Dias entsorgen: vorher digitalisieren, dann richtig trennen

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Dias gehören in den Restmüll, samt Rahmen. Das gilt für Kunststoff- und Papprahmen ebenso wie für Glasrahmen, die nicht in den Altglascontainer dürfen. Der Diaprojektor ist Elektroschrott. Bevor Kisten voller Dias im Müll landen, lohnt sich aber ein Blick hinein: Was Erinnerungswert hat, lässt sich digitalisieren, und manche Aufnahmen sind für andere wertvoller als gedacht.
Wohin gehören Dias?
| Was | Richtiger Weg |
| Dias mit Kunststoff- oder Papprahmen | Restmüll |
| Glasdiarahmen | Restmüll, nicht in den Altglascontainer |
| Große Mengen, etwa aus einer Haushaltsauflösung | Wertstoffhof, als Restmüll oder Sperrmüll je nach Kommune |
| Diamagazine und Diakästen aus Kunststoff | Restmüll, je nach Kommune Wertstofftonne oder Hartkunststoff am Wertstoffhof |
| Pappschachteln vom Labor, Papierhüllen | Altpapier |
| Diaprojektor, Diabetrachter mit Licht, Diascanner | Elektroschrott |
| Projektionslampe (Halogen) | Restmüll |
| Leinwand | Restmüll oder Sperrmüll, je nach Größe |
Ob Ihre Kommune eine Wertstofftonne für Kunststoffgegenstände hat und wie große Mengen angenommen werden, steht im Abfallkalender, in der Abfall-App oder bei der Abfallberatung. Hier steht der Regelfall in Deutschland. Was sonst in die graue Tonne gehört, zeigt die Übersicht Restmüll.
Warum Dias in den Restmüll gehören
Ein Dia besteht aus einem dünnen Film aus Kunststoff, auf dem in mehreren Schichten Farbstoffe in Gelatine sitzen, und einem Rahmen. Der Film ist kein Verpackungskunststoff und lässt sich nicht sinnvoll recyceln; die Menge an Silber oder anderen Stoffen ist so gering, dass sich eine eigene Sammlung für Privathaushalte nicht lohnt. Ins Altpapier gehört er ohnehin nicht. Deshalb ist der Restmüll, der in Deutschland meist verbrannt wird, der richtige Weg.
Glasrahmen bestehen aus zwei dünnen Glasscheiben, oft mit einer Maske aus Metall oder Kunststoff dazwischen. Dieses Glas hat eine andere Zusammensetzung als Flaschen und Gläser und würde im Altglas stören. Den Rahmen auseinanderzunehmen, um Glas, Metall und Film zu trennen, lohnt sich nicht.
Erst sichten, dann wegwerfen
Wer Dias aus dem Nachlass der Eltern oder Großeltern übernimmt, hat oft Tausende Aufnahmen vor sich. Nicht alle müssen bleiben, aber ein schneller Blick verhindert, dass etwas Unwiederbringliches verloren geht.
- Kästen grob sortieren. Viele Magazine sind beschriftet: Jahr, Ort, Anlass. Das spart Zeit.
- Mit Licht durchsehen. Ein Leuchtpult, ein Diabetrachter oder notfalls ein helles Fenster genügt, um Motive zu erkennen. Ein funktionierender Projektor macht den Abend zum Familienereignis.
- Drei Stapel bilden. Behalten und digitalisieren, anderen anbieten, entsorgen. Unscharfe Bilder, Doppelungen und Landschaften ohne Bezug können meist weg.
- Familie fragen. Geschwister, Cousinen oder Kinder haben oft Interesse an einzelnen Aufnahmen. Fragen Sie, bevor die Kisten verschwinden.
- Rest entsorgen. Kleine Mengen in den Restmüll, große Mengen zum Wertstoffhof.
Digitalisieren: kurz zu den Möglichkeiten
Für die Dias, die bleiben sollen, gibt es mehrere Wege. Ein Diascanner oder ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit liefert ordentliche Ergebnisse, braucht aber Zeit für jedes einzelne Bild. Mit einer Digitalkamera, einem Makroobjektiv und einem Vorsatz für Dias geht es schneller, wenn man etwas Übung hat. Bei großen Mengen lohnt ein Dienstleister, der die Dias einscannt; Preise und Qualität unterscheiden sich, fragen Sie nach einer Probe. Ein einfacher Diascanner genügt für ein paar Hundert Bilder.
