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Gesichtsmaske selber machen: Rezepte nach Hauttyp

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Frau mit heller Tonerde-Maske im Gesicht und rotem Haarband
Eine Maske bleibt etwa zehn bis fünfzehn Minuten auf der Haut
Inhalt9 Abschnitte
  1. Erst den Hauttyp einschätzen
  2. Vier Rezepte nach Hauttyp
  3. So wenden Sie die Maske an
  4. Was nicht ins Gesicht gehört – und warum
  5. Haltbarkeit: immer frisch, nie auf Vorrat
  6. Was bringt es wirklich?
  7. Wann lieber nicht?
  8. Wann zum Arzt?
  9. Häufige Fragen

Eine Gesichtsmaske selber machen Sie mit wenigen Zutaten aus Kühlschrank und Vorratsschrank: Quark und Honig für normale Haut, Avocado für trockene, Heilerde für fettige und Haferflocken für empfindliche. Die Maske wird frisch angerührt, bleibt 10–15 Minuten auf der Haut und wird lauwarm abgenommen. Was sie leistet, ist Pflege für den Moment – Feuchtigkeit, Fett, ein kühlendes oder klärendes Gefühl – und eine Viertelstunde Ruhe.

Erst den Hauttyp einschätzen

  • Normale Haut: spannt nicht, glänzt kaum, wenige Unreinheiten. Verträgt fast alles Milde.
  • Trockene Haut: spannt nach dem Waschen, wirkt matt, schuppt manchmal. Braucht Fett und Feuchtigkeit.
  • Fettige Haut: glänzt, große Poren, neigt zu Mitessern. Verträgt Aufsaugendes wie Heilerde.
  • Mischhaut: fettige Stirn, Nase und Kinn, trockenere Wangen. Die Maske nur dort auftragen, wo sie passt.
  • Empfindliche Haut: rötet sich schnell, brennt bei neuen Produkten. Je weniger Zutaten, desto besser.

Vier Rezepte nach Hauttyp

HauttypMaskeZutatenEinwirkzeit
Normal, müdeQuark-Honig40 g Quark (2 Esslöffel), 1 Teelöffel Honig (etwa 7 g)10–15 Minuten
TrockenAvocado½ reife Avocado (etwa 50 g Fruchtfleisch), 1 Teelöffel Oliven- oder Mandelöl (5 ml)10–15 Minuten
Fettig, unreinHeilerde20 g Heilerde (2 Esslöffel), etwa 30 ml Wasser10 Minuten oder nach Packungsangabe
EmpfindlichHaferflocken20 g zarte Haferflocken (2 Esslöffel), 50 ml warmes Wasser oder Milch10 Minuten

Quark-Honig-Maske. Quark kühlt angenehm und spendet Feuchtigkeit, Honig macht die Masse geschmeidig. Beides glatt verrühren. Bei trockener Haut Sahnequark nehmen oder einen Teelöffel Öl zugeben, bei fettiger Haut Magerquark.

Avocadomaske. Das Fruchtfleisch mit der Gabel sehr fein zerdrücken und das Öl unterrühren. Avocado ist fettreich und hinterlässt einen pflegenden Film. Die Frucht muss weich und reif sein, sonst bleibt die Masse stückig und hält nicht auf der Haut.

Heilerdemaske. Heilerde mit Wasser zu einem streichfähigen Brei verrühren – mit einem Holz- oder Kunststofflöffel, so empfehlen es die Hersteller. Heilerde ist fein gemahlenes Mineralpulver, das Talg aufsaugt; die Haut wirkt danach matter. Sie trocknet allerdings auch aus. Für trockene und empfindliche Haut ist sie nichts, und bei Mischhaut kommt sie nur auf Stirn, Nase und Kinn. Zieht die trocknende Maske unangenehm, nehmen Sie sie früher ab.

