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Haushaltsauflösung: Wohnung ausräumen und alles richtig entsorgen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Leerer, verlassener Saal mit hohen Fenstern
Bei einer Haushaltsauflösung zuerst sortieren: behalten, weitergeben, verkaufen, entsorgen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Vor dem ersten Karton: Was vorher geklärt sein muss
  2. Checkliste Haushaltsauflösung
  3. Verkaufen, verschenken, spenden
  4. Wohin mit dem Rest?
  5. Persönliche Daten nicht vergessen
  6. Mit Firma oder selbst?
  7. Typische Fehler
  8. Häufige Fragen

Eine Haushaltsauflösung läuft am besten in vier Etappen: zuerst Dokumente und Wertsachen sichern, dann Verträge kündigen, dann Brauchbares verkaufen, verschenken oder spenden und zuletzt den Rest getrennt entsorgen. Wer die Entsorgung vorher plant, also Sperrmülltermin, Wertstoffhof und Schadstoffmobil, spart sich viele Fahrten. Nach einem Todesfall gilt vorab eine Frage: Nehmen die Erben das Erbe überhaupt an?

Vor dem ersten Karton: Was vorher geklärt sein muss

Eine Haushaltsauflösung hat meist einen ernsten Anlass: Ein Angehöriger ist gestorben, zieht ins Pflegeheim oder zu Verwandten, oder ein Haushalt wird nach einer Trennung aufgeteilt. Egal welcher Anlass, klären Sie drei Dinge, bevor Sie anfangen:

  • Wer darf entscheiden? Bei einem Umzug ins Heim ist das der Bewohner selbst oder, falls er nicht mehr entscheiden kann, ein Bevollmächtigter oder rechtlicher Betreuer. Nach einem Todesfall sind es die Erben, bei mehreren Erben alle gemeinsam.
  • Wird das Erbe angenommen? Ist unklar, ob der Nachlass überschuldet ist, sollten Erben nichts verkaufen oder verschenken, bevor sie sich entschieden haben. Wer über den Nachlass verfügt, kann damit das Erbe annehmen. Die Frist für eine Ausschlagung beträgt in der Regel sechs Wochen ab Kenntnis. Im Zweifel beraten das Nachlassgericht oder ein Notar.
  • Bis wann muss die Wohnung leer sein? Bei einer Mietwohnung bestimmt die Kündigungsfrist den Zeitplan. Mit dem Vermieter lässt sich oft ein früherer Auszug oder ein Nachmieter vereinbaren. Klären Sie auch, in welchem Zustand die Wohnung übergeben werden muss: besenrein, mit oder ohne Einbauküche, mit Schönheitsreparaturen oder ohne.

Checkliste Haushaltsauflösung

  1. Dokumente sichern. Ausweise, Testament, Versicherungspolicen, Kontoauszüge, Mietvertrag, Rentenbescheide, Zeugnisse, Grundbuchauszüge, Sparbücher. Suchen Sie auch in Schubladen, Büchern und Kleidertaschen.
  2. Wertsachen und Erinnerungsstücke sichern. Schmuck, Bargeld, Fotos, Briefe, Familienstücke. Diese Dinge nehmen Sie als Erstes aus der Wohnung, bevor Helfer oder Firmen hineingehen.
  3. Mit der Familie absprechen. Wer möchte was behalten? Legen Sie eine Frist fest und kleben Sie Namenszettel an Möbel, die jemand übernimmt.
  4. Verträge kündigen. Strom, Gas, Telefon, Internet, Rundfunkbeitrag, Zeitungsabos, Versicherungen, Mitgliedschaften, Streamingdienste. Den Nachsendeauftrag bei der Post einrichten.
  5. Entsorgung planen. Sperrmülltermin anmelden, Öffnungszeiten von Wertstoffhof und Schadstoffmobil notieren, bei großen Mengen einen Container oder eine Firma anfragen.
  6. Verkaufen und verschenken. Möbel, Geschirr, Werkzeug, Bücher und Kleidung anbieten, mit einer festen Frist.
  7. Spenden. Was nicht verkauft wird und noch gut ist, an Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern oder Tauschregale geben.
  8. Getrennt entsorgen. Raum für Raum, nach Abfallarten sortiert, wie in der Tabelle unten.
  9. Wohnung übergeben. Zählerstände ablesen und fotografieren, Schlüssel vollständig zurückgeben, Übergabeprotokoll unterschreiben.

