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Schimmel an der Silikonfuge entfernen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Geflieste Duschecke mit Armaturen und Fugen in warmem Licht
Nach dem Duschen Wasser abziehen und lüften, dann bleiben die Fugen länger sauber
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum ausgerechnet das Silikon schimmelt
  2. Oberflächlich oder tief?
  3. Oberflächlichen Schimmel entfernen
  4. Wann die Fuge neu muss
  5. Die Silikonfuge erneuern
  6. Typische Fehler
  7. So bleibt die Fuge sauber
  8. Häufige Fragen

Schimmel an der Silikonfuge ist im Bad fast unvermeidlich, wenn die Fuge nach dem Duschen stundenlang nass bleibt. Sitzt er nur auf der Oberfläche, reicht eine Behandlung mit Alkohol oder einem chlorhaltigen Schimmelentferner. Sind die schwarzen Punkte danach noch da, ist der Pilz ins Silikon hineingewachsen. Dann hilft kein Mittel mehr, sondern nur eine neue Fuge – eine Arbeit, die Sie an einem Nachmittag selbst erledigen können.

Warum ausgerechnet das Silikon schimmelt

Silikonfugen im Bad sind dauernd feucht, sitzen an der kühlsten Stelle zwischen Wanne und Wand und sammeln Seifenreste, Hautschuppen und Duschgel – Nahrung für Schimmelpilze. Silikon ist außerdem ein weiches Material, in das die Pilzfäden hineinwachsen können. Sanitärsilikon enthält deshalb Zusätze gegen Schimmel, die aber mit den Jahren nachlassen.

Die Ursache ist fast immer dieselbe: Die Fuge trocknet nicht. Wer nach dem Duschen das Wasser stehen lässt, die Tür schließt und nicht lüftet, gibt dem Schimmel ideale Bedingungen, besonders in fensterlosen Bädern.

Oberflächlich oder tief?

Wischen Sie die Fuge zuerst mit Alkohol ab. Verschwinden die Flecken ganz oder werden deutlich blasser, saß der Schimmel oben auf. Bleiben scharf umrissene schwarze Punkte, die sich auch nach zwei, drei Behandlungen nicht verändern, sitzt er im Silikon. Ein weiteres Zeichen: Die Fuge ist rissig, löst sich an den Rändern oder ist spröde. Dann kann Wasser dahinter laufen, und der Befall setzt sich unter der Fuge fort.

Oberflächlichen Schimmel entfernen

Material: Haushaltshandschuhe, FFP2-Maske, Schutzbrille, Ethanol oder Isopropanol mit 70–80 %, Einwegtücher, eine alte Zahnbürste.

  1. Lüften. Fenster öffnen oder den Lüfter einschalten. Alkohol ist brennbar – keine Kerzen, nicht rauchen.
  2. Fuge säubern. Seifenreste mit etwas Spülmittel und Wasser entfernen, danach trocken wischen.
  3. Alkohol auftragen. Ein Tuch tränken, auf die Fuge legen oder die Fuge damit gründlich betupfen. Einige Minuten einwirken lassen.
  4. Abwischen. Mit einem frischen Tuch abwischen, ruhig mit der weichen Zahnbürste nacharbeiten. Nicht kratzen, sonst wird die Oberfläche rau und verschmutzt schneller.
  5. Trocknen lassen und prüfen. Nach dem Trocknen ansehen, ob die Flecken weg sind. Bei Bedarf wiederholen.

Chlorhaltige Schimmelentferner aus der Drogerie bleichen die Flecken oft sichtbar besser aus, weil Chlor die Verfärbung entfernt. Sie reizen aber Haut und Atemwege; tragen Sie Handschuhe und Maske und lüften Sie gut. Das Mittel darauf nicht über Stunden einwirken lassen, wenn die Packung es nicht vorsieht.

Chlorreiniger nie mit Essig, Zitronensäure oder säurehaltigem Badreiniger kombinieren, auch nicht kurz nacheinander. Es entsteht giftiges Chlorgas. Und Essig gehört ohnehin nicht an die Silikonfuge: Er entfernt keinen Schimmel zuverlässig, kann ihm sogar als Nahrung dienen und greift das Silikon an. Auch Hausmittel wie Backpulverpaste oder Zahnpasta entfernen allenfalls Schmutz, nicht den Pilz im Material.

Wann die Fuge neu muss

Eine neue Fuge ist fällig, wenn schwarze Punkte nach mehreren Behandlungen bleiben, das Silikon rissig oder spröde ist oder sich von Fliese oder Wanne löst. Auch nach vielen Jahren ohne sichtbaren Befall lohnt der Tausch, weil die Schimmelschutzzusätze nachlassen. Überstreichen oder eine zweite Fuge darüberziehen funktioniert nicht: Neues Silikon hält nicht auf altem, und der Schimmel wächst darunter weiter.

Die Silikonfuge erneuern

Material: Cutter oder Fugenmesser, Silikonentferner, Kunststoffspachtel, Alkohol, Malerkrepp, Kartuschenpistole, Sanitärsilikon mit Schimmelschutz im passenden Farbton, Glättmittel oder Spülmittelwasser, Fugenglätter.

