Yogamatte reinigen: je nach Material

Inhalt9 Abschnitte
- Erst das Material klären
- Material und Reinigung im Überblick
- Nach jedem Üben: abwischen und lüften
- Grundreinigung Schritt für Schritt
- Was den einzelnen Materialien schadet
- Essig, ätherische Öle und Desinfektionsmittel
- Waschmaschine: nur laut Hersteller
- Geruch, Rutschen und wann eine neue Matte fällig ist
- Häufige Fragen
Eine Yogamatte reinigen Sie im Alltag mit einem feuchten Tuch und klarem Wasser oder einem Tropfen mildem Spülmittel, danach trocknet sie ausgerollt an der Luft. Für die Grundreinigung kommt es auf das Material an: PVC verträgt deutlich mehr Wasser als Naturkautschuk, Kork oder Jute. Sonne, Heizung und scharfe Reiniger schaden fast jeder Matte.
Erst das Material klären
Auf einer Yogamatte landen Schweiß, Hautfett, Hautschuppen, Staub vom Boden und oft Reste von Creme oder Sonnenschutz. Das macht sie mit der Zeit rutschig und lässt sie riechen. Wie Sie dagegen vorgehen, bestimmt das Material. Es steht auf der Verpackung, beim Händler oder auf der Herstellerseite. Ein paar Anhaltspunkte: PVC-Matten sind schwer, dicht und etwas klebrig im Griff. TPE-Matten sind auffallend leicht und weich. Naturkautschuk ist schwer, riecht anfangs deutlich nach Gummi und ist sehr griffig. Kork und Jute erkennt man an der Oberfläche; darunter liegt meist Kautschuk oder TPE.
Wichtig ist außerdem, ob die Oberfläche geschlossenzellig oder offenzellig ist. Geschlossene Oberflächen nehmen kaum Feuchtigkeit auf und lassen sich leicht abwischen. Offenzellige, besonders griffige Matten saugen Schweiß und Reinigungswasser wie ein Schwamm auf – sie brauchen weniger Wasser und viel mehr Trockenzeit.
Material und Reinigung im Überblick
| Material | Routine | Grundreinigung | Vermeiden |
| PVC | Feucht abwischen, trocknen lassen. | Mit milder Seifenlauge abwaschen, auch in der Dusche abbrausen, klar nachspülen. | Lösemittel, Scheuermittel, Hitze. |
| TPE | Feucht abwischen, wenig Druck. | Mit Tuch und stark verdünnter Seifenlauge, nicht einweichen. | Bürsten, heißes Wasser, Sonne, Öle. |
| Naturkautschuk | Mit nur leicht feuchtem Tuch abwischen. | Tuch mit Wasser und sehr wenig Spülmittel, sofort klar nachwischen. | Sonne, Einweichen, Öle, Essig und Alkohol in größerer Menge. |
| Kork | Mit feuchtem Tuch und klarem Wasser abwischen. | Tuch mit wenig milder Seife, in Richtung der Oberfläche wischen. | Schrubben, Scheuermittel, Durchnässen, Öle. |
| Jute | Trocken abbürsten oder leicht feucht abwischen. | Mit wenig Seifenlauge abtupfen, lange trocknen lassen. | Viel Wasser, Wringen, feucht einrollen. |
Die Tabelle gibt den üblichen Rahmen. Hat der Hersteller Ihrer Matte eigene Pflegehinweise, gehen diese vor.
Nach jedem Üben: abwischen und lüften
Wischen Sie die Matte nach dem Üben auf beiden Seiten mit einem feuchten Mikrofasertuch ab und lassen Sie sie ausgerollt oder über einen Stuhl gehängt trocknen, bevor sie zusammengerollt wird. Das dauert je nach Material zehn Minuten bis eine Stunde. Eine feucht eingerollte Matte ist die häufigste Ursache für muffigen Geruch und Stockflecken.
Wer mag, füllt eine Sprühflasche mit Wasser und zwei bis drei Tropfen mildem Spülmittel. Sprühen Sie nicht die Matte ein, sondern das Tuch – so bleibt die Menge klein. Fertige Mattensprays funktionieren ähnlich; achten Sie darauf, dass sie für Ihr Material freigegeben sind.
Grundreinigung Schritt für Schritt
Etwa alle paar Wochen, bei täglichem Üben oder Hot Yoga häufiger, lohnt eine gründlichere Runde.
- Matte ausrollen. Auf einen sauberen Boden, in die Dusche oder auf ein großes Handtuch legen.
- Lauge mischen. Lauwarmes Wasser mit wenig mildem Spülmittel oder Feinwaschmittel, etwa ein Teelöffel auf einen Liter. Mehr Seife macht die Matte rutschig.
- Abwischen. Mit einem weichen Tuch oder Schwamm in Bahnen wischen, zuerst die Oberseite, dann die Unterseite. Stellen, an denen Hände und Füße stehen, zweimal.
- Klar nachwischen. Mit einem frischen, nur mit Wasser befeuchteten Tuch nacharbeiten, bis nichts mehr schäumt. Seifenreste sind der häufigste Grund für eine glatte Matte.
- Abtrocknen. Die Matte mit einem Handtuch abreiben oder zusammen mit einem trockenen Handtuch aufrollen und andrücken, damit es das Wasser herauszieht.
- Auslüften. Flach liegend oder über einer Stange hängend vollständig trocknen lassen, im Schatten. Offenzellige Matten und Naturkautschuk brauchen dafür oft einen ganzen Tag.