Verkaufen, verschenken, spenden

Machen Sie sich keine großen Hoffnungen auf Erlöse. Dunkle Schrankwände, Polstergarnituren und Sammeltassen, die vor Jahrzehnten viel Geld gekostet haben, sind heute kaum noch gefragt. Gute Chancen haben dagegen Markenwerkzeug, Fahrräder, Designermöbel, gut erhaltene Küchengeräte, Musikinstrumente und Schallplatten. Für echte Wertsachen wie Schmuck, Kunst, Münzen oder Antiquitäten lohnt sich eine Einschätzung beim Fachhändler oder Auktionshaus, bevor etwas verkauft wird.

Sozialkaufhäuser und Gebrauchtwarenläden holen brauchbare Möbel oft kostenlos ab, sind aber wählerisch: Was nicht verkaufbar ist, nehmen sie nicht. Tragbare Kleidung und Schuhe gehen an Kleiderkammern oder in die Altkleidersammlung; worauf Sie dabei achten, steht unter Altkleider entsorgen. Für viele Bücher findet sich über offene Bücherschränke, Bibliotheksflohmärkte oder Ankaufportale ein Abnehmer, mehr dazu unter Bücher entsorgen.

Wohin mit dem Rest?

Was übrig bleibt, verteilen Sie auf die passenden Entsorgungswege. Mit einer Kiste oder Ecke je Weg behalten Sie den Überblick.

WasWohin
Möbel, Matratzen, TeppicheSperrmüll oder Wertstoffhof, siehe Möbel entsorgen
Elektrogeräte, Lampen, KabelWertstoffhof oder Rücknahme im Handel, siehe Elektroschrott entsorgen
Kühlschrank, Waschmaschine, HerdWertstoffhof, Abholung durch die Kommune oder Händler, siehe Kühlschrank entsorgen
Handys, Laptops, Computererst Daten löschen, dann Elektroschrott, siehe Handy entsorgen und Laptop entsorgen
Batterien und AkkusSammelboxen im Handel, siehe Batterien entsorgen
Kleidung, Schuhe, BettwäscheSpende oder Altkleidersammlung, siehe Textilien entsorgen
Akten, Briefe, Kontoauszügegeschreddert ins Altpapier, siehe Akten entsorgen
Farben, Lacke, Chemikalien, GartenmittelSchadstoffmobil oder Schadstoffannahme
Medikamentemeist Restmüll, gut verpackt, siehe Medikamente entsorgen
Geschirr, Porzellan, TrinkgläserRestmüll, nicht ins Altglas, siehe Porzellan entsorgen
Lebensmittel, SpeiseölBiotonne oder Restmüll, Öl nie in den Ausguss, siehe Speiseöl entsorgen

Persönliche Daten nicht vergessen

In einer Wohnung stecken mehr persönliche Daten, als man denkt: Kontoauszüge, Arztbriefe, Steuerbescheide, alte Handys, Computer, Digitalkameras, Speicherkarten. Papiere mit Namen, Anschrift, Kontonummern oder Gesundheitsdaten gehören nicht ungeschreddert in die Altpapiertonne. Bei großen Mengen ist ein Aktenvernichter mit Partikelschnitt eine Hilfe, oder Sie beauftragen einen Aktenvernichtungsdienst, der Behälter aufstellt und die Vernichtung bescheinigt. Bevor Sie Unterlagen vernichten, prüfen Sie, ob sie noch für die Steuererklärung, eine Rente oder den Nachlass gebraucht werden.

Bei Handys, Tablets und Computern sichern Sie zuerst die Fotos und Dokumente, die die Familie behalten möchte. Danach setzen Sie die Geräte auf Werkseinstellungen zurück, melden Konten ab und nehmen SIM- und Speicherkarten heraus; bei Computern löschen Sie die Festplatte sicher oder bauen sie aus.

