Fahrrad putzen und die Kette pflegen

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Ein Fahrrad putzen Sie am schonendsten mit einem Eimer lauwarmem Wasser, einem Schwamm, ein paar Bürsten und einem milden Fahrradreiniger oder etwas Spülmittel. Danach wird die Kette entfettet, getrocknet und sparsam geölt. Den Hochdruckreiniger lassen Sie stehen, denn er drückt Wasser in Lager und spült dort das Fett aus. Und was immer Sie aufsprühen: Bremsscheiben und Felgenflanken bleiben frei von Öl.
Wie oft ein Fahrrad geputzt werden sollte
Einen festen Takt gibt es nicht. Ein Stadtrad, das trocken im Keller steht, kommt mit einer gründlichen Reinigung im Frühjahr und einer im Herbst aus. Wer bei jedem Wetter pendelt oder im Gelände fährt, wischt nach schlammigen oder salzigen Fahrten kurz ab und ölt die Kette. Streusalz im Winter ist besonders aggressiv und greift Kette, Schrauben und Speichen an; hier lohnt sich das Abspülen mit klarem Wasser bald nach der Fahrt. Die Kette braucht ohnehin häufiger Pflege als der Rest: Sobald sie trocken klingt, quietscht oder schwarz verschmiert ist, ist sie dran.
Was Sie brauchen
- einen Eimer mit lauwarmem Wasser und einen Schwamm
- eine weiche Bürste für Rahmen und Felgen, eine schmale Bürste für Zahnkränze und Umwerfer
- Fahrradreiniger oder etwas Spülmittel
- einen Kettenreiniger oder Entfetter und alte Lappen
- Kettenöl, je nach Wetter für trockene oder nasse Bedingungen
- einen Montageständer oder eine Möglichkeit, das Rad hochzuhängen
- Handschuhe
Kein Hochdruckreiniger
Der Hochdruckstrahl gehört nicht ans Fahrrad. Er drückt Wasser und Schmutz an den Dichtungen vorbei in Tretlager, Naben, Steuersatz und Freilauf und wäscht dort das Fett heraus. Die Lager laufen danach rau und rosten von innen, ohne dass man es sieht. Außerdem kann der Strahl Aufkleber, Lack und Dichtungen an Federgabel und Dämpfer beschädigen. Ein Gartenschlauch mit sanftem Strahl ist in Ordnung, solange Sie nicht direkt auf die Lager zielen.
Schritt für Schritt: Fahrrad putzen
- Rad aufstellen. Am besten in einem Montageständer oder kopfüber auf Sattel und Lenker, wenn Display und Schalthebel das zulassen.
- Groben Schmutz einweichen. Rahmen und Räder mit Wasser anfeuchten oder Fahrradreiniger aufsprühen und kurz einwirken lassen. Angetrockneter Schlamm löst sich dann leichter.
- Rahmen und Gabel waschen. Mit Schwamm und Spülwasser von oben nach unten arbeiten. Für die Stellen zwischen Sattelstreben und am Tretlager nehmen Sie die schmale Bürste.
- Räder reinigen. Felgen, Speichen und Naben abwaschen, dabei die Reifen auf Risse und eingefahrene Scherben ansehen.
- Antrieb vorbereiten. Zahnkränze, Kettenblätter und Schaltwerk mit der schmalen Bürste und etwas Entfetter reinigen. Das Rad nicht umgedreht lassen, wenn Entfetter in Richtung Bremsscheiben laufen könnte.
- Abspülen. Mit klarem Wasser aus Eimer oder Gießkanne nachspülen, sanft und nicht auf die Lager gezielt.
- Trocknen. Mit einem Tuch abtrocknen, besonders Kette, Schraubenköpfe und Schaltzüge. Ein paar Minuten in der Sonne oder im warmen Raum stehen lassen.
Die Kette entfetten und ölen
Die Kette ist das Bauteil, das am meisten von Pflege profitiert. Eine schmutzige Kette schleift wie Schmirgelpapier an Ritzeln und Kettenblättern und verschleißt alles schneller.
- Alte Schmiere lösen. Einen Lappen mit Entfetter tränken, die Kette hineinlegen und die Kurbel rückwärts drehen, bis der Lappen kaum noch schwarz wird. Ein Kettenreinigungsgerät zum Aufstecken erleichtert das bei sehr schmutzigen Ketten.
- Trocknen lassen. Öl auf nasser Kette hält schlecht; warten Sie, bis sie trocken ist.
- Sparsam ölen. Auf jedes Kettenglied an der Innenseite einen kleinen Tropfen Kettenöl geben und dabei die Kurbel langsam rückwärts drehen.
- Einziehen lassen. Einige Kurbelumdrehungen und ein paar Gangwechsel, dann einige Minuten warten.
