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E-Bike-Akku entsorgen: sicher und kostenlos

Christoph · 6 Min. Lesezeit

E-Bike mit Akku am Rahmen steht auf Herbstlaub
Ausgediente E-Bike-Akkus nimmt der Fachhandel kostenlos zurück
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wohin gehört ein E-Bike-Akku?
  2. Warum der Akku nicht in die Batteriebox gehört
  3. Den Akku für die Abgabe vorbereiten
  4. Beschädigte Akkus: sicher lagern, dann absprechen
  5. Kosten und Rücknahme beim Händler
  6. Weitergeben statt wegwerfen: Zellerneuerung prüfen
  7. Das E-Bike selbst entsorgen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Einen alten E-Bike-Akku geben Sie beim Fahrradhändler oder am Wertstoffhof ab, in der Regel kostenlos. In den Hausmüll, den Gelben Sack oder die Batterie-Sammelbox an der Supermarktkasse gehört er nicht, denn große Lithium-Ionen-Akkus können bei Beschädigung Feuer fangen. Kleben Sie vor dem Transport die Kontakte ab; ist der Akku beschädigt oder aufgebläht, rufen Sie vorher an und fragen, wie Sie ihn bringen sollen.

Wohin gehört ein E-Bike-Akku?

ZustandRichtiger Weg
Akku intakt, nur die Reichweite lässt nachFahrradhändler oder Wertstoffhof; vorher prüfen, ob sich eine Zellerneuerung lohnt
Akku defekt, äußerlich unversehrtFahrradhändler oder Wertstoffhof, Kontakte abgeklebt
Akku aufgebläht, gerissen, nach Sturz verformt, heiß oder riechendNicht in eine Sammelbox; vorher Händler oder Wertstoffhof anrufen, bis dahin sicher lagern
Akku nach Brand oder WasserschadenWie beschädigt behandeln, im Zweifel Feuerwehr oder Abfallberatung fragen
E-Bike ohne AkkuWertstoffhof als Elektroaltgerät

Wichtig vorweg: Die genauen Annahmeregeln legt Ihre Kommune fest. Nicht jeder Wertstoffhof nimmt große Akkus an, manche nur zu bestimmten Zeiten an der Schadstoffannahme. Ein Blick in die Abfall-App oder ein Anruf bei der Abfallberatung von Stadt oder Landkreis erspart eine vergebliche Fahrt. Was hier steht, ist der Regelfall in Deutschland.

Warum der Akku nicht in die Batteriebox gehört

Die Sammelboxen im Handel sind für Gerätebatterien gedacht, also AA-Zellen, Knopfzellen, Handy- und Werkzeugakkus. Ein E-Bike-Akku ist dafür zu groß und zu energiereich. Er zählt rechtlich zu einer eigenen Gruppe, den Batterien für leichte Verkehrsmittel, zu denen auch Akkus von E-Scootern gehören. Für diese Akkus gibt es eigene Rücknahmewege über den Fachhandel, der sie gesammelt an spezialisierte Verwerter gibt. Dort werden Metalle wie Kobalt, Nickel und Kupfer zurückgewonnen.

Der eigentliche Grund für die Sorgfalt ist die Brandgefahr. Ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku kann sich selbst erhitzen und in Brand geraten, auch Tage nach einem Sturz. Im Müllwagen oder in der Sortieranlage wird er gequetscht, und Brände durch falsch entsorgte Akkus sind dort ein bekanntes Problem. Einen solchen Brand löscht man zudem schlecht mit Wasser allein.

Den Akku für die Abgabe vorbereiten

  1. Akku vom Rad nehmen. Die meisten Akkus lassen sich mit dem Schlüssel entriegeln. Fest im Rahmen verbaute Akkus baut besser der Fachhändler aus.
  2. Zustand ansehen. Achten Sie auf Risse im Gehäuse, Beulen, eine aufgewölbte Form, ausgetretene Flüssigkeit oder einen süßlich-chemischen Geruch. Dann gilt der Akku als beschädigt.
  3. Kontakte abkleben. Kleben Sie die Metallkontakte mit Isolier- oder Paketklebeband ab, damit auf dem Weg kein Kurzschluss entstehen kann.
  4. Nicht öffnen. Schrauben Sie das Gehäuse nicht auf und versuchen Sie nicht, einzelne Zellen herauszulösen.
  5. Kühl und trocken transportieren. Legen Sie den Akku im Auto so, dass er nicht herumrutscht, und lassen Sie ihn nicht in der Sonne liegen.
  6. Ladegerät mitnehmen. Das Ladegerät ist ein normales Elektrokleingerät und kann am selben Ort abgegeben werden, wenn Sie es nicht mehr brauchen.

Beschädigte Akkus: sicher lagern, dann absprechen

Ein aufgeblähter oder gerissener Akku gehört nicht in die Wohnung und nicht ins Auto, solange nicht geklärt ist, wie er entsorgt wird. Lagern Sie ihn draußen oder in einem Raum ohne brennbare Gegenstände, am besten auf einem nicht brennbaren Untergrund wie Fliesen oder Beton, mit Abstand zu Hauswand, Fahrrädern und Mülltonnen. Ein Metalleimer mit Sand darunter und darüber ist eine gute Zwischenlösung. Laden Sie den Akku nicht mehr.

