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Badezimmer putzen: Reihenfolge, Mittel und Zeitplan

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Hand reinigt einen verchromten Wasserhahn am Waschbecken mit einem Tuch
Im Bad putzen Sie von oben nach unten und vom Saubersten zum Schmutzigsten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Sie brauchen
  2. Getrennte Tücher: das Farbsystem
  3. Vorbereiten: lüften und trocken vorarbeiten
  4. Die Reihenfolge beim nassen Putzen
  5. Welche Mittel wofür
  6. Tipps und Tricks, die wirklich Zeit sparen
  7. Wie oft: ein einfacher Wochen- und Monatsplan
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Bad putzen Sie am schnellsten in fester Reihenfolge: erst lüften und alles Lose wegräumen, dann trocken Staub und Haare entfernen, anschließend von oben nach unten nass reinigen – Spiegel, Armaturen, Waschbecken, Dusche oder Wanne, zuletzt das WC und ganz am Ende den Boden. Für das WC gibt es eigene Tücher, die nirgendwo sonst hinkommen. Mit einem mild sauren Badreiniger, einem WC-Reiniger und Mikrofasertüchern kommen Sie in fast jedem Bad aus.

Was Sie brauchen

  • Mikrofasertücher in mindestens zwei Farben, dazu ein trockenes Tuch zum Nachpolieren
  • einen Eimer oder eine Schüssel mit warmem Wasser
  • einen Badreiniger (meist mild sauer, gegen Kalk) oder etwas Zitronensäure
  • einen WC-Reiniger und eine WC-Bürste
  • einen Schwamm mit weicher Seite, eine alte Zahnbürste für Ecken und Fugen
  • einen Abzieher für Duschwand und Fliesen
  • Gummihandschuhe
  • Wischmopp oder Bodentuch

Getrennte Tücher: das Farbsystem

Wer mit dem Tuch, das eben noch am WC war, über das Waschbecken wischt, verteilt genau die Keime, die er loswerden möchte. Die einfachste Lösung stammt aus der Gebäudereinigung: Tücher nach Farbe trennen. Ein verbreitetes Schema ist Rot für WC und Urinal, Gelb für Waschbecken, Fliesen und Dusche, Blau für Möbel und Flächen im Rest der Wohnung, Grün für die Küche. Welche Farben Sie wählen, ist gleichgültig. Wichtig ist nur, dass Sie es immer gleich machen und die Tücher nach dem Putzen getrennt waschen, am besten bei 60 °C und ohne Weichspüler. Weichspüler legt einen Film auf die Fasern, der dann schmiert.

Vorbereiten: lüften und trocken vorarbeiten

  1. Lüften. Fenster auf oder Lüfter an, bevor die erste Flasche aufgeht. Reinigerdämpfe und Feuchtigkeit sollen hinaus.
  2. Ausräumen. Zahnputzbecher, Seifenspender, Kosmetik, Duschgel und Badvorleger aus dem Weg räumen. Handtücher kommen in die Wäsche.
  3. Mülleimer leeren.
  4. Trocken entstauben. Lampen, Lüftungsgitter, Regale und den Spiegelschrank oben abwischen, Haare aus Waschbecken, Dusche und Ecken aufnehmen, den Boden kurz saugen oder kehren.
  5. Badreiniger vorlegen. Dusche oder Wanne und Waschbecken einsprühen, damit der Reiniger einwirken kann, während Sie oben weitermachen. Die Einwirkzeit steht auf der Flasche.

Die Regel „trocken vor nass“ hat einen einfachen Grund: Haare und Staub, die nass werden, kleben fest und ziehen Schlieren. Trocken sind sie in zwei Minuten weg.

Die Reihenfolge beim nassen Putzen

  1. Spiegel. Mit einem nebelfeuchten Mikrofasertuch und einem Spritzer Spülmittel oder Glasreiniger, dann trocken nachpolieren. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Spiegel putzen.
  2. Fliesen und Ablagen. Spritzwasserbereich hinter dem Waschbecken, Ablagen, Spiegelschrank-Fronten.
  3. Armaturen. Mit Badreiniger oder verdünnter Zitronensäure abwischen, kurz einwirken lassen, klar nachwischen und trocken polieren. Verkalkte Luftsprudler am Wasserhahn weichen Sie separat ein.
  4. Waschbecken. Innen, außen, den Überlauf nicht vergessen. Den Abfluss mit der Zahnbürste säubern.
  5. Dusche oder Wanne. Der vorher eingesprühte Reiniger hat jetzt gewirkt. Abwischen, mit klarem Wasser abspülen, Glas und Fliesen abziehen. Ausführlich in Duschkabine reinigen und Badewanne reinigen.
  6. WC. Jetzt Tuchfarbe wechseln. Erst Spülkasten und Drücker, dann Deckel, Brille oben und unten, die Scharniere, die Außenseite bis zum Boden, zuletzt das Becken innen mit WC-Reiniger und Bürste. Einzelheiten zu Spülrand und Urinstein im Beitrag Toilette reinigen.
  7. Boden. Von der hintersten Ecke rückwärts zur Tür wischen, auch hinter dem WC und unter dem Heizkörper.

Das WC kommt zuletzt, weil dort die meisten Keime sitzen. Was danach noch geputzt wird, soll nicht mit dem WC-Tuch in Berührung kommen.

Welche Mittel wofür

Das meiste im Bad ist Kalk, Seifenrest und Hautfett. Dagegen hilft ein mild saurer Badreiniger; Zitronensäure aus dem Drogeriemarkt tut dasselbe günstiger. Für Toiletten reicht ein normaler WC-Reiniger, Chlor ist im Alltag nicht nötig.