Haferflockenmaske. Die Flocken mit der warmen Flüssigkeit übergießen, fünf Minuten quellen lassen und zu einem Brei verrühren; gröbere Flocken vorher im Mixer mahlen. Hafer gilt als besonders mild und wird in der Hautpflege seit Langem bei trockener, juckender Haut eingesetzt.

So wenden Sie die Maske an

  1. Verträglichkeit testen. Einen Klecks der fertigen Masse in die Armbeuge geben, nach 15 Minuten abwaschen und einen Tag abwarten. Rötet sich die Stelle oder juckt sie, kommt die Maske nicht ins Gesicht.
  2. Sauber arbeiten. Hände waschen, saubere Schüssel und sauberen Löffel nehmen. Frische Zutaten verwenden, nichts vom Rand des Haltbarkeitsdatums.
  3. Gesicht reinigen. Make-up entfernen, mit lauwarmem Wasser waschen, abtupfen. Haare zurückbinden.
  4. Auftragen. Mit sauberen Fingern oder einem Pinsel gleichmäßig verteilen. Augen- und Mundpartie großzügig aussparen. Wer einen Pinsel nimmt, wäscht ihn danach aus – wie, steht unter Make-up-Pinsel reinigen.
  5. Einwirken lassen. 10–15 Minuten genügen. Länger wirkt nicht besser; trocknet die Maske ein, entzieht sie der Haut eher Feuchtigkeit.
  6. Abnehmen. Mit viel lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen abnehmen, nicht rubbeln. Danach die gewohnte Creme auftragen.

Brennt oder juckt die Maske, sofort abwaschen – nicht aushalten. Einmal pro Woche ist für die meisten Hauttypen ein gutes Maß.

Was nicht ins Gesicht gehört – und warum

Gesunde Haut ist an der Oberfläche leicht sauer. Dieser Säureschutzmantel hält Feuchtigkeit in der Haut und unerwünschte Keime in Schach. Viele beliebte Hausmittel-Tipps greifen genau ihn an.

  • Zitronensaft. Er ist sehr sauer, viel saurer als die Haut selbst, und brennt auf kleinsten Rissen. „Aufhellen“ lassen sich Pigmentflecken damit nicht verlässlich; stattdessen drohen Rötungen und Reizungen. Zitrusbestandteile können die Haut außerdem lichtempfindlicher machen, sodass in der Sonne Flecken entstehen.
  • Natron. Es ist das Gegenteil: basisch. Auf der Haut neutralisiert es den Säureschutz, entfettet und trocknet aus. Als „Peeling“ oder Paste gegen Mitesser reizt es mehr, als es nützt.
  • Zahnpasta. Sie ist für harten Zahnschmelz gemacht und enthält Putzkörper, Tenside und Aromen wie Menthol. Auf einem Pickel trocknet sie die Stelle zwar aus, reizt aber die Haut drumherum – Rötung und Schuppung sind häufig die Folge. Was es mit dem ähnlichen Tipp Zinksalbe auf sich hat, erklärt der Beitrag Zinksalbe gegen Pickel.
  • Zimt pur. Zimt enthält Zimtaldehyd, einen Stoff, der die Haut stark reizen kann und als Auslöser von Kontaktallergien bekannt ist. Masken mit Zimt brennen oft – das ist kein Zeichen von Wirkung, sondern von Reizung.

Ebenfalls verzichtbar: rohes Ei (kann Salmonellen tragen, und die Maske sitzt direkt neben dem Mund), Essig unverdünnt und ätherische Öle im Gesicht. Wer unbedingt einen Duft möchte, bleibt bei einem einzigen Tropfen auf die ganze Portion – in Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern nur nach Rücksprache.