Rufen Sie dann den Händler oder den Wertstoffhof an. Beschädigte Lithium-Akkus unterliegen beim Transport strengeren Regeln, und die Annahmestellen sagen Ihnen, ob Sie ihn selbst bringen dürfen oder ob er abgeholt werden muss. Wird der Akku heiß, raucht er oder zischt er, entfernen Sie sich und rufen Sie die Feuerwehr unter 112. Versuchen Sie nicht, ihn anzufassen oder wegzutragen.

Kosten und Rücknahme beim Händler

Für private Haushalte ist die Rückgabe eines E-Bike-Akkus beim Handel in der Regel kostenlos. Fahrradhändler, die E-Bikes oder Ersatzakkus verkaufen, sind verpflichtet, alte Akkus dieser Art zurückzunehmen, und zwar nicht nur Akkus aus dem eigenen Laden. Die meisten haben dafür spezielle Transportbehälter eines Rücknahmesystems. Am Wertstoffhof ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen meist ebenfalls kostenlos; einige Kommunen verweisen für große Akkus aber an den Handel. Wer online gekauft hat, kann beim Versandhändler nachfragen, welche Rückgabemöglichkeit er anbietet.

Weitergeben statt wegwerfen: Zellerneuerung prüfen

Lässt nur die Reichweite nach, ist der Akku nicht zwingend Abfall. Spezialisierte Werkstätten bieten an, die Zellen im vorhandenen Gehäuse zu erneuern. Das kann günstiger sein als ein neuer Originalakku, vor allem bei älteren Modellen, für die es keinen Ersatz mehr gibt. Fragen Sie dabei nach der Gewährleistung und danach, ob das Rad mit dem erneuerten Akku noch vom Hersteller unterstützt wird. Selbst Zellen zu tauschen, ist dagegen keine gute Idee: Ohne Fachwissen und passendes Werkzeug entsteht leicht ein Akku, der unbemerkt überlastet wird.

Ein funktionierender Akku, der nur nicht mehr zu Ihrem neuen Rad passt, kann über Kleinanzeigen oder im Freundeskreis ein zweites Leben bekommen. Geben Sie ehrlich an, wie alt er ist und wie viele Kilometer er ungefähr gelaufen ist.

Das E-Bike selbst entsorgen

Ein Pedelec ohne Akku ist nicht einfach ein Fahrrad. Motor, Steuergerät, Display und Kabelbaum machen es zum Elektroaltgerät, das am Wertstoffhof kostenlos angenommen wird. Rahmen, Räder und Kette landen dort beim Metallschrott, die Elektronik geht in die Verwertung. Ist das Rad noch fahrbereit, lohnt sich meist ein Verkauf oder eine Spende an eine Fahrradwerkstatt; Hinweise für normale Räder stehen unter Fahrrad entsorgen. Für kleinere Akkus aus Werkzeug, Laptop oder Handy gilt der Weg über die Sammelbox, siehe Akkus entsorgen.

Typische Fehler

  • Akku in die Restmülltonne legen, weil er „ja leer“ ist. Auch ein leerer Lithium-Akku enthält noch Energie und brennbare Bestandteile.
  • Beschädigten Akku im Keller liegen lassen, oft neben Fahrrädern und Kartons. Genau dort richtet ein Brand den größten Schaden an.
  • Akku ohne abgeklebte Kontakte lose in eine Kiste mit Werkzeug werfen.
  • Den Akku zum Aufladen „wiederbeleben“ wollen, nachdem er tiefentladen oder beschädigt war.

Einen Überblick über alle Wege, die für Elektrogeräte und Akkus offenstehen, gibt Elektroschrott entsorgen, welche Abfälle der Wertstoffhof sonst noch annimmt, steht unter Wertstoffhof.

Häufige Fragen

Kann ich einen E-Bike-Akku im Baumarkt abgeben?

Wenn der Baumarkt E-Bikes oder Ersatzakkus dafür verkauft, ist er zur Rücknahme verpflichtet. Sonst gilt das nicht zwingend. Fragen Sie vorher an der Information nach, ob eine Sammelstelle für große Akkus vorhanden ist.

Muss ich den Akku beim Händler kaufen, bei dem ich ihn abgebe?

Nein. Händler, die solche Akkus verkaufen, nehmen auch Akkus anderer Marken und Läden zurück. Ein Neukauf ist keine Bedingung.

Wie erkenne ich, ob ein Akku beschädigt ist?

Typische Zeichen sind ein gewölbtes oder gerissenes Gehäuse, Verfärbungen, ausgetretene Flüssigkeit, ein ungewöhnlicher Geruch und starke Wärme ohne Ladevorgang. Auch nach einem heftigen Sturz ist Vorsicht angebracht, selbst wenn äußerlich nichts zu sehen ist.

Muss der Akku beim Waschen des E-Bikes herausgenommen werden?

Die meisten Hersteller empfehlen, den Akku vor dem Waschen herauszunehmen, wenn er sich abnehmen lässt, und die Kontakte trocken zu halten. Einen Hochdruckreiniger sollten Sie am E-Bike nicht verwenden, weil der Strahl Wasser in Lager und Steckverbindungen drückt. Wie Sie das Rad schonend reinigen, steht unter Fahrrad putzen.

Wie lange hält ein E-Bike-Akku?

Das hängt von Nutzung, Lagerung und Ladeverhalten ab. Hersteller geben meist eine bestimmte Zahl an Ladezyklen an, nach denen die Kapazität spürbar nachlässt. Wer den Akku nicht in praller Sonne oder Frost lagert und über den Winter halb geladen aufbewahrt, verlängert seine Lebensdauer.