

Eine abgelaufene Karte lässt sich zwar nicht mehr zum Bezahlen einsetzen. Trotzdem gehört sie nicht unversehrt in den Müll: Name, Kartennummer und Bankverbindung sind persönliche Daten, und mit ihnen lässt sich zumindest versuchen, jemanden zu täuschen. Wer gründlich zerschneidet, nimmt diese Möglichkeit von vornherein weg.

Karte richtig unbrauchbar machen

  1. Prüfen, ob die Karte wirklich nicht mehr gebraucht wird. Ist die neue Karte da und funktioniert sie am Automaten oder an der Kasse, kann die alte weg. Die Bank teilt Ihnen mit, ab wann die neue Karte gilt; bis dahin bewahren Sie die alte sicher auf.
  2. Noch gültige Karten erst sperren oder kündigen. Brauchen Sie eine Karte nicht mehr, obwohl sie noch läuft, etwa nach einem Kontowechsel, sagen Sie der Bank Bescheid. Erst danach zerschneiden.
  3. Chip mehrfach durchschneiden. Mit einer kräftigen Haushaltsschere schneiden Sie kreuz und quer durch das goldene Chipfeld, sodass es in mehrere Stücke zerfällt.
  4. Magnetstreifen der Länge nach und quer zerschneiden. Der Streifen auf der Rückseite sollte in kleine Abschnitte zerfallen. Ein Schnitt längs mitten durch den Streifen und mehrere quer sind ein guter Anhaltspunkt.
  5. Nummer, Name und Prüfziffer unlesbar machen. Die Schnitte sollten auch durch die geprägte oder gedruckte Kartennummer gehen. Zusätzlich können Sie die Prüfziffer hinten wegkratzen oder mit wasserfestem Stift übermalen.
  6. Schnipsel nicht zusammen entsorgen. Wer ganz sicher gehen will, verteilt die Teile auf zwei Tage oder gibt sie in unterschiedliche Sammelbehälter. Für die meisten Haushalte reicht gründliches Zerschneiden.

Ein Aktenvernichter, der ausdrücklich Karten schneidet, erledigt das in einem Durchgang, wenn Sie die Karte quer einführen. Haben Sie regelmäßig alte Karten, Kontoauszüge und Briefe zu vernichten, lohnt sich ein Aktenvernichter, der auch Karten schneidet. Für eine einzelne Karte im Jahr reicht die Schere. Wie Sie mit Papierunterlagen umgehen, steht unter Akten entsorgen.

Schneiden Sie nicht mit einem Cuttermesser auf dem Tisch, und biegen Sie die Karte nicht so lange, bis sie bricht: Kunststoffkarten splittern mit scharfen Kanten. Karten aus Metall lassen sich mit Haushaltswerkzeug gar nicht sinnvoll zerkleinern.

Wohin mit den Schnipseln?

Banken wie die Sparkassen weisen darauf hin, dass Karten mit Mikrochip als Elektrogeräte gelten und daher nicht in den Hausmüll gehören. Sie können die zerschnittenen Teile am Wertstoffhof in die Sammlung für Kleingeräte geben oder in die Sammelboxen für Elektro-Kleingeräte, die in vielen Supermärkten und Elektromärkten stehen. Manche Banken nehmen alte Karten in der Filiale zurück und vernichten sie selbst; fragen Sie dort nach, bevor Sie zum Wertstoffhof fahren.

Der Gelbe Sack ist der falsche Ort. Eine Bankkarte ist keine Verpackung, auch wenn sie aus Kunststoff besteht. Ins Altpapier gehört auch der Brief, auf dem die Karte geklebt war, erst nachdem Sie Kartennummer und Adresse unkenntlich gemacht haben; die PIN-Briefe vernichten Sie wie vertrauliche Akten. Wie die Sammlung von Elektrogeräten allgemein funktioniert, steht unter Elektroschrott entsorgen und Wertstoffhof.

Karte verloren, gestohlen oder eingezogen

Ist eine Karte weg, wird sie nicht entsorgt, sondern gesperrt, und zwar sofort. Der zentrale Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar und leitet die Sperrung für viele Banken und Kartenherausgeber weiter; außerdem hat jede Bank eine eigene Sperrnummer, die meist auf der Rückseite der Karte, in der Banking-App und auf den Kontoauszügen steht. Bei Diebstahl erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei. Taucht die Karte danach wieder auf, bleibt sie gesperrt; Sie zerschneiden und entsorgen sie wie eine abgelaufene Karte.

