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Adventskranz binden: Material, Anleitung und Brandschutz

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Adventskranz mit vier Kerzen, Zapfen und roten Schleifen
Ein selbst gebundener Kranz hält bei kühlem Stand über die ganze Adventszeit
Inhalt9 Abschnitte
  1. Material und Werkzeug
  2. Welches Grün sich eignet – und welches nicht
  3. Vorbereitung: Zweige zuschneiden
  4. Schritt für Schritt binden
  5. Kerzen sicher befestigen
  6. Brandschutz: die Regeln für brennende Kerzen
  7. So bleibt der Kranz länger frisch
  8. Nach dem Fest: entsorgen und aufheben
  9. Häufige Fragen

Einen Adventskranz binden Sie in etwa einer Stunde selbst: Tannengrün wird in kleinen Büscheln rund um einen Strohrömer gelegt und mit Bindedraht festgewickelt. Schwierig ist daran nichts, wenn die Büschel klein bleiben und der Draht stramm sitzt. Wichtiger als die Dekoration ist am Ende, wie die Kerzen stehen – ein trockener Kranz ist eine der häufigsten Brandursachen in der Adventszeit.

Material und Werkzeug

  • Kranzrohling: ein Strohrömer, also ein fest gewickelter Strohring, für einen Tischkranz meist mit 25 bis 35 cm Durchmesser. Bedenken Sie, dass der Kranz durch das Grün außen rundum einige Zentimeter breiter wird.
  • Grün: frische Zweige, lieber zu viel als zu wenig. Ein großer Armvoll reicht für einen mittleren Kranz; für einen dichten, üppigen brauchen Sie deutlich mehr, als man zunächst denkt.
  • Bindedraht: grüner Wickeldraht auf der Rolle oder dem Holzstab, etwa 0,65 mm stark.
  • Gartenschere und, wenn Sie empfindliche Hände haben, dünne Arbeitshandschuhe – Harz klebt hartnäckig.
  • Vier Kerzenhalter aus Metall mit Dorn zum Einstecken und einem Teller, der Wachs auffängt.
  • Vier Stumpenkerzen, die sicher und gerade im Halter stehen.
  • Dekoration nach Wunsch: Zapfen, getrocknete Orangenscheiben, Zimtstangen, Band; dazu Steckdraht oder Heißkleber.
  • Unterlage: eine Folie oder Zeitung für die Arbeit und später ein Teller oder Tablett aus Glas, Metall oder Keramik unter dem Kranz.

Statt des Strohrömers gehen auch ein Ring aus Weide oder ein Metallreifen. Auf dem dicken Strohring hält das Grün aber am einfachsten, und er lässt sich im nächsten Jahr wiederverwenden. Manche Rohlinge sind mit Folie umwickelt, damit kein Stroh rieselt; umwickeln Sie den Ring sonst vorab mit grünem Kranzband.

Welches Grün sich eignet – und welches nicht

GrünEigenschaftenHinweis
Nordmanntanneweiche Nadeln, nadelt kaumdie unkomplizierte Wahl, duftet wenig
Nobilistanneblaugrün, sehr haltbardicke Zweige, braucht kräftigen Zug am Draht
Kieferlange Nadeln, lockeres Bildgut zum Mischen, harzt stark
Fichteduftet intensivnadelt im Warmen nach kurzer Zeit
Buchsbaumkleine Blätter, sehr dichtgiftig, nicht für Haushalte mit Kleinkindern und Tieren
Eibedunkelgrün, weich, lange haltbarstark giftig für Menschen und Tiere

Eibe ist in fast allen Teilen giftig, Nadeln und Samen eingeschlossen; nur der rote Samenmantel gilt als ungiftig. Für Kleinkinder, die Zweige in den Mund nehmen, und für Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, die daran knabbern, ist sie gefährlich. Auch Thuja, Buchsbaum, Efeu, Stechpalme und Mistel sind giftig. In Haushalten mit kleinen Kindern oder Tieren bleiben Sie besser bei Tanne und Kiefer und stellen den Kranz so, dass niemand herankommt. Haben ein Kind oder ein Tier dennoch Pflanzenteile gegessen, rufen Sie den Giftnotruf beziehungsweise die Tierarztpraxis an.