FlächeGeeignetVorsicht
Armaturen, Fliesen, GlasBadreiniger, verdünnte Zitronensäure, Spülmittelwasserkeine Scheuermittel auf Chrom
Keramik (Waschbecken, WC)Badreiniger, WC-ReinigerScheuermilch nur selten und sanft
Acrylwanne, Acryl-DuschtasseSpülmittelwasser, milder Badreinigerkeine Scheuermittel, keine Lösungsmittel
Naturstein (Marmor, Kalkstein)Neutralreiniger, Steinpflegemittelkeine Säure: Essig und Zitronensäure ätzen den Stein
Silikonfugen, GummidichtungenSpülmittelwasser, weiche BürsteSäure nur kurz, danach gründlich abspülen

Putzmittel nie mischen. Chlorhaltige WC- oder Schimmelreiniger bilden zusammen mit sauren Mitteln wie Essig, Zitronensäure, Entkalker oder saurem WC-Reiniger giftiges Chlorgas. Das gilt auch, wenn Sie beide kurz nacheinander ins WC geben. Nehmen Sie immer nur ein Mittel, spülen Sie dazwischen gründlich mit Wasser nach und lüften Sie. Welche Kombinationen noch gefährlich sind, steht im Beitrag Putzmittel nie mischen.

Tipps und Tricks, die wirklich Zeit sparen

  • Einwirken lassen statt schrubben. Reiniger zuerst auf Dusche und Waschbecken, dann oben weiterarbeiten. Bis Sie unten ankommen, ist der Kalk angelöst.
  • Nach jedem Duschen abziehen. Zehn Sekunden mit dem Abzieher an Glas und Fliesen ersparen Ihnen die Hälfte des Wochenputzes.
  • Weniger Dinge auf Ablagen. Jede Flasche, die auf dem Waschbeckenrand steht, muss hochgehoben und darunter geputzt werden.
  • Trocken nachpolieren. Armaturen und Glas glänzen erst, wenn sie trocken gewischt sind. Luftgetrocknet bleiben Kalkränder.
  • Ein Putzeimer im Bad. Wer Reiniger, Tücher und Handschuhe im Bad lagert, putzt öfter zwischendurch.
  • Silikonfugen im Blick behalten. Dunkle Punkte sind oft Schimmel. Was dagegen hilft und wann nur Austauschen bleibt, steht in Schimmel in der Silikonfuge.

Wie oft: ein einfacher Wochen- und Monatsplan

Täglich (1–2 Minuten)Dusche abziehen, Waschbecken kurz auswischen, lüften, Handtücher zum Trocknen aufhängen
Wöchentlich (20–40 Minuten)Spiegel, Armaturen, Waschbecken, Dusche oder Wanne, WC komplett, Boden wischen, Handtücher und Badvorleger wechseln
Alle zwei bis vier WochenFliesen ganz abwischen, Abflüsse reinigen, Duschvorhang oder Duschtür-Dichtungen säubern, Luftsprudler prüfen
MonatlichDuschkopf entkalken, Lüftungsgitter abstauben, Fugen bürsten, Spiegelschrank auswischen
HalbjährlichSpiegelschrank ausmisten, Silikonfugen prüfen, Spülkasten auf Kalk prüfen, Fenster putzen

Bei mehreren Personen oder sehr hartem Wasser verschieben sich die Abstände nach vorn. Wer die Aufgaben mit der restlichen Wohnung verbinden möchte, findet Vorlagen im Beitrag Putzplan.

Typische Fehler

  • Oben nach unten vergessen. Wer erst den Boden wischt und dann den Spiegelschrank abstaubt, wischt zweimal.
  • Zu viel Reiniger. Mehr Mittel bedeutet nicht mehr Sauberkeit, sondern einen klebrigen Film, an dem neuer Schmutz haftet.
  • Nicht nachspülen. Säurereste greifen auf Dauer Fugen, Dichtungen und Chrom an.
  • Ein Tuch für alles. Siehe Farbsystem.
  • Bei geschlossenem Fenster putzen. Reinigerdämpfe reizen Augen und Atemwege, und die Feuchtigkeit bleibt im Raum.
  • Essig auf Naturstein. Marmor und Kalkstein werden matt und rau; das lässt sich nicht wegpolieren.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge putzt man ein Bad?

Erst lüften, ausräumen und trocken entstauben, dann von oben nach unten: Spiegel, Fliesen, Armaturen, Waschbecken, Dusche oder Wanne, WC und zum Schluss den Boden. Das WC kommt zuletzt, weil es am stärksten verschmutzt ist.

Braucht man für das Bad Desinfektionsmittel?

Im normalen Haushalt nicht. Gründliches Reinigen mit Badreiniger, WC-Reiniger und getrennten Tüchern reicht. Desinfektion kann sinnvoll sein, wenn jemand im Haushalt einen ansteckenden Magen-Darm-Infekt hat; dann das Mittel nach Packungsangabe verwenden und nicht mit anderen Reinigern mischen.

Wie bekomme ich Kalk im Bad dauerhaft weg?

Dauerhaft gar nicht, solange hartes Wasser aus der Leitung kommt. Sie können ihn aber klein halten: Glas und Armaturen nach dem Duschen abziehen oder trocken wischen und einmal pro Woche mit einem sauren Reiniger behandeln. Hartnäckige Ränder behandeln Sie wie im Beitrag Kalkflecken entfernen beschrieben.

Wie lange dauert es, ein Bad gründlich zu putzen?

Ein normales Bad mit Dusche oder Wanne, Waschbecken und WC dauert beim wöchentlichen Putzen etwa 20 bis 40 Minuten. Wer lange nicht geputzt hat oder viel Kalk abtragen muss, braucht deutlich länger, weil die Mittel einwirken müssen.