Wichtig ist, die Dateien danach doppelt zu sichern, etwa auf einer externen Festplatte und in einem zweiten Speicherort. Sonst ist nach dem Wegwerfen der Dias das Bild bei einem Festplattendefekt endgültig weg. Vergessen Sie nicht die Beschriftungen auf den Rahmen: Ort und Jahr gehören in den Dateinamen oder in eine Notiz.
Bis dahin richtig lagern
Dias, die noch auf das Sichten warten, halten am besten kühl, trocken und dunkel. Dachboden und feuchter Keller sind ungünstig: Hitze lässt die Farben schneller verblassen, Feuchtigkeit fördert Schimmel auf der Gelatineschicht. Leicht verschimmelte Dias lassen sich unter Umständen noch scannen; die Reinigung überlassen Sie bei wertvollen Bildern besser Fachleuten. Stark verschimmelte Dias kommen gut verpackt in den Restmüll.
Weitergeben: wer alte Dias noch will
Aufnahmen von Straßen, Geschäften, Festen oder Gebäuden Ihres Ortes aus den 1950er- bis 1980er-Jahren können für ein Stadtarchiv, ein Heimatmuseum oder einen Geschichtsverein interessant sein. Fragen Sie dort nach, bevor Sie solche Bilder wegwerfen. Diaprojektoren, Leinwände und gut erhaltene Magazine finden auf Flohmärkten und über Kleinanzeigen manchmal noch Liebhaber.
Private Aufnahmen mit erkennbaren Personen geben Sie dagegen nicht unbedacht an Fremde weiter. Wer im Nachlass Bilder von Menschen findet, die noch leben, fragt besser nach, ob sie damit einverstanden sind.
Der Projektor ist Elektroschrott
Diaprojektor, beleuchteter Diabetrachter und Diascanner tragen das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne und gehören zum Elektroschrott. Sie geben sie kostenlos am Wertstoffhof ab oder bei Händlern mit Rücknahmepflicht; kleine Geräte nehmen große Elektrohändler auch ohne Neukauf an. Die Einzelheiten stehen unter Elektroschrott entsorgen. Die Projektionslampe ist meist eine Halogenlampe und kommt in den Restmüll; Energiesparlampen und LEDs dagegen nicht.
Kosten
Einzelne Dias in der Restmülltonne kosten nichts extra. Für große Mengen am Wertstoffhof erheben manche Kommunen eine Gebühr nach Volumen, andere nehmen haushaltsübliche Mengen kostenlos an. Der Projektor als Elektroschrott ist für Privathaushalte kostenlos.
Typische Fehler
- Glasrahmen in den Altglascontainer werfen.
- Diamagazine in den Gelben Sack geben. Sie sind keine Verpackung.
- Den Projektor in den Restmüll stecken. Er ist Elektroschrott.
- Ganze Kisten ungesichtet wegwerfen und später feststellen, dass die einzigen Bilder der Hochzeit der Großeltern dabei waren.
- Dias digitalisieren und die Dateien nur an einem Ort speichern.
Für Papierabzüge und Negative gilt Ähnliches wie für Dias; die Einzelheiten stehen unter Fotos entsorgen. Wie es mit Videokassetten aussieht, erklärt Videokassetten entsorgen, und für den ganzen Nachlass hilft Haushaltsauflösung.
Häufige Fragen
In welchen Müll gehören alte Dias?
In den Restmüll. Das gilt für den Film und für Rahmen aus Kunststoff, Pappe oder Glas. Große Mengen bringen Sie zum Wertstoffhof.
Dürfen Glasdias ins Altglas?
Nein. Das Glas der Rahmen hat eine andere Zusammensetzung als Verpackungsglas und stört beim Recycling. Glasdias gehören in den Restmüll.
Wohin mit Diamagazinen?
Diamagazine sind keine Verpackung und gehören nicht in den Gelben Sack. Je nach Kommune kommen sie in den Restmüll, in eine Wertstofftonne oder als Hartkunststoff zum Wertstoffhof. Gut erhaltene Magazine lassen sich auch verschenken.
Muss ich Dias vor dem Wegwerfen unkenntlich machen?
Bei Landschaften nicht. Bei Aufnahmen von Personen ist es eine Frage der Rücksicht: Wer sichergehen will, schneidet den Film durch, bevor die Dias in die Tonne kommen.
Lohnt es sich, Dias zu digitalisieren?
Für Bilder mit Erinnerungswert ja, denn die Farben verblassen mit den Jahren und Projektoren werden seltener. Für Tausende Urlaubsdias ohne Personen reicht oft eine kleine Auswahl.