Schneiden Sie Grün nicht im Wald oder in fremden Gärten. Gärtnereien, Wochenmärkte und Weihnachtsbaumverkäufer bieten Schnittgrün bündelweise an; wer eine Tanne im Garten hat, nimmt die unteren Äste.

Vorbereitung: Zweige zuschneiden

Schneiden Sie die Zweige in handliche Stücke von etwa 10 bis 15 cm Länge. Dickes Holz in der Mitte fällt weg, verwendet werden die Spitzen und Seitentriebe. Legen Sie die Stücke nach Sorten sortiert bereit, dann können Sie beim Binden mischen, ohne zu suchen. Wickeln Sie den Draht einige Male um den Rohling und verdrehen Sie das Ende mit dem laufenden Draht, damit er fest sitzt.

Schritt für Schritt binden

  1. Erstes Büschel anlegen. Drei bis vier Zweigstücke fächerförmig zu einem flachen Büschel fassen und außen an den Kranz legen, Spitzen in die Richtung, in die Sie arbeiten wollen.
  2. Festwickeln. Den Draht zwei- bis dreimal straff über die Stiele und um den Rohling führen. Der Draht wird nicht abgeschnitten, er läuft bis zum Schluss durch.
  3. Oben und innen ergänzen. Je ein weiteres Büschel auf die Oberseite und an die Innenseite legen und ebenso festwickeln. So ist der Ring einmal rundum bedeckt. Die Unterseite bleibt frei, damit der Kranz flach liegt.
  4. Schuppenartig weiterarbeiten. Die nächste Reihe so versetzen, dass ihre Spitzen die Stiele und den Draht der vorigen Reihe verdecken – wie Dachziegel. Immer in derselben Richtung bleiben.
  5. Gleichmäßig halten. Nach jeder Reihe kurz von oben prüfen, ob der Kranz überall gleich dick wird. Innen genügen kleinere Büschel, sonst wächst das Loch zu.
  6. Schluss verstecken. Die letzten Büschel unter die Spitzen der ersten Reihe schieben. Diese dazu anheben, die Stiele darunter festwickeln.
  7. Draht sichern. Den Draht mit etwa 15 cm Zugabe abschneiden, auf der Unterseite mehrfach durch die Wicklung fädeln, verdrehen und das Ende tief in das Stroh stecken, damit sich niemand sticht.
  8. Nacharbeiten. Abstehende Triebe mit der Schere kürzen, kahle Stellen mit einzelnen Zweigen füllen, die Sie unter den Draht schieben.

Typische Fehler: zu große Büschel, die sich später lockern, ein zu lose gewickelter Draht und ein Richtungswechsel mitten im Kranz. Wenn das Grün beim Hochheben rutscht, war der Draht nicht stramm genug.

Kerzen sicher befestigen

Stecken Sie die vier Kerzenhalter gleichmäßig verteilt tief in den Strohrömer, nicht nur ins Grün. Die Halter müssen senkrecht stehen und dürfen nicht wackeln. Drücken Sie die Zweige rund um jeden Halter beiseite oder schneiden Sie sie zurück, sodass um die Kerze herum Platz bleibt. Dann die Kerzen aufsetzen und von der Seite prüfen, ob sie gerade stehen; eine schiefe Kerze tropft und brennt einseitig ab.

Kerzen, die nur auf Draht gespießt oder mit Wachs aufgeklebt sind, halten nicht zuverlässig. Dekoration aus Stroh, Papier, Trockenblumen und Schleifenband gehört an die Außenseite des Kranzes, mit deutlichem Abstand zu den Kerzen.