- Überschuss abwischen. Mit einem sauberen Lappen die Außenseite der Kette abreiben. Das Öl soll in den Gelenken sitzen, nicht außen, wo es Staub und Sand festhält.
Universalsprays, Speiseöl oder Kriechöl sind kein Ersatz für Kettenöl. Kriechöl löst eher, als dass es schmiert, und Speiseöl verharzt. Ob Sie ein Öl für trockenes oder nasses Wetter nehmen, hängt davon ab, wo Sie meist fahren; die Packung sagt es.
Bremsen: Vorsicht bei Scheiben und Felgen
Bremsscheiben und Bremsbeläge dürfen nie mit Öl, Fett, Kettenspray oder Pflegemittel in Kontakt kommen. Schon ein feiner Sprühnebel kann die Bremsleistung deutlich verringern, und verölte Beläge lassen sich meist nicht mehr retten, sondern müssen getauscht werden. Ölen Sie die Kette deshalb mit dem Tropfer statt mit dem Spray, oder decken Sie die Scheibe mit einem Lappen ab. Bremsscheiben reinigen Sie, falls nötig, mit einem speziellen Bremsenreiniger oder Isopropanol auf einem sauberen Tuch. Bei Felgenbremsen gilt dasselbe für die Bremsflanken der Felge. Nach der Reinigung prüfen Sie, ob beide Bremsen wie gewohnt greifen, bevor Sie losfahren.
E-Bike reinigen
Ein E-Bike putzen Sie grundsätzlich wie ein normales Fahrrad, mit einigen Zusatzregeln. Nehmen Sie zuerst den Akku heraus und, falls abnehmbar, das Display. Die offenen Kontakte am Rahmen wischen Sie nur trocken oder leicht feucht ab und lassen sie trocknen, bevor der Akku wieder eingesetzt wird. Motor, Akkuschacht, Display, Stecker und Kabel werden nie mit dem Wasserstrahl abgespritzt, auch nicht mit dem Gartenschlauch; ein feuchter Schwamm genügt. Die Elektronik ist gegen Regen geschützt, nicht gegen gezielten Wasserdruck. Was der Hersteller Ihres Antriebs ausdrücklich erlaubt, steht in der Anleitung.
Nach dem Putzen: kurze Kontrolle
Die Reinigung ist eine gute Gelegenheit, das Rad durchzusehen. Prüfen Sie den Reifendruck, den Verschleiß der Bremsbeläge, ob Schrauben an Lenker und Sattelstütze fest sitzen und ob die Beleuchtung funktioniert. Rostspuren an Schrauben oder am Gepäckträger behandeln Sie früh, wie unter Rost entfernen beschrieben. Beim Lagern über den Winter gehört das Rad trocken und sauber in Keller oder Garage; einen Überblick über weitere Themen rund um Ausflüge gibt die Rubrik Freizeit. Wer auch das Auto nach der Radtour putzen möchte, findet unter Auto-Innenraum reinigen die passende Anleitung.
Typische Fehler
- Hochdruckreiniger: Fett aus den Lagern gespült, Rost von innen.
- Zu viel Kettenöl: eine klebrige, schwarze Kette, die Sand sammelt und schneller verschleißt.
- Spray in Richtung Bremse: Bremsleistung weg, Beläge verloren.
- Nasse Kette geölt: Das Öl hält nicht, die Kette rostet trotzdem.
- E-Bike mit Akku abgespritzt: Wasser in Kontakten und Steckern.
Häufige Fragen
Womit putzt man ein Fahrrad am besten?
Mit lauwarmem Wasser, einem Schwamm und Bürsten, dazu ein milder Fahrradreiniger oder etwas Spülmittel. Scharfe Haushaltsreiniger und Scheuermittel greifen Lack und Dichtungen an.
Darf ich mein Fahrrad mit dem Gartenschlauch abspritzen?
Mit sanftem Strahl ja, solange Sie nicht direkt auf Naben, Tretlager und Steuersatz zielen. Beim E-Bike bleiben Motor, Akkuschacht und Display trotzdem trocken.
Wie oft sollte man die Fahrradkette ölen?
Nach jeder Regenfahrt und sonst etwa alle paar hundert Kilometer, spätestens wenn die Kette quietscht oder trocken aussieht. Vorher reinigen, danach den Überschuss abwischen.
Was tun, wenn Öl auf die Bremsscheibe gekommen ist?
Die Scheibe sofort mit Bremsenreiniger oder Isopropanol säubern. Haben die Beläge Öl abbekommen, lassen sie sich meist nicht mehr zuverlässig reinigen und sollten getauscht werden. Im Zweifel die Fahrradwerkstatt fragen.