Hat ein Geldautomat die Karte eingezogen, bleibt sie bei der Bank, die den Automaten betreibt. Um die Vernichtung kümmert sich dann die Bank; Sie müssen nichts weiter tun, als sich bei Ihrer eigenen Bank zu melden.

Sonderfälle: Metallkarte, Gesundheitskarte, Kundenkarten

Einige Kreditkarten bestehen ganz oder teilweise aus Metall. Diese lassen sich mit der Schere nicht zerschneiden, und Sägen oder Bohren zu Hause ist mühsam und unnötig riskant. Viele Herausgeber solcher Karten bieten an, die alte Karte zurückzuschicken; fragen Sie beim Kartenservice nach.

Die elektronische Gesundheitskarte der Krankenkasse trägt ebenfalls einen Chip mit persönlichen Daten. Ersetzt die Kasse sie durch eine neue, behandeln Sie die alte wie eine Bankkarte: Chip zerschneiden, Namen und Versichertennummer unkenntlich machen, als Elektroschrott abgeben. Dasselbe gilt für Kundenkarten mit Chip, Hotelzimmerkarten oder alte Zugangskarten. Reine Kundenkarten mit Strichcode oder Magnetstreifen ohne Chip dürfen in der Regel in den Restmüll, nachdem Sie Namen und Nummer zerschnitten haben.

Wer neben Karten auch alte Geräte mit gespeicherten Daten loswerden will, findet die passenden Schritte unter Handy entsorgen und Festplatte entsorgen.

Typische Fehler

  • Karte nur einmal in der Mitte durchschneiden. Chip und Magnetstreifen bleiben dabei oft fast unversehrt.
  • Gültige Karte zerschneiden, ohne sie zu sperren. Solange sie gilt, lassen sich zum Beispiel Kartennummer und Prüfziffer noch für Zahlungen im Netz missbrauchen.
  • Neue Karte zerschneiden statt alter. Klingt banal, kommt aber vor, wenn beide nebeneinander auf dem Tisch liegen. Prüfen Sie das Ablaufdatum.
  • Karte verbrennen. Dabei entstehen giftige Dämpfe aus Kunststoff und Elektronik, und der Chip ist danach nicht zuverlässiger zerstört als mit der Schere.
  • Karte samt Brief und PIN-Mitteilung in den Papiermüll. Wer beides zusammen findet, hat es leicht.

Häufige Fragen

In welchen Müll gehört eine alte EC-Karte?

Karten mit Chip gelten nach Auskunft von Banken als Elektrogerät und gehören deshalb zerschnitten in die Elektroschrottsammlung: Wertstoffhof, Sammelbox im Handel oder Rückgabe in der Bankfiliale. Der Gelbe Sack ist falsch, weil die Karte keine Verpackung ist. Wie streng Ihre Kommune das handhabt, erfahren Sie bei der Abfallberatung.

Muss ich die alte Karte zur Bank bringen?

Nein, Pflicht ist das nicht. Manche Banken nehmen alte Karten aber gern zurück und vernichten sie, was Ihnen das Zerschneiden erspart. Fragen Sie in Ihrer Filiale nach.

Ist die alte Karte ungültig, sobald die neue da ist?

Spätestens mit dem Ablaufdatum ist die alte Karte ungültig. Bei vorzeitigem Ersatz, etwa nach einer Beschädigung, sperrt die Bank die alte meist selbst. Was in Ihrem Fall gilt, steht im Begleitbrief zur neuen Karte; im Zweifel fragen Sie nach, bevor Sie die alte zerschneiden.

Reicht es, nur den Chip zu zerstören?

Nein. Auch Magnetstreifen und aufgedruckte Daten müssen unbrauchbar werden. Mit Kartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer lässt sich bei manchen Händlern im Netz bezahlen, ganz ohne Chip.

Was mache ich mit einer Kreditkarte aus Metall?

Fragen Sie den Herausgeber. Viele bieten an, Metallkarten zurückzunehmen und sicher zu vernichten, oft mit einem vorbereiteten Umschlag. Zu Hause lassen sie sich kaum sinnvoll zerkleinern.

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