Brandschutz: die Regeln für brennende Kerzen

Lassen Sie einen Kranz mit brennenden Kerzen nie allein – auch nicht „nur kurz“. Wer den Raum verlässt, löscht vorher die Kerzen. Dazu gehören diese Regeln:

  • Standort: auf einer nicht brennbaren Unterlage, standsicher, mit Abstand zu Vorhängen, Gardinen, Regalen und Papierdekoration; nicht in Zugluft und nicht unter Hängeschränken.
  • Abstand nach oben: Über den Flammen darf nichts hängen. Die Hitze steigt weiter, als man denkt.
  • Kerzen rechtzeitig wechseln: Tauschen Sie eine Kerze, bevor sie bis auf wenige Zentimeter über dem Halter heruntergebrannt ist. Die Flamme darf nie in die Nähe der Zweige kommen.
  • Kinder und Haustiere: Kerzen außer Reichweite, Streichhölzer und Feuerzeuge wegschließen.
  • Löschmittel bereithalten: ein Eimer Wasser oder ein Feuerlöscher in der Nähe. Kontrollieren Sie bei der Gelegenheit die Rauchmelder.
  • Auspusten mit Bedacht: Hand hinter die Flamme halten oder einen Kerzenlöscher nehmen, damit kein flüssiges Wachs spritzt.

Je länger der Kranz in der warmen Wohnung liegt, desto trockener wird er. Trockene Nadeln entzünden sich sehr leicht und brennen heftig. Rieseln beim Anfassen die Nadeln, zünden Sie die Kerzen nicht mehr an – spätestens nach Weihnachten gilt das für fast jeden Kranz.

Wer kleine Kinder oder Tiere hat oder den Kranz gern unbeaufsichtigt leuchten lässt, nimmt von Anfang an LED-Kerzen. Modelle mit Echtwachsmantel und flackerndem Licht sehen aus zwei Metern Entfernung kaum anders aus und lösen das Problem vollständig.

So bleibt der Kranz länger frisch

Binden Sie den Kranz möglichst kurz vor dem ersten Advent. Bis dahin liegt er am besten kühl und nicht zu trocken, etwa auf dem Balkon oder in der Garage. In der Wohnung hält er sich abseits von Heizkörper und Kaminofen deutlich länger. Sie können ihn alle paar Tage leicht mit Wasser besprühen, solange die Kerzen aus sind, oder über Nacht nach draußen stellen.

Nach dem Fest: entsorgen und aufheben

Nehmen Sie Kerzen, Halter und Dekoration ab, schneiden Sie den Draht auf und wickeln Sie ihn ab. Das Grün kommt je nach Gemeinde in die Biotonne oder auf den Kompost, der Draht in den Restmüll oder zum Altmetall. Der Strohrömer und die Halter lassen sich im nächsten Jahr wieder verwenden. Wohin Stumpen mit Docht gehören, steht unter Kerzenreste entsorgen, und für den Baum gibt es den Beitrag Weihnachtsbaum entsorgen.

Häufige Fragen

Wie viel Tannengrün brauche ich für einen Adventskranz?

Mehr, als man schätzt. Für einen Rohling mit 30 cm Durchmesser sollten Sie einen großen Armvoll Zweige einplanen, bei üppiger Bindung das Doppelte.

Wie bekomme ich Harz von den Händen?

Mit etwas Speiseöl oder Butter einreiben und dann mit Seife waschen. Für Kleidung hilft der Beitrag Harzflecken entfernen.

Was tun bei Wachs auf Tischdecke oder Tisch?

Wachs erst hart werden lassen und abheben, den Rest mit Löschpapier und Wärme herausziehen. Die Einzelheiten je Material stehen unter Wachsflecken entfernen.

Kann ich den Kranz ohne Strohrömer binden?

Ja, auf einem Weidenring oder Metallreifen. Dann fehlt allerdings der Halt für Steckkerzenhalter; solche Kränze eignen sich eher als Türkranz oder für Kerzen im Glas, die in der Mitte stehen.