Nur robuste PVC-Matten vertragen es, in der Dusche abgebraust oder kurz in der Wanne gewaschen zu werden. TPE, Naturkautschuk, Kork und Jute werden gewischt, nicht gebadet.
Was den einzelnen Materialien schadet
Naturkautschuk ist das empfindlichste der gängigen Materialien. UV-Licht und Wärme lassen ihn altern: Er wird hart, brüchig und verliert seine Griffigkeit. Trocknen Sie ihn deshalb nie in der Sonne, und lassen Sie die Matte nicht im heißen Auto liegen. Öle und Fette greifen Naturkautschuk an, das gilt auch für Hautöl und stark rückfettende Cremes direkt vor dem Üben. Wer eine Latexallergie hat, sollte Naturkautschuk-Matten ohnehin meiden.
Kork bleibt mit klarem Wasser lange ansehnlich. Er ist von Natur aus recht unempfindlich gegen Feuchtigkeit von oben, doch die Korkschicht ist dünn und auf eine Unterlage geklebt. Schrubben trägt sie ab, Durchnässen kann die Verklebung lösen.
TPE ist weich und wenig kratzfest. Bürsten, Fingernägel und Schuhe hinterlassen Spuren, heißes Wasser und Sonne können die Matte verziehen.
PVC hält am meisten aus, wird aber durch Lösemittel und scharfe Reiniger stumpf oder klebrig.
Essig, ätherische Öle und Desinfektionsmittel
In vielen Rezepten für selbst gemachtes Mattenspray stehen Essig, Teebaumöl oder Lavendelöl. Ehrlich eingeordnet: Für die normale Reinigung braucht es nichts davon, Wasser und ein Hauch Seife lösen Schweiß und Fett zuverlässig. Ätherische Öle sind vor allem Duft. Sie sind selbst ölig, können Naturkautschuk und TPE angreifen, bei empfindlicher Haut reizen und in höherer Dosis Flecken hinterlassen. Wenn überhaupt, dann wenige Tropfen auf eine ganze Sprühflasche und nicht auf Naturkautschuk.
Verdünnter Essig schadet PVC kaum, kann aber bei Kautschuk und Kork auf Dauer die Oberfläche angreifen und riecht lange nach. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel trocknen viele Materialien aus und sind zu Hause in aller Regel nicht nötig. Welche einfachen Mittel im Haushalt sonst sinnvoll sind, steht unter Hausmittel zum Putzen.
Waschmaschine: nur laut Hersteller
Einige dünne Reisematten und Matten mit Textiloberfläche sind laut Hersteller maschinenwaschbar, dann meist kalt oder bei 30 °C im Schonprogramm ohne Schleudern. Für alle anderen gilt: nicht in die Maschine. Dicke Matten saugen sich voll, werden sehr schwer und können beim Schleudern reißen oder die Maschine belasten, Kork und Kautschuk lösen sich auf. Der Trockner ist für jede Yogamatte ungeeignet.
Yogahandtücher, die auf die Matte gelegt werden, sind die einfachere Lösung für Menschen, die stark schwitzen: Sie wandern nach dem Üben in die Wäsche, wie in Funktionskleidung waschen beschrieben, und die Matte bleibt trocken.
Geruch, Rutschen und wann eine neue Matte fällig ist
Eine neue Matte, die nach Gummi oder Kunststoff riecht, lüften Sie einige Tage ausgerollt im Schatten. Der Geruch von Naturkautschuk wird schwächer, verschwindet aber nie ganz. Ist eine neue PVC-Matte rutschig, hilft meist einmal Abwaschen mit Seifenlauge und gründliches Nachwischen, denn ab Werk sitzt oft noch ein dünner Film auf der Oberfläche.
Wird eine alte Matte rutschig, sind fast immer Hautfett oder Seifenreste schuld; die Grundreinigung mit klarem Nachwischen behebt das. Bröselt die Oberfläche, lösen sich Stücke oder riecht die Matte trotz Reinigung und Trocknung dauerhaft muffig, ist sie am Ende. Für Gymnastik auf hartem Boden gibt es dickere Alternativen wie die klappbare Turnmatte.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man eine Yogamatte reinigen?
Nach jedem Üben kurz feucht abwischen und trocknen lassen. Eine Grundreinigung ist je nach Nutzung etwa alle zwei bis vier Wochen sinnvoll, bei schweißtreibenden Stunden öfter.
Kann man eine Yogamatte in der Waschmaschine waschen?
Nur, wenn der Hersteller das für genau dieses Modell erlaubt. Die meisten Matten aus Naturkautschuk, Kork, TPE und dickem PVC nehmen in der Maschine Schaden.
Darf die Yogamatte in der Sonne trocknen?
Besser nicht. Naturkautschuk wird durch UV-Licht spröde, TPE kann sich verziehen, und Farben bleichen aus. Ein luftiger Platz im Schatten trocknet fast genauso schnell.
Womit desinfiziert man eine Yogamatte?
Zu Hause genügt Reinigen mit Wasser und etwas Seife und vollständiges Trocknen. Desinfektionsmittel sind für die eigene Matte normalerweise unnötig und greifen manche Materialien an. Bei Leihmatten im Studio ist ein eigenes Handtuch die einfachste Lösung.
Warum ist meine Yogamatte nach dem Reinigen rutschig?
Meist ist zu viel Seife im Spiel oder es wurde nicht klar nachgewischt. Wischen Sie die Matte noch einmal nur mit Wasser ab und lassen Sie sie vollständig trocknen.