  1. Altes Silikon herausschneiden. Mit dem Cutter entlang beider Fugenflanken schneiden und den Strang herausziehen. Vorsicht an Wanne und Duschwanne, damit die Oberfläche keine Kratzer bekommt.
  2. Reste entfernen. Dünne Silikonreste mit Silikonentferner nach Packungsangabe anlösen und mit dem Kunststoffspachtel abnehmen. Auf Silikon haftet nichts, auch kein neues Silikon.
  3. Desinfizieren und trocknen. Die Fugenflanken mit Alkohol abwischen. Dann gründlich trocknen lassen, am besten über Nacht. Feuchte Fugen sind der häufigste Grund, warum neues Silikon schlecht hält.
  4. Abkleben. Links und rechts der Fuge Malerkrepp aufkleben, sodass nur die Fuge frei bleibt. Bei Badewannen die Wanne vorher mit Wasser füllen: Sie senkt sich dadurch etwas ab, und die Fuge reißt später nicht so leicht.
  5. Silikon einspritzen. Die Kartuschenspitze schräg anschneiden, etwas breiter als die Fuge, und das Silikon gleichmäßig und ohne abzusetzen einbringen.
  6. Glätten. Mit Glättmittel oder Spülmittelwasser einsprühen und mit dem Fugenglätter abziehen. Das Krepp sofort abziehen, solange das Silikon noch weich ist.
  7. Aushärten lassen. Die Fuge erst nach der Aushärtezeit laut Packung wieder nass werden lassen, meist rund 24 Stunden. Die Badewanne erst danach leeren.

Wählen Sie ausdrücklich Sanitärsilikon mit Schimmelschutz. Acryl eignet sich nicht für nasse Bereiche, und Bausilikon ohne Zusätze schimmelt schneller.

Typische Fehler

  • Neues Silikon auf Resten des alten – es hält nicht, zwischen den Schichten sammelt sich Wasser.
  • Fuge nicht trocken genug – das Silikon bindet schlecht und löst sich.
  • Zu früh geduscht – die Oberfläche ist noch weich, und Wasser zieht ein.
  • Nur die Farbe behandelt – wer Bleichmittel auf tief befallenes Silikon aufträgt, sieht die Flecken nach wenigen Wochen wieder.

Wenn hinter der Fuge Wasser in die Wand gelaufen ist, die Fliesen hohl klingen oder die Wand hinter der Dusche feucht bleibt, ist mehr zu tun als eine neue Fuge. Dann sollte ein Fachbetrieb die Abdichtung prüfen. Wie die Abdichtung der Dusche insgesamt funktioniert, steht im Beitrag Duschabdichtung.

So bleibt die Fuge sauber

  • Nach dem Duschen Fliesen und Fugen mit einem Abzieher trocken ziehen.
  • Lüften: Fenster weit auf oder den Lüfter laufen lassen, bis die Spiegel frei sind. Wie das richtig geht, erklärt der Beitrag Richtig lüften.
  • Die Badtür nach dem Lüften offen lassen, damit das Bad mitgeheizt wird und trocknet.
  • Fugen regelmäßig mit mildem Reiniger abwischen, damit sich keine Seifenreste ansammeln.

Sind auch die Fliesenfugen dunkel, hilft der Beitrag Fugen reinigen. Zeigt sich Schimmel auch an Wänden und Decke, lesen Sie die Übersicht Schimmel in der Wohnung.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich Schimmel aus der Silikonfuge?

Oberflächlichen Schimmel mit 70–80-prozentigem Alkohol oder einem chlorhaltigen Schimmelentferner behandeln, einwirken lassen, abwischen und die Fuge trocknen lassen. Bleiben die schwarzen Punkte nach mehreren Behandlungen, ist der Schimmel ins Silikon gewachsen, und die Fuge muss erneuert werden.

Kann man Schimmel unter der Silikonfuge entfernen?

Nicht durch die Fuge hindurch. Das Silikon muss herausgeschnitten, der Untergrund gereinigt, mit Alkohol behandelt und getrocknet werden, bevor neues Silikon hineinkommt. Ist die Wand dahinter feucht, sollte ein Fachbetrieb die Abdichtung prüfen.

Hilft Essig gegen Schimmel an Silikon?

Nein. Essig entfernt Schimmel nicht zuverlässig, kann ihn sogar nähren und greift Silikon auf Dauer an. Außerdem darf er nie mit chlorhaltigen Reinigern zusammenkommen.

Wie lange muss neues Silikon trocknen?

Das steht auf der Kartusche, meist sind es rund 24 Stunden, bis die Fuge wieder Wasser verträgt. Bei dicken Fugen und kühlen Räumen kann es länger dauern.

Gilt das auch für Silikon am Fenster?

Ja. Oberflächlichen Schimmel an Fensterfugen behandeln Sie genauso mit Alkohol. Ist die Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk betroffen oder dauernd nass, kann Wasser eindringen; dann sollte ein Fensterbauer nachsehen.