Haltbarkeit: immer frisch, nie auf Vorrat

Selbst gemachte Masken enthalten Wasser, Eiweiß und Zucker, aber kein Konservierungsmittel – ideale Bedingungen für Keime. Rühren Sie nur an, was Sie sofort verbrauchen, und werfen Sie Reste weg. Auch im Kühlschrank ist eine angerührte Maske kein Vorrat für die nächste Woche. Allein die trockene Heilerde hält sich in der Packung lange; angerührt wird sie ebenfalls sofort verbraucht.

Was bringt es wirklich?

Eine Maske aus Quark, Avocado oder Hafer versorgt die oberste Hautschicht kurzfristig mit Feuchtigkeit und Fett. Die Haut fühlt sich danach weicher an und sieht für einige Stunden praller aus. Heilerde nimmt Talg auf und lässt fettige Haut vorübergehend matter wirken. Das sind echte, aber kleine und kurzlebige Effekte.

Nicht zu erwarten ist, dass eine Küchenmaske Poren dauerhaft verkleinert, Falten glättet oder Akne behandelt. Gekaufte Masken sind in der Zusammensetzung genauer und haltbar; selbst gemachte haben den Vorteil, dass Sie jede Zutat kennen. Ein guter Teil des Wohlgefühls kommt vermutlich schlicht von der Viertelstunde, in der man nichts anderes tut.

Wer die Maske mit weiterer Pflege verbinden will: Ein Dampfbad fürs Gesicht kommt davor, ein mildes Peeling höchstens an einem anderen Tag – beides zusammen ist für die Haut zu viel.

Wann lieber nicht?

  • Bei Allergien: Wer auf Milch, Honig und andere Bienenprodukte, Getreide oder Avocado reagiert, lässt die Zutat auch auf der Haut weg. Bei einer Latexallergie ist Avocado ein bekannter Kreuzreaktions-Kandidat.
  • Bei entzündeter Akne, Rosazea, Neurodermitis, Ekzemen oder nässenden Stellen: keine Experimente ohne ärztlichen Rat.
  • Bei Sonnenbrand, Lippenherpes, offenen Wunden und frisch nach einer kosmetischen Behandlung.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern. Honig ist im ersten Lebensjahr grundsätzlich tabu, weil alles, was im Gesicht klebt, auch im Mund landet.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie eine Hautarztpraxis auf, wenn die Haut nach einer Maske anschwillt, Quaddeln oder Bläschen bildet oder die Rötung nach einem Tag nicht abklingt. Schwellen Lippen, Zunge oder Augenlider an oder kommt Atemnot dazu, ist das ein Notfall: 112. Unabhängig von der Maske gehören auch entzündete, schmerzhafte Pickel, die über Wochen bleiben, und Hautveränderungen, die jucken, nässen oder sich ausbreiten, in ärztliche Hände.

Häufige Fragen

Welche Gesichtsmaske hilft gegen Pickel?

Heilerde kann überschüssigen Talg aufnehmen und die Haut matter machen. Gegen entzündete Pickel und Akne hilft keine Küchenmaske zuverlässig; hier ist die Hautarztpraxis die richtige Adresse.

Wie oft darf man eine Gesichtsmaske machen?

Einmal pro Woche ist ein guter Richtwert. Milde Masken mit Quark oder Hafer verträgt die Haut auch zweimal, Heilerde bei fettiger Haut höchstens ein- bis zweimal pro Woche.

Kann man eine selbst gemachte Maske über Nacht auftragen?

Nein. Frische Lebensmittel trocknen ein, verschmieren das Kissen und sind nach Stunden auf warmer Haut alles andere als hygienisch. 10–15 Minuten reichen.

Gurkenscheiben auf den Augen – bringt das etwas?

Sie kühlen, und Kühle lässt geschwollene Lider etwas abschwellen. Ein kalter, feuchter Waschlappen leistet dasselbe. Schaden richten frische, gewaschene Gurkenscheiben nicht an.

Was mache ich mit Resten?

Wegwerfen – in den Bio- oder Restmüll, nicht in den Abfluss. Heilerde und Haferbrei können sich im Siphon absetzen.