Mit Firma oder selbst?

Selbst ausräumen spart Geld, kostet aber Zeit und Kraft; rechnen Sie bei einer vollen Wohnung mit mehreren Tagen und einem Transporter. Eine Entrümpelungsfirma übernimmt alles bis zur besenreinen Übergabe. Die Kosten hängen von der Menge, der Etage, dem Zugang und der Region ab. Manche Firmen rechnen verwertbare Gegenstände gegen, sodass der Preis sinkt.

So erkennen Sie seriöse Anbieter: Sie besichtigen vorher oder lassen sich ausführliche Fotos schicken, nennen einen schriftlichen Festpreis einschließlich Entsorgungskosten, weisen die ordnungsgemäße Entsorgung nach und verlangen keine hohe Vorkasse. Holen Sie mindestens zwei, besser drei Angebote ein. Vorsicht bei Firmen, die nur über Handynummer erreichbar sind und sehr niedrige Preise nennen: Hier landet der Hausrat mitunter illegal im Wald, und die Spur führt zurück zu Ihnen.

Typische Fehler

  • Zu früh wegwerfen. Dokumente, Sparbücher oder Bargeld sind schon oft mit dem Sperrmüll verschwunden.
  • Alles in den Container. Elektrogeräte, Batterien und Schadstoffe haben im Sperrmüll- oder Bauschuttcontainer nichts zu suchen; der Containerdienst berechnet Fehlwürfe teuer nach.
  • Keine Frist beim Verschenken. Wer ohne Stichtag auf Abnehmer wartet, steht zwei Wochen vor der Übergabe mit vollem Haus da.
  • Sperrmüll ohne Anmeldung auf die Straße. Das gilt als illegale Ablagerung und kann ein Bußgeld kosten.
  • Speiseöl und Chemikalien in den Ausguss. Beides schadet dem Abwasser und kann Rohre verstopfen oder angreifen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Haushaltsauflösung?

Mit Firma oft nur ein bis zwei Tage für die eigentliche Räumung. Wer selbst ausräumt, braucht für eine volle Wohnung eher mehrere Wochenenden, dazu die Zeit für Sortieren, Verkaufen und die Wartezeit auf den Sperrmülltermin. Planen Sie großzügig und rechnen Sie vom Übergabetermin rückwärts.

Was kostet eine Haushaltsauflösung?

Das hängt stark von der Wohnungsgröße, der Menge, dem Stockwerk, dem Aufzug und der Region ab. Selbst gemacht fallen vor allem Transporter, Sperrmüll- und Wertstoffhofgebühren an. Für eine Firma holen Sie Festpreisangebote nach Besichtigung ein und vergleichen, ob die Entsorgung eingeschlossen ist.

Dürfen Erben die Wohnung ausräumen, bevor sie das Erbe angenommen haben?

Vorsicht: Wer Gegenstände aus dem Nachlass verkauft, verschenkt oder für sich behält, kann damit das Erbe annehmen, auch wenn er das gar nicht wollte. Nötige Sicherungsmaßnahmen wie das Mitnehmen von Dokumenten und Wertsachen zur Aufbewahrung sind in der Regel unproblematisch. Bei Zweifeln vorher das Nachlassgericht oder einen Notar fragen.

Wer holt Möbel aus einer Haushaltsauflösung kostenlos ab?

Sozialkaufhäuser, gemeinnützige Möbelbörsen und manchmal Flüchtlings- oder Wohnungslosenhilfen, aber nur gut erhaltene, gefragte Stücke. Alles andere geht über den Sperrmüll, den viele Kommunen in begrenzter Menge kostenlos oder gegen eine Gebühr abholen.

Was passiert mit Lebensmitteln und Vorräten?

Ungeöffnete, haltbare Lebensmittel können Sie verschenken oder bei einer Tafel oder einem Foodsharing-Verteiler abgeben, sofern die Annahmeregeln das zulassen. Angebrochenes kommt in die Biotonne oder den Restmüll, Verpackungen getrennt davon in die Wertstoffsammlung.